Kaufberatung: DC-gekoppelter Speicher

  • Hallo zusammen,


    wir starten gerade den Neubau einer "EH-40+" DHH.
    Alle Voraussetzungen waren bei uns sowieso gegeben, bis auf den Batteriespeicher.


    Grobe Rahmenbedingungen:


    Geplante Anlagengröße: 5-6kWp
    Geplanter Verbauch: 4.000-5.000 kWh (inkl. Wärmepumpe)
    Größe Batteriespeicher: 5-6 kWh?


    Ins Auge gefallen sind mir aktuell die DC-Gekoppelten Speicher.
    Zum einen wegen der höheren Effizienz wg. geringerer Wandlerverluste, zum anderen wegen der Abschreibung (wobei das noch zu klären ist).


    Aktuell wären da 3 Systeme für mich im Rennen:
    - E3/DC (Lange Erfahrung, Zuverlässig, jedoch Höherpreisig)
    - Fronius Energy Package (neueres System, ggf. Steuerlicher Nachteil da nicht alles in einem Gerät, preislich attraktiver, angeblich bessere Batterien als E3/DC)
    - Tesla Powerwall (Insgesamt ja recht umstritten, preislich am attraktivsten)


    Welches der Systeme ist aus eurer Sicht am empfehlenswertesten?
    Habe ich hier bzgl. der Dimensionierung noch grobe Schnitzer drin?


    Vielen Dank und Gruß,
    Henk

  • Hallo henk469, das mit der Batterie solltest du dir noch mal genau durchrechnen. Für die Batterien gibt es Diagramme/Tabellen, aus denen man die Anzahl der möglichen Zyklen bei verschiedenen Entladetiefen entnehmen kann. Das kann man direkt umrechnen in die Anzahl der kWh, die man bis zum Ableben der Batterie durch sie hindurch leiten kann. Dann nimmt man den Kaufpreis und dividiert den durch die Anzahl der kWh und bekommt den Preis, den es kostet, um eine kWh zu speichern. Li-Akkus werden per Definition bis auf 60% der Nennkapazität herunter genutzt und Bleibatterien nur bis auf 80%; um Blei und Li vergleichen zu können, kann man die Zyklenzahl für Blei rund verdoppeln.


    Bei Fertigpaketen wirst du, trotz oder gerade wegen der Förderung, auf einen Preis oberhalb von 20 Cent kommen (wahrscheinlich eher über 30 Cent). Dazu kommen dann 10 Cent für die Erzeugug der kWh durch die PV. Es hindert dich niemand, Geld zu verbrennen (fast alle Hobbies kosten Geld); wenn du trotzdem immer noch eine Batterie haben möchtest, dann geh' in den Inselbereich vom Forum und nutze die Suchfunktion, denn man muss einiges wissen, um eine Batterie so auslegen zu können, dass sie sich finanziell lohnt. Möglich ist es, obwohl indoktrinierte Einspeiser das bezweifeln..

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • immer das selbe, sobald einer nach Speicher fragt, wird erzählt das es sich nicht rechnet. Das will er aber nicht wissen, er hat nach Erfahrungen aus den 3 Systemen gesucht und keine Bewertung des vorhabens.

  • Moin!
    Bei Deinem geplanten Verbrauch würde ich die Anlage mindestens auf 7kWp oder wenn möglich sogar auch 10kWp auslegen. Eine künstliche Beschränkung auf 5-6kWp macht keinen Sinn. Bei einer DHH wirst Du aber eh kaum mehr unter bringen können.


    Der Vollständigkeit halber sei noch das System von Nedap mit dem Powerrouter erwähnt. Diesen kann ich inzwischen aber nicht mehr empfehlen, da das Gerät noch ein Trafo-Wechselrichter ist. Also sehr empfindlich auf Schatten reagiert und weniger effizient arbeitet. Da merkt man dann am Lärm der Lüfter und an der Abwärme im Raum.


    Sofern die PV gleich mit Speicher zusammen errichtet wird, hat das mit der Abschreibung bislang wohl meist geklappt. Vielleicht kann der Solarteur hier mit einer entsprechenden Formulierung auf der Rechnung unterstützen.


    Preislich ist derzeit glaube ich mit dem LG Resu 6.4 zusammen mit dem SMA SunnyIsland kaum bei zu kommen. In wie weit Du diese Kosten von etwa 7500€ zzgl. Montage durch den Stromverbrauch tragen möchtest, mußt Du mit Dir selber ausmachen.

    Gruß Ingo


    5,6kWp // SMA
    4,3kWp // Steca
    8,0kWp // SolarEdge

    Tesla Powerwall2

  • Hallo. Hast du dir mal den Thread DC gekoppelter nicht einspeisender Speicher 2.0 angesehen ? Vielleicht interessiert dich so was. Welche Postleitzahl hast du ?

    Zu wissen, was man weiß, und zu wissen, was man tut, das ist Wissen.
    Wer mehr zum DC Speicher wissen will erreicht mich per PN !


