PV-Anlage ESt/EÜR 2015

  • Hallo zusammen,


    ich weiß, dumme Fragen gibt es nicht, aber manche kommen einem schon so vor ... :)
    Aber wer's nicht weiß, muss halt fragen - also:
    1) ist die Anlage G auch dann erforderlich, wenn keine Gewerbe angemeldet wurde oder nehme ich dann Anlage S (wie für meine Tätigkeit als Freiberufler)?
    2) wann ist der Eigenverbrauch bei der ESt zu erfassen? Im Jahr des Verbrauchs = 2015 oder im Jahr der Vergütung durch den NB = 2016 (Mitte Jan.)
    3) der Eigenverbrauch 2015 lag bei 60 kWh - ist dann diese Berechnung für den Entnahmewert DV richtig: 60 kWh * 12,34 ct/kWh (netto) = 7,40 EUR? So meine ich die Erklärungen im Forum verstanden zu haben.


    Schon mal im voraus ein Danke.

    Einmal editiert, zuletzt von niem4nd ()

  • Zu 1.) Anlage G hat nichts mit Gewerbeanmeldung zu tun, also machen.


    EV überlasse ich den anderen! :wink:

    Servus
    Toni


    Luschenjagd aufgegeben.
    Elektrisch unterwegs mit Leaf II

  • die steuerliche Einordnung hat nichts mit der Gewerbeanmeldung zu tun. Bei mir hat die Gemeinde auch unter 10kWp keine Gewerbeanmeldung gefordert, in der Steuer ist es dennoch Gewerbe.


    @ Eigenverbrauch:
    Das hängt mal zuerst davon ab, welche Veranlagungsform Du gewählt hast? Bei der recht gebräuchlichen Einnahmen/Überschußrechnung sollte es einfach sein: Wenn Du den Effekt (Zahlunsgeingang oder Ausgang) im Veranlagungsjahr hast, gehört es dahin. Sprich hast eine Kontobewegung dazu in 2015 gehabt, gehört es in 2015, sonst nach 2016. Im Zweifel ruf kurz kurz Dein Finanzamt an und frage die zum konkreten Beleg.
    Selbst wenn Du das falsch machst, wird bei den kleinen Summen nicht die Kavallerie ausrücken :wink:

  • Vor einer Antwort noch eine Nachfrage:
    Wann ist deine Anlage in Betrieb gegangen?


    Du schreibst zwar so, als würde dir der EV noch vergütet, weil die Anlage dann aber aus dem Jahr 2012 stammen müsste, kann ich mir kaum vorstellen, dass es da im Jahr 2015 noch ein Problem bei der steuerliuchen Behandlung des EV gibt ...


    mfg
    Paulchen

    Excel-Tools mit VBA-Makros zu Buchführung und Steuer für PV-Anlagen:
    Einspeise-, und Direktverbrauchs-Anlagen für Windows und Mac-OS
    DV-Tools auch für MAC OS - DV-Tools für je 1 Anlage auch mit KUR
    Informationen unter https://www.pv-steuer.com

  • Hallo Paulchen,


    die Anlage ist von 08/2015. EV wird nicht vergütet. Es geht nur um die Berechnung des Teilwert mittels der Einspeisevergütung.
    Dann habe ich mich offensichtlich mit der Frage, in welches Jahr der Entnahmewert gehört, vergaloppiert ... Die Erfassung des Eigenverbrauchs hat ja wohl gar nichts mit der Zahlung der Einspeisevergütung zu tun und gehört auf jeden Fall in 2015 - oder!?

  • Ok, dann ist alles klar:


    1. Der Eigenverbrauch muss auf jeden Fall in dem Jahr berücksichtigt werden, in dem er angefallen ist. Du ziehst ja auch den Vorteil am EV in diesem Jahr...
    2. Für die Berücksichtigung des EV bei der EÜR (Einkommensteuer) nimmt man, wie bereits von dir geschrieben, den Vergütungssatz für den eingespeisten Strom.
    Vorsorglich (nicht gefragt):
    3. Bei der Umsatzsteuer wird der Eigenverbrauch über die Rechnung EV-kWh mal unentgeltlicher Wertabgabe ermittelt. Die ueWA entspricht (etwa) dem Betrag, den man netto für die Kilowattstunde Strom bei seinem Energieversorger bezahlt. Dabei sind alle Nebenkosten (Grundgebühr, Stromsteuer....) zu berücksichtigen. Um den Betrag genau zu berechnen, darf man neben der Stromlieferung durch das EVU auch die Menge des EV berücksichtigen.


