versinterte Batterie aufmöbeln, geht das?

  • Hallo Leute!


    Ich habe dank der Hilfe aus dem Forum nun eine ganz passabel funktionierende Inselanlage für kleines Geld gebaut/renoviert.


    Alles läuft! soweit so gut. Nach oben gibt´s aber jede Menge Luft :wink:


    Die Panele sind schon uralt und liefern nur noch lachhafte 3A bei voller Sonne :cry:
    Der billige China Laderegler (SOLAR 30) tut brav seine Pflicht
    Die geschenkte LKW-Starterbatterie kommt zwar inzwischen (nach über einem Monat am LR ohne Verbraucher) tagsüber auf 13,3v aber nach Sonnenuntergang fällt sie auf 12,6v ab.


    Bei der Installation der Anlage hatte die alte LKW-Batterie nur 12,1v bei einer Säuredichte von 1,23 kg/l
    Wenn ich richtig verstanden habe spricht das für eine Versinterung der Batterie.


    Frage: Ist meine Annahme korrekt? ...und wenn Ja, gibt es da günstige Tricks, wie man da noch was verbessern kann?


    ...wenn nicht, ist das auch nicht tragisch, da die Batterie geschenkt war. Würde mich aber interessieren ob man da noch Kapazität rauskitzeln kann.


    liebe Grüße, Gernot


    wer sich für die Vorgeschichte interessiert, hier ist alles nachzulesen:
    http://www.photovoltaikforum.c…standsetzen--t111135.html

    PV-Module: 4x SIEMENS M55 (geschätzte 40 - 70Wp)
    Laderegler: ANDOER SOLAR 30
    Akku: LKW-Starterbatterie SHD 225Ah (bei SOC 80% ist wohl schluss)
    Wechselrichter: - kein WR -
    Verbraucher: 12v LED, 12v autom. Wasserpumpe (im Minimalbetrieb)

  • Solar30 auf 14,4 bis 14,8 Volt einstellen
    12,6 Volt als Ruhespannung ist OK

    Wo wären wir heute ohne Bill Gates ?

  • Zitat von SuperSonnig


    Die Panele sind schon uralt und liefern nur noch lachhafte 3A bei voller Sonne :cry:


    Was für Panale sind das genau, oder wie viele Zellen haben sie?
    Sind die Panele alle gleich und sind sie parallel geschaltet?


    Zitat


    Die geschenkte LKW-Starterbatterie kommt zwar inzwischen (nach über einem Monat am LR ohne Verbraucher) tagsüber auf 13,3v aber nach Sonnenuntergang fällt sie auf 12,6v ab.


    Der Ladestrom reicht nicht aus um die Batterie über die 13,3 V zu bringen.


    Zitat


    Bei der Installation der Anlage hatte die alte LKW-Batterie nur 12,1v bei einer Säuredichte von 1,23 kg/l
    Wenn ich richtig verstanden habe spricht das für eine Versinterung der Batterie.


    Du meinst wohl "Sulfatiertung". Aber eine niedrige Spannung/Säuredichte sagt erst Mal nichts darüber aus ob die Batterie sulfatiert ist, sondern nur dass sie einen niedrigen Ladezustand hat. Das kann man dadurch beheben dass die Batterie mit ausreichend hoher Spannung geladen wird. Da dies wohl eine Batterie mit Flüssigsäure ist sollte die Ladung mit bis zu 14,8 V erfolgen, und eventuell sollte auch mal eine Ausgleichsladung mit bis zu 15,8 V gemacht werden.


    Dafür reicht aber anscheinend die Solarladeleistung nicht aus.

    Mobile Insel: PV 2kWp (mono), Solarregler 2xMPPsolar PCM5048 (MPPT), LiFePO4 1020Ah/25,6V, Lichtmaschine 4,2kW, Netzladegeräte 2xPhilippi AL30 24V, 2xKosun 6kW Sinus-WR 24V, Mastervolt Batteriemonitor BCM-III

  • Zitat von Solarm

    Solar30 auf 14,4 bis 14,8 Volt einstellen
    12,6 Volt als Ruhespannung ist OK


    ...das beruhigt mich :)


    Sind 14,4v bis 14,8v nicht schon zu viel und die Batterie gast dann nur noch??? Oder ist das als vorübergehende, kurzfristige Therapie geacht um die Batterie aufzumöbeln??


    bin jetzt etwas verwirrt :?

