RealismusAmmortisationsrechnung

  • Hallo,


    ich habe mal eine etwas verquerte Ammortisationsrechnung aufgestellt. Sie ist etwas speziell, da sie ohne Strompreissteigerung & mit unseren tatsächlichen Bezugspreisen rechnet.


    Zudem ist es keine klassische Anlagenammortisation sondern eher eine Lebenswandelberechnung - als Basiswert nehme ich den bisherigen jährl. Stromkostenbetrag und errrechne die "jährl Ersparnis" aus der Differenz zukünftiger Strombezug (& Einspeisugseinnahmen) vs. damaliger Preis. Beim zukünftigen Strombezug von 3800kwh gesamt fehlen einige KWH die wir durch bewusstern Umgang mit Strom einsparen sowie ein neuer Stromtarif der ein Bisschen was ausmacht. Genau genommen müsste man die Ammortisation um diese Werte bereinigen (jährl. Effekt 290,- Euro) da diese Einsparungen ja auch ohne PV-Anlage eintreten würden.


    Andererseits sehe ich es eben ganzheitlicher - ohne PV Projekt hätte ich niemals unseren Verbrauch hinterfragt oder unsere Verbrauchsgewohnheiten.



    Rechnung der Ersparnis durch Anschaffung der PV Anlage & Lebenswandel / Anschaffung verbrauchärmer Geräte drüber schauen:
    Strom ohne Speicher



    Grundannahmen:


    Strombezugspreis stabil bis 2030


    5,1kwp System erzäugt 4500kwh
    (gestützt von PVGIS - hier 4760kwh / SolarEdge berechnet etwas von 5045kwh aber naaaja...Werbung eben)


    Basiswert jährl. Stromkosten 1300,- in 2015 für 4400kwh


    Verbrauch nach Anlagenanschaffung 3800kwh / Differenz gespart durch
    - neue Poolpumpe (360kwh)
    - schaltbare Netzstecker (99kwh)
    - neues TV Gerät (80kwh)
    - günstigerer Stromanbieter


    Annahme Eigenverbrauch ~800kwh (18%) setzt sich zusammen aus:
    - April-Oktober 7 Stunden Grundlast. 120W/h = 141kwh
    - Nov - März je 4 Stunden Grundlast ergibt 67kwh
    - 150 Tage 6 Stunden Poolpumpe 350W = 315kwh
    - 60 Tage am Wochenende & Urlaub zuhause kochen in Sonnenmonaten ergibt grob 25kwh
    - 90 Tage Jun-Aug 16:00 - 18:30 kochen, Fernsehen & co (durchschnittl. 350W) = 78kwh
    - Waschmaschine (0,8kwh), Trockner (1,7 kwh) & Geschirrspüler (0,8kwh) Mai-Sept in Mittagszeit programmiert ergibt 66kwh bei je 2 Nutzungen je Woche (eher mehr mit 4 Personen)
    - 108kwh durch alle Verbraucher über Grundlast Nov- März bzw. Kleinstrmengen vor und nach den berrchneten 4 bzw. 7 Stunden Grundlastdeckung



    ————————————————


    Ersparnis Jahr 1 - 5 (USt Pflicht)


    Jährl 3000 kwh Netzverbrauch = 810,-inkl. aller Kosten (0,25 € je kwh, Grundpreis 60,- €)


    Ersparnis Eigenverbrauch vor USt: 490,- Euro
    zzgl. Einnahme Einspeisung 3700kwh je 0,1231 € insg. 455,74 €


    - 38,- USt Entnahme 800kwh gemessen an 25ct
    - 72,72,- in Einspeisungseinnahme enthaltene USt


    = 834,75 jährl. Einsparung
    x 5 Jahre = 4173,-



    AK PV-Anlage 9000,-
    abzügl. 4173,-
    = 4827,- offene Investition


    ————————————————


    Ersparnis Jahre 6-11


    Effizienzverlust PV-System v. 5% = 3515kwh Einspeisung: 432,69 Euro


    Eigenverbrauch: 760kwh ergibt 3040 kwh über Versorger = 850,4
    Gespart: 449,6


    Gesamt: 882,- jährl.Ersparnis



    Anlagenanschaffung 9000,-
    Rest nach 5 Jahren = 4827,-
    bei 882,- Ersparnis 5,5 weitere Jahre
    Ammortisiert nach 10,5 Jahren


    ————————————————


    Garantieende WR nach 12 Jahren / Neuanschaffung nach 1,5 Jahren ab Ammortisation also bereits eingespielt



    Selbst wenn man die 290 € jährlich, die eigentlich nicht direkt durch das PV System erspart werden (sondern durch neuen Stromtarif & die in diesem Jahr neu angeschafften Geräte) rausrechnet, hätte sich das System nach 14,5 Jahren amortisiert.


