Batterie schonen durch kleinere Verbraucher

  • Hallo zusammen,
    Ich bin mir nicht sicher ob meine Überlegung da korrekt ist und wollte mal Profis fragen.
    Mein Inselsystem umfasst zum Wasseraufheizen einen 2kW Elektroboiler, mein Batteriesystem wird 24V und ca 250Ah OPzS. Wenn der Boiler angeht saugt der 83A, das ist ein sehr hoher Strom und solche hohen, wenn auch kurzen Belastungen schaden der BAtterie sehr, nicht wahr?
    Wäre sinnvoll einen 1kW Heizstab reinzumachen,
    auch den Wasserkocher in der Küche (ebenfalls 2kW) sollte eigentlich getauscht werden.
    Das ist doch so korrekt?!?

    Regler:MMP-Solar PIP2424MSXE
    Akku:gebrauchte AGM: 24V/300Ah
    Modul:Dünnschicht 0.96kWp, 15°Süd
    Logging:Raspberry 2 mit solpiplog von nuno @ https://emoncms.org/FloW
    Thermie:2m² Röhrenkollektor mit 200L Speicher

  • Man kann Batterien schon einiges zumuten, aber man sollte schon etwas pfleglich mit ihnen umgehen. Staplerbatterien werden auf I5 ausgelegt (also nach 5 Stunden wäre eine volle Batterie komplett leer, also auf 23,6 Volt runter). Kurzfristig, etwa wenn der Hubmotor anläuft, dann kann der Strom auch noch deutlich höher sein. In PV-Inseln strebt man meistens an, mit I10 zu arbeiten. Dann kann man sicher sein, dass man seiner Batterie nicht schlechtes antut. Bei einer 250 Ah wären das also 25 Ampere.


    Jetzt aber mal etwas Grundsätzliches. Wenn man im Sommer jede Menge Überschuß hat, dann kann man diesen tagsüber sinnvoll verheizen (es gibt hier ein paar Threads, in denen ausgerechnet wurde, dass das finanziell lohnender ist, als eine Wärmepumpe). In den Übergangszeiten hat man diesen Überschuss meist nicht mehr und im Winter ganz sicher nicht. Wenn man den Strom für die Warmwasser-Heizung erst noch durch die Batterie leitet, dann kostet jede kWh mindestens 10 Cent für Batterieabnutzung (15 Cent oder etwas mehr ist wahrscheinlich). Wäre es da nicht wesentlich vernünftiger, die Verbraucher über PV mit Strom zu versorgen, die sonst Netzstrom für 25 bis 30 Cent verbrauchen?

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • 2 KW an 24V passt nicht. Das geht dann immer zu Lasten der Batterie.
    wieviel Lieter hat denn der Boiler, lässt sich der Heizstab wechseln?, dann gleich einen mit 24V / 500W einbauen.
    Wasserkocher giebs auch mit 1000Watt.
    Alternative wäre, ein Wechselrichter mit 115V Ausgangsspannung, das würde dann die 2KW Leistung vom Boiler / bzw Wasserkocher auf 500W reduzieren.
    Boiler wird wird hoffentlich nur mittags aufgeladen, wenn die PV die max Leistung bringt.

    Alle sagten das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht, und hats einfach gemacht.

  • Vielen Dank an Klaus24 und jdhenning, das hört sich sinnvoll an. Dann werde ich auf jeden Fall den Wasserkocher tauschen. Aber mit dem Boiler gibt es vllt eine andere Lösung. Der soll nur tagsüber laufen, genau, da plane ich eine einfache Zeitschaltuhr. Ich habe den PIP-2424MSX als Inverter, am besten wäre, wenn der mittags dann die volle Leistung direkt an den Boiler gibt ohne über die Batterie zu gehen, aber funktioniert das, oder läuft das immer über Batt. Dann ist zu erwähnen, dass ich nur 1.4kWp habe, also die vollen 2kW nie zur Verfügung gestellt würden, wenn man das direkt macht, aber das ist kein Problem, über mittag ist ja Zeit...

    Regler:MMP-Solar PIP2424MSXE
    Akku:gebrauchte AGM: 24V/300Ah
    Modul:Dünnschicht 0.96kWp, 15°Süd
    Logging:Raspberry 2 mit solpiplog von nuno @ https://emoncms.org/FloW
    Thermie:2m² Röhrenkollektor mit 200L Speicher

  • Zitat von klaus24V

    2 KW an 24V passt nicht. Das geht dann immer zu Lasten der Batterie.


    Es kommt nicht auf die Spannung an sonder auf die Kapazität und die Art der Batterien. Ich habe über viele Jahre problemlos einen 2,5 kW Wechselrichter an 12 V betrieben. Da sind dann zeitweise auch 250 A geflossen.


