Umstellung von 100 % Einsp. auf Eigenverbrauch?

  • Hallo PV-Gemeinde,
    habe seit der Inbetriebnahme in 2011 das Forum nicht genutz, weil die Anlage einfach gut läuft. Seit die Speicherlösungen aber immer günstiger und besser geworden sind, frage ich mich ob die mögliche Umstellung auf Eigenverbrauch für mich sinnvoll sein könnte.
    Meine Frage an Euch lautet also, ob eine Umstellung unter den folgenden Rahmenbedingungen Sinn macht und wenn ja, was dabei zu beachten ist:
    - Anlagensteckbrief: https://www.sunnyportal.com/Te…83-4f1a-8c8b-82e226fb8f5a
    - Inbetriebnahme 7/2011
    - Leistung 5.76 kWp
    - 100 % Einspeisung mit analogem Zähler (Stadtwerke Solingen)
    - Das Haus der Anlage ist vermietet und meine Mieter verbrauchen pro Jahr ca. 5.000 kWh (EWS/Schönau)


    Wie ist Eure Meinung dazu?
    Beste Grüße
    Matthias S.

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  • Zitat von solar-schaf


    ...
    - Das Haus der Anlage ist vermietet und meine Mieter ...
    ...


    Das wäre für mich das k.o. Kriterium. Zu viel Aufwand.


    Wenn du den DV selbst nutzen würdest, keine Frage. Da hättest du aber besser schon vor dem 1. Aug 2014 umstellen sollen um die EEG-Umlage zu vermeiden. https://www.gesetze-im-internet.de/eeg_2014/__61.html Abs. 3 Satz 2 Nummer 1


    Da du allerdings den DV nicht selbst nutzt, ist das egal. Die EEG-Umlage wäre so wieso fällig.

  • Ist ja unter 10kWp, daher wäre bei Eigenversorgung auch bei Umstellung erst jetzt keine Umlage fällig.
    Vermietet bringt das für den Mieter nichts, mit 100% Umlage kommt man auf knapp 23ct/kWh netto die man verlangen müßte und das bekommt man am Markt auch leicht angeboten.

  • Wenn es Dir um Wirtschaftlichkeit geht, solltest Du Dir evtl. einmal Gedanken machen, wie man den Ertrag erhöhen könnte. IMHO sind Deine bisherigen Erträge eher recht bescheiden und wenn ich mir das Photo im Sunnyportal so anschaue, sehe ich da vielleicht auch schon den Grund: Werfen die Bäume viel Schatten? Wie verläuft dieser? Hast Du OTGP am WR eingeschaltet?

    7,71 kWp mit 38 x Hyundai HiS-M203SF an SB5000-TL (2x14) & SB2100-TL (1x10), DN:49°, -30° SSO, Inbetriebnahme: 31.08.2010,
    Sunnyportal

    Seit 28.01.2020 24/14 am SMA STP8.0-3AV-40

    Sunnyportal

  • Zitat von hgause

    Wenn es Dir um Wirtschaftlichkeit geht,


    Nein - das tut es mir nicht - es geht mir um die "Energiewende" und die Idee das Netzt nicht als Puffer zu nutzen finde ich gut.


    Zitat von hgause

    . IMHO sind Deine bisherigen Erträge eher recht bescheiden und wenn ich mir das Photo im Sunnyportal so anschaue, sehe ich da vielleicht auch schon den Grund: Werfen die Bäume viel Schatten? Wie verläuft dieser?


    Das sehe ich anderes - der Vergleich aller Anlagen im Umkreis zeigt das meine unter den Top 3 ist. Die Bäume im Bild sind im Norden - von mitte Okt. bis mitte März habe ich etwas Schatten von Bäumen in Süden die auf städischen Grund stehen. - die machen ca. 150 kWh aus - vernachlässigbar.


    Zitat von hgause

    Hast Du OTGP am WR eingeschaltet?


    Bitte um Nachhilfe was das heisst - habe einen Strang oben und einen Stang unten gewählt weil dadurch meist nur der Strang 2 vom Schatten im Winter erwischt wird.

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  • Zitat von solar-schaf

    Seit die Speicherlösungen aber immer günstiger und besser geworden sind, frage ich mich ob die mögliche Umstellung auf Eigenverbrauch für mich sinnvoll sein könnte.


    Falls du "wirtschaftlich sinnvoll" meinst, dann vergiss die Anschaffung eines Speichers --> lohnt sich (noch) nicht.


