Kraft / Wärmekopplung 2.0

  • imho perfekte Ergänzung zu WKA und PV und auch wirtschaftlich und technisch interessant:
    In Lausward wurde das neue Gas Und Dampf + Fernwärmekraftwerk eröffnet.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Kraftwerk_Lausward#Technik
    elektrischer Wirkungsgrad 61% + Fernwärmeauskopplung kommt zusammen auf 85% Ausnutzunggrad.


    Der Clou und warum das ganz anders und VIEL besser und wirtschaftlicher ist als bisherige GuD oder KWK:
    Es gibt einen sehr großen Wärmespeicher sodaß man die elektrische und die Wärmeerzeugung gut entkoppeln. Man könnte auch problemlos negative Regelenergie zur Verfügung zu stellen (also Strom verheizen statt wie bisher bei Stromüberangebot sinnlos die KWK stur durchlaufen zu lassen weil man ja irgendwie die Wärme bereitstellen muß).
    Die elektrische Anlage kann problemlos auf z.B. 30% Auslastung laufen und mit 55MW / Minute hoch und runterrampen -> perfekte Ergänzung zur volatilen EE. Bisherige Gasturbinen hatten bei solchen Ramps und Teillasten dann eher ein Emissions und oder Wirkungsgradproblem was nun nicht mehr der Fall ist.
    Vollkommen andere Liga als z.B. Irsching.

  • Der 'Clou' ist leider, dass diese Konzepte für eine VLh Zahl konzipiert sind, welche sich am Ende als pure Verschwendung von Gas darstellt. Wollen wir wetten, dass sie deutlich über 3.000 VLh gehen wollen? Das bedeutet, dass sie an die 5.000 Bh p.A. machen werden.


    Es braucht maximal 1.000 VLh p.A. bzw. ca. 2.000 Bh p.A. , um zukünftig mit den EE zu korrelieren. Da man ja nur maximal 45% der läppischen Stromerzeugung auf EE in D. bis zum Jahr 2025 als Zielvorgabe ausgeben hat, wird man wohl die tausenden TWh Wärmeverbrauch ausblenden und braucht o.g. Unfug.

  • Besser für den gleichen Euro PV und Wind stärker ausbauen und den Warmwasser- und Raumwärmebereich mit Wärmepumpen, Widerstandsheizungen und Wärmespeicher ergänzen.
    Seltene Spitzen können immer noch mit Wasserkraft aus den Alpenländern und Skandinavien abgedeckt werden.

  • Genau, die großen Wärmespeicher wachsen in den Fernwärmenetzen doch wie Pilze aus dem Boden.
    Kiel und Nürnberg waren in D imo die ersten und einige sind in Bau. Der Elektrodenkessel daneben, mit dem man aus negativen Strompreisen oder Regelleistung einen Zusatzgewinn einfährt, kostet da in der Tat nur Peanuts und ergänzt das Konzept quasi perfekt.


    Irsching ist (zum Glück) nicht auf Fernwärmeauskopplung ausgelegt, sonst müßten die armen Fernwärmekunden die Miesen aus dem Stromgeschäft mittragen, wie das vielerorts leider üblich ist.

  • Zitat von irgendwer

    Besser für den gleichen Euro PV und Wind stärker ausbauen und den Warmwasser- und Raumwärmebereich mit Wärmepumpen, Widerstandsheizungen und Wärmespeicher ergänzen.
    Seltene Spitzen können immer noch mit Wasserkraft aus den Alpenländern und Skandinavien abgedeckt werden.


    Schau mal rein: https://www.agora-energiewende…kt/produkt/76/Agorameter/


    Du kannst beliebige Mengen PV und Wind in Deutschland zubauen. Gerne nochmal jeweils 200 GW. Dennoch braucht man bei Flaute abseits des PV-Peaks noch Erzeugungskapazität in Größenordnung 50 GW. Wasser und Biomasse in Deutschland sind einigermaßen ausgelutscht und schaffen es, würde man nochmal kräftig investieren, zusammen vielleicht auf 10 GW dauerhaft zur Verfügung stehende Leistung.
    Die verbleibenden 40 GW kriegst du nie und nimmer aus den "Alpenländern und Skandinavien" zusammengekratzt. Und "selten" sind solche Flauten auch nicht. Gibt's regelmäßig alle paar Wochen.


    Etwas entschärfen könnte man die Situation mit dem brutalstmöglichen Ausbau von Pumpspeicherwerken, um den PV-Peak wegzupuffern und dann Nachts daraus wieder Strom zu erzeugen. Aber dafür gibt es null politischen Support, ganz im Gegenteil. Neubauten, selbst wenn sie rentable wären, werden auf regionaler Ebene erbittert bekämpft.

  • wer sich die Strommengen anschaut, die da in Summe zur Verfügung gestellt werden müssen und die Leistung (eher 100 GW) , der wird unschwer feststellen können, das neue GuD u.ä. gar niemals in Frage kommen können, denn all diese 'Ultra' "effizienten" Technologien 'bestechen durch ihre fabelhaft hohen Investitionskosten je MW.