    290x10,5 Jahre = 3045,- offen
    3045,- / 800,- Ersparnis (nochmal 10% pauschal abgezogen für Ertragsverlust) = 3,8 Jahre länger



    Der Anschaffungspreis der Anlage von 9000 € ist noch nicht der letzte Weisheit Schluss, aber ich rechne jetzt einfach mal damit, da einige Angebote die wir bereits vorliegen haben in diese Richtung gehen. Dass das eine mittlere Katastrophe je KwP ist weiß ich aber es ist bei unserer relativ besonderen Montage auf 3 Flächen mit Solar Edge und dem geringen Platz (dadurch teurere Module) kaum anders möglich.
    Ich will ehrlich sein, wir werden es ohnehin machen im Hinblick auf Ökologie, die Aussicht auf steigende Strompreise und einer in einigen Jahren möglicherweise geplanten Speicher Nachrüstung (wenn wirtschaftlich) . Uns interessiert hauptsächlich ob wir uns mit diesen ideologischen 10,5 und tatsächlichen knapp 15 Jahren bis zur Ammortisation völlig vertun.

    5,04 kwp / 16xLG315er Neon2 m.SolarEdgeSE4000, 2 Himmelsrichtungen (-25/65) & 3 Neigungen (60, 42, 20) bei teilw. Wandmontage.


    Soll PVGIS Clim.SAF = 912 kwh/kwp
    Soll SE Prognose = 992 kwh/kwp

  • Fast, Technologie.

    5,04 kwp / 16xLG315er Neon2 m.SolarEdgeSE4000, 2 Himmelsrichtungen (-25/65) & 3 Neigungen (60, 42, 20) bei teilw. Wandmontage.


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    Soll SE Prognose = 992 kwh/kwp

  • Das ist aber noch keine worst case Betrachtung.... :mrgreen:

    Zu wissen, was man weiß, und zu wissen, was man tut, das ist Wissen.
    Wer mehr zum DC Speicher wissen will erreicht mich per PN !

  • Zitat von letsdoit

    Das ist aber noch keine worst case Betrachtung.... :mrgreen:


    Das ist das wahrscheinlich nicht - aber auch aus Unwissenheit was ein Worst Case wäre. Magst du mir ein bisschen mehr verraten?


    Ich meine mein innerer WorstCase wäre, dass die Kleingartenkolonie neben uns abgeschafft und gegen ein Hochhaus ersetzt wird. Das muss ich dann aber auch nicht mehr durchrechnen, in dem Fall sprechen wir dann wohl einfach mal von 9000 Euro persönliches Pech. Abgesehen natürlich von der vielfältig vorhanden indirekten Strahlung die den Verlust um insg. 100 € mindern über die zehn Jahre.




    Und deiner Einschätzung nach ist das obige denn ein halbwegs realistisches Szenario? Ich meine wenn die globale Erwärmung uns das Wetter in Deutschland zu dauerhaften Herbst ändert, die kalte Fusion praktisch kostenlosen Strom bereitstellt oder ein Krieg einsetzt und jedes zweite Haus einfach nur noch Schutt ist, sitzen wir irgendwie alle in der Tinte. Das ist ein Risiko, dass Man wohl immer eingehen muss. O. k. außer der Typ der gestern im Baumarkt offensichtlich für die Zombie Apokalypse zusammen gekauft hat...der geht so ein Risiko nicht ein (wirklich sehr lustiger Warenkorb).



    Wenn du aber sagst das was ich da berechnet habe ist sehr schön gerechnet und tritt höchst wahrscheinlich so nicht ein, dann gerne hier mit den Gründen und auch um wie viel Jahre du schätzt bis sich die Amortisation dann einstellt.

    5,04 kwp / 16xLG315er Neon2 m.SolarEdgeSE4000, 2 Himmelsrichtungen (-25/65) & 3 Neigungen (60, 42, 20) bei teilw. Wandmontage.


    Soll PVGIS Clim.SAF = 912 kwh/kwp
    Soll SE Prognose = 992 kwh/kwp

  • Ich habe mir das auch immer schön geredet man tut ja was für die Umwelt und man spart dabei noch etwas. Ich habe mit dem Thema noch nicht ganz abgeschlossen also versteh mich nicht falsch aber denk dir mal folgendes.


    Dein Bankberater oder irgendeiner sagt dir gib mir 9000 € ich leg das in Aktien oder Fonds an und ab dem 14 Jahr bekommst du dann jährlich vielleicht 500 € was würdest du machen? Also ich würde ihm den Vogel Zeigen.


    Ich mach schon mehr als 10 Jahre mit meinen paar Kröten Aktien und auch Fonds und glaub mir hab auch schon viel Lehrgeld bezahlt aber, wenn man da vorsichtig rangeht und die Verluste mit bestimmten Orderzusatzfunktionen nach unten absichert sind 2 % immer drin und das pro Jahr und das von Anfang an. Ich will dich nicht in die Richtung drängen nur aufzeigen das alleine bei 2 % jährlich und dass Zahlen manche schon als Dividende, 180 € drin sind das sind nach 14 Jahren ca. 2500 € Plus. Bei einer PV Anlage stehst du nach 14 bei 0 €.


