Inselanlage Griechenland

  • Hallo,


    nachdem ich vor einige Jahren Mit Hilfe aus dem Forum einige Fragestellungen für meine geplante Inselanlage in Griechenland lösen konnte, hier nun eine kurze Vorstellung von das, was daraus geworden ist.


    Die Anlage versorgt unser Haus dass ca. 2 km von Stromnetz entfernt ist, der örtliche Stromanbieter wollte 30.000 € für einen Netzanschluss. Da war der Entscheidung zur Selbstversorgung recht einfach.


    Komponenten:


    - 4 x Modul 195wp
    - Westech Wechselrichter WT-Combi S 24/2000 mit USV
    - Laderegler MPPT-4210RN
    - Battery Monitor BMV-600S
    - 6x Winner SOLAR SMF 120AH (in 2x 24V geschaltet)
    - Dieselgenerator 5,5 KW mit Startautomatik bei DoD 70%



    Die Anlage läuft seit 13 Monate zuverlässig und deckt den Basisbedarf im Haus. Lediglich für kurzfristige Strompeaks (Haarföhn der Frau mit 2,2kW, Baumaschinen, Schweissgerät usw.) muss der Generator beispringen. Automatische Generatorsteuerung über BMV (Ein bei DoD < 70%, AUS bei DoD > 90%). Manuelles Ein und Ausschalten des Generators vom Haus aus über Funkschalter möglich. Kein "High End"-Anlage aber funktional. Unterbringung der Anlage in einem separaten "Generatorhaus", aus akustische Gründen ca. 30 Meter vom Haus entfernt. Das wurde als erstes gebaut um somit eine Baustromversorgung bereit zu stellen.


    Im Haus auf verbrauchsoptimierte Technik gesetzt: Beleuchtung nur mit LED, Kühlschrank A+++, Kochen mit Gas, Warmwasser über Solar usw. Mit moderne Technik lässt es sich auch entfernt von Infrastruktur gut und komfortabel leben.


    Anbei einige Bilder. Nochmals vielen Dank für die gute Ratschläge.


    Mark

  • Hallo Mark,


    Glückwunsch zur unkompliziert laufenden Anlage. Schön von solch einem Beispiel aus der Praxis zu lesen.
    Keep it simple bestätigt sich bei dir...


    Aber eines verstehe ich nicht: Depth of Discharge meint doch die Entladetiefe. Also 70% heißt dass die Akkus noch 30% geladen sind. Daher dachte ich der Generator start bei 30% Ladung. Da du aber schreibst bis 90% meinst du es wohl anders herum?
    Sprich du lädst sobald die 70% Restladung erreicht sind wieder bis zu einem Ladestand von 90%?


    Springt da der Diesel nicht viel zu oft an, und im Gegenzug verlierst du jede Menge solare Energie weil die Akkus voll sind?
    Die Akkus bis 50% zu entladen sollte kein Problem sein (der größte Feind der Langlebigkeit deiner Akkus ist vmtl. sowieso die Wärme), und wenn du sie dann bis sagen wir mal 70% lädst bleibt auch noch Platz für die Ladung am nächsten Tag...


    Hast du sowas wie eine Statistik über die Dieselgeneratorlaufzeiten?

    lg kassi


    5,72 & 8,55 & 6,75 & 9,88 & 5,5 kWp & 390 Wp auf Womo
    Ioniq electric seit 5/2017, Prius aus 2005 wurde Anfang 2019 durch Tesla Model 3 ersetzt


    Hier gehts zur Analyse meiner Anlage auf Einzelmodulbasis

  • Ja klar, ich meinte natürlich SOC. Ich nutze also 30% der Batteriekapazität, eben um den Verschleiß der Batterien zu minimieren. damit kommen wir aktuell (noch) aus. Der Diesel läuft i.d.R. 1 x 10 Min am Tag wegen Haarföhn, dabei werden dann auch die Batterien automatisch kurz mitgeladen. Sonst springt sie nur selten an, wenn keine Baumaschinen oder Elektrowerkzeuge genutzt werden reichen die Module für den täglichen Hausbedarf.


    VG, Mark

  • Na dann ist ja alles im grünen Bereich - es wäre nur schade wenn der Diesel ständig unnütz laufen würde...
    Wenn man sich die Zyklendiagramme der Hersteller genauer anschaut sieht man, dass sich die insgesamt entnehmbare Kapazität zwischen 50% und 70% SoC quasi nicht unterscheidet. Nur die Zyklenzahlzahl steigt etwa linear, da Teilzyklen und nicht Vollzyklen angeben werden...

    lg kassi


    5,72 & 8,55 & 6,75 & 9,88 & 5,5 kWp & 390 Wp auf Womo
    Ioniq electric seit 5/2017, Prius aus 2005 wurde Anfang 2019 durch Tesla Model 3 ersetzt


    Hier gehts zur Analyse meiner Anlage auf Einzelmodulbasis

    Einmal editiert, zuletzt von kassiopeia ()

  • Hallo Mark, Glückwunsch für die gute Lösung deiner Inselanlage und der bildl. Darstellung. Es muss nicht immer High-End sein. So eine Anlage muss funzen.
    Mit sonnigen Grüssen
    der Wolf
    :danke:

  • Toll das man mal so ne Rückmeldung hat :danke:

    Zitat

    Der Diesel läuft i.d.R. 1 x 10 Min am Tag wegen Haarföhn, dabei werden dann auch die Batterien automatisch kurz mitgeladen


    Würd ich aber nicht so gut finden ,bzw.übertrieben.So 15 min Haarfön wird doch in der Regel 100% tagsüber von der
    Sonne kompensiert. Bzw fällt kwh mäßig(rechne mal) eh nicht ins Gewicht, selbst Nachts nicht.
    Bedenke jeder Kaltstart des Diesels=erhöhter Verschleiß.
    Aber interessant :!: Was ist es den für einer genau? Hubraum/Zylinderzahl/Drehzahl Verbrauch usw?

