Hilfe zu Steuerfragen für PV-Anlagenbetreiber

  • Irgendwie kann ich deine Zahlen nicht nachvollziehen.


    Soll die in deinem Avatar aufgeführte Größe von 6,1 kWp die halbe GbR-Anlage sein? Dann dürfte die Gesamtanlage 12,2 kWp haben. Wenn sie 2017 in Betrieb ging, dann müsste sie in dem Jahr einen spezifischen Ertrag von fast 1.200 kWh/kWp gehabt haben: Respekt!! Und das vermutlich bei 70% Regelung!?


    Wie kommt man dazu eine Anlage aus 2017 als Volleinspeiser zu betreiben und dazu noch als Verlustgeschäft?

    Niemand hat 2017 eine Anlage für 2.800 €/kWp gekauft! =O

    Findest du nicht, dass du ein wenig spät dran bist mit den Steuererklärungen?

    Haben deine Nachbarn auch keine Ahnung von PV und Steuern? Was war der Grund für diese nachbarschaftliche Anlage?

    Viele Grüße
    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)

  • O.k. - alles ist zu irgendwas gut - und sei es als abschreckendes Beispiel.


    Das Zahlenwerk sieht für mich auch irgendwie "komisch" aus - aber aus der Diskussion halte ich mich mal vornehm raus.


    Nur eines dazu: Ob Direktverbrauch vorliegt oder nicht ... spielt eh keine Rolle.

    Der steuerliche Gewinn ist ja eh immer so zu ermitteln, dass er durch Einlagen und Entnahmen des Unternehmers unbeeinflusst bleibt.


    Hier liegt ein falsches Verständnis von "fehlender Einkunftserzielungsabsicht" und auch deren Folgen vor.

    Man stelle sich vor, jemand habe eine gutgehende Autowerkstatt.... und erklärt dem FA nun in einer "Vorausschau" dass da am Ende wohl nix hängen bleibt.

    Und deshalb bittet er, das FA möge ihn doch aus der Kundenkartei streichen und auch keinen jährlichen Newsletter mehr zusenden.

    Ich denke man muss dazu nicht erklären. Das KANN so nicht funktionieren.

    Wenn das funktionieren würde, würde jeder Unternehmer morgen seinen Laden in Grund und Boden rechnen.


    Der Hase hoppelt genau anders herum.... und es ist eine Einbahnstraße.


    Unternehmer U produziert hübsche Verluste... verrechnet die mit anderen Einkünften und rüsselt Liquidität durch gesparte Steuern. So kann man auch mit Verlusten Geld verdienen.
    Das gefällt dem FA nicht. Spätestens nach der Einlassung des STpfl., er kaufe Bananen für 10 und verkaufe sie für 9 - aber die Menge machts......hegt das FA den Verdacht, diese Verluste könnten sich zu einer dauerhaften Einrichtung entwickeln.... und überhaupt... der Bananenhandel habe gar nicht die Absicht, jemals auch nur 1 Euro Gewinn zu erzielen.

    Jetzt ist das FA am Zug.....

    a) der Steuerpflichte ermittelt und deklariert als wenn nichts wäre seine Verluste (oder Gewinne)
    b) das FA erlässt die Steuerbescheide unter Vorbehalt der Nachprüfung; kommt aber nicht umhin, die Verluste erstmal anzuerkennen
    c) bei drohender Festsetzungsverhährung (so nach 5-7 Jahren) schaut man sich die Nummer dann mal retrospektiv an.
    Das FA stellt jetzt eine Vorausschau auf..... und kommt ggf. zu der Einschätzung, dass der Laden vermutlich auf die Totalperiode gesehen, nicht in der Lage sein wird, einen Gewinn zu erwirtschaften
    d) BANG!... alle offenen Bescheide werden geändert. Die Anerkennung der Verluste wird wegen fehlender Einkunftserzielungsabsicht versagt.
    e) der Steuerpflichtige ermittelt und deklariert seinen Gewinn hübsch weiterhin... als wenn nichts wäre. Denn: es könnten ja doch plötzlich Gewinne enstehen. Und selbstverständlich würden die dann auch der Besteuerung unterliegen.


