Ertrag aus nicht EEG-Freifläche verkaufen-Macht das Sinn?

  • Macht es Sinn auf einem Feld das nicht unters EEG fällt eine große Anlage zu bauen um den Strom direkt an den Verbraucher zu verkaufen, z.B. an Unternehmen mit hohem Stromverbrauch?
    Weiß jemand ob das grundsätzlich funktioniert und was es dabei zu beachten gibt? Hat das evtl. schonmal jemand gemacht?


    Oder ist dieser Gedanke nicht wert, dass er weiter verfolgt wird?

  • Hi Sed,


    ich würde mal sagen das kommt darauf an, wieviel deine "Unternehmen" bereit sind für deinen Strom zu zahlen ;-)
    Im allgemeinen lohnt es sich hier nämlich nicht.


    Nur mal ganz grob in den Raum geschmissen:
    Eine "große" Freiflächenanlage kostet vielleicht 1000 -1100 €/kWp (plus minus ein bisschen).


    Hiervon schreibst du 5% pro Jahr ab und hast Wartungs/reparaturkosten inkl. Rückstellungen von ca. 1% pro Jahr.


    Also "kostet" dich deine Anlage pro Jahr etwa 60 €/kWp für die ersten 20 Jahre.


    die Anlage erwirtschaftet im Mittel etwa 1000 kWh/kwp pro Jahr. D.h. dein Strom kostet dich zumindest schonmal 6 Ct um überhaupt deine Abschreibungen und Rückstellungen zu halten.
    Dann kommt darauf erstmal noch die EEG Anlage von ca. 6 Ct, die du brauchst, da du an dritte verkaufst.
    Macht schonmal netto 12 Ct um zumindest nicht zuweist ins Rote zu laufen.
    Jetzt hat man das Geld für eine "große" Freiflächenanlage vielleicht auch nicht grade rumliegen und finanziert fremd zu ca. 1-2%. Dann braucht man nochmal ca. 2 Ct mehr um die auch zu halten.


    Jetzt noch einen kleinen Puffer von 2-3 Ct drauf, dann bist du bei etwa 17 - 18 Ct alleine damit du dich "über wasser halten kannst".


    wenn du jetzt auchnoch ein Geschäft damit machen willst, muss das noch etwas teurer sein.



    Und jetzt kommt noch die "Kleinigkeit", dass du, wenn du das Versorgungsnetz benutzen willst (und nicht direkt deine AC Leitung an den Großverbraucher hängen willst :mrgreen: ) du auch noch Netzentgelte o.ä. zu entrichten hast, was in Deutschland ein ziemlicher Batzen von grob 10 Ct sin (oder so ähnlich? Hab ich jetzt nicht im Kopf).


    Wenn du es schaffst, dass dir jemand diesen Preis zahlt (und das länger als ein Jahr in der Zukunft ;-) ) dann kann sich das lohnen :-P

  • Upsi, nach dieser Rechnung klingt das aber ganz und gar nicht interessant! :oops:
    Mir wurde dieses Prinzip nahe gelegt, da sah die Rechnung aber ganz anders aus. Vor allem EEG-Umlage und Netzentgelt vielen dabei nicht sonderlich ins Gewicht. Vor allem die Netznutzungsgebühr wurde mit unter 1 Cent genannt.
    Verstehe ich das richtig, der Stromnutzer müsste die Anlage selbst betreiben um die EEG-Umlage zu sparen?

  • Hi Sed,


    grade die zwei Punkte sind die, die ohne genauere Kentnisse deiner Gegebenheiten am schwersten abzuhandeln sind.


    Zur EEG Umlage:
    Wenn du als Anlagenbetreiber deinen Strom SELBST verbrauchst, dann fällt keine (bei unter 10 kWp) oder nur eine verringerte (bei über 10 kWp) EEG Umlage an. Wenn du den Strom aber an dritte verkaufst, dann musst du die volle Umlage zahlen.


    Netzentgelte:
    Hier kommt es halt SEHR darauf an, ob du den Strom der PV Anlage durch das öffentliche Netz leiten musst, bevor der Drittverbraucher den Strom erhält. Wenn du durchleiten musst, musst du auch Netzentgelte bezahlen wie jedes andere Kraftwerk auch. (Und wenn das Unternehmen dann NUR von dir beliefert wird, musst du auch für Liefersicherheit sorgen).
    Wenn du "in direkter räumlicher Nähe" den Strom produzierst und NICHT durch das Netz leitest, brauchst du auch keine Netzentgelte bezahlen. Dann kannst du aber auch nur EIN Unternehmen beliefern, da du ja schlecht eine Großanlage an zwei unterschiedliche Stromkreise anschließen kannst.
    Schau mal hier, das klingt soweit recht gut (allerdings grob) erklärt:


    Link

  • Zitat von Sed

    Vor allem die Netznutzungsgebühr wurde mit unter 1 Cent genannt.


    Wenn du von Mittelspannung in Mittelspannung lieferst, kommt das schon hin ist aber regional sehr unterschiedlich. Wie in meienr Antwort im anderen Thread geschrieben, wende dich an eine Direktvermarkter.
    Es gibt auch noch Vorteile bei der Stromsteuer für regionale Direktvermarktung, da du aber 100% EE lieferst (und kein EEG in Anspruch nimmst), fällt imo sowieso keine Stromsteuer an.