gebrauchte Module und WR vorhanden --> Wie gehts weiter?

  • Hallo,
    ich habe hier genug gebrauchte 140wp Module und einen Wechselrichter Solamax 6000c liegen. Die Komponenten stammt aus 2 abgebauten PV Anlagen.
    Welche sinnvolle Möglichkeiten gibt es die PV Anlage laufen zu lassen?
    - 55° Satteldach volle Südausrichtung.
    - 50m² Dachfläche minus Dachgaube
    - 25 Jahre alter Zähler (wahrscheinlich ohne Rücklaufsperre)
    - Jahresverbrauch ca. 1500kWh
    - Motivation: Eigenverbrauch


    Variante1: 1 String (17 Module) der 3 Strings am WR voll belegen und WR an Hausnetz anschließen --> Fertig


    Variante2: 2 Strings voll belegen und auf die Südseite packen und den 3. String mit 30% der Gesamtleistung nach Norden um 70% Regelung hinzubekommen --> Anlage dann mit Kleinunternehmerregelung anmelden.


    Welche Möglichkeit gibt es noch um die Anlage so zu betreiben, dass ich offiziell einspeisen kann? Bekommt man eine solche Anlage angemeldet?
    Sorry, aber die Möglichkeiten, wie man die 70% Regelung richtig umsetzt verstehe ich echt nur bedingt :(


    Danke und viele Grüße
    MOUOO

  • Die Hauptfrage an der Sache ist, ob an den Modulen noch Vergütung "dranhängt".
    Wenn die Anlage abgebaut wurde (z.b. weil es die Dächer nicht mehr gibt), könnte es sein, dass die VErgütung noch existiert. Dann müßtest Du in Erfahrung bringen, wo die Anlage installiert war, wann sie ans Netz gegangen ist, usw.
    Dann könnte man tatsächlich eine Anlage aufbauen, die noch Vergütung erhält. Und zwar die Höhe und Länge abhängig vom Inbetriebnahmedatum der Anlage. In diesem Fall wäre mein Tipp, alles was geht zu installieren, da sich das in der Regel am meisten rentiert...
    Gibt es keine Vergütung mehr für die Module, z.B. weil die Module aufgrund defekts getauscht wurden und die ursprüngliche Anlage wo die Module waren noch läuft, sieht es schlecht aus. Dann bekommst Du kein Geld für den eingespeisten Strom....
    In allen Fällen muss der Netzbetreiber kontakiert werden.


    Stefan


    PS: Bei den WR muss definitiv geprüft werden, ob die der aktuellen Norm entsprechen und überhaupt noch verwendet werden dürfen....

  • Der 6000c erfüllt nur die 0126 - ist also nicht mehr zulässig.
    Gebrauchte Module haben bei Neuanschluß - keinen EEG Anspruch.

    Zu wissen, was man weiß, und zu wissen, was man tut, das ist Wissen.
    Wer mehr zum DC Speicher wissen will erreicht mich per PN !

  • Super. Danke für schnellen Antworten.
    Bedeutet also, dass es keinen offiziellen Weg gibt.


    Gesendet von meinem XT1068 mit Tapatalk

  • Erstmal klären, ob noch Vergütung an den Modulen klebt. Warum sind die abgebaut worden, (wodurch) sind sie ersetzt worden?


    Es gibt natürlich einen offiziellen Weg. Anlage aufbauen, mit VDE AR 4105 konformem Wechselrichter durch eingetragenen Elektriker anschließen und anmelden lassen.


    Eigenverbrauch nutzen und für Einspeisung entweder nichts oder volle Vergütung kassieren (siehe erste Frage oben).


    Gruß Jochen

    14,8 kWp Solar Fabrik / Fronius
    23 kWp Bosch / Danfoss
    55 kWp Frankfurt Solar / Danfoss
    30 kWp Yingli / SolarEdge
    15,8 kWp Bosch / SMA
    Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der Helianthus Solar GmbH

  • Zitat von MOUOO


    Welche Möglichkeit gibt es noch um die Anlage so zu betreiben, dass ich offiziell einspeisen kann? Bekommt man eine solche Anlage angemeldet?
    Sorry, aber die Möglichkeiten, wie man die 70% Regelung richtig umsetzt verstehe ich echt nur bedingt :(


    Du brauchst halt einen WR, der die aktuellen Normen erfüllt, dann bekommst du das auch angemeldet. Könnte halt sein, daß dir dein Netzbetreiber einen Zweirichtungszähler setzt, den du dann zahlst, aber keien Vergütung für die Einspeisung bezahlt, du also auf den Mehrkosten sitzen bleibst. Bei deinem eher geringen Stromverbruach wäre das ein Recehnexempel, ob ems sich dennoch lohnt. Sonst würde ich die Finger davon lassen, das Risiko, wenn doch etwas passiert (unwahrscheinlich aber halt nicht undenkbar) versichert dir niemand.
    Da du entweder keine EEG-Vergütung bekommst oder die Module eher schon so alt sind, daß 70% keien Rolle spielt, kannst du das erst mal hinten anstellen ;)

  • Danke für die hilfreichen Antworten!
    Bedeutet also, dass in jedem Fall ein neuer WR her muss.
    Gesetz dem Fall, dass ich keine Vergütung für die Module bekomme würde ich viel zu viel Strom für lau produzieren. Hier würde sich doch dann ein Hybrid WR anbieten, oder? USV Batterien aus einer Industrie Auflösung wären auch vorhanden. Oder funktionieren die Hybrid WR nur mit abgestimmten Batteriepacks?


    Viele Grüße


    Gesendet von meinem XT1068 mit Tapatalk

  • Ich würde Variante 1 wählen, alle möglichen Module am Maxe anschliessen (auch wenn der überfüttert wird) :wink:
    einstein0

    38 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    5 kW- Hybrid-Insel im E-Camper, BEV: Hyundai Kona. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung 10 kWh im MFH mit Infini 3 kW.