Vergleich Volleinspeisung zu Überschuss-Einspeisung 03.2012

  • Hallo,


    ich habe eine März 2012 Anlage mit Volleinspeisung. Ich überlege nun zur Überschuss-Einspeisung zu wechseln.
    Ich habe hier ein Beispiel aus dem Internet in Excel übertragen um es zu verstehen und hoffe, dass ich es richtig gemacht habe.
    Alle nicht relevanten (bzw. gleichen) Daten wie sonstige Ausgaben usw. habe ich bewusst weggelassen und eine "Totalperiode" dargestellt.


    Ist die Darstellung korrekt?




    :danke:

  • Ich habe zwar Mühe mit euren Zahlen in D, aber über den Daumen kann ich erfahrungsgemäss folgendes feststellen:
    Ist der Einspeisetarif höher, als der Verbrauchstarif, lohnt sich Überschusseinspeisung nicht.
    Ferner:
    Ist der Verbrauchstarif nicht mindestens viermal so hoch wie der Einspeisetarif, lohnt sich ein Speicher nicht.
    einstein0

    33 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    2 kW- Hybrid-Insel im Camper, BEV: Hyundai Kona. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung 10 kWh im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 10 kWh Li-Testspeicher.

  • Zitat von einstein0

    Ich habe zwar Mühe mit euren Zahlen in D


    Gilt auch für in Deutschland Überlebende :)


    Glaube die Rechnung ist sowieso Murks. Da wird die aktuelle Steueregelung auf eine ältere/ unpassende Anlage angewendet.


    Die Anlage hat noch Anspruch auf Vergütung des Eigenverbrauchs (EV). Da gilt immer *Fiktive Rücklieferung* und das macht alles simpel, da ich umsatzsteuerlich *Volleinspeisung* rechnen kann.


    Hier am Beispiel:
    Vergütung Einspeisung = 24,4 Cent + durchgereichte Steuer
    Vergütung EV = ca. 8 Cent + durchgereichte Steuer
    Rückkauf EV = ca. 16,4 Cent + abzuführende Steuer


    Rechnerisch haben EV (16,4 Cent + 8 Cent = 24,4 Cent netto) und Einspeisung (24,4 Cent netto) den gleichen Wert. Steuerlich ist der Unterschied somit Null.


    Als PV-“Unternehmer“ bekomme ich weiterhin 24,4 Cent je kWh. Als Privatperson spare ich jedoch die Differenz aus Stromkosten (hier 28 Cent brutto) und Rückkauf (ca. 19,5 Cent brutto).



    OT:
    Habe allerdings um die Jahreswende gelernt (loht 2016 eine 10 kWp PV noch?), dass mittlerweile der Vorteil durch EV als Privatperson in die Renditeerwartung als “Unternehmer“ eingerechnet wird, um die popligen Gewinne aufzuhübschen ;) Unterstelle da ein mögliches Logikproblem

    4.8 kWp; 2x10 Ost/West mit 15°, SB5000TL21

    Posts haben keinen Anspruch auf Fakten, Wahrheit, Ernsthaftigkeit, ...

  • Bei IBN 3/12 ändert sich bis einschließlich Gewinn nach Steuern überhaupt nichts, da Volleinspeisung mit virtueller Rücklieferung angenommen wird.
    Wenn dein Bezug unter 16.38 ct/kWh (der gesetzlich festgelegte Preis der Rücklieferung) netto bzw. 19,49ct/kWh brutto ist, lohnt es (Umbaukosten nicht berücksichtigt) nciht, sonst brauchst du nichts zu rechnen. Die Rücklieferung steht halt auf der Abrechnung vom VNB und muß da rausgerechnet werden.
    Falls die Anlage über 10kWp ist, würde noch (evtl. reduzierte) EEG-Umlage anfallen, wenn du erst jetzt umstellst.
    edit: zu langsam

  • Zitat von Xerx


    Glaube die Rechnung ist sowieso Murks. Da wird die aktuelle Steueregelung auf eine ältere/ unpassende Anlage angewendet.


    Ist meine Aufstellung wirklich "Murks" oder nicht nachvollzogen?
    Ich habe sie bewusst vereinfacht dargestellt (ohne Afa, usw) und m.E. gerade die ältere Regelung aufgebaut. (Nur der EEG-Umlage fehlt)


    Links ist die Überschusseinspeisung.


    Bis zum "Überschuss" sollte es die relevanten EÜR Zeilen erhalten.
    Als Einnahmen sind also die Gutschriften vom Energieversorger ink. MWSt (4.500 kWh = 1.099+208 Euro) sowie das Entgelt für die Eigenentnahme (350kwh x 0,20 Euro).


    Durch die Ansetzung der Eigenentnahme kann ich den "bezogenen" bzw selbstverbrauchten Strom (Rechnung Energieversorger) wieder als Kosten in der EÜR absetzen. Hier aber nur den Nettobetrag der Rechnung. Die MWSt. darf nicht abgesetzt werden, daher erfolgt die Berücksichtigung unten (9,96 Euro).


    Des weiteren zahlt man an das Finanzamt die enthaltene MWST aus den Gutschriften des Energieversorgers (-208).


    So würde m.E. die GuV bzw EÜR aussehen. Darauf zahle ich dann meinen Grenzsteuersatz (45%)
    Privat muss ich wie geschrieben die MwSt aus der StromRECHNUNG bezahlen.
    In der Variante Überschusseinspeisung habe ich für den selbstverbrauchten Strom dann keine Kosten mehr.


    Dies die linke Seite. Habe ich dies so richtig verstanden?


    Rechts dann die aktuelle "Welt" für mich: Volleinspeisung.