    Natürlich wäre trotzdem sinnvoll für die Überschussverwertung nur eine Last mit einer Leistung zu verwenden die nicht höher ist als die Überschussleistung, oder gar die Leistung zu regeln, so dass der Strom direkt von der PV Anlage zur Last fließt und nicht über die Batterie.

    Mobile Insel: PV 2kWp (mono), Solarregler 2xMPPsolar PCM5048 (MPPT), LiFePO4 1020Ah/25,6V, Lichtmaschine 4,2kW, Netzladegeräte 2xPhilippi AL30 24V, 2xKosun 6kW Sinus-WR 24V, Mastervolt Batteriemonitor BCM-III

  • Zitat von SenorSolar

    Da sind dann zeitweise auch 250 A geflossen.


    Hattest du dann eine entsprechend große Batterie mit >2000Ah verwendet, damit das problemlos gelaufen ist?


    Zitat von egn

    oder gar die Leistung zu regeln, so dass der Strom direkt von der PV Anlage zur Last fließt und nicht über die Batterie.


    Genau das wäre optimal, wie würde man sowas angehen, kann das von softwareseite im PIP gemacht werden?

    Regler:MMP-Solar PIP2424MSXE
    Akku:gebrauchte AGM: 24V/300Ah
    Modul:Dünnschicht 0.96kWp, 15°Süd
    Logging:Raspberry 2 mit solpiplog von nuno @ https://emoncms.org/FloW
    Thermie:2m² Röhrenkollektor mit 200L Speicher

  • Hallo SenorSolar,


    von der technischen Seite her ist das ganz einfach: man braucht einen Wechselrichter, dessen max. Ausgangsspannung so bemessen wird, das die Heizpatrone sicher die maximal zu verbratene Leistung erreicht.
    Der Ansteuerschaltung des Wechselrichters regelt die Ausgangsspannung und damit die verheizte Leistung so ein, das an der Batterie exakt die gewünschte Spannung (z.B. 13,8 V bei einem 12 V System) gehalten wird.
    Dafür braucht es kein Mikrokontrollergedöns, ein einfacher Schaltregler (TL494 oder SG3525) genügt für die Ansteuerung des Leistungsteils. Heizstäbe brauchen glücklicherweise keine Sinuspannung.
    Brauchst nur jemanden der sich mit Elektronik und Wechselrichtern auskennt. Ein derartiges Gerät läßt sich prima aus Elektronikschrott (hier insbesondere PC Netzteile) und eventuell ein paar Neuteilen äußerst preiswert herstellen.


    Gruß topmoppel

  • Wenn die PV Anlage 1kW bringt und der Heizstab 2kW zieht, dann wird die Batterie mit 1kW belastet, egal welcher Wechselrichter/Laderegler verwendet wird: Das ist eine einfache Rechnung was rein und raus geht, solange die Batterie der einzige Speicher ist. Den kleineren Wasserkocher würde ich sofort kaufen, ist ja billig. Beim Elektroboiler würde ich die Entscheidung von mehreren Faktoren abhängig machen: Ist es eine reine Insel oderl eine Halbinsel? Wie wird das Wasser im Winter erwärmt? Wo kommt der Strom im Winter her? Wird überschüssiger Strom eingespeist (zu welchem Tarif?) oder abgeregelt? Es gäbe hier die Möglichkeit, einen 24V Heizstab einzubauen (Wechsleichterverluste entfallen, aber man sollte aufpassen, dass der Heizstab nicht ohne Sonne gleichzeitig mit größeren Verbrauchern läuft, da dann die Batterielast erhöht würde) oder auch eine Ariston Nuos zu nehmen: Zu dieser günstigen Brauchwasserwärmepumpe gibts im Forum einige Erfahrungen.

  • @ Holter


    Und um zu verhindern das der Heizstab 2 kW zieht braucht man einen Wechselrichter mit speziellen Eigenschaften (den man sich entweder selbst baut oder bauen läßt) welcher dann ausschließlich den Heizstab versorgt.
    24V Heizstäbe sind extrateuer und nicht unbedingt erforderlich.


    Gruß topmoppel