    PV-Module: 4x SIEMENS M55 (geschätzte 40 - 70Wp)
    Laderegler: ANDOER SOLAR 30
    Akku: LKW-Starterbatterie SHD 225Ah (bei SOC 80% ist wohl schluss)
    Wechselrichter: - kein WR -
    Verbraucher: 12v LED, 12v autom. Wasserpumpe (im Minimalbetrieb)

  • Zitat von egn


    Was für Panale sind das genau, oder wie viele Zellen haben sie?
    Sind die Panele alle gleich und sind sie parallel geschaltet?


    das sind 4 Stk. parallel geschaltete SIEMENS M55 Module die ursprünglich wohl zusammen 200Wp hatten. Nur sind die Teile schon ca. 20 Jahre alt und ziemlich verdreckt auf einem ziemlich hohen Mast montiert. Da komm ich nicht ran. Könnte nur passende neuere Module dazuklemmen.


    Zitat von egn

    Der Ladestrom reicht nicht aus um die Batterie über die 13,3 V zu bringen.


    ...könnte sein, hab aber keine Ahnung ob es daran liegt.


    Zitat von egn

    Du meinst wohl "Sulfatiertung". Aber eine niedrige Spannung/Säuredichte sagt erst Mal nichts darüber aus ob die Batterie sulfatiert ist, sondern nur dass sie einen niedrigen Ladezustand hat. Das kann man dadurch beheben dass die Batterie mit ausreichend hoher Spannung geladen wird. Da dies wohl eine Batterie mit Flüssigsäure ist sollte die Ladung mit bis zu 14,8 V erfolgen, und eventuell sollte auch mal eine Ausgleichsladung mit bis zu 15,8 V gemacht werden.


    Dafür reicht aber anscheinend die Solarladeleistung nicht aus.


    ...Also mal vorweg ich bin eher Laie und hab mich ein wenig in die Materie eingelesen. Somit wohl eine gefährliche Mischung aus Halbwissen und Ahnungslosigkeit :mrgreen:
    Den Zusammenhang aus niedrige Spannung & hohe Säuredichte = Versinterung hab ich mir aus dem Batterie-Wiki von Pezibaer zusammengereimt. Kann aber schon gut sein, dass ich damit total falsch liege.


    Ich hab bis jetzt immer gelesen, dass ab 13,8v Blei-Säure Batterien zu gasen beginnen. Wenn das als Therapie gedacht ist, wär gut zu wissen über welchen Zeitraum die 14,8 -15,8 Volt angedacht sind. Zur Not hätte ich noch einen Notstromgenerator & Batterieladegerät, aber ich denke das wär dann wohl extrem ineffizient.

    PV-Module: 4x SIEMENS M55 (geschätzte 40 - 70Wp)
    Laderegler: ANDOER SOLAR 30
    Akku: LKW-Starterbatterie SHD 225Ah (bei SOC 80% ist wohl schluss)
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  • Zitat von SuperSonnig


    Ich hab bis jetzt immer gelesen, dass ab 13,8v Blei-Säure Batterien zu gasen beginnen. Wenn das als Therapie gedacht ist, wär gut zu wissen über welchen Zeitraum die 14,8 -15,8 Volt angedacht sind. Zur Not hätte ich noch einen Notstromgenerator & Batterieladegerät, aber ich denke das wär dann wohl extrem ineffizient.


    Batterien mit Flüssigsäure sollen gasen, damit sich der Ladezustand der einzelnen Zellen ausgleicht und auch vorhandenes Sulfat auflöst. Deshalb sollte diese immer mit mehr als 14,4 V geladen werden und das Gasen darf auch mehre Stunden dauern.