    Interessanter wird da schon die reine Umstellung auf Überschusseinspeisung.
    Du liegst mit deiner Anlage noch in einem Errichtungszeitraum, in dem bei Überschusseinspeisung eine Vergütung für den "Eigenstrom" gezahlt wird. Unterstellen wir mal, dass die beiden Mietparteien bei der relativ kleinen Anlage mehr als 30% des erzeugten Stroms abnehmen können, dann würdest du für den vor Ort verbrauchten Strom 16,74 Cent/kWh von deinem VNB bekommen, also 12 Cent/kWh weniger als die reguläre EEG-Vergütung für ins Netz eingespeisten Strom. Wenn du jetzt im Vergleich zur Volleinspeisung keinen Verlust machen möchtest, musst du schon mal die 12 Cent/kWh erwirtschaften und zusätzlich die volle EEG-Umlage von z.Zt. 6,354 Cent/kWh, die bei Lieferung an Dritte fällig wird. Damit läge dein Verkaufspreis schon mal bei mindestens 18,354 Cent/kWh netto. Wenn ich mir jetzt noch vorstelle, dass du evtl. die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen könntest, dann sähe ich hier durchaus wirtschaftliches Potential. Allerdings gäbe es da auch einiges an Vertrags- und Abrechnungsaufwand mit den Mietern, sowie je nach Liefermodell auch Zählerumbaukosten.


    Edit:
    Habe gerade gesehen, dass es dir nicht um die Wirtschaftlichkeit geht. Worauf wartest du dann noch?


    Edit 2:
    Wie komme ich auf 2 Mieter?
    Wenn es nur einer sein sollte und der nicht auf 30% "Eigenverbrauch" kommt, dann läge der Mindestverkaufspreis - wie schon von @alteregeo angemerkt - bei ca. 23 Cent/kWh netto.

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


    2 Mal editiert, zuletzt von Bento ()

  • Zitat von alterego

    Ist ja unter 10kWp, daher wäre bei Eigenversorgung auch bei Umstellung erst jetzt keine Umlage fällig.
    Vermietet bringt das für den Mieter nichts, mit 100% Umlage kommt man auf knapp 23ct/kWh netto die man verlangen müßte und das bekommt man am Markt auch leicht angeboten.


    Die Anlage wird seit Inb. von EWS gefördert und ich konnte meine Mieter (sind 2013 eingezogen) überzeugen bei EWS zu bleiben.
    Wir teilen uns die Förderung von EWS.
    Da die Kwh bei EWS laut Homepage 25,95 Ct. kostet könnte es also trotzdem klappen?
    Mir geht es nicht um eine finanzillele Optimierung und solange mein Mieter nicht mehr zahlen muß, wird ihm das egal sein.


    Wie sieht es mit der Wartung und den Folgekosten der Speichersysteme von SMA aus - da käme bestimmt etwas auf mich zu - oder?

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  • Zitat von Bento


    Edit:
    Worauf wartest du dann noch?


    Es bleibt ja noch die Kleinigkeit des Invest in das Speichersystems und den Zählerumbau. Welche Kosten kommen hier ca. auf mich zu? Wie groß sollte der Speicher sein? Habe dazu noch nicht recherchiert...

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  • Verstehe mich bitte nicht falsch, ich möchte Deine Anlage nicht schlecht reden, sondern helfen, zu optimieren.
    Nach PVGIS sollten Deine Erträge zwischen 873 und 939 kWh/kWp liegen. Tatsächlich warst Du noch nie über 900 kWh/kWp. Zum Vergleich: Meine Anlage, ca. 50 km südwestlich von Dir, sollte nach PVGIS unverschattet zwischen 831 und 951 kWh/kWp liegen. Tatsächlich habe ich nie weniger als 951 kWh/kWp gehabt (dreimal schon deutlich über 1000) und das trotz Verschattung von Mitte September bis Mitte April. Daher meine Meinung, dass Dein Ertrag nicht das Gelbe vom Ei ist, was aber durch den Schatten bedingt sein kann, Deshalb solltest Du unbedingt kontrollieren, ob das Schattenmanagement-Feature Opti Track Global Peak, kurz OTGP am WR eingeschaltet wurde (standardmäßig ist es nämlich ausgeschaltet). Ist der WR über die SMA Webbox mit dem Sunnyportal verbunden, so kannst Du Dich an der Webbox anmelden und nachschauen, ob der im Anhang gekennzeichnete Parameter aktiviert ist. Bei mir hat es einen deutlichen Ertragsvorteil gebracht.

  • Zitat von hgause

    Meine Anlage, ca. 50 km südwestlich von Dir,


    Das ist des Pudels Kern - vergleichbare Anlagen in Rheinnähe (15 km westlich auf gleicher Höhe - z.B. in Monheim) haben auch deutlich mehr Ertrag.
    Trotzdem danke für den Tipp mit MPP. Komm zwar nicht Online an die Parameter des SunnyBoy bin mir aber zu 99 % sicher das die Funktion aktiv ist. Die Verschattung war ja schon immer ein Thema...

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