    Eine Exceltabelle, bei der man nur noch die Einzelkomponenten eintragen muss und dadaurch das richtige Ergebnis erhält, gibt es unter https://www.pv-steuer.com/pages/downloads.php.


    mfg
    Paulchen

    Excel-Tools mit VBA-Makros zu Buchführung und Steuer für PV-Anlagen:
    Einspeise-, und Direktverbrauchs-Anlagen für Windows und Mac-OS
    DV-Tools auch für MAC OS - DV-Tools für je 1 Anlage auch mit KUR
    Informationen unter https://www.pv-steuer.com

  • Bis hierhin, besonders an Paulchen, danke für die erhellenden Auskünfte. Soweit alles verstanden.


    Leider verwirre ich mich im Moment selber, je länger ich mich mit dem Ganzen befasse. Also sorry, wenn ich jetzt vielleicht zum x-ten Mal etwas frage, was schon erklärt wurde ...
    (Benutze Wiso Steuer-Sparbuch, da ich ohnehin damit arbeite.)


    Kann das so stimmen??? Ich schließe nicht aus, dass ich was falsch gebucht habe.
    Anm. Einnahmen
    Abschlag NB = Umsatzerlöse
    USt aus Abschlag NB = USt lfd. Jahr
    USt aus Eigenverbrauch = USt lfd. Jahr
    Eigenverbrauch (Ber. der ueWA = Kosten kWh Strombezug) = Entn. Waren 19%
    Sachentnahme DV = Entn. Waren o. USt



    und in der Umsatzsteuererklärung folgendes:

  • Also, so ganz kann das noch nicht stimmen, aber es ist schwierig nachzuprüfen, wenn man sich die Einzelwerte selbst herausrechnen muss.


    Ich bin bei dir auf folgende Zahlen gekommen.
    unentgeltliche Wertabgabe für Umsatzsteuer: 21,66 Ct/kWh
    Entnahmewert pro kWh für EÜR 12,34 Ct/kWh


    Bei der Umsatzsteuer stimme ich mit dir überein. Allerdings weiß ich nicht, wie du auf das Vorauszahlungssoll von 1.687,84 € kommst - aber ich kenne ja deine USt-Voranmeldungen nicht, aus der diese Zahl herrührt. Kann es sein, dass du hier die Umsatzsteuererstattung durch das FA angesetzt hast - wenn das die Summe deiner Umsatzsteuervoranmeldungen aus 2015 ist, dann ist es ok.


    Bei der EÜR hakt es:
    Bei dieser Art von "Gewinn- und Verlustrechnung" zählt die Erstattung von Vorsteuerbeträgen zu den Einnahmen. Ist das die negative Zahl von -1678,84 € bei den deinen Ausgaben?
    Erster Punkt also: bei den Einnahmen die USt-Rückzahlung erfassen, und Sie bei den Ausgaben weglassen.


    Zweiter Haken:
    Bei der vereinnahmten Umsatzsteuer komme ich mit den o.g. Zahlen auf einen USt-Betrag von 16,79 € (aus 75,36 € Zahlung des NB und 60*0,2166 = 13 € EV)


    Den Entnahmewert setze ich ebenfalls mit 7,40 € an (60 * 0,1234) - aber was hat es mit den 13,72 € auf sich :?:
    Da fällt mir nichts zu ein.


    Meine EÜR lege ich bei - aber wie gesagt - ich bin nicht sicher, ob ich alle Zahlen so angesetzt habe, wie du es getan hast.


    mfg
    Paulchen

  • Hallo Paulchen,


    Du bist einfach nur "Spitze" - dass Du Dir so eine Mühe gemacht hast ...
    Aber ich komme dem Ganzen immer näher. :wink: Paulchen sei Dank!


    ueWA und Entnahmewert habe ich auch so ausgerechnet.


    USt: Bei den 1.687,84 handelt es sich um die Summe der Umsatzsteuervoranmeldungen. Allerdings hatte ich hier vergessen, die UV IV. Quartal mit hinzuzurechnen. Ist jetzt korrigiert. Damit dürfte hier also alles richtig sein.