  • Welches Ziel verfolgst Du mit dem Speicher?
    Wirtschaftliche Gründe oder eine steigerung der Rendite kann es jedenfalls nicht sein.


    Ein Speicher von der Stange ist teuer, er bringt eine negative Rendite mit, er reduziert die Gesamtrendite der Anlage, eine KWh aus dem Speicher wird dich rund 30-50Cent kosten.
    Bei Dir kommt noch erschwerend hinzu, dass bedingt durch die WP der Speicher in der Heizperiode von Oktober bis März mehr oder weniger leer rum stehen wird, weil die gesamte Energie sofort von der WP verbraucht wird.


    Ich würde den Speicher streichen und bei ausreichend Platz auf dem Dach mehr PV bauen.
    Bis 7KWp dürfen es mit WP im Haus immer sein, wenn der Platz da ist spricht auch nix gegen 10KWp auf dem Dach, vozugsweise mit einer (oder zwei) südlichen Ausrichtung.

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Hallo Henk,


    es ist schwer dir etwas dazu zu schreiben, aber im Prinzip liegst du meiner Meinung nach richtig mit Hochvolt-Speichern und DC-Kopplung. Das sind jedenfalls die fortschrittlichsten Systeme.
    "Grobe Schnitzer" vermag ich keine bei deinen Überlegungen zu erkennen.
    Sicher kann man sich auch nochmal die Technik von SMA als größten deutschen Hersteller dazu anschauen. Nur, bei einer kompletten Neuanschaffung... SMA setzt immer noch auf reine AC-Kopplung und hat da (meiner Meinung nach) irgendwie den Zug verpasst.


    Viele Grüße:


    Klaus

    "Ich hatte nie zuvor ein Produkt um das ich so betteln musste um es zu bekommen um später so kämpfen zu müssen und alles zu versuchen um es nur behalten zu dürfen"
    Peter Horton 2003 über sein GM EV1 in"Who killed the electric car"

  • Hi,


    ich habe in so kurzer Zeit noch gar nicht mit so vielen Antworten gerechnet. Vielen Dank erstmal dafür.


    Das der Speicher sich rein durch den erhöhten Eigenverbrauch nicht rechnet, ist mir durchaus bewusst.
    Meinen Gedanken liegen folgende Zahlen zugrunde:


    Kosten Batteriespeicher: ca. 8000€ netto
    Förderung KfW: ca. 1500€
    Abschreibung: ca. (8000-1500)*0,4 = 2600€


    "Netto-Kosten": ca. 3900€


    Wie schon beschrieben, trennt mich nur der Batteriespeicher vom "EH-40+"-Standard. Dadurch bekomme ich von der KfW nochmal 5000€ Tilgungszuschuss zusätzlich.


    Wenn ich jetzt nochmal etwaige Unwägbarkeiten wie Preise, Abschreibung etc. mit einbeziehe, dann läuft die Investition für mich auf +/-0 raus. Darüber hinaus ist es doch mit Sicherheit nicht hinderlich, einen erhöhten Mehrverbrauch zu haben, oder? (Also auch unter Betrachtung der Verluste über die Zwischenspeicherung ist es noch immer besser, die Energie selbst zu verbrauchen, als zu verkaufen, richtig?)




    Bzgl. der Belegung der Dachfläche:
    Hier werde ich natürlich versuchen, die Fläche bestmöglich auszunutzen. die Ausrichtung ist etwa 15°. Ich fürchte aber, ich bekomme nicht mehr als 6,5 kWp auf das Dach wegen VELUX-Fenster und Dachgaube.


    Zitat von letsdoit

    Hallo. Hast du dir mal den Thread DC gekoppelter nicht einspeisender Speicher 2.0 angesehen ? Vielleicht interessiert dich so was. Welche Postleitzahl hast du ?


    Danke für den Hinweis. Habe ich mir noch nicht angeschaut, werde ich aber noch machen. PLZ ist 41334.

  • Wenn du nach KfW 40+ bauen willst, ist der Speicher zwingender Bestandteil. Ohne Speicher kein KfW 40+!


    Allerdings beträgt die Förderung für KfW 40+ gegenüber "nur" KfW 40 5.000€. Eine weitere Förderung gibt es für den Speicher nicht. Zudem musst du über ein Benutzerinterface Stromerzeugung und Verbrauch visualisieren. Deine 1.500 € netto weitere Förderung sind demnach nicht anrechenbar.


    Wenn du also eh ein Haus mit PV-Anlage und eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung bauen wolltest, könnte sich ein Speicher und die Erweiterung auf KfW 40+ rechnen. Allerdings muss ein KfW 40+ - Neubau zwingend mit einem zugelassenen Sachverständigen gebaut werden. Der kostet nochmals ordentlich Geld, wenngleich er von der KfW mit 50% bzw. max.4000 Euro gefördert wird.


    Wir werden übrigens nach KfW 40+ ab ca. Juli 2016 bauen... :mrgreen: