Verhalten von parallelgeschalteten Akkus

  • Hallo zusammen
    Da dies nicht direkt mit meinem BMS Thema zu tun hat mach ich mal einen neun Thread.
    Für neu hinzugekommene folgende Ausgangssituation:
    Es gibt zwei Akku, einen etwas älteren 250AH (Akku1) und einen recht neuen 360AH (Akku2)


    Beide sind parallelgeschaltet. Es leigen also identische Spannungen an. Von beiden wird der Akkustrom gemessen und bilanziert.
    d.h. um 6:00 wird auf "0" gestellt und dann in regelmäßigen Zeitintervallen der Akkustrom gemessen und mathematisch addiert.
    Multipliziert mit der Zeitspanne ergibt dies dann AH. Steigt die Kurve, so wurde geladen (AH gingen in den Akku rein) fällt die Kurve so wurde entladen (AH gingen aus dem Akku raus).
    Ziele ist es die Tagesbilanz zu sehen. Das aber mal nur zur Erleuterung der Grafik.


    Was IMHO interessannt ist, das sich die Akku deutlich unterschiedlich verhalten. Akku1 hat offensichtlich einen höheren Innenwiderstand und bekommt dadurch deutlich weniger Ladung ab als Akku2. (Sieht man schön am gestrigen Tag. Akku2 war fast 4 Stunden in Absorb, Akku1 schaffte es fast gar nicht bis dorthin.
    Beim Entladen hingegen lief es entsprechend umgekehrt. Man beachte auch die deutlich unterschiedlichen Steigungen der Kurven.
    Das die Kombination so wie sie sich an den Plots darstellt für keinen der beiden Akku gut ist ist mir klar.
    Alles in allem finde ich das aber sehr interessant, denn parallelschalten wird hier doch eher als unproblematisch angesehen.



    Bin mir noch nicht sicher was sich nun daraus lerne.


    gute Nacht
    bb

    Bilder

    Wechselrichter: PIP5048MK
    PV: 3.0kWp
    Akku: 4*Pylontech US2000P
    Auslastungsoptimierung und wetterabhängiges Akkumanagement
    Logging und Steuerung über IPSymcon

    16m2 therm. Solar für Brauchwasser und Heizungsunterstützung

  • Als nächstes mal den Innenwiderstand beider Akkus bestimmen und Ersatzschaltbild zeichnen.

    WSW Dach 70°: Gauben 20x HIT-N240SE10 DN 25°, String auf A1+A2 STP8000TL-10; First 10x HIT-N240SE10 DN 45° auf SB3000TL-21
    ONO Dach -110°: First 10 x HIT-N240SE10 DN 45° teilverschattete Strings auf B STP8000TL-10
    Solar-Log 300, 70% Begrenzung fest

  • Zitat von bbernhard


    Das die Kombination so wie sie sich an den Plots darstellt für keinen der beiden Akku gut ist ist mir klar.
    Alles in allem finde ich das aber sehr interessant, denn parallelschalten wird hier doch eher als unproblematisch angesehen.


    Was soll daran schlecht sein?
    Das ist unproblematisch.
    Der eine Akku ist groß und neu, der andere alt und klein. Wie sollen die Kurven den sonst aussehen?


    MfG Georg

  • Zitat von iron-age


    Was soll daran schlecht sein?
    MfG Georg


    Nunja, der erste Tag stellt in etwa mein Zielprozedere dar.
    Akku 2 war für einige Stunden in Absorb, und wurde danach auf etwa 60%SOC entladen.
    Akku 1 hat es aber (wegen erhöhtem Innenwiderstand ?? ) gar nicht richtig bis Absorb geschafft.


    Zumindest ist dass mal meine Interpretation. ggfs. ist die auch falsch ...


    Naja zumindest sieht es mal so aus als ob dadurch Akku1 permanent also auch an guten Tagen immer nur in halb geladenen Zustand rumdümpeln würde.


    @Toni: Klar, die anderen Plots kann ich nachreichen. Kann sein das es aber wieder Missverständnisse geben wird. Da sind nämlich auch noch andere Effekte zu sehen. bsp Spannungsabfälle in den Zuleitungen und/oder im PIP.


    gruß
    bb

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  • Aus dem anderen Thread:


    Zitat von e-zepp


    So zieht es Dir nur die ganze (doch noch recht anständige!) alte Bank herunter.
    Die zwei PzS parallel betreiben würde ich aber schlicht nicht machen, besonders der "neuen" zuliebe!


    So was liest man immer wieder, aber ich bin der Meinung, dass beide entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit/Innenwiederstand so viel beitragen wie man den Verbrauch auch manuell verteilen würde. Wobei die manuelle Aufteilung nicht so gut sein wird wie es automatisch durch den Innenwiderstand passiert.


    Aufpassen muss man nur bei "Pflegemaßnahmen" wie Ausgleichsladung, dass man die neue Batterie nicht mehr als nötig quält. Aber durch individuell gesteuerte Balancer kann man Ausgleichsladungen sowieso auf ein Minimum reduzieren.


    Da die Gesamtspannung von beiden Strängen erreicht wurde haben auch beide die Absorptionsphase erreicht.

    Mobile Insel: PV 2kWp (mono), Solarregler 2xMPPsolar PCM5048 (MPPT), LiFePO4 1020Ah/25,6V, Lichtmaschine 4,2kW, Netzladegeräte 2xPhilippi AL30 24V, 2xKosun 6kW Sinus-WR 24V, Mastervolt Batteriemonitor BCM-III

  • Hallo Bernhard.
    Ich lese die Grafik so:
    Der neue Akku ist niederohmiger und nimmt daher mehr Ladestrom auf und gibt mehr Strom bei Entladung ab. Da beide Akkus parallel an der gleichen Spannung hängen ist es natürlich eine Frage der PV Leistung wie schnell 2,4V/Zelle erreicht wird, wenn mit mehr Ampere geladen wird steigt halt die Spannung schneller an. Die alte Batterie zeigt zum Zeitpunkt wo die Neue schon mit dem Ladestrom zurück geht noch einen weiteren stetigen Anstieg und braucht viel Länger um in die Absorption zu kommen, das geschieht hier aber gar nicht.
    Damit die alte Batterie auch Absorption erreicht müsste man durch vergrößern des PV Generators die Absorptionszeit verlängern, was meinen die Anderen dazu??
    Bitte stell die Grafik mit der Spannung ein.
    Grüße Toni.

  • Die Absorptionsphase ist per Definition dann erreicht wenn die Absorptionsspannung erreicht ist. Da beide Stränge parallel geschaltet ist erreichen sie damit die Absorptionsphase gleichzeitig.


    Die Länge der Absorptionsphase ist wieder eine andere Sache. Hier können durchaus unterschiedlich lange Zeiten nötig sein um die Batterie auf 100 % Restkapazität zu bringen. Dies hängt vor allem auch davon ab ob eine Batterie sulfatiert oder auch durch Korrosion geschädigt ist.

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  • "Alles in allem finde ich das aber sehr interessant, denn parallelschalten wird hier doch eher als unproblematisch angesehen."


    Es wurde oft genug auf die Probleme bei der Parallelschaltung mit unterschiedlichen Batterien hingewiesen - verschiedene Kapazität, max Ladeströme, unterschiedliche Ladeendspannung, Innenwiderstand, geringere Gesamtkapa usw.


    Was für Batterien sind es denn überhaupt? Hersteller, Type, Kapa, Datenblatt?
    Das sollte die Grundlage einer Diskussion sein.