PVA + Pumpe mit Gleichstromantrieb

  • Hallo Zusammen,
    folgende Idee:
    Solargenerator in Marokko mit sagen wir 500 V Stringspannung. Wenn die Sonne scheint, dann wird hiermit eine Tauchpumpe betrieben und ein Betonspeicher mit Wasser geladen.
    Meine Frage: Gibt es Tauchpumpen mit Gleichstromantrieb? Dh das ganze System soll weder netzgebunden noch wechselstromseitig sein. Wer hat Erfahrungen generell mit Anbindung Solargenerator an Pumpsysteme. Die Höhendifferenz von Wassersole zu Betonspeicher beträgt 130m.
    Danke und Grüße
    pedrosol

  • Hallo pedrosol,


    üblich ist es hier eher, eine Pumpe mit Wechselstrommotor und Inverter einzusetzen, schau bei Lorentz oder Grundfos nach.
    Die Größe der Pumpe und des benötigten Motors bestimmt sich aus der Gesamtförderhöhe und dem täglich zu pumpendem Wasservolumen. 130 mtr ist dabei machbar, aber schon ambitioniert, wenn es um größere Wassermengen geht.
    Dabei muss vorher geprüft werden, welche max Wasserentnahme der Brunnen überhaupt verträgt. Entnimmt man zu viel Wasser in einer bestimmten Zeiteinheit, so sackt der dyn Wasserpegel zu schnell ab und die Pumpe läuft trocken.

  • Solche Pumpen gibt es.


    Eine andere Möglichkeit ist eine bestehende Pumpe mit einem Frequenzumrichter auszustatten welcher einen PV Solareingang hat. Die gibt es neuerdings von ABB in Größen bis 30 kW. Eine bestehende drei phasige Pumpe ließe sich damit umrüsten.


    Der Vorteil ist, die Umrichter sind kostengünstig. Die Geräte sind aus der Serie ACS (355 etc.) mit Option N827 (Solar). Da ist ein einfaches Pumpenmanagment gleich mit dabei.


    3phasige 400 volt Brunnenpumpen sind Standard, der Aufbau ist nicht schwierig.
    Es muss alles aneinander angepasst sein.


    Bei 130 Meter Höhe brauchst du ja mindestens 16 bar je nach Leitungslänge und Durchmesser. Einige andere Dinge gibt es auch zu beachten, wie Anlaufwert etc. da nur Wasser fließen kann sobald der Mindestdruck 13 bar aufgebaut werden kann.


    https://library.e.abb.com/publ…CS355_N827_SUPPL_B_A4.pdf
    https://www.brunnenpumpen.com/…enpumpe-4SP5-17-15-400V-3

  • Zitat von Cruso

    Eine andere Möglichkeit ist eine bestehende Pumpe mit einem Frequenzumrichter auszustatten welcher einen PV Solareingang hat. Die gibt es neuerdings von ABB in Größen bis 30 kW. Eine bestehende drei phasige Pumpe ließe sich damit umrüsten.


    Das ist dann Wasserpumpen CL :D
    Es gibt modifizierte FU bis über 100 kW.
    http://www.elementssw.com/list2.php?module_id=307

  • Zitat

    Das ist dann Wasserpumpen CL :D
    Es gibt modifizierte FU bis über 100 kW.


    Die ACS Baureihe geht halt nur bis ?.
    Der große Unterschied ist halt, da ist alles in einem Gerät, abgeleitet aus einem Standard Industrieprodukt. Also kein Wechselrichter etc. Ein Ding, Motorschutz, Pumpenmanagment, einfache Steuerung. Nichts komplexe, alles in einem Gerät. PV, Motor anschließen und läuft.

  • Zitat von Cruso

    Die ACS Baureihe geht halt nur bis ?.
    Der große Unterschied ist halt, da ist alles in einem Gerät, abgeleitet aus einem Standard Industrieprodukt. Also kein Wechselrichter etc. Ein Ding, Motorschutz, Pumpenmanagment, einfache Steuerung. Nichts komplexe, alles in einem Gerät. PV, Motor anschließen und läuft.


    Das Auslegen solch einer Pumpenanlage ist die große Kunst.
    Es läuft und nach 5 min ist der Brunnen leer :?

  • Hi pedrosol,


    ja, das geht. Gleichstrommotoren haben aber entweder Bürstenverschleiß oder brauchen elektronische Kommutierung. Letztere sind wahrscheinlich aufwändiger als ein Wechselrichter und ein Drehstrommotor. Das muss man detailliert und genau prüfen. Um welche Wassermengen in welcher Zeit geht es denn? Wichtig ist auch, welche Art Pumpe du nimmst. Kreiselpumpen bauen den benötigten Druck erst ab einer bestimmten Drehzahl auf. Das bedeutet, dass entweder bei voller Sonne bereitstehender Stromüberschuss nicht verbraucht werden kann, oder bei schwacher Sonne ( morgens und abends ) nichts gefördert wird. Kolbenpumpen können den Druck auch bei geringerem Energieangebot aufbauen und fördern dann eben langsamer.
    Ganz wichtig und meist unterschätzt ist die Auslegung der Leitungen. Hier verschenkt man am meisten Energie, wenn man nicht rechnen kann.


    Viel Erfolg und Sorgfalt
    pvx

  • ohne Stromnetz ist der Anlaufstrom der Pumpen zu berücksichtigen bzw. zu begrenzen.

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • Zitat von machtnix

    ohne Stromnetz ist der Anlaufstrom der Pumpen zu berücksichtigen bzw. zu begrenzen.


    Das wird mit dem frequenzvariablen Inverter berücksichtigt.
    Die Wassersäule "nudelt" sich sich ab 20 Hz langsam hoch und bei hoher Einstrahlung geht es bis 50-55 Hz hoch.
    Ein "normaler" 50 Hz Inverter würde bei einer Wassersäule von 130 mtr die Pumpe nicht ans Drehen kriegen.

  • Wegen der Vollständigkeit:
    Die Frequenzumrichterlösung haben auch Pumpenhersteller aufgegriffen, darunter diverse Pumpenhersteller mit den sehr bekannten Franklin Motor. Der Link zeigt einen DC Motor (ob der Permanentmagnet hat weiß ich nicht). Bei DC Motoren die Wartungsproblematik nicht unterschätzen.
    http://www.franklin-electric.d…iency-system.aspx?lang=de


    Bei den Asynchronmotren ist der Service halt einfacher, ggf. auch Ersatzteilversorgung. Beim ABB Umrichter kann der Lüfter z.B. mit sehr wenigen Handgriffen gewechselt werden.