    Die Ausgleichsladung sollte wirklich nur selten gemacht werden, in der Regel 1 mal im Monat. Dabei muss der Ladestrom begrenzt werden sonst erwärmt sich die Säure zu stark.


    Wenn Du die Batterien wirklich mal richtig laden willst dann besorge Dir ein automatisches Netzladegerät wie das von CTEK. Dieses macht alle Phasen durch. Der Ladestrom sollte ungefähr 10 % des Kapazitätswertes der Batterie entsprechen, bei 100 Ah also etwa 10 A. Das kostet natürlich erst mal Geld, aber dafür halten dann die Batterien auch länger wenn sie gelegentlich richtig voll geladen werden.


    Ansonsten solltest Du versuchen ob Du nicht doch die Module irgendwie reinigen kannst. Ein Ladestrom von nur 3 A entspricht weniger als 25 % der Nennleistung. Dies deutet eher auf einen Defekt oder ein anderes Problem als eine Degradation hin. Teste die Module mal einzeln mit dem Regler.

    Mobile Insel: PV 2kWp (mono), Solarregler 2xMPPsolar PCM5048 (MPPT), LiFePO4 1020Ah/25,6V, Lichtmaschine 4,2kW, Netzladegeräte 2xPhilippi AL30 24V, 2xKosun 6kW Sinus-WR 24V, Mastervolt Batteriemonitor BCM-III

  • Hallo Gernot,


    die Leistung der Module ist zu gering. Kauf dir ein paar Zusätzliche, die sind ja nicht mehr so teuer. Keiner würde heute einen Mast für ein 50Wp Modul errichten. Brech dir blos nicht bei Putzversuchen den Hals.
    Die Ruhespannung der Batterie ist gut. Starterbatterien sollte man nicht für Solaranlagen extra neu kaufen, da hat man nicht so lange Freude dran. Hat man eine da, kann man die natürlich verwenden.


    MfG Georg

  • Hi SuperSonnig,


    erst mal Gratulation, dass Du das so hinbekommen hast, obwohl hier so unterschiedliches geraten wurde. Nun ja, auch Experten sind sich nicht immer einig und eine Ferndiagnose ist immer wackelig.
    12,6 V ohne Last und ohne Ladestrom ( Leerlaufspannung nach Ladung ) ist nicht schlecht für einen alten Akku. Die hohe Säuredichte zeigt ganz klar an, dass ein großer Anteil des Bleis in den Elektroden dem Ladezustand entsprechend umgewandelt ist und die Schwefelsäure im Elektrolyten, da, wo sie hingehört. Da gibt es nichts zu meckern. Wenn die Leerlaufspannung nach der Ladung mit maximal 3 A während ein paar supersonnigen Stunden nicht höher wird, deutet das weniger auf Versinterung sondern mehr auf hohe Selbstentladung. Das ist bei alten Akkus so, da könnte allenfalls ein Fachmann versuchen, den Schlamm rauszuspülen, was sich in keiner Weise lohnt, da Dein Akku nicht hinter den sieben Bergen steht und Du auf das letzte Quentchen Kapazität nicht angewiesen bist. Versinterung zeigt sich am hohen Innenwiderstand.
    Sicher wäre es interessant, mal ein paar Stunden mit 10 A zu laden, um zu sehen, wie hoch die Leerlaufspannung dann wird und wie schnell sie dann abfällt. Aber Kapazität oder Lebensdauer wirst Du so nicht nennenswert gewinnen.
    Freu' Dich über die gute Funktion Deines Aufbaus und gut. Lass' laufen.
    Wenn Du mehr Strom brauchst, kommst Du an mehr oder neuen Modulen nicht vorbei. Putzen wird nicht so viel bringen, es sei denn Du hast Moos auf dem Glas. Der Akku kann nur speichern, nicht zaubern. 14 supersonnige Tage bringen Dir vielleicht 60 Ah. Mehr als 80 % davon kannst Du beim Entladen nicht erwarten, eher weniger.


