Dach undicht: Was muss Versicherung des Solarteurs zahlen?

  • Hallo,


    im Laufe der letzten 5 Jahre wurde unser Dach an mehreren Stellen undicht. Versicherungssachverständiger war inzwischen da und hat bestätigt, dass es an der Montage der PV-Anlage liegt. Die Versicherun will aber nun nur das Flicken der Bitumenschindeln zahlen.
    Müßte nicht das komplette Dach wieder in den Zustand (kein Flickenteppich) versetzt werden, in dem es vorher war und zwar auf Kosten der Versicherung?
    Habe den Eindruck, die Versicherung möchte möglichst wenig zahlen. Ist ja auch logischerweise in deren Sinne aber eben nicht in meinem.
    Welche Rechte habe ich? Gibt es da evtl. irgendwo etwas zum nachlesen, was ich der Versicherung unter die Nase halten kann?



    Vielen Dank für Eure Hilfe.

    lG


    T-Punkt

  • Ich denke, du hast einen Schaden - den die Versicherung auch so sieht - und der muss behoben werden.
    Wenn sich das als Serienfehler herausstellen sollte, kannst du sicher sagen, dass ALLE Durchdringungspunkte neu gemacht werden müssen, da man davon ausgehen kann, dass auch alle undicht werden.
    Die Reparatur ist ein Ermessensspielraum der Versicherung. Wenn ich z.B. zwei gebrochene Dachziegel habe - bei 40 verbauten Dachhaken - kann ich mir überlegen, ob das ein einmaliger Fehler bei den zwei Dachhaken war oder ob alle Dachhaken falsch montiert wurden. Dann werden eben 2 repariert oder alle.

    Zu wissen, was man weiß, und zu wissen, was man tut, das ist Wissen.
    Wer mehr zum DC Speicher wissen will erreicht mich per PN !

  • Danke für die schnelle Antwort.


    Wir sprechen hier von 60 Durchdringungspunkten und einem "Serienfehler", weil das Team des Solarteurs die Schletter-Teile einfach auf die beschichteten Bitumenplatten geklebt hat, diese Verbindung aber nicht dicht ist/war. Hätte wohl vorher an den Stellen die Beschichtung (sandähnlich) entfernt werden müssen um eine daurhaft dichte Verklebung zu erreichen.


    Somit ist das ganze Dach betroffen. Die Versicherung ist nun der Meinung, es hätte genügt, die betroffenen (60) Stellen zu flicken.
    Wir haben in der vergangenen Woche das Dach neu und zwar diesmal als Blechdach (andere Montagetechnik für Panels ohne erneute Durchdringung des Daches). Wir wollten nicht das Risiko eingehen, in 3-5 Jahren wieder vor dem gleichen Problem zu stehen.
    Fakt ist aber eigentlich müßte die Versicherung eine komplette Dacherneuerung, so wie es vorher war, d.h. mit Bitumenschindeln zahlen müssen. Das ich die Wertsteigerung durch das Blechdach, was natürlich teurer ist, selbst zahle ist ja klar und OK.

    lG


    T-Punkt

  • Das sehe ich nicht so. Du hast ja durch die Montage der PV Anlage - weil du den Auftrag erteilt hast - dem Installateur das Durchdringen, also den Eingriff ins Dach erlaubt. Das hat er an 60 Stellen dann falsch gemacht. Wenn das die einzigen Beschädigungen sind, hast du nur Anspruch auf Beseitigung dieses Schadens. Wenn an anderen Stellen auch noch Schäden aufgetreten sind, ist das anders.
    Wenn ich hier von einem generellen Fehler ausgehe, wird die Versicherung auch das Reparieren der 60 Stelllen zahlen - und nicht suchen, ob diese wirklich undicht sind und dann nur die undichten übernehmen.

    Zu wissen, was man weiß, und zu wissen, was man tut, das ist Wissen.
    Wer mehr zum DC Speicher wissen will erreicht mich per PN !

  • T-Punkt,
    ohne vorherige Absprache und Einigung mit der Versicherung ist das ein riskantes Unterfangen, das Dach einfach komplett neu decken zu lassen. Die Versicherung ist in der Vorhand und die werden nur mit den Schultern zucken, wenn du mit Rechnungen ankommst. Was genau steht denn im Versicherungsvertrag?
    Schätze mal, du wirst einen Großteild der Kosten selbst tragen müssen.

