EFH Neubau PV mit WP optimal planen

  • Hallo liebe Forumsteilnehmer,
    erstmal die Grunddaten:


    Einfamilienhaus Neubau in den nächsten Monaten geplant. Wir wollen das sinnvoll machen mit PV.
    Postleitzahl 66636 Tholey im nördlichen Saarland
    4 Personen


    Gebäude nach aktuellem Mindest-Standard EnEV 2016, aber nicht 55 oder 40 oder 40 Plus
    Unteres Geschoss zur Hälfte in der Erde wegen Hanglage
    2 Geschosse mit je 100 m², also ca. 200 m² Gesamtfläche mit Hauswirtschaftsräumen und Fluren, …
    Dauerhaft beheizt werden müssten: Kinderzimmer, Arbeitszimmer, Wohnzimmer, Küche, Bäder = 133 m² // Die Schlafzimmer, Flure, Abstell- und Hauswirtschaftszimmer haben wir in der bisherigen Wohnung nie geheizt.


    Wir wollen als Heizungs- und Warmwassersystem nur eine Luft-Wasser Wärmepumpe (WP) installieren. Sonst keinerlei Ofen, keinen Kamin, …


    Satteldach mit Ausrichtung -50°, d.h. ziemlich genau Süd-Ost (Richtung durch Bebauungsplan vorgegeben), keinerlei Verschattung
    Haus-, bzw. Dachbreite = 12 m
    Haustiefe = 11 m


    Dazu stellen sich mir einige Fragen:


    1.)
    Was wäre eine optimale Dachneigung 26° oder 36° oder was dazwischen?
    Steiler soll besser für flachen Sonnenstand im Winter sein und ist das dann besser für den WP-Betrieb im Winter?!
    Ziegeln rote: besser, weil kühler in der Sonne, dann höhere Effizienz der Module?


    2.)
    Wie viel kWp sinnvoll?


    Wir kennen ja noch nicht den Stromverbrauch im neuen Haus. Bisher unter 2000 kWh in einer 100 m² Wohnung, aber mit Gas-Warmwasser und Öl-Heizung.
    Leider wissen wir auch gar nicht wieviel kWh so eine WP für Heizung und Warmwasser im Jahr braucht.


    Unter 7kWp bleiben, wegen evtl. kommender Smartmeter-Pflicht??
    Unter 10 kWp bleiben sagen auch viele, nur warum?


    70% hart oder weich oder mit Rundsende-Steuerung?


    3.)
    Angenommen wir bräuchten 2000 kWh für den Basisstrom + 3000 kWh für die WP und wir würden eine 6 kWp Anlage aufbauen. Hätten wir dann ein Plus-Energie-Haus und könnten die KFW-Förderung 40Plus erhalten?


    4.)
    Gibt es ein Kommunikationsystem zwischen WP und PV, damit die WP das Wasser im Pufferspeicher bzw. in der Fußbodenheizung nur über Tag mit Sonnenstrom und wärmerer Außenluft erwärmt?


    5.)
    Sollte man sich überhaupt einen Riesen-Wasserpufferspeicher ins Untergeschoss stellen, damit die Luft-Wärmepumpe an Sonnentagen mit dem Strom der PV-Anlage das Wasser erhitzen kann, damit das an kalten, Nicht-Sonnentagen noch warm ist???
    Oder besser einfach das ganze Fußboden-Heizungsrohrsystem mit Fußböden als Speicher nutzen?


    6.)
    Ich würde gerne Warmwasser nicht wie in einem Trinkwasserboiler, sondern im Durchlauferhitzerprinzip erhalten, damit das Wasser nicht absteht und auskalkt und Legionellen keine Chance haben.
    Aber wie macht man dann sinnvoll Warmwasser mit der niedrigen Vorlauftemperaur der WP, damit die effizient arbeitet? Läuft das dann meist über von außen eingekauften Strom vom Netz?
    Reicht ein kleiner Pufferspeicher nur für Warmwasser, wo das Warmwasser im Durchlaufprizip erwärmt wird?
    Welcher System von einem Hersteller bietet das?


    7.)
    Welche Module sind sinnvoll? Monokristalline unbedingt?
    Muss man mit den Modul-Reihen auf 1000 V kommen wegen der Effizienz?


    8.)
    Sind Versicherungen nötig?


