Welcher Preisverfall ist realistisch bei Speichern bis 2020?

  • Man liest hier ja sehr oft, dass sich Speicher derzeit (leider) noch nicht rechnen. Gleichzeitig ist man bei Speichern derzeit wahrscheinlich technologisch ungefähr dort, wo man bei der PV im Jahr 2006 so war. Ansonsten fragt ja praktisch jeder nach Speichern, und ich finde den Gedanken, mir so ein Ding ins Haus zu setzen, sehr attraktiv.


    Wenn wir uns mal den typischen Häuslebauer zwischen 5-10 kWp anschauen, dann kommt man bei den Stromgestehungskosten für PV ohne Speicher aktuell auf wohl um die 8-12Cent.


    Man verzeihe mir diese laienhafte Rechnung, aber ich gehe mal davon aus, dass, wenn wir einfach mal annehmen, dass die Strompreise die nächsten 30 Jahre bei 25 Cent bleiben (warum sollten sie auch weiter steigen?), ein Speicher also maximal Kosten von 8-10 Cent pro gespeicherter kWh verursachen darf.


    Heißt doch sinngemäß, die Preise müssen auf 1/3 der aktuellen Preise runter, oder? Ist das realistisch? Und wenn ja, wann wird das so weit sein?

  • Zitat von Kaefermicha

    Ansonsten fragt ja praktisch jeder nach Speichern, und ich finde den Gedanken, mir so ein Ding ins Haus zu setzen, sehr attraktiv.


    was soll daran attraktiv sein, wenn man einen Speicher weder wirklich benötigt und er sich finanziell auch nicht rechnet?
    außerdem rechne einfach mal mit 30% Energieverlust durch den Speicher.
    warum möchtest du unbedingt einen Speicher?

    Alle sagten das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht, und hats einfach gemacht.

  • Salopp formuliert: Ich möchte einfach die Tagesschau mit PV Strom und nicht mit Atomstrom schauen.


    Ernsthaftere Antwort: Ich finde Speicher vom Grundsatz her schon einen ziemlich guten Ansatz, PV als alltagstaugliche und witterungsunabhängigere Variante der Energieerzeugung zu etablieren. Und tagsüber sitze ich nun mal im Büro.


    Alltagstauglich und ernsthaft akzeptabel finde ich die Kombination PV und Speicher aber erst dann, wenn die Gesamtkosten (PV plus Speicher plus Versicherung plus Rückstellungen für Reparaturen plus Steuer plus Verluste) bei realistischer Rechnung unter den Kosten des Stroms aus dem Netz liegen, und zwar heutigen Bezugspreisen für die kWh. Da müssen wir hin.


    Allerdings - einmal angenommen Speicher plus PV kostet alle Häuslebauer wirklich nur noch 20 Cent für gespeicherten Strom einschließlich aller Verluste, und irgendwann sind 30 Prozent aller EFH mit PV und Speicher ausgerüstet - dann werden signifikant weniger kWh verkauft. Die im kWh Preis enthaltenen Kosten für das Stromnetz müssten also auf die verbliebenen Nutzer umgelegt werden. Das ist nicht unbedingt sozial, aber ein anderes Thema.

  • Elektron ich danke Dir für die Zahlen.


    Die reinen Zellen sind also nicht das Problem. Dagegen scheint mir bei den weiteren Kosten für Elektronik, Montage etc. noch erhebliches Einsparpotential zu bestehen, sobald sich die Entwicklungskosten amortisiert haben.

  • Zitat von Kaefermicha

    und irgendwann sind 30 Prozent aller EFH mit PV und Speicher ausgerüstet - dann werden signifikant weniger kWh verkauft. Die im kWh Preis enthaltenen Kosten für das Stromnetz müssten also auf die verbliebenen Nutzer umgelegt werden.


    der Stromverbrauch der Haushalte am Gesamtstromverbrauch beträgt ca 25%. Wenn 30% aller Haushalte einen Speicher hätte, und damit 100% autark wären würden 8% weniger Kwh verkauft werden.
    Damit ist die Auswirkung privater Speicher auf den Gesamtstromverbrauch nicht wirklich von Bedeutung.

