Was passiert eigentlich nach 20 Jahren?

  • Ich wusste nicht genau, in welches Forum es passt, daher stelle ich die Frage mal hier - was ist, wenn die PV Anlage 20 wird?


    Natürlich ist es noch etwas hin, bis die ersten EEG Anlagen aus der Förderung fallen, daher stellt sich die Frage noch nicht so akut, dennoch würde mich das interessieren, und zwar in 2 Szenarien:


    1. Szenario: "alte" EEG Anlage die Einspeiseoptimiert ist
    2. Szenario: "neue EEG Anlage die schon auf Eigenverbrauch setzt". (also praktisch aktuelles EEG).


    Mit 20 Jahren entfällt ja die Einspeisevergütung. Ich vermute man wird seinen Sonnenstrom danach also zum "Marktpreis" von ein paar Cent verkaufen müssen. An wen verkauft man? Wie geht das? Und wie hoch sind eigentlich die Stromgestehungskosten einer "abgeschriebenen" Anlage mit alten Modulen? Vermutlich null plus Wartung plus Rückstellung für Wechselrichterersatz? (Irgendwann kann nach 30plus Jahren natürlich auch Arbeit am Dach drohen.


    Jedenfalls wird man wahrscheinlich sowohl in den Szenarien 1 als auch 2 nicht umhin kommen, möglichst viel Eigenverbrauch zu erzielen, denn dann lohnt sich die Anlage besonders stark. Soweit richtig?

  • Dazu gibt es glaube schon Threads.
    Die ersten Dachanlagen werden sich wohl nochmal 20 Jahre EEG mit einer neuen Anlage sichern können und viele werden das wohl auch machen und die alten Module auf schlechte bis sehr schlechte Standorte umziehen. Je nachdem wie sich die Speicher entwickeln vielleicht noch einer dazu.
    Es gilt (Stand jetzt) natürlich weiter das EEG, man darf also weiterbetreiben und der VNB muß vorrangig abnehmen. Ich interpretiere die Rechtsprechung derzeit so, daß er dafür nichts (also noch nciht mal Marktwert) zahlen muß, freiwillig wird er nichts zahlen :( Bleibt Direktvermarktung, ob die Umrüstung lohnt, bezweifle ich bei den meisten Anlagen.
    Es werden also massenhaft Gebrauchtmodule auf den Markt kommen, ich befürchte die lassen sich noch nicht mal in Entwicklungsländern verkaufen, weil der Transport (und womöglich Zölle) zu teuer ist für das, was sie noch bringen.

  • Wurde in der Vergangenheit schon öfters diskutiert, z.B. http://www.photovoltaikforum.c…g-verguetung-t103377.html
    Ich habe folgendes vor:
    - Meine Hausanlage aus 2014 werde ich vermutlich einfach weiterlaufen lassen, evtl mit Speicher nachrüsten und soviel wie möglich selbst verbrauchen. Bisher kann ich noch keine systematischen Leistungsverluste feststellen, die WR brummen wie am 1.Tag :)
    - Für meine Pachtdächer werde ich rechtzeitig (also etwa ab 2026) Verhandlungen mit den Verpächtern führen. Ich hoffe, dass ich keine Rückbauten vornehmen muss, evtl verschenke ich die Anlagen an die Dachbesitzer, vielleicht erhalte ich sogar noch etwas dafür.
    - Bei einigen Pachtverträgen habe ich Verlängerungsoptionen, wie das mit der Vermarktung des Stromes aussieht kann ich noch nicht sagen.


    Grundsätzlich denke ich, dass enstprechende Vermarkter am Markt auftauchen werden. Für einen Rückbau oder Verschrottung der Anlagen sehe ich (Ausnahmen bestätigen die Regel) keine Notwendigkeiten.

    Servus
    Toni


    Luschenjagd aufgegeben.
    Elektrisch unterwegs mit Leaf II

  • Zitat von Eisbaer


    Grundsätzlich denke ich, dass enstprechende Vermarkter am Markt auftauchen werden. Für einen Rückbau oder Verschrottung der Anlagen sehe ich (Ausnahmen bestätigen die Regel) keine Notwendigkeiten.


