• Guten Tag zusammen,
    neu im Forum, stelle ich mich mit unserem Haus am besten erstmal kurz vor: EFH, 2 ETG + ungenutzter Dachboden, Südwest-Ausrichtung, Dachneigung etwa 40°, Göttingen (40km nördlich von Kassel).
    Die Stadtwerke Gö haben mit einem neuen Konzept geworben und mir Folgendes angeboten:
    Komplette Anlage zur Miete. Alle Montage- und Wartungskosten sowie Versicherung inklusive. Einzige eigene Kosten: Neuer Stromzähler. Gesamtmodulleistung 2,6 kWp, monatlich 44,91 Miete über 18 Jahre. Danach geht die Anlage in den Besitz über.


    Da ich noch so gut wie keine Ahnung habe, würde ich mich sehr freuen, wenn mal jmd. einschätzen könnte, ob sich so etwas lohnt. Bisher verbrauchen wir ca. 2500 Kwh / Jahr.
    Und zweite Frage gleich dazu: Alternativangebot enthält einen Stromspeicher und kostet dafür doppelt so viel im Monat. Kann ich ebenfalls nicht einschätzen.
    Ich bin immer schnell begeistert und hier davon angetan, dass ich mich um kaum etwas kümmern muss und auch keine Finanzierung benötige, die ich gegenrechnen muss.
    Würde mich sehr über hilfreiche Beiträge freuen!
    Mathias

  • Rechnen wir doch einfach mal durch. 44,91€ im Monat macht 538,92€ im Jahr. Das Ganze mal 18 Jahre sind dann 9700,56€. Bei einer Anlagengröße von 2,6 kWp sind das dann 3730€/kWp. Es steht jetzt nicht dran, ob das mit oder ohne Mwst ist, ich geh aber mal davon aus,e s ist mit Mwst. Die Installation einer Anlage schlägt aktuell etwa mit 1500€/kWp in die Kosten (ohne Steuer), sind dann also etwa 1800€ mit Steuer.
    Wartungskosten sollten übeschaubar sein (viele WR bieten heute schon 10 Jahre Garantie, ansonsten kann man dafür nochmals etwa 1500€ für die 20 Jahre einplanen) und Versicherung kostet auch weniger als 100€ im Jahr, wenn es nicht schon über die Gebäudeversicherung mit abgedeckt wäre.


    Nun darst Du selber überlegen, ob es ein gutes Angebot ist....


    Stefan

  • Das war schon öfters Thema hier.
    Nein, das macht absolut keinen Sinn.
    Ja, das ist irre teuer ... Abzocke oder Betrug bzw. bezogen auf den Zins, schlicht Wucher.
    Du bezahlst die Anlage damit 2-3 Mal :!:


    Geh zur Bank, nimm einen Kredit auf, wenn Du einen bekommst und baue die Anlage auf das Dach.
    Bei dem niedrigen Stromverbrauch muss die Anlage nicht an die 10KWp haben, aber mehr als 2,6KWp wären empfehlenswert.
    Bei Interesse wären Bilder vom Dach mit Maßen ein guter Einstieg.


    Eine Anlage mit 3,6KWp sollte netto um 1400,- pro KWp kosten.
    Die Umsatzsteuer ist ein durchlaufender Posten bei dir, den Du nur kurz zwischenfinanzieren musst ... Erstattung erfolgt vom, Finanzamt. Du wirst Unternehmer damit und hast etwas mehr Aufwand bei der ESt an der Backe. Aber auch dafür gibt es gut und günstige Lösungen.


    PS.: Ein Speicher ist teuer und rentiert sich auch ohne das Mietangebot nicht. Weg lassen!

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Zitat

    Miete über 18 Jahre. Danach geht die Anlage in den Besitz über.


    Alleine dieser Satz reicht schon aus um das Ganze als "Bauernfängerei" zu erkennen.


    Aber da du schon mal dran bist: Lass dir vernünftige Angebote machen und bau eine PV-Anlage, es lohnt sich weiterhin! :)

    Servus
    Toni


    Luschenjagd aufgegeben.
    Elektrisch unterwegs mit Leaf II

  • Da sage ich doch schon mal herzlichen Dank. Kam mir ja auch schon teuer vor, aber ich hatte noch kein Angebot für eine selbst finanzierte Anlage und von den Preisen in Euro / Kwp. Habt ihr mich vor einem überteuerten Angebot bewahrt, an das ich 18 Jahre gebunden gewesen wäre.
    Danke, dass ihr das so schnell durchgerechnet habt!

  • Zitat von seppelpeter

    ...Du wirst Unternehmer damit und hast etwas mehr Aufwand bei der ESt an der Backe.


    Das wird man bei den Mietmodellen auch, sonst müßte man ja auch noch die volle EEG-Umlage berappen, wenn man nicht selbst der Betreiber ist.
    Wenn die Angebote vom Grundversorger kommen, steht da im Kleingedruckten gerne, daß man auch seinen restlichen Strom von dem kaufen muß. War zwar nicht gefragt, aber fürs Archiv erwähne ich es mal wieder.


    Nur kurz anders gerechnet - bei 2500kWh Bezug zahlst du um die 60€ brutto im Monat für den Strom (wenn mehr, dann solte man dringend über einen Wechsel nachdenken). Damit sieht man sofort, daß das Angebot mit Speicher sich auf keinen Fall rechnet, weil das teurer kommt und ein gewisser Restbezug (grob geschätzt 500-1000kWh) bleiben wird. Und auch das Angebot ohne Speicher wird sich nicht rechnen, weil man sonst 2/3 des Verbrauchs durch PV decken müßte, 40% sind aber schon viel.
    Die letzten beiden Jahre bringen zwar zusammen nochmal gut 500€, die man aber mangels Ausgaben (Abschreibung) fast voll versteuern muß.