optimale Ausrichtung einer überdimensionierten Mini-PV

  • Hallo,


    ich bin neu hier und möchte gern folgende Frage stellen, die mich schon länger beschäftig:


    Ich plane eine Mini-PV ohne Einspeisung ins Netz zum direkten Verbrauch meiner Geräte im Standby.
    Dazu plane ich 2-3 Solarpanels zu jeweils ca. 200 Wp und einen Modulwechselrichter mit einer Leistung von 260W (z.B. Letrika SMI 260) anzuschaffen.
    Aufbauen kann ich auf einem kleinen Flachdach ohne Abschattung in irgendeiner Richtung.
    Über das mehrfach hier im Forum empfohlene Tool "PVGIS" weiß ich bereits, dass für meinen Standort (Kassel) eine Neigung von 35° und ein Azimuth -2° ideal wären.
    Die Optimierung von PVGIS bezieht sich meines Wissens nach allerdings auf Anlagen zur Einspeisung, welche die gesamte erzeugte Energie nutzen. In meiner Anlage wäre der Wechselrichter allerdings um mindestens 35% unterdimensioniert, da es mir darum geht möglichst häufig den Wechselrichter bei einer Leistung von 260W zu fahren und ich mehr Energie unter Umständen wegen der Rücklaufsperre im Zähler nicht nutzen kann.
    Zusätzlich überlege ich ob es sinnvoll wäre die Solarpanels in unterschiedliche Richtungen auszurichten um über den Tag betrachtet einen möglichst gleichmäßigen Ertrag zu haben.


    Gibt es hier im Forum jemanden der dazu Erfahrung hat, bzw. eine Möglichkeit kennt, wie man ein solches System optimieren kann?


    Vielen Dank für Eure Antworten!


    Lars

  • Moin lawern und willkommen im Forum. Die einfachste Lösung ist PVGIS und ein wenig Handarbeit. Da du sicherlich deine 260 Watt Grundlast möglichst lange Zeit (also in Jahresstunden) abdecken willst, einfach mal mit der Neigung spielen und 'zu Fuß' eine Tabelle anlegen, in der du einträgst, wieviel zeitliche Abdeckung du dann hast. Je steiler die Panele stehen, um so mehr Eintrag hast du in den Übergangszeiten und die Erzeugung im Sommer wird kleiner. Für eine Ost-West-Anlage musst du das Spiel zweimal machen, jeweils mit der Hälfte der Panele. Auf diese Art kannst du alle Kombinationen durchprobieren.


    Anschließend kannst du auch noch finanziell optimieren, indem du die Kosten pro kWh und Jahr für alle Varianten bestimmst.

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Zitat von jdhenning

    Die einfachste Lösung ist PVGIS und ein wenig Handarbeit. Da du sicherlich deine 260 Watt Grundlast möglichst lange Zeit (also in Jahresstunden) abdecken willst, einfach mal mit der Neigung spielen und 'zu Fuß' eine Tabelle anlegen, in der du einträgst, wieviel zeitliche Abdeckung du dann hast.


    Leider kann ich Dir noch nicht so ganz folgen: Der etwas steinige Weg wäre ja machbar, aber wie bekomme ich denn aus PVGIS die durchschnittliche PV-Leistung pro Stunde?
    Über den Reiter "PV Schätzung" bekomme ich ja nur die Summen pro Monat. Der Reiter "Tägliche Einstrahlung" liefert mir zwar eine durchschnittliche Einstrahlung pro Zeit aber leider keine zu erwartenden PV-Leistungsdaten.
    Habe ich evtl. etwas übersehen?


    Danke


    Lars

  • Zitat

    Zusätzlich überlege ich ob es sinnvoll wäre die Solarpanels in unterschiedliche Richtungen auszurichten um über den Tag betrachtet einen möglichst gleichmäßigen Ertrag zu haben.


