Eigenverbrauch 10 MWh/a Grenze

  • Hallo,


    ich bin gerade am Überlegen, in wie weit eine PV-Anlage für eine Firma Sinn macht.
    Werktags besteht zwischen etwa 7-17 Uhr eine Grundlast von min. 20 kW.


    Theoretisch wäre denkbar, eine 20 kWp Anlage mit größtenteils Eigenverbauch anzuschaffen. Da Flachdach ist wohl eine Aufständerung sinnvoll, die dann ohnehin angesichts möglicher Dachfläche die Anlagengröße auf 10 kWp beschränken dürfte. EEG-Umlage wäre dann wohl nicht zu zahlen - aber die 10 MWh Grenze für Eigenverbrauch pro Kalenderjahr könnte wohl erreicht werden.


    Dazu meine Fragen:


    (1) Muss bei mehr als 10 MWh Eigenverbrauch pro Jahr dann nur für das darüber liegende EEG-Umlage (2,22 Cent/kWh - ab 2017 dann schon 2,54 Cent/kWh und wohl immer weiter steigend?) bezahlt werden - oder wenn knapp über 10 MWh dann der gesamte Eigenverbrauch ab der ersten selbst verbrauchten kWh?


    (2) Zum Nachweis der Einhaltung der Einspeisegrenze wäre dann wohl nicht nur ein Zweirichtungszähler sondern auch ein zusätzlicher Einspeisezähler sinnvoll? Wäre der (einfach?) vom Netzbetreiber zu bekommen - und wie wird dies umgesetzt? Müssten dann nicht z.B. auch die Wechselrichter-Anschlüsse plombiert werden können?


    (3) Hätte es irgend welche Vorteile, auf die Einspeisevergütung (nicht selbst verbrauchte Erzeugung am Wochenende etc.) zu verzichten? Da Firma muss ohnehin Gewerbesteuer entrichtet werden.


    Danke.

  • Für den Bezug zahlst du immer 100% Umlage, 35 oder 40% sind also nicht so schlimm. Wenn 20kWp aufs Dach gehen (z.B. mit einer flachen Ost-West-Aufständerung), dann mach das, damit wirst du mehr einsparen, als du EEG-Umlage zahlst (müßte man im Einzelfall nochmal nachrechnen, aber den Bezug und die Umlage darauf nicht vergessen ;) ) und die Anlage dürfte pro kWp auch billiger werden.
    Zu den Fragen:
    1) soweit ich weiß nur für das, was über 10MWh verbruacht wird. Wenn du nur Werktags den hohen Verbruach hast udn Sonn-/Feiertags eher wenig, wirst du alleine da schon um 15-20% einspeisen, ist bei dir Samstag auch kein Werktag, geht es Richtung 25-30%. Du bräuchest also schon über etwa 1150 kWh/kWp Ertrag um bei 10kWp auf 10MWh selbst verbrauchten Strom zu kommen, das sind in D schon Spitzenwerte, zumal bei nicht 100% optimaler Südausrichtung
    2) der Zweirichtungszähler ist der Einspeisezähler, du brauchst einen Erzeugungszähler zusätzlich
    3) nein

  • Hier mal eine Energiebilanz eines Gewerbebetriebes (Autohaus, Verkauf mit Werkstatt):



    Die PV-Anlage hat 30 kWp Südausrichtung mit ca. 15° Neigung. Die Tageslast (7:30 bis 18:30) liegt bei 20 kW und die Nachtlast bei ca. 2,5 kW. Die Eigenverbrauchsquote lag bei 83%. Bei einer 20 kW PV-Anlage dürfte die EV-Quote bei vergleichbarer Last noch höher liegen.


    Zitat von alterego

    Du bräuchest also schon über etwa 1150 kWh/kWp Ertrag um bei 10kWp auf 10MWh selbst verbrauchten Strom zu kommen, das sind in D schon Spitzenwerte


    Die Aussage ist auf Grund der o.g. Grafik wohl nicht haltbar.


    Zitat von nosol

    )Hätte es irgend welche Vorteile, auf die Einspeisevergütung (nicht selbst verbrauchte Erzeugung am Wochenende etc.) zu verzichten? Da Firma muss ohnehin Gewerbesteuer entrichtet werden.


    In dem o.g. Beispiel sind 5400 kWh eingespeist worden. Der Einnahmeverlust würde ca. 650€ betragen. Die EEG-Umlage hätte ca. 650€ betragen. Nullsummen spiel. Bei 20 kWp und etwa gleichen Verbrauch geht die Rechnung sogar zu Gunsten der Nichtanmeldung aus. Die Anlage würde ich daher ohne Anmeldung bauen. Kein Papierkram, keine Bürokratie.