    PIP 2424HS an 750Wp 3xShinsung Black Mono250 +1,5Kwp (6xShinsung Black Mono250)
    an FPS 100/50 an Bluebatt 24v 465Ah

    EA Sun ISolar SMV III 3K

    EA Sun SP 3K-24
    Siliken 3,3i 3,25Kwp 13xShinsung Black Mono 250
    VW T4 mit Evective 2000w + Varta 110Ah +0Wp

  • Rechnerisch schaffen das die Module schon,die Sonne scheint ja zuverlässig in Hellas, ich mache mir nur Gedanken wegen hohe Batterie-Entladestrom. Sind alleine für den Föhn schon ca. 46 A pro Batteriebank. Ist das nicht schädlich?


    Außerdem habe ich aktuell nur ein 2KW Wechselrichter, wenn zeitgleich der Kühlschrank oder das Wasserwerk (550W) anspringt, fliegen die Sicherungen.


    Der Generator ist ein luftgekühlter 1 Zylinder 4-Takt Motor und Synchrongenerator von Rotek. Modell:GD4SS-1A-6000-EBWZ-ATS Leistung: max. 6,0kVA / 5,0kW kont. 5,5kVA / 4,5kW Nennspannung: 230V Motor: 418ccm / 4-Takt OHV 7,2kW bei 3.000 U/Min. Auch kein High-End-Teil, aber das Preis-Leistungsverhältnis ist ok.


    VG, Mark

  • Wie funktioniert eigentlich die Steuerung des Generators wenn der Föhn o.ä. läuft?
    Kann man am Tracer angeben dass er bei einer bestimmten abgerufenen Leistung ein Signal an den Generator gibt?


    Und wie lange dauert das wenn der Föhn eingeschaltet wird bis der Generator läuft?
    Ist bis dahin nicht längst die Sicherung geflogen, wenn gleichzeitig Wasserwerk oder Kühlschrank lief?

    lg kassi


    5,72 & 8,55 & 6,75 & 9,88 & 5,5 kWp & 390 Wp auf Womo
    Ioniq electric seit 5/2017, Prius aus 2005 wurde Anfang 2019 durch Tesla Model 3 ersetzt


    Hier gehts zur Analyse meiner Anlage auf Einzelmodulbasis

  • Zitat

    Rechnerisch schaffen das die Module schon,die Sonne scheint ja zuverlässig in Hellas, ich mache mir nur Gedanken wegen hohe Batterie-Entladestrom. Sind alleine für den Föhn schon ca. 46 A pro Batteriebank. Ist das nicht schädlich?


    Naja wenn das schädlich wäre hätte man ja bei der Auslegung der Batteriebank schon was falsch gemacht. :mrgreen:
    Desweiteren erreicht man die Entnahmestrome wenn nicht gleichzeitig Solarproduktion.
    Die Batterien sollte man auch mal rannehmen können als benutzen wozu sie ja auch da sind.
    es handelt sich ja nicht um eine Batteriepflegestation. :mrgreen:
    Ziel muß es ja sein den verbrauchs und verschleißintensiven Kurzbetrieb möglichst klein zu halten. :roll:
    24v 360Ah ist so wenig nicht.Bei 50% Nutzbar wären es über 4Kwh .
    Ich hab meist Nacht nur einen verbrauch von 1,6Kwh bis max.2,5kwh.Mit bmv kannst du doch alles sehr genau
    beobachten un unter Kontrolle halten. :wink:

    PIP 2424HS an 750Wp 3xShinsung Black Mono250 +1,5Kwp (6xShinsung Black Mono250)
    an FPS 100/50 an Bluebatt 24v 465Ah

    EA Sun ISolar SMV III 3K

    EA Sun SP 3K-24
    Siliken 3,3i 3,25Kwp 13xShinsung Black Mono 250
    VW T4 mit Evective 2000w + Varta 110Ah +0Wp

    Einmal editiert, zuletzt von relativ ()

  • Trickkiste: Der Generator verfügt über automatische Zustart bei Stromausfall. Mit eine kleine Umbaumaßnahme wird vorgegaukelt, das der Generator Landstrom bekommt (kriegt er natürlich nicht weil nicht vorhanden, wird vom Wechselrichter eingespeist) Durch künstliche Unterbrechung des "Landstroms" mittels Fernfunkschalter spricht die Zustart-Funktion an, nach 5 s startet der Generator. Der Wechselrichter schaltet ohne Unterbrechung auf Generatorstrom durch und versorgt das Haus nun mit Generatorstrom. Jetzt kann der Föhn genutzt werden. Wenn die Haare sitzen wird per Funkfernschalter der "Landstrom" wieder hergestellt, der Generator schaltet ab, der Wechselrichter schaltet ohne Unterbrechung auf Batterie um. Das alles also manuell, Es muss mitgedacht werden.....


    Vielleicht tausche ich den 2KW Wechselrichter noch mal für 3 oder 4 KW-Gerät um, dann brauche ich den Generator nur noch im Notfall, mache mich dann aber Gedanken um den hohen Entladestrom. Wie hoch darf der Entladestrom für ca. 15 Minunten pro Batteriebank denn sein?


    VG, Mark