Wechselrichter Empfehlungen 3KW Insel

  • Hallo und liebe Grüße an alle!


    Welchen (Marken, Modelle) Sinus Wechselrichter um 3KW herum könnt ihr mir für einen Inselanlage Empfehlen (also keine Einspeisung ins öffentliche Netz)


    Der Gleichstromeingang sollte bezüglich Volt möglichst breit sein um spätere Änderungen bei der Batterie offen zu halten.


    Worauf ist besonders zu achten?

  • Hallo,


    soweit mir bekannt gibt es die Wechselrichter immer nur den Ausführungen für 12, 24, 48 V usw. aber keine, die mehrere Spannungslagen gleichzeitig bzw. wahlweise können. Der Eingangsspannungsbereich hängt von Deiner Batterie ab und insbesondere von den Einstellungen des Ladereglers. Bei Blei normalerweise kein Problem, es sei denn Du stellst bei Blei-Säure die Absorb- oder Equalizespannung zu hoch ein. Mein 24V System habe ich heute z. B. bei 31 V "geequalized" was für einen WR der nur 30,5 V abkann schlecht gewesen wäre. Mit Lithium kenne ich mich nicht aus, aber bei NiCd ist die Absorb/Equalizespannung höher als bei Blei, ich gehe aber mal davon aus, dass Du kein NiCd hast.


    Du musst Dich also grundsätzlich für eine Systemspannung entscheiden, bei 3 kW mindestens 24V, besser aber 48V (wenn Deine Modulseite eine entsprechend hohe MPPT-Spannung liefern kann, d. h. um die 60 V für Ausgleichsladungen). 12V würde ich nicht empfehlen, da höhere Verluste, mehr Kosten wegen dickeren benötigten Leitungen und je nach Batteriegröße schlecht für die Batterie (hohe Ströme bei zu kleiner Batterie).


    Als nächstes würde ich mir Deinen Strombedarf, den Eigenverbrauch/Wirkungsgrad und die Spitzenlastfähigkeit der Geräte anschauen. Wenn Du (netzfern, echt "offgrid") auf 24/7 Verfügbarkeit angewiesen bist, wäre neben Garantie und Preis auch noch das n-1 Kriterium wichtig. Überlege auch, ob Du die Anlage später erweitern willst, dies passiert ja bei den meisten Insulanern. Dann ist auch noch die Frage, welche Schnittstellen zur Datenkommunikation, Gerätekopplung, Fernauslesung etc. für Dich relevant sind bzw. werden können.


    Ich kann Dir ja mal mein System erklären:
    Ich muss zwischen 50 und 250 W Grundlast abdecken, Spitzen im Sekundenbereich gehen bis 4,5 kW (habe nur eine Phase belegt, daher nicht mehr). 3 kW Wechselricher, die die Spitze schaffen, z.B. Grundlast + 2 kW Spülmaschine + 1 kW Mikrowelle+ 1 kW Anlaufstrom Kühlschrank wenn der währenddessen anspringt, sind nicht das Problem.
    Dumm ist, dass viele große WR auch einen hohen Eigenverbrauch haben, z. B. 30 W bei 3 kW. Ist dann 1 % der Nennleistung aber in meinem Falle > 10 % der Grundlast und läppert sich ganz schön zusammen. Bei 30 W fast 3/4 kWh, die auch erstmal vom Dach kommen müssen, gerade im Winter. Wie wichtig das ist, hängt natürlich auch von Deiner Batteriegröße und der PV-Größe/Standort/Tageserträgen ab.


    Ich habe mich für eine teure (ca. 2.000 €) aber gute Studer/Steca-Lösung entschieden:
    3 x 1 kW Wechselrichter Solarix PI, davon deckt einer die Grundlast mit 10 W Eigenverbrauch, der Rest ist im Standby und wird über die Studer-Parallelschaltbox (PAx4) nur bei Bedarf aktiviert. Ich habe 5 Jahre Garantie. Und sollte der "Master"Wechselrichter ausfallen, kann ich einfach umklemmen auf einen anderen und zumindest meine wichtigsten Verbraucher weiter betreiben.


    Habe mal ein Foto angehängt, und bevor ihr meckert: Ja es kommt noch ein richtiger NH-Trenner Gehäuse zu den Sicherungen :-)


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    Bilder

    Meine Dachterrassen-Guerilla-Halbinsel: 2,15 kWp (13 x Dunalsolar DS-50W + 2 x Solon 145W+ 6 x Conergy 200W) + Outback FM80 + 24V 900 Ah Trojan PzS + 3 × Steca Solarix PI 1100 + Parallelschaltbox + Netzumschalter

    Einmal editiert, zuletzt von An_dre_as ()

  • Nach einigen Stunden Internetsuche scheint es so dass man den DC Eingang Fix planen muss z.B. 24V??? Das würde heißen bei Akku Umstellung ein neuer Wechselrichter?


    Der Fach Name dafür ist „off Grid Wechselrichter“?


    Wie sieht es über 48V aus zu bezahlbaren Preisen? Gibt es so etwas überhaupt bei Insel Wechselrichter im Privaten Bereich (bezahlbar).



    Bin ich hier im richtigen Unterforum? Oder gehört das eher zu den Inselanlagen?


  • Ja, Bezeichnung "off Grid" ist richtig. Vielleicht könnte ein Mod den thread ja verschieben...?
    Und das mit der Festlegung auf die Eingangsspannung hast Du ja schon selber herausgefunden :)

    Meine Dachterrassen-Guerilla-Halbinsel: 2,15 kWp (13 x Dunalsolar DS-50W + 2 x Solon 145W+ 6 x Conergy 200W) + Outback FM80 + 24V 900 Ah Trojan PzS + 3 × Steca Solarix PI 1100 + Parallelschaltbox + Netzumschalter

  • Vielen Dank An_dre_as für deine ausführliche Antwort und dein tolles Foto. :danke:
    Meine Antwort hat sich mit deiner überschnitten (als ich geantwortet habe war dein Beitrag noch nicht sichtbar).


    Die Anlage soll später erweitert werden.
    Anfangen würde ich gerne mit 8 Stück 3,2 V LiFePO4 xxxAh in Serienschaltung ohne Parallelschaltung natürlich mit Balancer /Batterie Management System


    24V deswegen das ich später auf 48 erweitern kann besser wäre wohl über 100V aber dafür gibt es anscheinend keine Wechselrichter

  • Hier im Forum wird viel über den PIP (als Forumsuchbegriff eingeben) geschrieben. Ist ein Kombi aus Laderegler und Sinus-WR. Der kann wohl viel, ist "preiswert" und soll gar nicht so schlecht sein, wie man auf den ersten Blick bei China-Ware denken mag...

    Meine Dachterrassen-Guerilla-Halbinsel: 2,15 kWp (13 x Dunalsolar DS-50W + 2 x Solon 145W+ 6 x Conergy 200W) + Outback FM80 + 24V 900 Ah Trojan PzS + 3 × Steca Solarix PI 1100 + Parallelschaltbox + Netzumschalter

  • Ob nun 24V oder 48V müßtest du schon jetzt entscheiden.
    Wenn mal ein ganzes Haus dran soll dann eher 5kVA 48V (PIP ca. 1000€) , für "Kleinzeug" (Licht, Steckdosen etc.) reicht auch 24V 3kVA (PIP ca. 500€ ... ohne Garantie :roll: ).


    IMHO ist auch bei Li nicht gut wenn man die alte Bank später erweitert auf höhere Spannung