Brauchwassererwärmung mit Solaranlage oder PV

  • Laut Baugenehmigung zu einem Neubau besteht die Pflicht, einen Teil des Wärmebedarfs (Brauchwasser) durch anteilige Nutzung von Erneuerbaren Energien zu decken.
    Bisherige Planung
    -Gasbrennwertheizung
    -Warmwasserspeicher ca. 150L
    Jetzt stellt sich die Frage:
    Ist es konkret wirtschaftlicher, das Brauchwasser über
    -Solaranlage oder
    -PV-Anlage (Direktheizung ohne Wechselrichter) zu erwärmen??
    Eine Wärmepumpe und/ oder anderweitige Nutzung des PV-Stroms ist nicht geplant; Minimierung der Investitionskosten.

  • Wie hoch soll denn der "Teil" sein? Wenn egal, dann ist PV garantiert billiger zu realisieren, weil man das seeeeeehr klein machen kann.
    Was ich sagen wollte - da braucht es mehr Details.
    Andere werden jetzt sicher damit kommen, daß du gleich ein Passivhaus bauen solltest, ich belasse es dabei, daß die Investitionskosten nicht alles sind und die Zinsen derzeit so niedrig wie nie sind.

  • Wenn du nur eine Gasheizung hast, ist eine Solarthermie Anlage sehr viel effizienter als eine PV Anlage. Bei einer ST bekommst du ca. 450 kWh pro m² und Jahr heraus. Bei einer PV Anlage sind das ca. 100 kWh pro m² und Jahr (alles mittlere Zahlen und regionsabhängig). Natürlich gibt es auch gewaltige Unterschiede bei den Randparametern (Größe des Speichers, Trasse für Verlegung der Leitungen, optischer Eindruck, Platz für Ausdehnungsgefäß und Dampfabscheider etc.) Wenn diese alle ok sind, ist die ST der PV in jedem Fall haushoch überlegen.


    Ich persönlich werde allerdings eine PV Anlage für die Warmwasserbereitung errichten, JEDOCH NUR weil ich sowieso schon eine Wärmepumpe habe, die den Strom jederzeit (Wärmequelle Tiefbohrung) mit einer mittleren Leistungszahl von 3,5 (also aus 1 kW elektrisch wird 3,5 kW Wärme) wandeln kann.


    Die Verwendung von Strom als Direktheizung ist eine Sünde, aus Strom kann man viel mehr machen als ihn direkt zu verheizen :evil:

  • Effizienter ist es mit Solarthermie.
    Wenn du so was neu kaufst, sind schnell mal 5000 Euro weg.
    Ich hab mir gebrauchte Kollektoren gekauft, eine neue Pumpengruppe usw.
    Alles durch eine Fachfirma installieren lassen. Ersparnis knapp 50 %.


    Es gibt übrigens auch Gastarife bei denen ein Teil aus erneuerbaren Quellen stammt.
    Damit kannst du das ganze ( so hab ich es gelesen) umgehen.



    MfG


    gelig

  • Zitat

    Effizienter ist es mit Solarthermie.


    Sicher effizienter schon .Aber im Winter liefert die auch kaum was.Und im Sommer werden Überschüsse erzeugt.
    Würd gleich ne PV anlage kaufen und Überschüsse mit nem Heizstab nutzen und den Rest einspeisen und
    dafür Kohle kassieren :mrgreen:

  • Zitat

    Die Verwendung von Strom als Direktheizung ist eine Sünde, aus Strom kann man viel mehr machen als ihn direkt zu verheizen :evil:


    Hallo ThomasR,


    was würdest Du tun, wenn Deine Einspeisevergütung derart tief ist, dass eine kWh Wärme aus PV Strom gewonnen günstiger ist als eine kWh Wärme produziert mit eingekauften Strom und einer WP? Ist bei mir der Fall (sogar bei einer AZ2 von 4.4) SOFERN ich die WP über 20 Jahre zu 2000h abschreibe und diese Kosten zu den Stromkosten dazu rechne.


    Fazit: Strom geht zuerst in die Pumpe (logisch) und weitere Überschüsse per Heizstab in einen Puffer. Erst danach kommt das Netz. Krieg ich zu wenig für meinen sauberen Strom, dann brauche ich ihn selber und lasse nicht mein EVU damit Gewinn erzielen. Sünde hin oder her. :twisted:


    Gruss, Mege

    10.35 kWp / Süd / 18° Dachneigung / Fronius Symo 7.0-3-M / Kostal Piko 5.5
    PowerDog als Energie-Manager u.a. für EV-Optimierung der Erdsonden-Wärmepumpe.
    Liebäugle seit längerem mit einem Speicher, habe aber noch immer nichts wirklich gescheites gefunden.