  • Zitat von T-Punkt

    Die Versicherun will aber nun nur das Flicken der Bitumenschindeln zahlen.
    Müßte nicht das komplette Dach wieder in den Zustand (kein Flickenteppich) versetzt werden, in dem es vorher war und zwar auf Kosten der Versicherung?


    Würde ich nicht so sehen.


    Wir reden doch hier von der Haftpflichtversicherung des Solarteurs, richtig?
    Ich gehe davon aus, dass diese die Demontage der Module, das Neuabdichten der Haken und auch die Remontage der Module bezahlen würde. Es hätte also noch nicht einmal ein optisches Problem gegeben, da die Flickstellen nachher wieder mit der PV-Anlage überdeckt sind.
    Jetzt hast du dich offenbar dazu entschlossen, Blech über die Bitumenschindeln zu legen. Das ist natürlich dein gutes Recht, aber es wäre unfair, dem Solarteur (bzw. seiner Versicherung) dafür mehr aus den Rippen zu schneiden, als er sonst hätte bezahlen müssen.
    Mit welchem Recht verlangst du die Kostenübernahme für ein komplett neu gedecktes Bitumenschindeldach, wo du doch mit deinem Auftrag zur Montage einer PV-Anlage dafür gesorgt hast, dass die Dachfläche Flickstellen bekommt?

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Was die Versicherung sagt, ist für dich eigentlich irrelevant. Du musst dich mit dem Solateur auseinander setzen. Ob der gut oder schlecht versichert ist, braucht dich nicht interessieren.


    Ich denke der muss die 60 Durchdringungen fachgerecht herrichten. Nicht mehr und nicht weniger. Wenn du ihm die Nachbesserung durch kompletten Tausch des Daches unmöglich machst, wirst du dich gütlich mit ihm einigen müssen.


    Gruß Jochen

    14,8 kWp Solar Fabrik / Fronius
    23 kWp Bosch / Danfoss
    55 kWp Frankfurt Solar / Danfoss
    30 kWp Yingli / SolarEdge
    15,8 kWp Bosch / SMA
    Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der Helianthus Solar GmbH

  • Nach 5 Jahren?
    Halte ich für schwierig. Zumal: Du als Geschädigter bzw. der Versicherungssachverständige wirst zwar sagen, dass der Solarteur Schuld ist, ich denke aber dass der Solarteur was anderes sagen wird. Wenn es hart auf hart läuft gibt es ein Patt weil der Solarteur sich weigert und das Ganze landet vor Gericht. Dann wird ein unabhängiger Sachverständiger bestellt. Das dauert und kostet. Und zwischenzeitlich geht der Solarteur ggf. pleite.
    Die Frage ist: Will man sich das wirklich antun oder beißt man in den sauren Apfel und einigt sich mit der Versicherung?

    9,6 kWp Talesun TP660P-240, SMA STP 8000TL-20; Ausr.: 70° (West); DN: 33°; seit 10/2012
    10,56 kWp Yingli YL240P-29b, SMA STP 10000TL-10; Ausr.: -110° (Ost); DN 33°; seit 01/2013


    „Wenn Weitblick ortsgebunden ist, kann es mit den Visionen auch nicht so weit her sein.“


  • "Nach 5 Jahren?" Eventuell Verdeckter Mangel --> 30 Jahre. Ist aber nach Umbau auf Trapezblech sowieso hinfällig.


    "... einigt sich mit der Versicherung" Das war eigentlich mein Punkt. Man einigt sich mit dem Solateur. Der muss sich mit seiner Versicherung einig werden.


    Gruß Jochen

    14,8 kWp Solar Fabrik / Fronius
    23 kWp Bosch / Danfoss
    55 kWp Frankfurt Solar / Danfoss
    30 kWp Yingli / SolarEdge
    15,8 kWp Bosch / SMA
    Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der Helianthus Solar GmbH

  • Zitat von JayM

    "Nach 5 Jahren?" Eventuell Verdeckter Mangel --> 30 Jahre. Ist aber nach Umbau auf Trapezblech sowieso hinfällig.


    "... einigt sich mit der Versicherung" Das war eigentlich mein Punkt. Man einigt sich mit dem Solateur. Der muss sich mit seiner Versicherung einig werden.


    Das muss vor dem Umbau geschehen, hinterher funktioniert das kaum noch.