Rücklage

  • Hallo,
    die Forensuche hat leider nur alte - halbwegs passende Treffer geliefert, daher hier nochmals eine alte Fragestellung:


    Ist es möglich, eine steuermindernde Rücklage vor folgendem Hintergrund zu bilden?


    - vermutlicher Ausfall/Ersatz von Wechselrichtern
    - Sanierung eines Garagendachs, dass durch die Montage einer PV-Anlage Schaden genommen hat. (Der Monteur ist zwischenzeitig insolvent)

  • Wenn du EÜR machst, gibt es sowas nicht.
    Eine Versicherung, die dir das abdeckt, wäre das einzige, was mir einfällt, geht aber fürs Dach nicht mehr, weil dr Schaden ja wohl schon da ist. Ob sich das lohnt :?: weil die Versichrung will ja auch was verdienen.
    Je nach Inbetriebnahmemonat fällt dir im 21. Jahr die Afa teilweise weg, da wirst du steuerlich dankbar sein, wenn du ein paar Ausgaben hast. Etwa das Material für die Dachsanierung schon liefern lassen und bezahlen, auch wenn die Arbeiten erst im Folgejahr stattfinden.

  • Zitat

    Eine Versicherung, die dir das abdeckt, wäre das einzige, was mir einfällt, geht aber fürs Dach nicht mehr, weil dr Schaden ja wohl schon da ist. Ob sich das lohnt :?: weil die Versichrung will ja auch was verdienen.
    Je nach Inbetriebnahmemonat fällt dir im 21. Jahr die Afa teilweise weg, da wirst du steuerlich dankbar sein, wenn du ein paar Ausgaben hast. Etwa das Material für die Dachsanierung schon liefern lassen und bezahlen, auch wenn die Arbeiten erst im Folgejahr stattfinden.


    21. Jahr? so weit bin ich noch lange nicht und ob dann die Anlage nicht besser demontiert wird .. zeigt sich erst in 15 Jahren ..
    Und Versicherung?? Es geht nicht um die Schäden sondern darum, die Steuern in ein passendes Jahr zu verlagern.


    Zitat

    Wenn du EÜR machst, gibt es sowas nicht.


    schade. .. wäre sooo schön gewesen ..

  • Ein defekter WR ist doch ein Schaden und gegen den kann man sich versichern. Je nach Gestaltung der Versicherung kann man den Beitrag auch ein paar Jahre im Voraus bezahlen und das ist dann im Jahr der Zahlung abzugsfähig.
    Man kann sich natürlich auch einen Ersatz-WR in den Keller legen. Halt blöd, wenn der dann nach x Jahren nicht mehr die dann zwingend geltenden Anforderungen erfüllt :(

  • Zitat

    Ein defekter WR ist doch ein Schaden und gegen den kann man sich versichern. Je nach Gestaltung der Versicherung kann man den Beitrag auch ein paar Jahre im Voraus bezahlen und das ist dann im Jahr der Zahlung abzugsfähig.
    Man kann sich natürlich auch einen Ersatz-WR in den Keller legen.


    Tja .. zahlen muss ich auf jeden Fall.
    Ich danke für alle guten Tipps .....


    Aber die Frage war ja nur, ob man eine die Steuer mindernde Rücklage machen kann (um die dann im Bedarfsfall natürlich aufzulösen)
    Und diese Frage ist beantwortet. - zu meiner Unzufriedenheit .. :|

  • a) Den Begriff "Rücklagen" sollten wir ganz schnell streichen. Dabei handelt es sich um eine Teilmenge des Eigenkapitals


    b) Steuerlich wirksame Rücklagen.... da fällt mir nur die 6b-Rücklage ein; wobei hier ja erstmal ein Buchgewinn aus einer privilegierten Situation heraus anfallen, und später übertragen werden muss. Davon sind wir bei PV soweit weg, wie der Mars von der Erde. (Dazu bräuchte es ja erstmal eine Gewinnermittlung nach §4 Abs.1 oder § 5 EStG).


    c) Der Investitionsabzugsbetrag ...... der hat eigentlich gar nichts mit einer Rücklage zu tun. Im HGB vor BilMoG hatten wir noch eine stark ausgeprägte Maßgeblichkeit der Handels- für die Steuerbilanz; UND: es gab dann auch noch die umgekehrte Maßgeblichkeit. Ziemlich doof, wenn man dann via umgekehrter Maßgeblichkeit gezwungen war, in der Handelsbilanz etwas abzubilden, was es handelsrechtlich gar nicht gibt. Das führte zu Ausweisproblemen.... die man mit einer Kunstbuchung via Sonderposten (mit Rücklageanteil) gerade gezogen hat. (Ich glaube man merkt, dass das thematisch hier nix zu suchen hat).


    Der Effekt des IAB mag tatsächlich dem entsprechen, was sich der TO vorstellt. Allerdings sind die materiell-rechtlichen Voraussetzungen beim TO wohl gerade nicht gegeben. Der baggert ja gerade nicht in der Phase VOR Investition sondern während dem Betrieb.



    Der Begriff "Rücklage" hat die Fragestellung versaut. Da kann man dann kaummehr richtig UND sinnvoll antworten.
    Vermutlich denkt er an "Rückstellungen".
    Auch hier: Ein deutliches JEIN.


    Rückstellungen sind rein systematisch nur bei Gewinnermittlung durch Betriebsvermögensvergleich möglich.
    PV-Betreiber ermitteln den Gewinn allerdings regelmäßig als Überschuss der Einnahmen über die Ausgaben. Rückstellungen sollen das beseitigen, was bei EÜR gerade nicht beseitigt werden darf.


    Würde es was bringen, wenn man den steuerlichen Gewinn freiwillig nach §5 ermittelt?
    Nein. Alle in Frage kommenden Rückstellungen würden einem steuerrechtlichen Passivierungsverbot unterliegen.


    Und handelsrechtlich hat man die bis zur Einführung des BilMoG mögliche Rückstellungsbildung für Großreparaturen (z.B. D-_Check bei Flugzeugen) ebenfalls gestrichen.



    Das einzige was mir einfällt:
    Sofern eine Abbruch-/Entfernungs-/Beseitigungs GEGENÜBER EINEM DRITTEN dergestalt besteht, dass sich der Steuerpflichtige ihr nicht entziehen kann, dann könnten diese Aufwendungen (im Rahmen der Gewinnermittlung nach §§4 I oder 5 EStG) bereits im Vorfeld passiviert werden.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Zitat von klaus24V

    kann man machen, nennt sich Inverstitionsabzugsbetrag


    Da der TE wohl nicht vorhat, tatsächlich zu investieren, sondern nur

    Zitat

    die Steuern in ein passendes Jahr zu verlagern.

    ist der IAB leider garnichts für ihn. Stellt sich nähmlich heraus, dass er nicht investiert hat, wird der Steuerbescheid geändert, in dem der IAB anerkannt wurde. Plus 6% Zinsen p.a. auf die Steuer (15 Monate frei) :?

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