LWWP für EFH Neubau Planung

  • Hallo liebe Forumsteilnehmer,
    erstmal die Grunddaten:


    Einfamilienhaus Neubau in den nächsten Monaten geplant. Wir sind gerade in der Planungsphase beim Architekten.


    2 Geschosse mit je 100 m², also ca. 200 m² Gesamtfläche mit Hauswirtschaftsräumen und Fluren, …


    Dauerhaft beheizt werden müssten: Kinderzimmer, Arbeitszimmer, Wohnzimmer, Küche, Bäder = 133 m² // Die Schlafzimmer, Flure, Abstell- und Hauswirtschaftszimmer haben wir in der bisherigen Wohnung nie geheizt.


    Postleitzahl 66636 Tholey im nördlichen Saarland
    4 Personen
    Gebäude nach aktuellem Mindest-Standard EnEV 2016, aber nicht 55 oder 40 oder 40 Plus
    Unteres Geschoss zur Hälfte von der Straße weg nach hinten in der Erde wegen Hanglage


    Wir wollen als Heizungs- und Warmwassersystem nur eine Luft-Wasser Wärmepumpe (WP) installieren. Sonst keinerlei Ofen, keinen Kamin, …


    Eine Photovoltaikanlage (PV) soll evtl. auf eine Satteldachseite in Südost-Ausrichtung drauf.


    Dazu stellen sich mir einige Fragen:


    1.)
    Sollte die Wärmepumpe mit oder ohne Invertertechnik sein?


    2.)
    Wie sollten die Fußbodenheizungsrohre verlegt sein, damit man nur eine niedrige Vorlauftemperatur braucht? // Sage ich dem Installateur einfach: Bitte sehr dicht verlegen die Schläuche?? Wie gibt man das an?


    3.)
    Sollte man mit oder ohne Warm-Brauchwasser-Zirkulation arbeiten?


    4.)
    Welcher Pufferspeicher? Hat jemand gute Erfahrungen für Warmwasser oder Heizungsunterstüztung mit einem Modell?


    5.)
    Wieviel Leistung sollte die Pumpe haben damit sie auch bei einer kalten Woche im Winter immer gut warm haben, weil wir ja nur diese eine Heizung haben.


    6.)
    smart grid ready für später, damit sie bei Windkraft-Stromüberschuss den Puffer heizen kann, wenn der
    Strom billig ist. Macht das Sinn bei eigener PV-Anlage oder nur Marketing?


    7.)
    6 m entfernt vom Aufstellort des Außenteils der Wärmepumpe ist Nachbars Schlafzimmer und obendrauf seine Sommerterasse in der anderen Richtung ist 5 m entfernt unsere Sommerterasse. Welche Geräte sind zu empfehlen, damit wir alle ungestört bleiben von Geräuschen und kalter Luft? Kann man den kalten Luftstrom irgenwie nach unten oder oben ablenken?


    8.)
    Welche Außengerätetypen sind bei Split-Bauweise zu empfehlen: Mehr Bestandteile draußen oder eher möglichst viele Gerätebestandteile in der Inneneinheit im Haus?
    Oder sind die Kompaktblöcke, die alles draußen haben besser?


    9.)
    Wie viele Meter dürfen die Kälteleitungen von Außeneinheit zur Inneneinheit haben?
    a) um nicht zu viel Energie zu verlieren?
    b) um nicht über 3 kg Kältemittel zu kommen und damit jährlich Wartungskosten bezahlen zu müssen?


    10.)
    Kann man auch im Neubau Förderung für eine WP erhalten?



    Vielen Dank für eure Hilfe. :)


    sonnenhoch

  • 1) mit
    2) mit wenig Abstand ist schon richtig
    3) ohne, Räume so planen und anordnen, dass kurze WW-Leitungen
    4) kein
    5) genug, eher knapp, es ist nicht schlimm, wenn der Heizstab an den wenigenbesonders kalten Tagen hilft
    6) k.A.
    7) das wird wohl nix
    8) k.A.
    9) k.A.
    10) ja

  • Man sollte darauf hinweisen, dass der TE erst vor drei Tagen hier
    http://www.photovoltaikforum.c…timal-planen-t112024.html
    schon das identische Grundthema eröffnet hat.
    Zwar ist dort die Diskussion teilweise etwas OT (aber dennoch sachnah!) gelaufen und der TE stellt nun einige andere Fragen. Ich verstehe, wenn der TE hiermit neue Leser erreichen möchte, dennoch würde ich ein Zusammenführen der beiden Threads befürworten.


    Patrick

  • Zitat von sonnenhoch

    Hallo liebe Forumsteilnehmer,
    erstmal die Grunddaten:


    Einfamilienhaus Neubau in den nächsten Monaten geplant. Wir sind gerade in der Planungsphase beim Architekten.


    Noch ein Tip:
    Ein guter Architekt (der oft auch Energieberater ist) wird Dir bei mindestens der Hälfte Deiner Fragen ein guter Diskussionspartner sein können.


    Patrick

  • Vielen Dank für die bisherigen Antworten.


    Ich habe in einem anderen Bereich des Forums ausgehend von der gleichen Grundbeschreibung des Hausbauplans Fragen zur PV-Anlage gestellt und dachte, dass in diesem Bereich die Fragen zur Wärmepumpe besser passen. Nur die Fragen 3 und 4 wurden auch in dem anderen Thread schon angesprochen, hier habe ich aber auch nach konkreten Erfahrungen mit einem Modell gefragt. Alle anderen Fragen sind ganz neu und denke ich passend zum Wärmepumpen-Bereich.


