Mini PV 1,65kwp rechtliche Fragen

  • Hallo Leute,


    ich habe eine kleine PV Anlage geplant mit sechs Modulen a 275Wp und einem SMA SB 1.5-1.


    Da ich über die Suche keine Antwort für meine Fragen gefunden habe, bzw. die mich noch mehr Unklarheiten beschert haben wäre ich glücklich wenn mich jemand über folgende Punkte aufklären könnte (, da mein Elektriker leider gar nicht mit der Materie vertraut ist):


    -Macht es Sinn bei einer so kleinen Anlage Sinn auf die Einspeiservergütung zu verzichten?


    -Ist es richtig, dass ich auf die Meldung der eigenverbrauchten kwhs beim Versorger und der Netzagentur verzichten kann wenn ich keine Vergütung erhalte?


    -gilt die 70% Begrenzung wenn ich keine Vergütung beziehe?

  • Moin foxxyfoxtrott,


    willkommen im PV-Forum :D .


    In dem Moment, wo Du einen Netzanschluss hast, musst Du auch die Anschlussbedingungen erfüllen. Also 70% hart oder weich - oder theoretisch eben auch RSE - Unfug, da viel zu teuer.
    Warum willst auf die Vergütung verzichten? Kannst Du denn die kpl. Leistung abnehmen?
    Was willst DU mit dem Verzicht der Vergütung erreichen?


    Gruß
    MBiker_Surfer

    Gruß
    MBiker_Surfer


    Elektrisch: Nikola Gotway 100V

  • Zitat von MBIKER_SURFER


    In dem Moment, wo Du einen Netzanschluss hast, musst Du auch die Anschlussbedingungen erfüllen. Also 70% hart oder weich - oder theoretisch...


    Die 70% stehen nicht in den TAB oder VDE AR-N 4105 sondern im EEG. Wer keine Vergütung nach EEG will, braucht sie auch nicht einhalten (bzw. umgekehrt, wer sie nicht einhält bekommt nach §25 EEG2014 nur Marktwert).


    Wenn man die Anlage ordentlich anmelden will, gewinnt man durch den Verzicht auf die Vergütung (wobei das gar nicht so leicht ist, wenn erst mal der Zweirichtungszähler gesetzt ist, läuft bei fast allen VNB automatisch intern die Auszahlung an - steht ja auch so im EEG) imo gar nichts.


    Darf man fragen, warum die Anlage gerade so groß geplant ist und was sie kosten soll?

  • :danke:


    Ich denke ich habe durch eine WW-Wärmepumpe und Klimaanlage genug Abnahme.


    In dem Inbetriebsetzungsblatt der Westnetz heisst es dauerhafte Begrenzung der max. Wirkleistungseinspeisung am Netzanschlusspunkt auf 70% der Modulleistung. Bedeutet das nicht im Umkehrschluss, dass ich mindestestens 30% Eigenverbrauch dauerhaft sicherstellen muss?


    Ich kann bei einer Stromerzeugung > 1,1kW z.B. den WW-Sollwert anheben lassen um die Abnahme zu garantieren.
    Zusätzlich wäre es auch denkbar die Klimaanlage zwangsmässig einzubinden (wenn ich dauerhaft >70% erzeuge wird eine Kühlung aber eh notwendig werden...)


    Ist so eine Regelung auch denkbar um die 70% zu erfüllen?


    Wenn ich aufgrund dieser Konstellation sehr wenig einspeise habe ich gedacht ich könnte mir den Aufwand der mit der Vergütung einhergeht sparen...

  • Das nennt sich hier 70% weich, kostet halt auch noch etwas zusätzlich das umzusetzen - meinst du den Aufwand?


    Ich glaube ja fast, daß du eine so kleine Anlage (fürs Finanzamt) nicht wirtschaftlich betreiben kannst, dann ist der Aufwand beim Finanzamt denen das einmalig klar zu machen (daher meine Frage nach dem preis um das abschätzen zu können). Dafür gib es im Netz Vorlagen (glaube gegen eine kleine Gebühr) in die man nur noch seine Daten einfügen muß, kann man aber auch selbst zusammenstellen, ist kein Hexenwerk.

  • Zitat von alterego


    Darf man fragen, warum die Anlage gerade so groß geplant ist und was sie kosten soll?


    Die Grösse ergibt sich quasi aus der Leistung des Wechselrichters. Ich will nur eine kleine Anlage um meinen selbst erzeugten Strom möglichst komplett zu verbrauchen. Spricht da was gegen?


    Da ich die Module selbst installiere wird mich die Anlage inkl. neuem Zählerschrank <3000€ kosten.


    Selbstverständlich wird die Anlage ordentlich angemeldet...

  • Kann man natürlich so machen, die "Einmalkosten" bleiben halt gleich, egal ob du 2 oder 5kWp baust. Daher ist eine größere Anlage wirtschaftlicher, weil (entgegen vieler Gerüchte) die Vergütung immer noch hoch genug ist, daß du die Anlage damit bezahlt bekommst (reich wird man aber nicht mehr).
    "Problem" ist halt, daß du den Strom zeitgleich mit der Erzeugung verbrauchen mußt. Ich würde schätzen, daß du immer noch 300-500kWh im Jahr einspeist, also immer noch ein nettes Abendessen zu zweit bzw. ein guter Stundenlohn für ein paar mehr Formulare bei der Steuererklärung.

  • Wie sieht es hiermit aus?


    Zitat von foxxyfoxtrott


    -Ist es richtig, dass ich auf die Meldung der eigenverbrauchten kwhs beim Versorger und der Netzagentur verzichten kann wenn ich keine Vergütung erhalte?

  • Bei den beiden sowieso, weil die nicht zuständig sind ;) Wenn überhaupt dann der VNB (Netzbetreiber).
    Es ist ("nur" 20 Monate nach Inkrafttreten des Gesetzes, die Mühlen der Bürokratie mahlen langsam) noch nicht ganz klar, ob du dem nicht einmalig mitteilen mußt, daß keine Umlage fällig wird, weil du unter 10kWp bist. Von der jährlichen Meldung bist du dann befreit, aber völlig unabhängig davon ob du Vergütung bekommst oder nicht.

  • wofür wird der Zählerschrank gebraucht ?


    Um die 70% einzuhalten braucht man ca 2,2 KW. Wäre das nicht eine Möglichkeit ?