Hilfe bei der Auslegung einer Teilinselanlage

  • Hallo zusammen,


    ich hoffe ich bin hier richitg. Ich betreibe seid 2012 eine 10kwp Anlage mit Einspeisung. Ich würde mir jetzt gern ein kostengünstiges Speichersystem auf bauen.


    Aktuell ca. 5800 kwh Einspeisung und 3200 kwh Eigennutzung. Hinzu kommt ein Bezug von 3800 kwh vom EVU. Weiterhin habe ich eine WP mit 3800 kwh.


    Nach meinem Lastverlauf April-September gehe ich von ca 7 kwh notwendiger Speicherkapazität in der Nacht aus. Übers Jahr könnte ich damit ca. 1900 kwh mehr selber verbrauchen. Im Sommer verbrauche ich ca.900 kwh WP Strom, wenn die Sonne scheint. Diesen könnte ich auch noch einsparen.


    Nun zu meinen Fragen: Aktuell gehe ich von 3 Szenarien aus.
    1) AC gekoppelter Speicher - Welchen günstigen Akku könntet Ihr mir empfehlen und welchen Lade- und Entladeregler?
    2) Ich könnte noch zusätzlich ca. 3kwp installieren und diese dann an einen Hybridwechselrichter z.b. PIP3248 anschliessen. Wäre es ggf möglich den Überschuss ins Hausnetz einzuspeisen ohne die Geräte direkt anzuschliessen? Wäre ein Anschluss einer WP möglich (Buderus 7kw WP Strom von 1,7kw)
    3) AC gekoppelter Speicher plus MicroWindanlage, damit könnte ich im Winter noch besser fahren.
    Vielen Dank für Eure Hilfe.
    Besten Dank
    Gruss
    Lars

  • Moin Sailor2012 und willkommen im Forum. Es gibt hier im Forum einen kleinen Glaubenskrieg was Batterien anbelangt. Grundsätzlich kann man sagen, dass alle Komplettsysteme viel zu teuer sind, denn die Händler preisen die Subventionen mit ein (das merkt der dumme Kunde ja gar nicht). Li-Akkus sind noch zu teuer, also bleibt Blei; hier am besten Flüssigsäure, denn die verzeihen viele Fehler und Misshandlungen. Auf längere Sicht sind Staplerbatterien die kostengünstigsten. Bei Bater in Polen bekommt man 1 kWh Nennkapazität für rund 150 Euro (Trog, Verbinder, Elektrolytumwälzung, Mehrwertsteuer und Lieferung inklusive); die liefern auch an privat und nach Deutschland.


    "Never touch a running system!" Folglich weitere 3 kWp aufs Dach und das Ganze mit einem Hybrid-WR (Suchwort: PIP) mit dem Hausnetz verbinden. PV zum Speisen einer WP macht wenig Sinn, zumindest finanziell.

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Besten Dank, für Deine schnelle Antwort!
    Ein Glaubenskrieg möchte ich hiermit nicht ausrufen :) .
    Meine Annahme ist, das sich im Bereich der Akkus, in den nächsten 5-10 Jahren enorm viel tun wird.
    Daher war meine Idee, dass der Akku auch nur so lange halten soll. Von einem Batteriehersteller habe ich ein Angebot für 8 gebrauchte 150Ah mit wenig Zyklen/USV standby (inkl. Testbericht) für ca.80 EUR das Stk. Da liege ich dann bei 48V 300 AH, die würde ich dann auf max 50%DOD fahren (ca.7kwh). Die Idee war denn den PIP-3238 auch zu nutzen, um per AC zu laden. Natürlich nur, wenn Überproduktion vorhanden ist. Die PV- kann muss ich aber nicht zusätzlich anschliessen.
    Was meinst Du, Ihr?
    Gruss
    Lars

  • Den Glaubenskrieg würdest du nicht ausrufen können, der ist schon da. O.k., gegen 44 Euro pro kWh Nennkappa kommt man nicht an. Versuch mal ans Datenblatt zu kommen, damit du dir ausrechnen kannst (ala Milchmädchen), wie viele Zyklen du mit den Batterien noch machen kannst und wie teuer die durchgeleitete kWh dann wird. Mit den Staplerbatterien kommt man auf 12-15 Cent, wenn man die Batterie schon austauscht, wenn sie auf 80% der Nennkappa runter ist. Wenn man sie auf 60% runter nutzt, dann sind 6-8 Cent drin.


