Hilfe Umsatzsteuerjahresmeldung

  • Hallo zusammen,


    ich habe ein Problem und hoffe hier kann mir jemand eine ausführliche Erläuterung geben bzw. Hilfestellung leisten?


    Wir haben seit Juli 2015 unsere PV auf dem Dach.
    Wir haben für die PV Anlage eine separate Steuernummer erhalten. Unsere "normale" Steuererklärung haben wir vor längerem schon gemacht. Heute habe ich beim Finanzamt angerufen um zu fragen woran es hängt, weil es doch schon einige Zeit her ist.....


    Da wurde mir gesagt, dass noch die Umsatzsteuerjahresmeldung für die PV Anlage fehlt. :|
    Ich dachte durch die monatlichen Meldungen wäre das alles was ich zu tun hätte. :oops: (bitte nicht lachen.....)


    Nun sagte mir der "freundliche" Mitarbeiter des Finanzamtes, dass ich eine Gewinnermittlung (EüR) und die Umsatzsteuerjahreserklärung machen muss....


    Ich habe davon aber keine Ahnung :roll:


    Habe nun schon etwas im Internet gesucht und auch hier im Forum. Hier fand ich einen Beitrag bezüglich einer Gewinnermittlung mit einer Excel Datei, jedoch ist diese schon etwas älter?


    Gibt es irgendwo eine Art Leitfaden, an den man sich bei der Steuererklärung halten kann, um nix falsch zu machen?


    Wie sieht es mit der AFA aus? Gibt es da einen bestimmten Prozentsatz (12,5%???) oder wonach richtet sich das?
    Wir haben damals es so gewählt, dass wir die MWST von der Anlage wieder bekommen haben (falls das eine Rolle spielt?!)


    Bin über jegliche Hilfestellung dankbar :danke:

  • Ohoh, DAS klingt garnicht gut, da ist offensichtlich nichtmal Basiswissen vorhanden, Was Wann Wie abgegeben werden muss....


    Am besten nimmst du dir einen Steuerberrater (zumindest einmal) der sich damit auskennt und dir zeigt, was du alles brauchst.


    ansonsten, hoffe ich, dass kpr oder donnermeister oder so jemand mal den Thread hier findet (ohne einen Herzinfarkt zu bekommen :mrgreen: ) und dir einmal eine kurze checkliste zusammenstellen aknn, WAS du alles brauchst für das FA jedes Jahr

  • Hi, danke für deine Rückmeldung :-)
    Hatte mit der Steuer nie viel am Hut....


    Dann hoffe ich auch mal, dass sich einer der genannten bei mir meldet und mir hilft. Vielleicht ist ja jemand sogar aus meiner Nähe (Ludwigshafen/Mannheim). Würde mich echt freuen wenn sich einer meldet, gerne auch per PN

  • Zitat von andy683


    ...
    Nun sagte mir der "freundliche" Mitarbeiter des Finanzamtes, dass ich eine Gewinnermittlung (EüR) und die Umsatzsteuerjahreserklärung machen muss....
    ...


    Da du wenig bis keine Ahnung hast, sei dir Paulchens Steuertabellenkalkulation http://www.pv-steuer.de empfohlen. Eine kostenlose Variante (nur für Volleinspeiseanlagen gibt es im Downloadbereich). Mit der kostenlosen Version kann man zu Testzwecken schön rum spielen. Vielleicht sagt es dir zu.


    Ok, also Umsatzsteuererklärung und EÜR. Wichtigste Voraussetzung dafür sind zwei Gehirne! Eins für die USt-E und eins für die EÜR.


    Fangen wir mit der Umsatzsteuererklärung an. Dazu benötigen wir das Umsatzsteuergehirn.


    Ich erkläre hier den Normalfall. Eine USt-E wird immer für ein Jahr gemacht. Ein Jahr geht üblicherweise immer vom 1.1. bis 31.12. Im Jahr 2015 war das auch so. Es begann am 01.01.2015 um 00:00 Uhr und es endete am 31.12.2015 um 24:00 Uhr. Wir behalten uns diese Tatsache (Beginn und Ende) bei all unseren Überlegungen zur USt-E im Kopf.