    Bilder

    PV, BHKW, Speicher ecoBATT, Bilanzpunktregler ecoBPR, Wallbox ecoLOAD, Renault ZOE
    Rechnen hilft. Bleistift, Papier und Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern
    Oscar Perdok GmbH - Gildeweg 14 - 46562 Voerde PV, Wallboxe und mehr

  • Zitat von ecopowerprofi


    Die Aussage ist auf Grund der o.g. Grafik wohl nicht haltbar.


    Aber nur, wenn du auch am Sonn- und Feiertag einen nennenswerten Verbrauch hast (den Teil hast du natürlich nicht zitiert), sonst sind das halt mal um die 65 Tage also 18% des Jahres, die fast voll eingespeist werden. Das Wetter macht halt keinen Unterschied zwischen Werktag und Sonntag.
    Aber wahrscheinlich denke ich zu weit, wenn ich nicht im Büro bin, gibt es dort auch keinen Verbrauch und ich kann mir schlicht nicht vorstellen, warum das bei anderen, anders sein könnte. Ok, die Haustechnik bruacht noch ein paar Watt (und wenn die Heizung läuft ein par 10Watt), aber das ist es dann auch.

  • Zitat von ecopowerprofi


    Die Aussage ist auf Grund der o.g. Grafik wohl nicht haltbar.


    Doch, denn Du belegst die Aussage doch mit Deiner Grafik. 17% des erzeugten Stromes wurden in Deinem Beispiel eingespeist. Damit er bei einer 10kWp-Anlage über 10MWh selbstverbrauchten Strom kommt, muss er also zu den 10MWh nochmals ungefähr 17% erzeugen. So kommen wir auf knapp über 1150kWh/kWp was die Anlage erzeugen muss...


    Stefan

  • Zitat von alterego

    Aber nur, wenn du auch am Sonn- und Feiertag einen nennenswerten Verbrauch hast


    Haben die nicht. Samstags nur bis 13:00 Uhr. An Sonntagen nur wenn die mal so was wie Frühlingsfest o.ä. veranstalten. Das ist ca. zwei mal im Jahr. Sonst an Sonn- und Feiertage nur die Grundlast von 2,5 kW.


    PS: Ich hatte Deine Aussage nicht genau genug gelesen. Meine Berechnung ob Anmeldung Ja oder Nein bleibt aber trotzdem richtig und nur darauf kommt es an. Bei 10 kWp, auch mit 1150 kW/kWp, wird er so gut wie keine Einspeisung haben. Da braucht er die erst recht nicht anmelden.

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  • Zitat von Elektron

    Anmeldung und Einspeisung macht auf alle Fälle Sinn


    Auch wenn es nix einzuspeisen gibt. Dann gibt es keine Förderung, keine EEG-Umlage. Warum dann anmelden und die EEG-Umlage riskieren, weil vielleicht doch mal 10 kWh auf dem Zähler steht. Ich hab kein vertrauen in die EEG-Politik der Regierung. Die ist Lobbygesteuert und die Lobby versucht dem kleinen Erzeuger die Sache ab zu gewöhnen bzw. so unrentabel wie möglich zu machen. Dass man die Einspeisevergütung reduziert o.k., dass man zur Netzstabilisierung Regelungen trifft o.k., dass man auf Eigenverbrauch auch noch was bezahlen soll und damit die Stromgroßverbraucher subventioniert werden no way !!!

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  • Hallo,


    wer Geld verschwenden möchte, dem kann man sicherlich anraten nicht einzuspeisen.
    Wie andere hier schon beschrieben haben, wird es sicherlich (Wochenende)-Tage geben, an den die Anlage deutlich mehr erzeugt wie selbst verbraucht werden kann.


    PV-Anlagen sind Peak-Anlagen, daher auch die Einführung der Einheit Wp (peak).


    Es wäre schade, wenn die Anlage auf dem Dach sich befindet und auf Grund von keinem Eigenverbrauch, die Anlage tatenlos auf dem Dach liegen würde. Eine Ressourcenverschwendung! Auch werden wir die Energiewende nur schaffen, wenn wir unseren PV-Strom an Dritte mittels Einspeisung zur Verfügung stellen.


    Gruß Elektron

  • Zitat von Elektron

    Hallo,


    wer Geld verschwenden möchte, dem kann man sicherlich anraten nicht einzuspeisen.
    Wie andere hier schon beschrieben haben, wird es sicherlich (Wochenende)-Tage geben, an den die Anlage deutlich mehr erzeugt wie selbst verbraucht werden kann.


    Bei 80% Eigenverbrauch braucht man nichts mehr einspeisen, wozu auch? Es giebt keine Pflicht, überschüssigen Strom einzuspeisen. Es giebt dennoch viele Möglichkeiten den Strom auch am Wochende selbst zu verbrauchen. ZBsp. durch Heizung, Klima, Warmawasser, Lüftung, ect. PV Strom ist ja in der Herstellung mit 6 cent schon zu den billigsten Energieträgern geworden, absolut konkurenzfähig zu Gas oder Öl.

    Alle sagten das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht, und hats einfach gemacht.