    Sorry,das was du vorhast sich nicht eh nicht rechnen sondern als Spielerei/Hobby zu sehen.
    Wenn man sich darüber klar ist, warum nicht?
    Du kannst 3 Module nehmen zb.Ost/Süd/West .oder 2 Ost/West.
    ModulWR sind meist überbelegbar das heist du kannst dannklemmen soviel du willst aber hinten
    kommt nur die max.Nennleistung raus.(Beim Hersteller Nachfragen)
    Oder du bleibst bei einem Modul und arbeitest mit einem Nachführsystem. :wink:

    PIP 2424HS an 750Wp 3xShinsung Black Mono250 +1,5Kwp (6xShinsung Black Mono250)
    an FPS 100/50 an Bluebatt 24v 465Ah

    EA Sun ISolar SMV III 3K

    EA Sun SP 3K-24
    Siliken 3,3i 3,25Kwp 13xShinsung Black Mono 250
    VW T4 mit Evective 2000w + Varta 110Ah +0Wp

  • Zitat von lawern

    ....aber wie bekomme ich denn aus PVGIS die durchschnittliche PV-Leistung pro Stunde?


    Durch Schätzung. Es gibt im Internet jede Menge Graphiken, die den Ertrag über den Tagesverlauf darstellen und dann rechnest du zurück. Allerdings kannst du dir diese Berechnung auch schenken, denn entweder kommt genug Energie von den Panelen oder nicht. Das, was fehlt, muss aus dem Netz kommen und zu welcher Uhrzeit das passiert, ist doch ziemlich gleichgültig.

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Zitat von lawern

    Leider kann ich Dir noch nicht so ganz folgen: Der etwas steinige Weg wäre ja machbar, aber wie bekomme ich denn aus PVGIS die durchschnittliche PV-Leistung pro Stunde?


    Weil das Wetter auf die durchschnittlich Einstrahlung pro Stunde Pfeift und sie Sonne von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang nicht gleich hell leuchtet nimmt man durschnittliche gesamtwert pro Tag über einen Zeitraum von 14 Tagen als durchschnitt an

    Wohnhaus 100% OFFGRIDInsel: 13,47kwp,5xMppt,BMV700,CCGX,2xMultiplus 5000, OPzS/PzS => 4150Ah/c100/48V
    TeichInsel: 930wp, 2xVictron Mppt 100/15, BMV600, SolarixPI 1100, 400Ah/OPzS 24V

    100% PVInsel Liveview | SDM630 Logger | INSEL WIKI

    "Denn auch eine Beziehung muss wie eine Insel sein. Man muss sie nehmen, wie sie ist, in ihrer Begrenzung - eine Insel, umgeben von der wechselvollen Unbeständigkeit des Meeres, immer während vom Steigen und Fallen der Gezeiten berührt." Anne Lindbergh

  • Hi Lars,


    Zitat von lawern

    Über das mehrfach hier im Forum empfohlene Tool "PVGIS" weiß ich bereits, dass für meinen Standort (Kassel) eine Neigung von 35° und ein Azimuth -2° ideal wären.


    das gilt für einen maximalen Jahresgesamtertrag, der Dir aber egal sein kann.


    Du brauchst möglichst viele Tage im Jahr Vollast am WR und dafür müssen die Module deutlich steiler stehen.
    Sonst kommt im Frühjahr und im Herbst nicht mehr viel.


    Ich hab` meine Fassadenanlage aus diesem Grund auf 65° montiert.
    Heute würde ich 55° montieren, aber hauptsächlich darum, weil die Anlage Überschüsse einspeist (EEG-Anlage) und mir in den Sommermonaten doch zuviel wegbricht.

  • Maximaler Ertrag und maximal Nutzungszeit sind halt zwei unterschiedlich Ausrichtungen und Neigung.


    Zur maximalen Nutzungszeit müssen die Panel garantiert steiler stehen, damit sie im Winter, morgens und abends viel Ertrag bringen. Dann Ost/West oder wie oben beschrieben O/S/W.


    Ich würde 2 Panel 260 W nach o/w mit 2 Modulwechselrichter vorschlagen. Dann würde ich die mit dem Winkel nach dem Nutzungsverhalten experimentieren.

    22.05.2012: 8,8 kW, 100 % Eigenverbrauch, netmetering mit Ferrariszähler [Belgien]
    25.02.2016: 2,6 kW, netmetering mit Vergütung [Niederlande]