    Wie gesagt das soll kein miesmachen sein aber es soll nur mal Zeigen das eine PV Anlage derzeit noch nicht so Rentabel ist wie manche einem Vorrechnen.


    Es gibt aber noch mehr Aspekte die mit eingerechnet werden müssen. Du kannst ja die Anlage jährlich mit 5 % Abschreiben und wenn man viele Steuern Zahlt, weil man ein gutes Einkommen hat kann das dazu führen das man am Jahresende von der Steuer mehr zurück bekommt bei so einer PV Anlage aber das muss man immer im Einzelfall prüfen.


    Also ich will schon einen sichtbaren Effekt in der Geldbörse spüren. Das ist wie reine Elektroautos die viel zu teuer, noch.

  • Ja da hast du recht die Verzinsung von Kapital, würde man es nicht in einer PV Anlage stecken betrachte ich tatsächlich nicht. Im Gegenzug rechne ich aber auch nicht mit fantasievollen Strompreiserhöhungen. Realistisch betrachtet gibt es einfach unendlich viele Faktoren, die dazu führen können dass man im Nachhinein betrachtet sag etwas andere wäre ändere es wäre lohnenswerter gewesen oder aber vielleicht doch sagt das war genau das Richtige.



    Korrigiere mich, wenn ich falsch liege aber ich habe gelesen dass das Finanzamt einkommensteuerlich regelmäßig Liebhaberei sieht bei kleinen PV Anlagen.
    Wenn ich natürlich tatsächlich die Anschaffungskosten als Abschreibung zu einem negativen Jahres Ergebnis im Rahmen des Unternehmens durch bekomme und damit die Einkommensteuer auf mein Lohn etwas verrechnet wird, wäre das super.


    Die Frage die Stelle ist einfach ob Rechnung, die ich da oben angestellt habe im groben Zügen hinkommt?


    Also halte dir den Jahresvertrag und zum Beispiel auch den Eigenverbrauch für zu hoch gegriffen oder sind 18 % Eigenverbrauch realistisch bei fünf KWP? Die Anlage teilt sich im übrigen in zwei Hälften auf eine Richtung Süd Westen und die andere Richtung Süd Osten.



    Würden wir hier tatsächlich von einer Amortisation innerhalb der Garantiezeit der Anlage (12 Jahre) sprechen, hätte ich einfach sehr sehr viel weniger Bauchschmerzen.

    5,04 kwp / 16xLG315er Neon2 m.SolarEdgeSE4000, 2 Himmelsrichtungen (-25/65) & 3 Neigungen (60, 42, 20) bei teilw. Wandmontage.


    Soll PVGIS Clim.SAF = 912 kwh/kwp
    Soll SE Prognose = 992 kwh/kwp

  • Deine Rechnung ist unnötig kompliziert. 100€ im Jahr an sonstigen Ausgaben (Versicherung, Rücklage für WR, ...) würde ich immer einplanen, eher Richtung 2% der Anschaffungskosten.
    4500kWh mal 20 Jahre mal 0,1231ct/kWh sind 11079€ und das deckt gerade noch 9000€+20*100€. Eigenverbrauch macht die Sache auf jeden Fall besser, paßt also grob.
    Zu langsam, das hast du gerade selbst schon bemerkt.
    Problem ist eher, daß du bei den hohen Kosten für die Anlage womöglich in der EÜR auf Dauer keinen Gewinn machen wirst und dir da die Liebhaberei samt Rückzahlung der erstatteten Vorsteuer droht. Notfalls muß man halt den Eigenverbrauch etwas höher bewerten, aber mehr sage ich nicht 8)

  • Zitat von alterego

    Problem ist eher, daß du bei den hohen Kosten für die Anlage womöglich in der EÜR auf Dauer keinen Gewinn machen wirst und dir da die Liebhaberei samt Rückzahlung der erstatteten Vorsteuer droht.


    Was mich dabei wundert: Warum liest man hier im Forum nichts von solchen Fällen?
    Das müsste bei den teilweise genannten Preisen (insbesondere Anlagen mit Speicher) doch ständig passieren. :juggle:

  • Der Speicher wird ja (steuerlich) nicht abgeschrieben und die PV an sich paßt ja meist.
    Außerdem gibt es ja Leute, die es darauf anlegen um eben genau nichts mit dem FA zu tun zu haben, da gibt es sogar ein "Tool" um sich die Anlage (fürs Finanzamt) schlechtzurechnen. Daher ja auch der Hinweis notfalls auf den ersten Blick ungünstige Annahmen zu machen, damit man nicht in die Falle tappt weil das umgekehrt genauso geht.