    Eine Windkraftanlage wird sich voraussichtlich nicht rentieren, es sei denn, dein Haus steht auf einer Bergkuppe. Bisher habe ich nur negative Berichte über Kleinanlagen gelesen und gehört. Sogar auf Segelbooten bringen die erst dann wirklich Leistung, wenn man das Segel schon lange gerefft hat.


    Ich empfehle die nicht einspeisende 3 kWp Halbinsel-Anlage, weil die dann völlig EEG-frei wäre. Also fällt keine Sachentnahme und keine Umlage an. Es gibt hier einen Thread (finde ich gerade nicht), in dem vorgerechnet wurde, dass es finanziell günstiger ist, die Überschussenergie direkt in einen Heizstab zu leiten und damit Brauchwasser zu erwärmen, statt über eine WP zu gehen (auf jeden Fall ist so ein System einfach, robust und wartungsfrei). Und im Winter gibt es sowieso keinen nennenswerten solaren Ertrag. Dann kommt es darauf an, was für eine Heizung man hat. Bei Gas und Öl liegt man bei rund 6 Cent pro kWh thermisch. Laut Wikipedia zahlte der Durchschnittskunde 29 Cent pro kWh elektrisch; bei einem COP von 3 käme man auf 10 Cent pro kWh thermisch. Ist auch nicht der Renner.

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Zitat von Sailor2012

    Besten Dank, für Deine schnelle Antwort!
    Ein Glaubenskrieg möchte ich hiermit nicht ausrufen :) .
    Meine Annahme ist, das sich im Bereich der Akkus, in den nächsten 5-10 Jahren enorm viel tun wird.
    Daher war meine Idee, dass der Akku auch nur so lange halten soll. Von einem Batteriehersteller habe ich ein Angebot für 8 gebrauchte 150Ah mit wenig Zyklen/USV standby (inkl. Testbericht) für ca.80 EUR das Stk. Da liege ich dann bei 48V 300 AH, die würde ich dann auf max 50%DOD fahren (ca.7kwh). Die Idee war denn den PIP-3238 auch zu nutzen, um per AC zu laden. Natürlich nur, wenn Überproduktion vorhanden ist. Die PV- kann muss ich aber nicht zusätzlich anschliessen.


    Je nach Alter der Batterien solltest du die aktuelle Kapazität nicht mit 100% berechnen, eher mit 80% der ehemaligen Nennkapazität! Was sagt der Testbericht? Wie wurde getestet?
    Lass dir bitte auch von den "Glaubensbrüdern" sagen, mit welchen Verlusten man bei der doppelten Umwandlung rechnen sollte.
    Erstaunlicherweise wird das immer wieder "vergessen".

  • Zitat von Sailor2012

    ...ein Angebot für 8 gebrauchte 150Ah mit wenig Zyklen/USV standby (inkl. Testbericht)...


    Fiel mir gerade noch ein: Bei einer USV ist es klar, dass die wenig Zyklen gemacht haben. Die Batterien in einer USV sterben meistens, weil sie es zu warm haben. Ein paar grundsätzliche Fragen werden hier besprochen: http://www.photovoltaikforum.c…die-noch-was--t88251.html

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Mit den Batteriethemen frage ich nach. Mit dem Strom direkt zu heizen find ich gut, habe gerade bei mir nachgeschaut, mein Pufferspeicher Buderus P330W kann man mit einer Heizpatrone bestücken. Auch der Solar-Wärmepumpenspeicher kann man damit nachrüsten. Ich denke die Idee mit der Insel ist gut. Die Frage ist dann, ob der PIP3248 ausreicht oder man lieber den 4048 nimmt?
    Gruss
    Lars

  • Das kommt auch darauf an, wie stark du deine Hauselektrik umverdrahten willst und welche Grundlast-Verbraucher du hast. Dann stellst du die Verbraucher so zusammen, dass du sie laut PVGIS auch in den Übergangszeiten (so im Durchschnitt und nach deiner Definition von Übergangszeit) versorgen kannst. Daraus ergibt sich dann die Größe vom WR.


    Im Zweifelsfall diesen Thread lesen: http://www.photovoltaikforum.c…taiwan-rules--t99303.html

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)