Strompipelines: Die Rettung der Energiewende?

  • Einer der Hauptstreitpunkte beim Thema Energiewende sind Stromtrassen. Obwohl der Ausbau des Stromnetzes dringend notwendig ist, um den vorwiegend im Norden erzeugten Windstrom in den Süden Deutschlands zu transportieren, wehren sich Bürger allerorts gegen Freileitungen. Eine Alternative dazu sind Erdkabel, doch diese sind erheblich teurer. An der Otto-von Guericke-Universität in Magdeburg wird gerade an einer Alternative gearbeitet: der Strompipeline.


    http://energyload.eu/energiewe…nes-rettung-energiewende/

  • Sicher ist, dass erst einmal Teststrecken durch chemisch unterschiedliche Böden verlegt werden müssen, die dann nach 5, 10 und 15 Jahren wieder ausgebuddelt und untersucht werden. Das erinnert mich an eine Firma, die einen preisgünstigen Asphalt entwickelt hatte, aber Schwierigkeiten mit der Vermarktung hatte, denn der Nachweis für 20 Jahre Haltbarkeit konnte nicht erbracht werden. Wenn die Idee gut ist, dann wird sie sich durchsetzen, allerdings wird dann das 'Verteilungsproblem' der EE schon gelöst sein müssen (hoffe ich).

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Stromtrassen, oder auch Strompipelines, sind für mich nur die 2 beste Lösung. Ich finde Strom sollte möglichst nah dort erzeugt werden wo er verbraucht wird. Ich denke es gibt genügend Möglichkeiten in Abhängigkeit was in der Region machbar ist.
    Für Bayern, neben PV, Wasserkraft, Windkraft, Biomasse auch Geothermie, Verbunden mit Speicher, zentral und lokal und erst dann Stromtrassen, oder Strompipelines Sorry wenn OT.

  • Zitat von Winni

    Stromtrassen, oder auch Strompipelines, sind für mich nur die 2 beste Lösung. Ich finde Strom sollte möglichst nah dort erzeugt werden wo er verbraucht wird. Ich denke es gibt genügend Möglichkeiten in Abhängigkeit was in der Region machbar ist.
    Für Bayern, neben PV, Wasserkraft, Windkraft, Biomasse auch Geothermie, Verbunden mit Speicher, zentral und lokal und erst dann Stromtrassen, oder Strompipelines Sorry wenn OT.


    Das ist nett in der Theorie, aber die Gebiete wo Strom erzeugt werden, wandern, bei PV hat das Gebiet ohne Erzeugung einen Durchmesser von 20.000km, bei Wind einen vonie nach Wetter um 1500km.
    Also lautet die DEwiese nur Transportieren (mit 1-5% Verlust) oder SPeicher (mit 10-50% Verlust, und 10-100x höheren Kosten). Weswegen ich klar für transportieren bin. Man soll das lokal verbrauchen was man lokal sinnvoll nutzen kann, aber mit dem Rest die versorgen, die gerade keinen oder nicht genügend EE-Strom haben.
    Widerstand gegen Trassen hilft nur dem lokalen Kohle oder Gaskraftwerk, das so vor Konkurrenz geschützt wird.

    Ich würde mein Geld auf die Sonne und die Solartechnik setzen. Was für eine Energiequelle! Ich hoffe, wir müssen nicht erst die Erschöpfung von Erdöl und Kohle abwarten, bevor wir das angehen.
    Thomas Alva Edison
    Trockenplatzdach 2,6kW zum Spielen :)

  • Ansonsten "beliebige" Spannungen halten die "pipelines" sicher nicht aus, das Konstrukt wird schon probleme haben die üblichen HVDC-Spannungen auszuhalten - und wer hat schonmal ein Erdkabel gesehen, das turnusgemäss alle 10-15 Jahre ausgetauscht wird?

    Ich würde mein Geld auf die Sonne und die Solartechnik setzen. Was für eine Energiequelle! Ich hoffe, wir müssen nicht erst die Erschöpfung von Erdöl und Kohle abwarten, bevor wir das angehen.
    Thomas Alva Edison
    Trockenplatzdach 2,6kW zum Spielen :)

  • Für die Versorgung von Innenstädten sicher eher geeignet als für lange Strecken.
    10m lang, das gibt hunderttausende von Muffen, also potentiellen Schwachstellen vom Arbeits- und Prüfaufwand auf der Baustelle gar nicht zu reden. Wie sind die Biegeradien oder kann man nur an der Muffe einen "Knick" einbauen?
    Warum es da kein magnetisches Feld geben soll, sehe ich nicht, elektrisches Feld wird auch beim Erdkabel weitestgehend abgeschirmt.