    Sobald du oder jemand anderes die Arbeit nicht mehr kostenlos selbst macht, wird es mit der Wirtschaftlichkeit schnell eng, wenn es nur noch 1 oder 2 ct/kWh gibt. Wie Freiflächenanlagen aussehen können, wenn man länger gar nichts macht, da gibt es ja (un)schöne Bilder.

  • Große Erwartungen (außer beim eigenen Dach) habe ich für die "Nach-EEG-Zeit" nicht, meine Kalkulationen beruhen alle auf einen Restwert von 0.-€ nach EEG-Zeit.
    Aber die Anlagen können (technisch) weiterlaufen und nach der Abschreibung sehr billig Strom erzeugen!

    Servus
    Toni


    Luschenjagd aufgegeben.
    Elektrisch unterwegs mit Leaf II

  • Einspeisung nach EWG zum Börsenpreis .. Bei 2-3 ct und 60% *Überschuss* für Hausdächer sind das etwa 15 Euro pro KWp.
    40% EV entsprechen 108 Euro. Es wird darauf ankommen welche zusätzlichen Bedingungen/Belastungen auftreten.

  • Wann ging das los ? Etwa um das Jahr 2000 herum mit dem EEG ? Sind noch 4 Jahre. :shock:
    Das Thema wird schon allmählich immer wichtiger.
    Eigenverbrauch, vielleicht auch noch notfalls etwas für irgendwelchen Heizbedarf verwenden, den Rest ins Netz einspeisen für lau.
    Eventuell noch einen Speicher anschaffen ? Eigentlich müsste auch zum Einspeisestrom aus alten Anlagen noch ein paar Regelungen ins EEG, wird langsam Zeit. Auch weiterhin kann der Strom gut und umweltfreundlich im Netz verwertet werden.Er kann und sollte sogar zur Kostensenkung für die Verbraucher beitragen. Es liegt eigentlich weiterhin im Interesse der Allgemeinheit dass das auch geschieht und der Betreiber wenigstens seine Wartungskosten noch durch die Einspeisung heraus bekommt. Die Module sollten eigentlich auf einem Dach niemanden stören, auch wenn die Anlage später einmal defekt ist. Irgendwann wird man allerdings abbauen müssen und auch verschrotten / verwerten müssen. Man sollte anstreben dass dieser Punkt so spät wie möglich eintritt. Hier denke ich an insgesamt 40-50 mögliche Jahre oder noch mehr. Vernünftig gebaute Dächer darunter werden das auch mit ihrer Dacheindeckung aushalten. Wenn das Dach erneuert werden muss ist es wahrscheinlich dann auch um die meisten Altanlagen geschehen.

    "Ich hatte nie zuvor ein Produkt um das ich so betteln musste um es zu bekommen um später so kämpfen zu müssen und alles zu versuchen um es nur behalten zu dürfen"
    Peter Horton 2003 über sein GM EV1 in"Who killed the electric car"

    2 Mal editiert, zuletzt von Boelckmoeller3 ()

  • Eine sinnvolle Verwendung bietet doch auch die E-Mobilität, 15 bis 20 kw pro 100 km, bis 2020 wird es ja hoffentlich auch die passenden Autos geben.

  • Zitat von Boelckmoeller3

    Wann ging das los ? Etwa um das Jahr 2000 herum mit dem EEG ? Sind noch 4 Jahre. :shock:


    Hmmm..., ich weiß nicht ob ich das noch richtig im Kopf habe...
    wurde der Vergütungszeitraum nicht für alle Anlagen, die früher errichtet wurden, 2004 neu gestartet?
    Dann hätten wir 2024 die ersten Anlagen, die aus der Vergütung fallen.
    In den ersten (Folge-)Jahren fast ausschließlich Volleinspeiseanlagen, sofern sie nicht umgerüstet werden.
    Muss man sich halt überlegen, ob man dann nochmal investiert (Repowering oder Umrüstung) oder einfach den Strom einem Vermarkter zur Verfügung stellt.

    Renault Kangoo ZE 5-Sitzer
    Hyundai IONIQ electric

  • nach 20 Jahren sollte man die Anlage abmelden, da sonst EEG Umlage auf den Eigenverbrauch fällig wird.

    Alle sagten das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht, und hats einfach gemacht.