Kurze Bewertung einer PV-Bestandanlage

  • Hallo zusammen,
    ich bin ganz neu in dem Thema, und steige leider noch nicht wirklich durch.
    Wir sind auf der Suche nach einem Haus auf eines mit relativ großer PV-Anlage gestoßen. Zur Übernahme der Anlage fällt es mir nun aber relativ schwer diesen Kaufpreis einzuschätzen.


    Daten:
    Bosch Anlage von 2006
    10,2 KWp in PLZ 31863
    Ausrichtung fast genau nach Süden (minimal nach osten)
    Das ganze Haus steht leicht erhöht zu den restlichen Häusern, die Einstrahlung ist nicht verbaubar.
    Es wurde ein Anlagen-gebundener Vertrag über 20 Jahre abgeschlossen, mit einer Einspeisevergütung von 50 cent
    Die Anlage erwirtschaftet im Jahresdurchschnitt über die gesamte Laufzeit 5000€ im Jahr
    Der bisherige Reparturaufwand soll 800€ betragen haben


    Der Kaufpreis für die Anlage soll 41.000€ betragen. Ganz einfach gerechnet liegt man also durch die 9 Jahre Restlaufzeit schon bei 45.000€. 4.000€ wären also als Puffer für Reparaturen vorhanden. Anschließend wäre die Anlage abbezahlt und man könnte sich aussuchen ob man den Strom mit einem Akku selber nutzt oder einfach weiter einspeist.


    Wo sind nun aber die wirklich Risiken? Mit welchem Verschleiß ist zu rechnen? Wie sehr wird die Leistung in den nächsten Jahren abnehmen? Gibt es dazu Schätzwerte?
    Was kostet die Versicherung einer solchen Anlage gegen Unwetter in etwa?
    Was habe ich bisher noch gar nicht bedacht?


    Ich hoffe ich habe nicht zu viele Fragen gestellt, die man hier nicht stellen sollte, weil sie schon 100 mal beantwortet wurden. Ich nehme auch gerne links wo ich solche Antworten nachlesen kann.


    Grüße aus Hannover
    Micha

  • Willkommen hier im Forum!


    Lasse Dir Doch mal die Erträge in kWh der einzelnen Jahre geben, um zu sehen wie die Leistung abgenommen hat. Jahresschwankungen sind natürlich auch darin enthalten. Wir würden die Erträge dann hier auch bewerten.


    Welche WR werden verwendet und wurden diese in den letzten Jahren getauscht? Sonst ist in kürze damit zu rechnen, dass diese ersetzt werden müssen.


    Vielleicht besteht schon eine PV-Versicherung, die Du übernehmen könntest.


    Bitte auch noch die Dach-/Modulneigung hier angeben.

    WSW Dach 70°: Gauben 20x HIT-N240SE10 DN 25°, String auf A1+A2 STP8000TL-10; First 10x HIT-N240SE10 DN 45° auf SB3000TL-21
    ONO Dach -110°: First 10 x HIT-N240SE10 DN 45° teilverschattete Strings auf B STP8000TL-10
    Solar-Log 300, 70% Begrenzung fest

  • Zitat von micha886

    Der Kaufpreis für die Anlage soll 41.000€ betragen.


    du meinst sicherlich, das der Neupreis der 10Kwp Anlage in 2006 41.000€ gewesen ist?
    nach 10 Jahren in 2016 sollte die Anlage nur noch die Hälfte wert sein, also etwa 20.000€.
    Außerdem darfst du nicht vergessen, das die Erträge durch den Stromverkauf einkommenssteuerpflichtig sind.
    Von den 45.000€ Einnahmen gehen also schon mal gut 10.000€ ans Finanzamt. ( je nach pers. Steuersatz auch mehr)

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • Hallo,


    Selbst wenn die Anlage damals 50000€ gekostet hätte dann würdest du bei einem Kaufpreis von 41000 € die gebrauchte Anlage ja vergolden.


    Ich würde mir die bisher erhaltene Vergütung zeigen lassen ich habe da nämlich Bedenken ob Du bei der PLZ ein Schnitt von 1000 KWh/kWp erreichen kannst. Und dann hat der Vorbesitzer doch schon 50000€ eingenommen somit wäre die Anlage mehr als bezahlt.
    => Ich vermute daß er verkaufen muss während du bestimmt nicht kaufen musst denn es gibt bestimmt Alternativen somit hast Du die besseren Karten bei der Verhandlung.