    ESt:

    Zitat

    Bei dieser Art von "Gewinn- und Verlustrechnung" zählt die Erstattung von Vorsteuerbeträgen zu den Einnahmen. Ist das die negative Zahl von -1678,84 € bei den deinen Ausgaben?
    Erster Punkt also: bei den Einnahmen die USt-Rückzahlung erfassen, und Sie bei den Ausgaben weglassen.


    Richtig: USt.Erst.
    Die Darstellungsweise hat mich gestern auch durcheinander gebracht. Habe in Wiso als Einnahme gebucht: 1780 H, 1200 S. Erscheint in der Auswertung als - Ausgabe. In die Formulare/Elster wird es dagegen korrekt bei Einnahmen in Z. 17 übernommen.
    Habe ich falsch gebucht oder stellt Wiso hier nur an bestimmen Stellen was falsch dar?


    Zitat

    Zweiter Haken:
    Bei der vereinnahmten Umsatzsteuer komme ich mit den o.g. Zahlen auf einen USt-Betrag von 16,79 € (aus 75,36 € Zahlung des NB und 60*0,2166 = 13 € EV)


    Hier stimmen wir ebenfalls überein, die kleine Differenz (16,98 €) entsteht durch Abrundung von 13,72 € auf 13,00 €.


    Zitat

    Den Entnahmewert setze ich ebenfalls mit 7,40 € an (60 * 0,1234) - aber was hat es mit den 13,72 € auf sich :?:
    Da fällt mir nichts zu ein.


    Hier scheint nun der eigentliche Haken zu sein:
    Bei den 13,72 € handelt es sich um die ueWA, die ich in Wiso wie folgt gebucht habe:
    8910 H 13,72 €
    1776 H 2,61 €
    1880 S 16,33 €
    Wenn demnach in die EÜR nur die 7,40 € gehören, wie kann ich das bei den Buchungen in Wiso ändern?


    Bin froh, dass ich insgesamt soweit richtig lag, Lern-Erfolg meinerseits ist demnach vorhanden ... :)

  • Keine Ahnung wie Du das ändern kannst.
    Stell Dich mal auf "gar nicht" ein. So harmlos PV scheint (und ist).... das auseinanderfallen von umsatzsteuerlicher Bemessungsgrundlage und ertragsteuerlicher Betriebseinnahme ist ein Sonderfall, der eher exotisch ist.


    Lass mich überdeutliche Worte wählen:
    Die Gewinnermittlung nach § 4 III EStG wurde geschaffen, um Unternehmen die keiner handelsrechtlichen Pflicht zur Führung von Büchern und Erstellung von Jahresabschlüssen nicht genau dieses steuerlich aufzuerlegen. Darin besteht der Vorteil der 4-III-Rechnung, keine Bücher zu führen.
    Wenn jetzt jemand anfängt zu buchen der es gar nicht muss........ dann frag ich mich allen Ernstes, ob da jemand evtl. mit den Händen gearbeitet hat, noch bevor der Kopf mal überlegt hat, was eigentlich zu tun ist.


    Scheib die paar Zahlen auf ein Blatt Papier. Wenn Du highly sophisticated bist, nimm Excel und nen Drucker.
    Übertrag den Wert stumpf in die Anlage G (das geht garantiert auch bei Wiso). Und falls nicht... papp ein Post-It auf die GuE.. "schöner Gruss.. ich war zu doof die Anlage G auszufüllen; bitte von Amts wegen erledigen. Bussi".


    Und wenn Du unbedingt die harte technische Lösung willst:
    Buch den ertragsteuerlichen Entnahmewert auf ein Konto "nicht steuerbar";
    Beschrift es um in "Wert von Sachentnahmen"
    Und buche die Umsatzsteuer ebenfalls manuell.


    Wenn Du nun als gedankliches Bindeglied zwischen EÜR und UST eine Anlage dazu packst, und dort erklärst, warum die Steuer nicht 19% des Umsatzes ist bzw. dass der ertragsteuerliche Wert der Sachentnahme eben nicht der umsatzsteuerlichen Bemessungsgrundlage entspricht..... und dann noch dazu die umsatzsteuerliche Bemessungsgrundlage herleitest und in die Steuerschuld überführst..... wird niemand mehr Fragen haben.


    Geht ohne Korsett einer Software alles einfacher (es sei denn, die Softare ist millimetergenau auf die Bedürfnisse von PV zugeschnitten)

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung