WEG als Anlagenbetreiber für Eigenverbrauch und Mieter

  • Hallo,
    bin neu hier und noch nicht richtig fündig geworden.
    Einschlägige Beiträge sind von 2008, ich glaube, das ist nicht mehr aktuell.
    Ich baue zusammen mit 12 Bauherren als Baugemeinschaft ein Passivhaus. Es gibt eine Flachdachfläche, auf der zwischen 10 und 20 kWp installiert werden können.
    Hier meine Fragen:
    Können wir als WEG die PV-Anlage bauen und betreiben? Oder müssen wir eine separate GbR gründen?
    Wir wollen möglichst viel Eigenverbrauch, deshalb stehen die Chancen gut, dass alle Wohnungen am hauseigenen Stromnetz angebunden sind.
    Wir träumen davon, den PV-Strom intern kostenlos zur Verfügung zu stellen, darf man das?
    Welche steuerlichen Konsequenzen ergeben sich daraus? Können wir das Finanzamt evtl. ganz umgehen?
    Wird EEG-Umlage fällig? und für welche Strommenge?
    Würde es helfen, die Leistung auf 10kWp zu begrenzen?
    Unter welchen Bedingungen ist ein Speicher wirtschaftlich?


    Wer hat so was ähnliches schon realisiert?
    Gibt es Musterverträge?
    Was muss ich dem Steuerberater sagen? Oder dem Finanzamt?


    Danke schon mal für die Hilfe, aber bitte so formulieren, dass ich als Neuling auch was verstehe.

  • Zitat

    Ich baue zusammen mit 12 Bauherren als Baugemeinschaft ein Passivhaus. Es gibt eine Flachdachfläche, auf der zwischen 10 und 20 kWp installiert werden können.


    Äh, ... mehr Aufwand als Ertrag pro Wohneinheit/Bauherr :shock:

  • Hallo,
    herzlichen Glückwunsch zum Projekt!
    Hört sich ja interessant an...
    Zum Thema Eigenverbrauch gibt es mittlerweile ziemlich sstrenge Regeln.
    Wenn ich das richtig interpretiere, was die Bundesnetzagentur zusammengeschrieben hat (hier), dann ist bei <10kWp und wenn alle gleichermaßen Anlageneigentümer sind, keine EEG-Umlage fällig.
    Fragt sich nur, wie ihr das untereinander abrechnen wollt. Bei mehr als 10kWp ist die reduzierte Umlage fällig.


    Da vermutlich auch Strom eingespeist wird (oder handelt es sich um KFW40 Plus?) würde das in einer separaten GbR abgerechnet werden.
    Ich weiß nicht sicher, ob es erlaubt ist, einfach intern den Strom zu verteilen. Eigentlich sollte jeder den Stromanbieter selbst wählen können bei einer vollwertigen Wohnung. Was ist, wenn mal ein Neuer in die WEG Eintritt und auf einmal von der Sache nichts mehr wissen will?


    Falls nur einer die Anlage betreibt und an andere Letztverbraucher den Strom abgibt, wird ab der ersten kWh die EEG-Umlag (6,3 ct/kWh) fällig.
    Es hilft nicht, die Leistung auf 10kWp zu begrenzen, wenn nicht Personenidentität zwischen Letzverbraucher und Anlagenbetreiber gegeben ist.


    Ein Speicher ist aktuell eher nicht wirktschaftlich. Ich weiß allerdings nicht, wie es beim KFW40-Plus Programm aussieht. Damit kenne ich nicht aus. Aber da du explizit Passivhaus mit 12 Wohneinheiten ansprichst, könnte das evtl. interessant sein.


    Aus eigener Erfahrung würde ich erst die Sache mit dem VNB klären.
    Die Konstellation mit Stromversorgung untereinander ist recht kompliziert, aber ich könnte mir vorstellen, dass wenn alle mitmachen und Anteilseigner sind, alles über einen Stromanschluss geht und ihr den Strombezug intern aufteilt, das ganze geht. Heißt ihr tretet in Außenwirkung als WEG oder GbR auf. Ich weiß nicht, ob eine WEG eine eigene Rechtspersönlichkeit ist, eine GbR ist es in jedem Fall.