  • http://www.effiziente-waermepumpe.ch/


    Webseite hat nichts mit mir zu tun.



    stefan_jupe
    Solarthermie: ja, wenn im Sommer damit ein Pool beheizt werden soll. Falls nein, dann würde ich an Deiner Stelle eine PV-Anlage mit Direktheizung (ohne Wechselrichter) erstellen. Diese kannst Du dann später immer noch an das Netz anschliessen falls Du dies möchtest.
    Denn

    Zitat

    aus Strom kann man viel mehr machen


    Das stimmt schon.
    Gruss, Mege

    10.35 kWp / Süd / 18° Dachneigung / Fronius Symo 7.0-3-M / Kostal Piko 5.5
    PowerDog als Energie-Manager u.a. für EV-Optimierung der Erdsonden-Wärmepumpe.
    Liebäugle seit längerem mit einem Speicher, habe aber noch immer nichts wirklich gescheites gefunden.

  • Das fordert die EnEV bzw. das EEWärmeG...


    Ging mir genauso. Da kann man nicht direkt sagen, wieviel kWh man durch erneuerbare Energien erzeugen muss.
    Fakt ist, man muß beim Jahres-Primärenergiebedarf und Transmissionswärmeverlust mindestens 15% unter EnEV-Referenzwert sein.
    Muss durch einen Energieberater direkt berechnet werden, anhand Primärenergiebedarf und Transmissionswärmeverlust für das geplante Gebäude.
    Fakt ist , es ist auch ohne Solarthermie und ohne PV bei einer Gastherme möglich, auch wenn es knapp ist.



    Das geht natürlich nicht... Wäre auch zu schön um wahr zu sein... :shock:


    Man kann auch anderweitig die Vorgabe erreichen, das nennt sich dann Zusatzmaßnahme, z.B. durch bessere Dämmung und damit einem niedrigerem Transmissionswärmeverlust.


    @stefan-jupe:
    - Wie baust du, massiv ? Falls ja, welcher Ziegel ?
    - mit Keller ?
    - Lüftungsanlage (zentral oder dezentral) geplant ?
    - Holzofen im Wohnzimmer ?
    - Fußbodenheizung im ganzen Haus?
    - Uw der Fenster ?


    Ich habe die Vorgabe geschafft:
    - massiv mit 36,5 Ziegel mit Innendämmung
    - Fenster Uw = 0,79 (große Fensterfläche gen Süden ausgerichtet)
    - Kelleraussenwände 12 cm gedämmt
    - Unterhalb Estrich 8cm gedämmt
    - 032er 24cm Zwischensparrendämmung und 35 mm Holzweichfaserplatten als Dachschalung
    - Gasbrennwerttherme mit 200 L Warmwasserspeicher, Fußbodenheizung im ganzen Haus.
    - Holzofen im Wohnzimmer


    Damit habe ich Transmissionswärmeverlust von -40% zum Referenzwert, also theoretisch ist damit meine Gebäudehülle kfw-60 (hätte ich noch Untersohlendämmung oder 42er Aussenwandziegel genommen, wäre die Hülle unter kfw-55 Niveau).
    Jahresprimärenergiebedarf ist bei mir -15% zum Referenzgebäude ( klingt zwar schlecht, aber die Gastherme hat halt nunmal einen schlechten Faktor für die Berechnung)... Hätte ich eine Wärmepumpe genommen, wäre ich beim Peimärenergiebedarf von ca. -30% zum Referenzwert, also kfw-70 Niveau.


    Ich habe mich bewusst gegen eine Wärmepumpe entschieden. Auch eine Solarthermie rentiert sich nie im Leben bei einem kleinen Einfamilienhaus ohne Pool...

    Hausdach:

    9,36 kWp, 70% dynamisch; 36x Heckert NeMo 260W
    Fronius Symo 8.2
    180° Süden, 40° Dachneigung, teilweise Verschattung vorhanden (ca. 10% Verlust)
    Inbetriebnahme am 20.01.2016


    Terassenüberdachung:

    7,455 kWp, 70% dynamisch; 27x SI-Saphir 165W und 10x Heckert NeMo 300W

    Fronius Symo 6.0 light

    180° Süden, 5° Dachneigung, teilweise Verschattung vorhanden (ca. 10% Verlust)

    Inbetriebnahme am 29.03.2019


    JK: 23 (D2, T1)

  • Zitat von Brzi

    Das fordert die EnEV...
    ...
    Man kann auch anderweitig die Vorgabe erreichen,


    Eben, in der EnEV steht nichts zum "wie", oder hast du das mit dem EEWärmeG http://www.gesetze-im-internet.de/eew_rmeg/index.html verwechselt? Das erlaubt aber auch die Nutzung von "Biomethan" wofür es auch entsprechend zertifizierte Produkte gibt. Leider kann man da den "Wärmebereich" nicht durch den "Strombereich" "quersubvetionieren", wie das bei der EnEV möglich ist, wo es auf den Primärenergiebedarf ankommt (was auch eienr der Hauptkritikpunkte daran ist).