Planung einer Photovoltaik, Schock Steuern!!!

  • Hallo alle zusammen,
    Ich möchte mir eine Photovoltaikanlage auf mein Dach packen.Soweit sogut.
    Da ich mich jetzt sehr viel informiert habe, bin ich auch über Steuern an das Finanzamt abgeben gestolpert.Ich mache meine Lohnsteuer mehr nicht.


    Kann mir jemand helfen, wie ich das am besten anpacke wenn die Anlage ans Netz geht?
    Habe gelesen wegen Kleingewerbe über Mwst und und und.
    Wie gehe ich das ganze am einfachsten an?


    Wäre Super wenn Ihr mir helfen könntet


    Gruss Sven

  • Hilfreich ist der Bereich Finanzen / Steuern hier im Forum, da stehen schon viele Fragen von anderen "Betroffenen", die auch Dir weiterhelfen. Also erstmal einlesen, dann konkret fragen :) .


    Deine Lohnsteuer macht übrigens schon der Arbeitgeber :wink: , Du gibst eine Einkommensteuererklärung ab. Und das auch zukünftig (mit PV). Dazu kommt dann nur noch eine Gewinnermittlung (Einnahmenüberschussrechnung) und ggf. eine Umsatzsteuererklärung (bei Option zur Regelbesteuerung in den ersten 2 Jahren zusätzlich monatliche Umsatzsteuervoranmeldungen).


    Wenn feststeht, dass Du eine Anlage installieren (lassen) wirst, ist der Fragebogen zur steuerlichen Erfassung fällig, da werden dann schon viele Fragen für das Finanzamt geklärt.

  • Zusätzlich schau mal unter
    http://www.pv-steuer.de
    Dort gibt es für schmales Geld ein gutes und hilfreiches Exceltool erwerben!
    Macht die Steuerarbeit sehr einfach.


    Gruß Red5FS

    Gruß Red5FS
    ---
    37 Hanwha Q-Cells G2 265W & SMA STP 8000TL-20 & SHM (30.09.13)
    17 Trina TSM DC80.08 215W & SMA SB 3600TL-21 (03.06.14)
    Do it or don`t do it!There is no try!
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    GroßMeisterLusche L:82 D:5 T:3
    Meine Anlage
    SV@fb

  • Zitat von donnermeister1

    Wenn das Thema Steuern dir so einen Schock bereitet, dann solltest du das mit der eigenen PV besser lassen.


    warum, es gibt ja schlieslich auch noch den Inselbetrieb oder :?:

  • Danke für euere Antworten...
    Das Problem ist, das auf allen Seiten was steht, was ich nacher aber nicht ganz verstehe.


    Meine Fragen wären


    1. Lohnt ein Kleingewerbe ja oder nein?
    Da ich ja unter 5200€ bleibe fällt Gewerbesteuer weg oder?
    Da ich unter 17500€ liege fällt Einkommenssteuer weg oder?
    Allerdings kann ich die Mwst/Ust wieder vom Finanzamt holen wenn ich ein Kleingewerbe mache?


    Dann wäre noch die Einspeisvergütung.
    Die bekomme ich ja vom Netzbetreiber.Ist das 13cent mit oder ohne Mwst?


    Und wenn jetzt jemand so lieb wäre, mir ein Rechenbeispiel zu geben, wie muss ich das mit oder ohne Kleingewerbe Rechnen das, das Finanzamt Glücklich ist?
    Meine Anlage würde ca.
    6500 Kwh im Jahr machen
    1300 Kwh wären Eigenbedarf
    5200 Kwh würde ich Einspeisen


    Ich wäre sehr dankbar wenn sich jemand mir bissl annehmen könnte :oops:


    Gruss Sven

  • Hi,
    zum Thema Kleingewerbe
    http://www.photovoltaikforum.com/viewtopic.php?t=112559


    Schau dir auf der 2. Seite mal dem Betrag von kpr an.


    Ansonsten sofern du Regelbesteuerung wählst erhältst du die Einspeisevergütung mit MwSt. vom VNB.


    Falls du zur Kleinunternehmerregelung=KUR (nicht Kleingewerbe) optierst bekommst du die Einspeisevergütung ohne MwSt. vom VNB.


    Bei KUR erhälst du die MwSt. beim Kauf der Anlage nicht vom FA zurück. Bei der Regelbesteuerung schon.


    Nach 60 Monaten kannst du zur KUR wechseln ohne die MwSt. ans FA zurückzahlen zu müssen.


    Gruß Red5FS

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  • In diesem Thread geht es zwar um eine gebraucht gekaufte Anlage, aber die Erläuterungen von kpr sind zum größten Teil auch bei Dir zutreffend. Die Grenzen, die Du aufführst, sind verkehrt. Für die Gewerbesteuer gilt ein Freibetrag von 24.500€ (§11 Abs. 1 S. 3 Nr. 1 GewStG), bei der Einkommensteuer ist schon der erste Euro aus gewerblichen Einkünften steuerpflichtig. Du hast nur einen persönlichen Grundfreibetrag...

