KiGa e.V. mit 10.000KWh/a plant PV

  • Hallo,
    wir haben hier einen Kiga als e.V. in privater Hand ... Elterninitiative.
    Der Stromverbrauch liegt bei 10.000KWh/a ... knapp 3000,- im Jahr!


    Es wird dringend eine Verschattung für die südlichen Fenster benötigt, da sich der 70er Betonbau im Sommer auf über 30 Grad aufheizt. Ich denke, wenn man die Sonne aussperren kann (Vordachsystem mit PV drauf) sollte sowohl die Wärmeentwicklung innen als auch die Stromrechnung stark rückläufig sein. Angebote für Jalousiesysteme liegen um 15.000,- ... es gibt sehr sehr viele Fenster nach Südosten!!! Wir wollen definitiv keine Klimaanlagen betreiben, es geht nur um Schatten!


    Mein 1. Gedanke also: Da gehört PV Vordach dran für Schatten und um die Stromrechnung zu kürzen.


    Aber darf ein e.V. überhaupt eine PV bauen und EEG Einnahmen generieren?
    Ist ein Kindergarten als e.V. Vorsteuerabzugsberechtigt? Da schwimme ich komplett.
    Wenn ja, muss der dann das komplette Steuerprogramm machen, sofern bis jetzt keine Steuererklärungen (Steuerbefreiung?!?) gemacht wurden.


    Wenn ich dieser Seite folge, komme ich zu keinem klaren Ergebnis. KSt und GewSt dürften aber nicht anfallen. USt bin ich mir nicht sicher ...
    Der Umsatz des Kiga liegt natürlich deutlich über der KUR Grenze ... oder würde hier nur der PV Teil zählen?


    Viele Fragen ... macht es Sinn bei einem Kiga als e.V. mit Südfassade bzw. Süddach ginge auch, bei 10.000KWh im Jahr, die PV Idee weiter zu verfolgen oder ist das nur mit Arbeit und Ärger verbunden?


    Brandschutz, Fluchtwege, Baugenehmigung, Überkopfverglasung bei Vordachlsösung ... sind so die Themen, die ich befürchte.

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Er kann zur USt optieren, aber nur insgesamt, das heisst, mit seinen gesamten Einnahmen außerhalb des ideellen Bereiches. Was das in Euro und Cent bedeutet, müsste man konkret am Einzelfall berechnen, hängt davon ab, was in den anderen Bereichen (Zweckbetrieb, wirtsch. Geschäftsbetrieb und Vermögensverwaltung) so passiert. Wie hoch der Mehraufwand in der Verwaltung ist - da die Vereinsabrechnung mit die komplizierteste Variante im deutschen Steuerrecht ist, ist die Umsatzsteuer dabei zumindest nicht trivial, und man muss prüfen, was der Verein außerhalb des ideellen Bereiches noch macht. Wichtig wäre auch, wie "fit" die Buchhaltung ist, ob das jemand nebenher macht, oder ob Ahnung von der (insbesondere umsatzsteuerlichen) Materie besteht.
    Vielleicht sollte man die Möglichkeit eines Fördervereins prüfen, der die Anlage betreibt? (Was das im EEG bedeutet - keine Ahnung! Da müssten sich die Experten mal äußern.)

    55x Heckert Solar NeMo 60P 260 Wp mit 1 SMA Tripower6000 TL und 1 SMA Tripower7000 TL

  • Eine erste Rücksprache mit dem Steuerberater ergab, dass wir als e.V. nicht Vorsteuerabzugsberechtigt sind.
    Er schaut sich das Thema an.
    Auch das Thema der Gewinnerzielungsabsicht wird er prüfen.


    Wir haben Einnahmen von der Stadt (U3 oder Ü3 Satz je Kind und Monat), die Elternbeiträge und das war es auf der Einnahmenseite ... 100,- Zinsen im Jahr vielleicht noch.


    Sonstige Umsätze werden nicht generiert ... ich wüsste nicht wie ... oder zählt da dann auch der Waffelstand auf dem Nikolausmarkt dazu?


    Ein Wechsel zu Regelversteuerung ist jedenfalls mit erheblichem Aufwand verbunden, im ersten Gespräch würde davon abgeraten.

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Am Besten mal den Berater fragen, was im nichtideellen Bereich passiert. Waffelstand, Sport- und Sommerfest, evtl. Verpflegungsanteile im Elternbeitrag (sog. unechte Mitgliedsbeiträge) und Unterbringung können steuerpflichtig sein. Sie können auch steuerfrei sein, was bei der Anschaffung der PV-Anlage zur sofortigen anteiligen Kürzung des Vorsteuerabzuges führen würde. Ich denke, dass man die Geschichte mal brutto durchrechnen sollte, oder man lagert auf einen 2. Unternehmer aus. Für die 2-3000 € lohnt sich letzteres aber wahrscheinlich nicht.

    55x Heckert Solar NeMo 60P 260 Wp mit 1 SMA Tripower6000 TL und 1 SMA Tripower7000 TL

  • Der Vorredner hat es auf den Punkt gebracht: Auslagerung in eine eigene Gesellschaft.
    Entweder rechnet es sich - dann machen. Oder die Konsequenzen ziehen.


    Im e.V. wage ich mal die ketzerische Behauptung, wird die Rechnung vom Steuerberater hinterher teurer, als die Anlage je abwerfen kann. Eine PV würde ins Zentrum aller steuerlichen Problematiken treffen, wenn man sie im Verein betreibt.
    Auseinanderfallen von wirtschaftlichem Bereich (USt-Unternehmer; wirtschaftliche Betätigung; Ertragsteuerpflicht) (soweit eingespeist wird; alternativ Zweckbetrieb; auch nicht besser) und ideellem Bereich (soweit die eigene Hütte versorgt wird; keine USt-Untehmerschaft weil keine wirtschaftliche Betätigung; dafür aber ertragsteuerfrei).....

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Zitat von kpr

    Der Vorredner hat es auf den Punkt gebracht: Auslagerung in eine eigene Gesellschaft.
    Entweder rechnet es sich - dann machen. Oder die Konsequenzen ziehen.


    Muss das sein?
    Wie würde das Modell dazu aussehen?
    Die Alternative ist doch, die Anlage brutto zu kaufen und brutto abzuschreiben.




    Zitat

    Im e.V. wage ich mal die ketzerische Behauptung, wird die Rechnung vom Steuerberater hinterher teurer, als die Anlage je abwerfen kann. Eine PV würde ins Zentrum aller steuerlichen Problematiken treffen, wenn man sie im Verein betreibt.
    Auseinanderfallen von wirtschaftlichem Bereich (USt-Unternehmer; wirtschaftliche Betätigung; Ertragsteuerpflicht) (soweit eingespeist wird; alternativ Zweckbetrieb; auch nicht besser) und ideellem Bereich (soweit die eigene Hütte versorgt wird; keine USt-Untehmerschaft weil keine wirtschaftliche Betätigung; dafür aber ertragsteuerfrei).....


    Kannst Du dieses "ins Zentrum aller steuerlichen Problematiken treffen" mal genau und einfach darstellen.


    Bis jetzt sieht unser Steuerberater da keine so großen Probleme und den Steuerberater zahlen wir eh.
    Der hat schon Erfahrung mit PV und würde den Weg mit brutto Kauf mit gehen.
    Das sind echt Peanuts, die die geplante Anlage abwirft ... es sind rund 6KWp geplant ... evtl. werden es bis zu 10KWp, wenn das Dach genutzt werden kann.


    Der Strom soll im Kiga verbraucht werden, die Hütte ist gemietet, der Vermieter hat nebenan selbst PV auf dem Dach.
    Verbrauch (alles tagsüber und viel) passt halt sehr gut zur PV Erzeugung (zumindest von März bis Oktober).

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Die simpelste "andere Gesellschaft" wäre eine Gbr des Vereins mit einer weiteren Person, mit allen Vor- und Nachteilen einer GbR.
    Im Übrigen kann ich kpr´s Aussagen auch nicht einfacher darstellen - Vereinsabrechnung ist komplex, auch wenn der Verein auf den ersten Blick vielleicht gar nicht viel "treibt". Hier fehlen einfach zu viele Infos (sh. z.B. mein Post vom 11.4.), so dass man nur mit Vorschlägen bzw. Vorstellungen zum Berater gehen kann. Der sollte die Einnahmen in den 4 Bereichen (zur ertragsteuerlichen Einordnung) genauso kennen, wie die umsatzsteuerlichen Umsätze (zur Prüfung, ob dann noch Kleinunternmerschaft möglich ist). Und das, denke ich auch, kostet extra. Und ja, leider muss neben dem Berater immer auch das Finanzamt mitgehen.Ich kenne einen kleinen Verein, dem nach 5 Jahren vom Finanzamt ein Rückforderungsbescheid über gezogene Vorsteuer aus einer Gebäudeerweiterung ins Haus flatterte - das Geld war mittlerweile verbraucht, Reserven nicht vorhanden. So etwas kann ungeplant leicht ins Auge gehen.

    55x Heckert Solar NeMo 60P 260 Wp mit 1 SMA Tripower6000 TL und 1 SMA Tripower7000 TL

  • Nur so als Denkmodell.
    Wenn man sich durch das Auslagern die EEG-Umlage ins Haus holt, weil Betreiber und Verbraucher nicht mehr identisch sind, kann imo auch gleich ein Dritter den Betrieb übernehmen. Wenn der dem Verein nah genug steht, könnte er den Gewinn ja spenden.

  • Oh Mann!
    Warum muss das in DE so kompliziert sein?
    Für die PV eine GbR gründen, das wäre nicht mein Favorit und das stelle ich mir auch nicht als die günstigste und vor allem nicht als die unkomplizierteste Lösung vor.


    Ich würde die Anlage ja selbst bauen, aber auch das ist mit EEG Umlage, Vermieter des Gebäudes, Dachpacht und Mieter ist die Kita nicht unbedingt der einfachste Weg.


    Nur für mein Verständnis ... die Alternative ist doch immer noch der Kauf der Anlage zum Bruttopreis mit Bruttoabschreibung.
    Das ist unterm Strich dann nicht die günstigste Lösung, aber es erspart das Heckmeck um die unentgeltliche Wertabgabe und die höhere AfA reduziert die Gewinne im e.V.


    Die Kita treibt viel, aber nur das wenigste davon führt zu Umsätzen.
    Der größte Teil der Erlöse sind die Zahlungen von der Stadt für die Kindergartenplätze.
    Dazu kommen die Elternbeiträge.
    3x im Jahr ein Waffelstand


    Die Kita vermietet ihr Gelände nicht für Kindergeburtstage oder ähnliches.
    Sonstige Kurse etc. werden auch nicht angeboten.
    Es gibt kein Nachmittagsprogramm mit Sport.


    Das ist ... und ich bin leider absoluter Laie im Steuerbereich eines e.V. ... alles Standard 0815.


    Derzeit wäre der Bruttokauf mein Favorit, wenn das Projekt konkreter werden sollte.

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Ich weiß nicht wie man da Lust zu haben kann, Peter? Deine Kids gehen wielang in die Kita? 2-3 Jahre? Wenn du 2 hast überschneidet sich das etwas und wird hintenraus etwas länger aber in ein paar Jahren bist du mit dem Thema Kita durch, hast aber evtl noch die PV anne Hacken. Überleg dir das auch nochmal. :roll:

    Luschenpraktikant L:5--D:1--T:1