    Alle sagten das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht, und hats einfach gemacht.

  • Hallo,


    die Betrachtung möchte auf der kWh Ebene richtig sein, auf der €-Ebene aber ein ganz anderes Ausmaß.
    Die privaten Haushalte bezahlen halt am meisten für die kWh inkl. aller Gebühren (Netz, Umlage, etc...)


    Gruß Elektron

  • Zitat von Kaefermicha


    Man verzeihe mir diese laienhafte Rechnung, aber ich gehe mal davon aus, dass, wenn wir einfach mal annehmen, dass die Strompreise die nächsten 30 Jahre bei 25 Cent bleiben (warum sollten sie auch weiter steigen?), ein Speicher also maximal Kosten von 8-10 Cent pro gespeicherter kWh verursachen darf.


    Heißt doch sinngemäß, die Preise müssen auf 1/3 der aktuellen Preise runter, oder? Ist das realistisch? Und wenn ja, wann wird das so weit sein?


    Äpfel und Birnen: Die Stromgestehungskosten sind ohne Steuern und Abgaben den Strompreis von 25ct lesen sich eher als Endverbrauchspreise incl. Steuern und Abgaben. Abgaben sind ja ca 8ct/kWh und die MWSt. nochmal 5ct/kWh


    Bei deiner Rechnung ist dann aus 8ct/kWh Gestehungskosten 23ct/kWh nach Steuern und abgaben und damit darf die Speicherung halt so um 2ct/kWh kosten.
    .... mal sehen was die Preisentwicklung macht.


    Früher oder später wird der Verbrauherpreis nach Tageszeit schwanken und dann ist ein Speicher eher wirtschaftlich.
    Warum dann aber ein chemischer Speicher in kleinstformat wirtschaftlicher betrieben werden kann als ein Großspeicher wird die Frage werden.


    Mich wundert eh das hier die Frage mehr kWP oder Speicher verschwunden sind. Ich produziere mit meiner Anlage das 5 fache meines Jahresverbrauchs und erreiche eine Autarkie von über 50% der Rest geht ins Netz zur Verwertung und duch EEG trägt es noch zur Deckung der Fixkosten bei.


    Für ca. 150€ bekomme ich dann noch einen 9kWh Speicher in meinen Keller, der Speichert halt keinen Strom sondern Wärme.
    Auf der einen Seite sprechen Alle von der großen Energiewende und der Wärmemarkt wird ausgeklammert. 40% EE, das ich nicht lache Strom ist ein winziger Teil des Energieverbrauchs. Kühlung Wärme, WW, Druckluft, alles Speicher die sich ohne Probleme und billig in großer Menge installieren lassen.
    Das wird aber erst passieren wenn es dafür Anreize gibt, Anreiz wäre der Preis des Stroms. Würde der Strompreis schwanken würde sich eine preissensitive Nutzung rechnen.


    Bis das nicht passiert is kien Druck auf dem Kessel und es werden nur die Verbraucher gemolken, klar würde ich auch machen wenn mir 10% Gewinn garantiert werden. Da Sage ich :danke: und bin weg.

    5,5kWp Az-105° Ost & 7,5kWp Az75° West DN40° an 12.0 TL3 Kaco online seit Sep2013

  • Wie kommst du auf die 23 cent? Als Privatperson zahle ich ja an meinen Stromambieter 25ct brutto. Natürlich ist da noch Netzkosten EEG Abgabe etc drin?


    Was kommt denn auf die 12ct die ich aus meiner eigenen Anlage selbst verbrauche noch drauf? Ust, aber sonst? Ich rede ja von einer Anlage mit 5kWp.