  • Das wichtigste zu erst.


    Um die Steuererklärungen zu machen benötigst du zwei Gehirne. Eins für das Thema Umsatzsteuer und ein anderes für das Thema EÜR.


    Zitat von SvenR


    ...
    Meine Fragen wären


    1. Lohnt ein Kleingewerbe ja oder nein?


    Kleingewerbe ist im Zusammenhang von PV und Steuern der falsche Ausdruck. Kleinunternehmerregelung (KUR) dürfte das sein, was du meinst. Das betrifft das Thema Umsatzsteuer. Also mit dem Umsatzsteuergehirn denken. Ob du die KUR oder Regelbesteuerung wählst ist deine Entscheidung. Ich empfehle die Regelbesteuerung. Eventl. nach 5 Jahren zur KUR wechseln.


    Zitat von SvenR


    Da ich unter 17500€ liege fällt Einkommenssteuer weg oder?


    Du wechselst jetzt von der Umsatzsteuer zur Einkommensteuer, also Umsatzsteuergehirn (USt-G) ausschalten und das Einkommensteuergehirn (ESt-G) einschalten.


    Für die Einkommensteuer werden alle Einkommensarten zusammengezählt. Die Einnahmen aus dem Gewerbe PV ist also nur eine Einkommensart. Wenn es deine einzige Einkommensart ist, dann kann es durchaus sein, dass du keine Einkommensteuer zahlen musst. Ob die von dir angeführte Grenze von 17500 € stimmt, weiss ich nicht.


    Zitat von SvenR


    Allerdings kann ich die Mwst/Ust wieder vom Finanzamt holen wenn ich ein Kleingewerbe mache?


    Wir wechseln wieder das Gehirn. ESt-G aus, USt-G an.


    Kleingewerbe ist wie oben bereits gesagt der falsche Begriff. Wenn du zur KUR optierst, dann kannst du keine Vorsteuer ziehen. Sprich, bei KUR keine USt zurück.


    Zitat von SvenR


    Dann wäre noch die Einspeisvergütung.
    Die bekomme ich ja vom Netzbetreiber.Ist das 13cent mit oder ohne Mwst?


    Super, wir können beim USt-G bleiben.
    Wählst du die KUR, bedeutet es, Einspeisevergütung ohne USt.
    Wählst du die Regelbesteuerung, bedeutet es, Einspeisevergütung mit USt.



    Mit KUR.


    Kaufpreis Anlage 7000 € + 19 % Ust (1330 €) = 8330,00 €
    5200 kWh x 0,13 €/kWh = 676,00 €
    1130 kWh x 0,13 €/kWh = 169,00 €


    USt-G an.
    Umsatzsteuererklärung ausfüllen.
    Ausfüllen: Name, Anschrift, Steuernummer
    Ausfüllen: B. Angaben zur Besteuerung der Kleinunternehmer (§ 19 Abs. 1 UStG)
    Keine USt zu zahlen, keine USt vom Kunden bekommen, keine Ust vom Anlagenkauf zurück.


    ESt-G an
    EÜR ausfüllen.
    Betriebseinahmen
    Einnahmen: 676,00 €
    Sachentnahme: 169,00 €
    ---------------------------------
    845,00 €


    Betriebsausgaben
    Abschreibung: 416,50 €
    -------------------------------
    416,50 €


    Ergebnis: 428,50 €



    Mit Regelbesteuerung


    5200 kWh x 0,13 €/kWh = 676,00 €
    19 % = 128,44 €


    Sachentnahme
    1300 kWh x 0,13 €/kWh = 169,00 €


    unentgeltliche Wertabgabe
    1300 kWh x 0,20 €/kWh = 260,00 €
    19 % = 49,40 €
    Die 0,20 €/kWh sind geschätzt, richtig wäre der eigene Bezugspreis plus Nebenkosten)


    USt-G an.
    Umsatzsteuererklärung ausfüllen.
    Ausfüllen: Name, Anschrift, Steuernummer
    Ausfüllen: Umsatz aus Lieferungen zu 19 %: 676,00 € (128,44 € USt)
    Ausfüllen: unentgeltl. WA zu 19 %: 260,00 € (49,40 € USt)
    Ausfüllen: Vorsteuer aus Rechnungen: - 1330 €
    Macht 1152,16 € USt zurück.


    ESt-G an.
    Betriebseinnahmen
    Nettoeinnahmen: 676,00 €
    USt aus Kundenzahlung: 128,44 €
    USt uWA: 49,40 €
    Sachentnahme: 169,00 €
    von FA erstattete Vorsteuer: 1330,00 €
    ---------------------------------
    2352,84


    Betriebsausgaben
    Vorsteuer: 1330,00 €
    Abschreibung: 350,00 €
    an FA gezahlte Ust: 128,44 €
    --------------------------------------
    1808,44 €


    Ergebnis 544,40 €


    So ungefähr sähe das aus. Nun viel Erfolg beim Verdauen.