  • Zitat von PV-Loader


    ...

    Zitat

    Das Konzept wird bald auf der Hannovermesse präsentiert


    Die weltweiten Patente für die Pipelines hat man sich in Magdeburg bereits gesichert. Der Praxistest für das Konzept, das Ende April auf der Hannovermesse vorgestellt werden soll, steht noch aus. Sollte sich die Idee bewähren, könnte damit eines der größten Hindernisse für das Gelingen der Energiewende aus dem Weg geräumt werden.


    ...das ist das hier,richtig ?


    Zitat von hannovermesse.de

    Halle 2, Stand A38
    Hallenplan öffnen r
    Produktbeschreibung


    Für den immer stärker werdenden Einsatz regenerativer Energien wird zum Ausbau des gesamten Leitungsnetzes eine unterirdische Pipelinetechnik entwickelt, mit der sowohl Hochspannungs-Drehstrom wie auch Gleichstromübertragung im Gigawattbereich möglich ist. Isolationswerkstoff ist der sogenannte Mineralguss. Dieser besteht aus einem Sand- und Kiesgemisch, welches mit Kunstharz verklebt wird. Als Leiter wird innen ein Aluminiumrohr eingeklebt. Das Ganze wird in ein standardmäßiges 16 Zoll Stahlrohr eingebracht. Vorgefertigte Segmente von 40 Fuß Länge werden dann vor Ort durch Orbitalschweißen des Leiters und Crimpen der Außenhülle zu einem Leitungsstrang verbunden und in einen Graben von 2m Tiefe abgesenkt.


    Innenbelüftung und eine vollständige Sensorüberwachung sind bei dieser Technologie ebenfalls möglich. Absolute Katastrophenfestigkeit, günstige Produktionskosten und vollständige Recyclingfähigkeit sind die Merkmale, die diese neuartige Technolo-gie charakterisieren.


    http://www.hannovermesse.de/pr…mpipeline/2121278/Q935126


    Da kann ich dann eigentlich mal vorbeigehen (bin eh dieses WE da) und gucken ob es sich lohnt Fotos zu machen oder wenn da einer rumrennt mal fragen zu stellen wie die sich das alles genau vorstellen (wenn ihr Fragen habt, sagt's)...

    Zitat von John Perry Barlow

    I'm a free-marketeer. I believe in free markets, but... sometimes you have things that look like free markets but aren't because of artificial reasons. I'm not very happy with the current state of what calls itself free market economy in the world because you've got all these grotesque monopolies that are able to game the system in a way that's to their advantage by virtue of their power, and that's not a free market.

  • Wie schon zuvor gepostet ist es nicht die Frage, ob das Verfahren gut ist (oder sogar wesentlich besser. als alles andere), sondern ob der experimentelle Nachweis da ist. Ich schaue ja auch immer gerne hoffnungsfroh in die Zukunft, das machen Geldgeber aber eher nie. Ich will keine Spassbremse sein, aber ist so!

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Zitat von jdhenning

    ...sondern ob der experimentelle Nachweis da ist.


    Also in den Bereichen Stahlbau (inkl. Korrosionsschutz) und Tiefbau etc. sowie auch der Elektrik sind wir an sich weit über Experimente hinaus, einzeln oder auch teilweise zusammen funktioniert das schon sehr gut.


    Nur so in der Form kombiniert hat man das noch nicht so richtig, wobei ich auch dabei vom technischen weniger skeptisch bin, im Prinzip machbar...ob das ganze ökonomisch realisiert werden kann im Vergleich zu anderen Technologien...da habe ich schon eher meine Zweifel.


    Aber genau wie du bin auch ich jemand der eher darauf hofft das sich das Problem von alleine erledigt durch ausreichend dezentrale Stromversorgung...

    Zitat von John Perry Barlow

    I'm a free-marketeer. I believe in free markets, but... sometimes you have things that look like free markets but aren't because of artificial reasons. I'm not very happy with the current state of what calls itself free market economy in the world because you've got all these grotesque monopolies that are able to game the system in a way that's to their advantage by virtue of their power, and that's not a free market.

  • Wie möchte man das Verlegen?


    Das Teil ist ja steif und kann nicht per Schachtbauweise mit Hilfe von Druckluft oder per Wasser (Ziehen) eingebracht werden. 40 Fuß Länge, da gibt es aber viel zu tun, um einen Ort zu verschonen.


    Was soll im übrigen besonders sein? 110 KV Kabel haben wir schon verwenden müssen, als die ersten WKA errichtet wurden?


    380 KV bzw. 400 KV Kabel liegen in Berlin im Boden (Art Tunnel) soll das damit ohne gehen?