    Hier habe ich dann unten "autak" von der PV Geschichte die normale Stromrechnung zu tragen.


    Für dieses Beispiel (aus dem Leitfaden vom Finanzamt entnommen) bekomme ich einen Vorteil von 86 Euro.
    Dies kann man - wenn es richtig ist - einfach auf einen anderen Strompreis oder andere kWh anpassen.


    Für weitere Hinweise bin ich dankbar.

  • Einen Fehler habe ich bei mir nun selber gefunden. Für weitere Hinweise bin ich wie gesagt dankbar.


    Fehler:
    Die Einnahme durch die steuerliche Entnahme fließt natürlich nicht sondern dient nur der steuerlichen Belastung. Daher muss sie unten wieder neutralisiert sprich abgezogen werden.

  • Hallo Gueldnerfan,
    warum so kompliziert?


    Fakt ist:
    Du bekommst nach den dargestellten Zahlen bei der reinen Einspeisung einen höheren Nettobetrag von 62,38 €. Das ist der Betrag, den dir der Netzbetreiber bei der Überschusseinspeisung für die 320 kWh Eigenverbrauch in Rechnung stellt (320 * 0,1638 * 1,19).


    Diesen Betrag vergleichst du mit dem Bruttowert, den dein Stromversorger inklusive aller Nebenkosten und der Umsatzsteuer für 320 kWh verlangt.


    Ist dieser Betrag höher, rentiert sich der Umstieg.
    Bei einem Brutto-kWh-Vergleichswert von 19,49 Cent/kWh (62,38 € / 320 kWh) sehe ich gute Chancen, dass sich der Umstieg lohnt.


    mfg
    Paulchen

    Excel-Tools mit VBA-Makros zu Buchführung und Steuer für PV-Anlagen:
    Einspeise-, und Direktverbrauchs-Anlagen für Windows und Mac-OS
    DV-Tools auch für MAC OS - DV-Tools für je 1 Anlage auch mit KUR
    Informationen unter https://www.pv-steuer.com

  • Zitat von Gueldnerfan

    Ist meine Aufstellung wirklich "Murks" oder nicht nachvollzogen?.


    Oft ist es ja beides oder ganz anders :) Fremde Rechnungen bieten immer eine gewisse Toleranz an Missverständnis. Ich habe mal deine Variante A vereinfacht und eine Variante A1 ergänzt, evtl. wird mein Argument vom *Steuerlichen Nullsummenspiel* so verständlicher.

  • So, durch Paulchen bin ich auf eine Sache gestoßen und passt auch mit Xerx Antwort.


    Meine vorherige Darstellung war m.E. auch korrekt aber nicht optimal für den Steuerpflichtigen.
    Bei der "Entnahme" des Eigenstrom hat man drei Alternativen der Bewertung/Ansatzes:


    Möglichkeit 1: Pauschale Ermittlung
    Die Finanzämter erlauben es, dass Sie für den Eigenverbrauch pauschal 20 Cent je Kilowattstunde (kWh) bei der Gewinnermittlung als Betriebseinnahme ansetzen.
    Beispiel: Eigenverbrauch von 320 kWh x 0,20 EUR/kWh = 64 EUR zu versteuernder Eigenverbrauch


    Möglichkeit 2: Wiederbeschaffungswert ansetzen
    Da der pauschale Ansatz von 20 Cent je Kilowattstunde für den Eigenverbrauch in der Gewinnermittlung für die Fotovoltaikanlage nicht unbedingt der günstigste Weg ist, kann der zu versteuernde Eigenverbrauch auch anhand der Wiederbeschaffungskosten ermittelt werden. Das ist der Preis, den Sie bezahlen müssen, wenn Sie aus dem Netz des Energieversorgers Strom beziehen.
    Beispiel: Netzbetreiber verlangt 0,1638 EUR/kWh; Eigenverbrauch 320 kWh x 0,1638 EUR/kWh = zu versteuernder Eigenverbrauch 52,42 EUR.


    Möglichkeit 3: Eigenverbrauch auf Grundlage der Herstellungskosten
    Die Finanzverwaltung lässt die Ermittlung des Eigenverbrauchs bei einer Photovoltaikanlage auch nach den Herstellungskosten zu. Dazu sind die Betriebsausgaben inklusive Abschreibung und Zinsen bei Finanzierung zu ermitteln und der prozentuale Anteil des Eigenverbrauchs.
    Beispiel lasse ich hier weg.



    Ich hatte Möglichkeit 1 gewählt, da dies im Finanzamt-Heft stand. Auf 2 und 3 ist hier nicht eingegangen.
    P.S.: Das war meine ursprüngliche Quelle: http://www.fa-karlsruhe-durlac…d_Januar2013_verlinkt.pdf



    Wähle ich 2 komme ich auch auf die Ergebnisse von xerx.
    Ich würde es aber so nun ausweisen, da Rechnung Bezug und Eigenverbrauch-Ansatz unterschiedliche Jahre sein können und ich es zwecks Verständlichkeit (ich gebe zu, scheint nur für mich zu gelten ;-) )


    Sorry, wenn ich anscheinend so umständlich schreibe.....
    Ich möchte es halt genau wissen :-)


    Danke an alle für Eure bisherigen Antworten, besonders an Paulchen und Xerx


    Dies ist (für mich) aktuell mein aktueller Stand:

  • Vergiß einfach alles, was zu Anlagen nach IBN 3/12 geschrieben steht, das trifft für dich nicht zu! Bei dir ist alles viel einfacher.
    Siehe z.B. https://www.finanzamt.bayern.d…oltaikanlagen_2015-02.pdf und dort halt nur den Teil für Anagen vor 4/12 lesen.