    Bei 10 mal bis meinetwegen 20 mal p.A. Flaute und Dunkelheit zwischen je 5 und 15 h braucht man was?


    RICHTIG!


    Extrem günstige Kapazitäten, deren Effizient (WG) gar keine große Rolle spielt, solange sie nur dann eingesetzt werden, wenn die EE nicht können.


    200 Bh mit 20% WG sind weit weniger CO2 Ausstoß und Gasimporte, als 'Super' GuD und Super KWK zu errichten, die dann mit 80% WG (niemals nicht, aber egal) 4.500 bis über 5.000 VLh fahren.


    Langsam meine ich, dass die regelmäßige Wiederholung der dumm & dreisten Verarsche (GuD & KWK) Programm ist, oder auf mangelnde kognitive Fähigkeiten beruht.


    *Das bedeutet ja nicht, Heute und jetzt KWK und GuD abzuschalten oder zu verdammen, aber Neubauten zu befördern und zu fördern, ist absurd.

  • Zitat von GJWeber

    Die verbleibenden 40 GW kriegst du nie und nimmer aus den "Alpenländern und Skandinavien" zusammengekratzt. Und "selten" sind solche Flauten auch nicht. Gibt's regelmäßig alle paar Wochen.


    1. Ist Deutschland noch mindestens 100 Jahre von 100% Wind und PV entfernt.


    2. Macht 100% EE erst Sinn, wenn der Wärmebereich elektrifiziert worden ist, was nicht nur die installierte EE-Leistung erhöht sondern auch die flexible Leistungsaufnahme massiv erhöht (Wärmespeicher sind billig).


    3. Braucht es somit erst in über 100 Jahren 40 GW Wasserkraft und bei 80% EE reichen die flexiblen fossilen Reserven in D problemlos.


    4. Hat Skandinavien und die Alpenländer bereits über 50 GW Wasserkraft installiert.


    5. Lässt sich die Wasserkraftwerkleistung bei bestehenden Stauseen problemlos verdoppeln.
    Hier ist eine Beispiel wo die Wasserkraftleistung an einem bestehenden Stausee in der Schweiz von 4.4 MW auf 1000 MW erhöht worden ist (keine Verdopplung sondern Ver200fachung!) :
    http://www.photovoltaikforum.c…ormarsch-t102437-s30.html



    Apropos, flexible Wasserkraftleistung 100 Jahre im voraus installieren: Hast Du mit 18 eine 6 Zimmer Wohnung gemietet und einen Bus gekauft in der Erwartung Du würdest vielleicht bald einmal eine Frau finden mit ihr ein Kind zeugen und dieses Kind würde dann irgendwann auch eine Familie gründen und deren Kind würde dann ebenfalls eine Familie gründen und dann endlich von dieser grossen Wohnung und Bus profitieren können.
    Wäre doch ziemlich hirnverbrannt nicht? Warum gehst Du davon aus, dass man im Stromsektor ebenso hirnverbrannt handeln sollte?

  • Zitat von GJWeber

    Etwas entschärfen könnte man die Situation mit dem brutalstmöglichen Ausbau von Pumpspeicherwerken, um den PV-Peak wegzupuffern und dann Nachts daraus wieder Strom zu erzeugen.


    Falsch, effizienter ist es denn Niedertarif in den Mittag verschieben und den Warmwasserbedarf von 130 TWh zu elektrifizieren.
    Angenommen Du nimmst während 150 Tagen pro Jahr im Schnitt 20 GW während jeweils 4 Stunden in den Warmwasserspeichern auf, dann bist Du übrigens erst bei 12 TWh.


    Zitat

    Aber dafür gibt es null politischen Support, ganz im Gegenteil.


    Beim jetzigen mickrigen 1 GW PV Zubau pro Jahr muss man sich eigentlich nicht einmal über die Verschiebung des Niedertarifs von der Nacht in den Tag Gedanken machen.

  • Zitat von PV-Berlin

    Langsam meine ich, dass die regelmäßige Wiederholung der dumm & dreisten Verarsche (GuD & KWK) Programm ist, oder auf mangelnde kognitive Fähigkeiten beruht.


    Ich glaube eher, dass das eine Art Gebot aus einer nicht-existenten Bibel ist.
    Es gibt ja noch andere solche Gebote - wie z.B. das angeblich frevelhafte Abregeln vs. jede Wattsekunde koste es was es wolle Speichern zu müssen.

    Benzinenergie an den Rädern ist teurer als PV-Energie. Trotzdem wird teure Benzinenergie im Sekundentakt verbremst.
    Aber Speichern von Bremsenergie interessiert kaum jemanden. Dafür muss jedes Quentchen PV-Energie unbedingt gespeichert werden - selbst wenn diese Speicherung anstatt alle paar Sekunden nur selten alle paar Wochen anfällt und PV-Energie-Abregeln gar keine Bremsbeläge verbraucht.