    Ein Doppeltpost war nicht beabsichtigt. Ich dachte einfach es gibt PV-Experten die gucken da und WP-Experten die lesen hier mit. Evlt. dann zusammenführen.


    Danke schon im Voraus für alle weiteren Tipps. :)

  • Auf eine Zirkulation fürs Brauchwasser würde ich verzichten.
    Dafür aber die Leitungen möglichst kurz planen. Heizung und Bad nicht an unterschiedlichen Enden des Hauses (bei uns leider katastrophal, Hzg mit WW im Keller, Bad im OG 8m nördlicher und 10m westlicher --> bis zu 25m Leitungslänge; wir haben es mal geschafft im Jahr mehr Gas (Wärmezähler WW und Hzg) für die Zirkulation (wenig WW Verbrauch, Duschen selten zu Hause) als für die Heizung zu verbrauchen bei einem energetischem Zustand von 1979!!!)


    Heizleistung würde ich eher knapp kalkulieren. Ob man die Nennaußentemperatur wirklich mal im Wochendurchschnitt auch nur annähernd erreichen wird bezweifele ich doch.
    ABER.: Darauf achten das die Wärmeleistung bei niedrigen Temperaturen auch ausreichend zur Verfügung steht und nicht stark abfällt. Im Neubau bei Einsatz des Heizstabes sollte das aber nicht der Fall sein.

  • Zitat von sonnenhoch


    Wie sollten die Fußbodenheizungsrohre verlegt sein, damit man nur eine niedrige Vorlauftemperatur braucht? // Sage ich dem Installateur einfach: Bitte sehr dicht verlegen die Schläuche?? Wie gibt man das an?


    Nun, im besten Fall gibt man dem Installateur einen Verlegeplan für jeden Raum in die Hand. Denn eine Fußbodenheizung baut man lieber nicht "einfach so", sondern PLANT sie. Für eine solche Planung benötigt man eine Berechnung der Heizlast für jeden Raum sowie die gewünschte Vorlauf- und Rücklauftemperatur des in der FBH zirkulierenden Wassers.


    Dieses Vorgehen entspricht den allgemein anerkannten Regeln der Technik und wenn du ein Haus als Gesamtpaket kaufst, dann wäre all dies von deinem Vertragspartner zu leisten. Da die meisten Bauherren davon keine Ahnung haben und ihre Rechte somit auch nicht einfordern, wird aber in der Regel einfach nach Schema F gearbeitet. Da nimmt man "tpyische" Verlegeabstände für die Rohre im Estrich, z. B. 10 cm im Bad (da soll es etwas wärmer werden) und 15 cm überall sonst.


    Bauherren, die eine Wärmepumpe einsetzen und sich darüber bewusst sind, was das bedeutet, werden sich eher Verlegeabstände von 7,5 cm wünschen. Damit lassen sich geringere Vorlauftemperaturen erreichen. Aber wenn du Bude mördermäßig gut gedämmt ist, dann gehern auch größere Abstände. Dafür bräuchte es halt eine raumweise Ermittlung der Heizlast.


    Zitat von sonnenhoch


    Sollte man mit oder ohne Warm-Brauchwasser-Zirkulation arbeiten?


    Kommt auf die Risikofreude an. Aus Gründen der Hygiene sollte man sich zigmal am Tag die Hände waschen und darauf achten, sich nicht dauernd im Gesicht rumzufummeln. Wer hält sich daran wirklich? Trotzdem werden die meisten Leute 70 bis 80 Jahre. Manche haben halt Pech und werden schon deutlich früher ernstlich krank oder sterben.
    Wer auf Nummer Sicher gehen will, der arbeitet mit einer Firschwasserstation.


    Zitat von sonnenhoch


    5.)
    Wieviel Leistung sollte die Pumpe haben damit sie auch bei einer kalten Woche im Winter immer gut warm haben, weil wir ja nur diese eine Heizung haben.


    Heizlastberechnung? Planung? Wenn das zu teuer ist, dann laß dich vom nächstbesten Installateur "beraten". Dann bekomsmt du, wie 90% der Hausbesitzer, eine deutlich überdimensionierte Heizung. Vorteil: Es ist immer warm, also ruft keiner den Installateur. Nachteil: Die Kosten sind höher als nötig. Kann dem installateur freilich egal sein bzw. bei den Anschaffungskosten profitiert er sogar noch davon.


    Zitat von sonnenhoch


    Kann man auch im Neubau Förderung für eine WP erhalten?


    Ja, aber nur für Systeme, die eine Jahresarbeitszahl von mindestens 4,5 aufweisen. (bzw. für die das rechnerisch nachgeweisen wird). Damit ist die Luft-Wasser-WP außen vor. Im Bestand reichen stattdessen 3,5. Das ist auch mit Luftpumpe erreichbar.
    Da der Unterschied zwischen Förderung und Nicht-Förderung ungefähr 4000 bis 5000 Euro beträgt, muss man sich fragen, ob der Einsatz einer Luft-Wasser-WP im Neubau so gescheit ist.

  • Danke für eure Infos.


    :danke:


    Ich habe mir Vieles herausgeschrieben und danach weiter gegoogelt und gelesen und werde den Hausunternehmer damit konfrontieren.