    Im der USt-E 2015 sind nun alle Umsätze und Vorsteuern des Jahres 2015 zu erklären. Das bedeutet, dass du nun einfach alle Umsätze die zw. 1.1.2015 und 31.12.2015 stattfanden zusammen zählst und bei Umsätze aus Lieferungen und Leistungen zu 19 % einträgst. Angenommen, dein Kunde hat für deine Stromeinspeisung in das Netz von Januar bis Dezember 2015 am 10. jeden Monats 119,00 € brutto auf dein Konto überwiesen, dann war der Umsatz im Jahr 2015:


    12 x 119,00 € = 1428,00 € brutto.


    In der USt-E wird aber der Nettoumsatz eingetragen, also


    1428,00 € / 119 * 100 = 1200,00 €


    In die Zeile mit Umsätze aus Lieferungen und Leistungen zu 19 % trägt man 1200,00 € ein.


    Als nächstes benötigt man die Summe der gezahlten Vorsteuern aus Rechnungen von anderen Unternehmern. Alle zwischen dem 1.1.2015 und 31.12.2015 erhaltenen Rechnungen für das PV-Unternehmen zusammen suchen und darauf ausgewiesenen Umsatzsteuerbeträge addieren. Das ist dann der Wert, den man bei Vorsteuern aus Rechnungen von anderen Unternehmern einträgt.


    Bleibt noch das Vorauszahlungssoll. Das ermittelt man aus der Summe der Umsatzsteuervoranmeldungen des Jahres 2015. Alle USt-VA von Jan. bis Dez. 2015 nehmen und die jeweilige Endsumme unter mathematisch korrekter Beachtung des Vorzeichens addieren.


    Angenommen, man hat von Jan. bis Dez. jeweils 100,00 € in den USt-VA angemeldet, ergibt sich eine Summe von 1200,00 € für das Vorauszahlungssoll. War z.B. der Anlagenkauf im Jan. und im Jan. wurde eine Vorsteuer von 1000,00 € zusätzlich angemeldet, dann sollte die Summe in der Jan. USt-VA 100 € Umsatz - 1000 € Vorsteuer = - 900 € betragen. Das würde dann ein Vorauszahlungssoll von -900 € + 11 x 100 € = 200 € ergeben.


    In der USt-E sollen die Beträge angegeben werden. Es ist egal, ob du die USt. bereits an das FA gezahlt oder etwas vom FA bekommen hast.


    Das war Umsatzsteuer. Das haben wir mit dem Umsatzsteuergehirn gedacht. Jetzt schalten wir das Umsatzsteuergehirn ab und machen Pause.


    Bleiben sie dran!

  • Halt! Das USt-Gehirn noch nicht abschalten. Wir haben den Direktverbrauch (DV) noch nicht gewürdigt. Für die selbst aus der PV-Anlage vernaschten Kilowattstunden will Vater Staat auch Umsatzsteuer haben. Die beträgt 19 %, nur von was? Wir müssen einen Preis pro selbst verbrauchte kWh ermitteln. Dazu gibt es viele Hypothesen und Ansätze. Ich halte mich da an das, was Forumteilnehmer KPR so oft hier geschrieben hat. Der Einkaufspreis plus Nebenkosten (Grundpreis) netto, den man selbst beim eigenen Stromanbieter zahlt, ist die Grundlage. Um das einfach zu berechnen, hat Forumteilnehmer Paulchen eine kostenlose Tabellenkalkulation auf http://www.pv-steuer.de zur Verfügung gestellt. Hat man damit den Wert ermittelt, trägt man das Ergebnis in die Umsatzsteuererklärung bei unentgeltliche Wertabgaben zu 19 % ein.


    Jetzt aber Pause für das USt-Gehirn.


    Gleich geht es mit dem EÜR-Gehirn weiter, aber erst wird Earl Grey Tee zubereitet.

  • hallo,


    danke für deine / eure unterstützung. Ich glaube ich habe es hin bekommen. :-)


    Bin gespannt was das FA sagt