    Warum verkauft der das Haus wenn er doch so "Tolle Einkünfte" hat?


    Bei dem Preis kannst Du auch ins Casino gehen und auf Schwarz und Rot setzen. => eigentlich dürftest Du nichts dabei verlieren :roll:


    Django

  • Danke Stefan, das Dokument hilft mir schon sehr weiter.


    Wenn ich nun die Formel aus dem Dokument nehme, komme ich auf 33.333€
    (5000€ pro Jahr bei 10 Jahren Restlaufzeit von 20)


    Was wäre denn ein angemessener Preis, bzw. was sollte man anbieten?


    Nach meinem Wissen muss er die Anlage nicht verkaufen, sondern nur das Haus. Er hat auch angeboten die Anlage zu behalten und das Dach zu pachten. Das finde ich allerdings etwas blöd.

  • Zitat von machtnix

    du meinst sicherlich, das der Neupreis der 10Kwp Anlage in 2006 41.000€ gewesen ist?
    nach 10 Jahren in 2016 sollte die Anlage nur noch die Hälfte wert sein, also etwa 20.000€.
    Außerdem darfst du nicht vergessen, das die Erträge durch den Stromverkauf einkommenssteuerpflichtig sind.
    Von den 45.000€ Einnahmen gehen also schon mal gut 10.000€ ans Finanzamt. ( je nach pers. Steuersatz auch mehr)




    das ist leider der direkte Unsinn und keine sachlich korrekte Antwort die jemandem weiterhilft.
    Was die Anlage einmal gekostet hat, und ob sie "vergoldet" würde, ist irrelevant.


    Entscheidend ist keineswegs ein Anschaffungspreis, sondern welche Erträge bis zum Auslaufen der EEG Vergütung mit der Anlage für einen Käufer noch zu realisieren sind, und das kann man mit der Formel von Stefan Rode berechnen. Auf dieser Basis kann man dann über Zu- oder Abschläge für Risiken oder Verzinsungen oder ähnliches verhandeln.
    .

  • Moin ,
    also wenn du wirklich bereit bist 41000 Euro für ne 10 Jahre alte Anlage auszugeben ,würde ich die Anlage durch einen Sachverständigen überprüfen und bewerten lassen .
    Aber jetzt mal ehrlich für 41000 Euro bekommst du eventuell eine 40 Kwpeak Anlage ,das Problem ist wo bauste sie auf .


    Gruss ioni

    48 Siliken SLK60P6L 245
    Dachneigung 30°
    Wechselrichter SMA-Tripower 12000TL

  • Nochmals, wie alt sind die WR? Die kannst Du wertmässig auch noch in Abzug bringen, wenn Du demnächst neue brauchst.

    WSW Dach 70°: Gauben 20x HIT-N240SE10 DN 25°, String auf A1+A2 STP8000TL-10; First 10x HIT-N240SE10 DN 45° auf SB3000TL-21
    ONO Dach -110°: First 10 x HIT-N240SE10 DN 45° teilverschattete Strings auf B STP8000TL-10
    Solar-Log 300, 70% Begrenzung fest

    Einmal editiert, zuletzt von qualiman ()

  • Ich denke irgendwo in "der Mitte" würde es passen. :)
    Die 20000.- von machtnix sind genau so unrealistisch wie die geforderten 41000.- :!:
    Nimm den Wert von Rode als Anhaltspunkt.
    Ob die Anlage jetzt etwas mehr oder weniger Wert ist hängt dann von den "Begleitumständen" ab, also ob z.B. über die Jahre schon eine Degration bemerkbar ist (wird meist von den Wettereinflüssen überlagert und ist gar nicht so einfach feststellbar, hier hilft wieder ein Regionenvergleich (z.B. http://www.pv-ertraege.de/pvdaten/sfvpv_main_entry.html), dann natürlich der (optische) Eindruck und Zustand der Anlage und wie bereits erwähnt die vielleicht anstehende Gefahr, dass die WR evtl. bald ersetzt werden müssen.

    Servus
    Toni


    Luschenjagd aufgegeben.
    Elektrisch unterwegs mit Leaf II