    Das ist wie eine Faustfeuerwaffe mit Hand-/Fingerabdruckerkennung. Die lässt sich nicht einfach gegen den Besitzer richten. (Gleichwohl.. wenn der Besitzer es will.. kann er sich damit natürlich selbst ins Knie schiessen)
    Sprich: Das FA ist hier allein Herrscher des Verfahrens. Natürlich ist nicht auszuschließen, dass in völlig eindeutigen Fällen das FA in erster LInie sich selbst Arbeit erspart (und keine Gewinnermittlung mehr sehen will) - und der Stpfl. das auch noch als Nebeneffekt ganz angenehm findet.


    Was hier dafür spricht: Wenn die AHK wirklich so unverschämt hoch waren. Das lässt sich ja durch Prüfung der AHK in 5 minuten abschließend prüfen.

    Die daraus resultierende Afa ist dann ja auch unverrückbar.


    Was nicht dafür spricht: Irgendwelche fiktiv angesetzten Wartungskosten oder Steuerberatungskosten.
    Genau diese Kosten schaut man sich ja dann retrospektiv an.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Den Anschaffungszeitpunkt habe ich vielleicht nicht klar genug formuliert....


    Die PV Anlage wurde bereits 2006 in Betrieb genommen. Die von mir genannten Zahlen weisen keine Dreher auf, sondern entsprechen der Realität.


    Durch den Kauf der Wohnung haben wir die PV Anlage von den Vorbesitzern übernommen und sind an deren Stelle als GbR Gesellschafter eingetreten.

  • Hallo


    Wenn mir vom Finanzamt die Umsatzsteuer für Oktober und November 2018 am 02.01.2019 und für Dezember 2018 am 02.02 abgebucht hat kommt des noch in die Steuererklärung 2018? Hab Paulchens Tabelle, da steht auch was mit 10 Tage regel aber bin mir da jetzt nicht so sicher?

  • Dazu müssten wir wissen, ob du für deine USt-VA eine Dauerfristverlängerung um jeweils 1 Monat beantragt hast oder ob die Normalfristen gelten (Abgabe bis 10. des Folgemonats) und diese auch eingehalten wurden.


    Schau dir mal im Internet folgenden Beitrag an:


    Code
    1. https://www.haufe.de/finance/buchfuehrung-kontierung/einnahmen-ueberschussrechnung-umsatzsteuer-vorauszahlung_186_392256.html


    Dort findest du sehr detaillierte Beispiele, die dir helfen können.


    mfg

    Paulchen

    Excel-Tools mit VBA-Makros zu Buchführung und Steuer für PV-Anlagen:
    Einspeise-, Direktverbrauchs-Anlagen und Kombinationen beider Arten
    DV-Tools auch für OS X - WIN-DV-Tool (1 Anlage) auch mit KUR
    Informationen unter https://www.pv-steuer.com

  • Hallo

    Kurze Frage ich habe Paulchens Tabelle und Wiso Steuersparbuch.

    Ich habe in Wiso nur das Ergebnis eingetragen. Dann hab ich per Elster Einnahmen Überschuss Rechnung vorbereitet und eine Umsatzsteuererklärung.

    Ich mache das zum ersten meine PV Steuer.

    Ich gebe also jetzt mit Wiso meine Steuerklärung ab inklusive dem Ergebnis von Paulchens Tabelle und die Einnahmen Überschuss Rechnung Umsatzsteuererklärung per Elster. Muss ich noch Tabellen oder Ausschnitte von Paulchens Tabelle beifügen, damit die Mitarbeiter vom Finanzamt wissen wie auf die Zahlen komme? Oder einfach mal abgeben und warten ob was passiert?

    Grüße

  • Richtig. Du übermittelst elektronisch per Wiso deine Einkommensteuererklärung, in der auch das Ergebnis (Gewinn oder Verlust) aus deiner PV-Anlage enthalten ist.

    Zusätzlich übermittelst du per Elster (Elster-Formular oder Elster-Online-Portal) die EÜR ind die UStErklärung.


    Damit hast du alles Nötige getan. Tabellen, Unterlagen sendest du nicht ans FA, Wenn der Sachbearbeiter etwas braucht, fordert er es an und du musst es liefern.


    Viel Erfolg und beste Grüße

    Paulchen

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  • Danke :)