    Freundliche Grüße
    pvx

  • egn
    Danke für die vielen Infos. Beginne nun langsam zu verstehen (glaub ich halt).
    Das testen der einzelnen Module werd ich bestimmt mal machen, da ich in Erinnerung habe das eines der 4 Module schwankende Leistung gezeigt hat (wie ein Wackelkontakt).


    iron-age
    Vielleicht werd ich mal in Zukunft aufrüsten, aber sicher nicht auf dem Mast. Da bekommen mich keine 10 Pferde rauf!
    Die Starterbatterie war geschenkt und die Module waren schon da. So hat mich die gesamte Anlage weniger als 70 Euro gekostet - und dafür bin ich mehr als zufrieden :wink:


    pvx
    Danke auch Dir für die vielen Infos. Bisher hatte ich ja noch keinen Strombedarf, da ich nur immer tagsüber für ein paar Stunden dort war (keine Beleuchtung notwendig) und die 12V Druckpumpe nur für Testzwecke im Betrieb war.
    Wie das dann im Sommer bei Wochenendnutzung und Grillparty aussehen wird werde ich noch herausfinden. Es bleibt spannend!


    ...wenn die 12,6v Ruhespannung eh ganz passabel sind, bin ich schon mal beruhigt. :D



    :danke:

    PV-Module: 4x SIEMENS M55 (geschätzte 40 - 70Wp)
    Laderegler: ANDOER SOLAR 30
    Akku: LKW-Starterbatterie SHD 225Ah (bei SOC 80% ist wohl schluss)
    Wechselrichter: - kein WR -
    Verbraucher: 12v LED, 12v autom. Wasserpumpe (im Minimalbetrieb)

  • Zitat von SuperSonnig

    ..Also mal vorweg ich bin eher Laie und hab mich ein wenig in die Materie eingelesen. Somit wohl eine gefährliche Mischung aus Halbwissen und Ahnungslosigkeit :mrgreen:


    Nee, gefährlich ist die Mischung bei geschenkten Batterien nicht.


    Bleibatts haben drei Aktivmaterialien (Blei, Bleidioxid und Schwefelsäure), die alle drei nicht flüchtig sind. Die jeweilige Menge und die Größe der aktiven Oberfläche bestimmen die Kapazität. Zusätzlich kann Material auch in den Sumpf fallen; das ist dann nur durch Recyclen wieder rettbar. Da du eine LKW-Batterie hast (und die werden meist nicht besonders pfleglich behandelt) ist die Wahrscheinlich recht hoch, dass sich so einiges Material im Sumpf befindet. Wenn die Batterie sulfatiert ist (also sich große Sulfatkristalle auf den Elektroden befinden), dann ist die Säuredichte gering. Die müsstest du mal für alle Zellen messen, damit man was sagen kann (der angegebene SD-Wert ist ja nicht aktuell).


    Beim Laden und Entladen wird Blei und Bleidioxid transportiert. Beim Entladen wird das Elektrodenmaterial abgebaut, wodurch 'scharfkantige' Bereiche verschwinden. Wenn das Elektrodenmaterial bei Laden wieder aufgebaut wird, dann kann es sich ja nur auf noch vorhandenem Material ablagern, weshalb die Formen immer runder werden. Hierdurch geht mit der Zeit Oberfläche verloren (die Kapazität wird kleiner) und weil das verbliebene Material aussieht, als wäre es angeschmolzen worden, spricht man von Versinterung.


    Eine Leerlaufspannung von 12,6 Volt bedeutet bei Starterbatterien, dass sie absolut voll ist (also bezogen auf ihre restliche Kapazität). Eine Ausgleichsladung ist nur notwendig, wenn die einzelnen Zellen deutlich voneinander abweichen. Da du an die einzelnen Zellenspannungen nicht heran kommst, bleibt nur die SD zur Beurteilung.


    Wenn du wirklich wissen willst, welche Restkapazität die Batterie noch hat, muss ein Kapazitätstest gemacht werden. Wenn man die Kappa nicht absolut genau wissen will/muss, dann wäre so ein Gerät sehr hilfreich: http://www.amazon.de/niceEshop…r=8-28&keywords=Wattmeter Es zeigt direkt in Ah an, was verbraucht wurde.

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)