    9.)
    Jemand hat gesagt gleich Umsatzsteuer zurückerstattet bekommen aber dann nach 5 Jahren Kleinunternehmer werden. Ist das gut, auch wenn später der Wechselrichter oder eine andere Komponente kaputt geht?


    10.)
    Ganz unvoreingenommen: Macht PV überhaupt Sinn finanziell zusammen mit einer WP? Oder sollen wir die PV ganz streichen? Spass machen würde mir die technisch auf jeden Fall und wenn ich sehe, wie hier im Forum viele nach mehr Effizienz und guten Werten jagen. Da wäre ich gerne dabei.



    Vielen Dank für eure Hilfe. :)


    sonnenhoch

  • Einfach mal in ein Diagramm Sonnenertrag und Heizungsbedarf abbilden dann wirst Du sehen dass sich ALLES WEITERE erübrigt.


    Optimal wäre Dein Haus in einen ordentlichen Standard zu bringen und sich von der albernen ENEV zu verabschieden.


    Ich empfehle ein Passivhaus das ist der Grundpfeiler der Unabhängigkeit, dann kann man später versuchen den Anteil an der Heizung mit PV zu erhöhen.

    Orange Solar GmbH - die hier wiedergegeben Aussagen sind eine persönliche Meinung.


    elektrisch Mobil - TESLA Model S85 2013 bis 2017, seit Juni 2017 MX100D. - Tesla Roadster 2.5 seit Juni 2011 - BMW i3 seit Dezember 2013 - Renault ZOE seit September 2014

  • Zu 2.
    Über 10 KWp musst du Eeg Umlage zahlen.


    Zu 7. Monokristalline Module haben eher schwarze Zellen, polykristalline Zellen sind eher bläulich. Vom Preis / Leistung Verhältnis sind polys etwas günstiger. Bei Minos bekommst du meist mehr Leistung pro Fläche.


    Zu8. Kleinere PV Anlagen können heutzutage oft kostenlos über die Hausversicherung mitversichert werden. Gegen Hagel usw. Gegen Ausfall aus elektrischen Gründen, beispielsweise Wechselrichter defekt musst du meist selbst abschliessen. Ob man das heutzutage noch braucht? Die Komponenten sind recht günstig gewoeden.


    Zu 10. Pv macht Sinn. Welches Gerät kann man kaufen und es bezahlt sich selbst?
    Dir muss aber klar sein, dass die Wärmepumpe im Winter nicht annähernd von der PV vetsorgt wird. Gibt n schönes Thema hier zum Anteil PV / Wärmepumpe. Solltest du dir ansehen für eine Einschätzung.


    MfG


    gelig

  • Geht der Giebel oder die Dachfläche Richtung Südost?
    zu 2) RSE lohnt bei kleinen Anlagen nicht mehr, wenn überhaupt 70% weich
    zu 3) "rechnerisch Nullenergie" reicht für 40 Plus nicht, PV wird nur monatsgenau angerechnet und im Winter kommt fast nichts
    zu 6) schau dir mal an, was eine FWS (Frischwasserstation) ist. Elektroboiler könnten es dir schon schwer machen überhaupt die gesetzlichen Mindestanforderungen an den Primärenergieverbrauch zu erfüllen wenn die Hülle auch nur "KfW 70" ist. Ich halte die im 21. Jahrhundert im Neubau für ein absolutes Nogo, reicht ja schon, daß Waschmaschine, Spühlmaschine, Kaffemaschine, ... auf dem Prinzip arbeiten.
    zu 7) viele schauen wohl oft auf ihr eigenes Dach und wollen aus optischen Gründen schwarze Module, technisch ist das nicht mehr nötig, wenn man, wie du, eher genug Fläche hat. Zur konkreten Auslegung/Stringlänge fragst du am besten nochmal, wenn du genaueres hast.
    zu 10) PV macht mit oder ohne WP Sinn

  • Was ist denn für KfW55 gefordert, bzw. wie hoch ist der Aufpreis?
    3-fach-Verglasung, 15-20cm Dämmung, Dach mit 25-30cm ... das sollte heute Standard sein.
    Spar nicht an der Dämmung ... das kann man später nur mit viel Dreck und Geld korrigieren.
    Auch eine dezentrale Lüftung mit WRG zumindest für die Schlafräume, Feuchträume und Waschküche würde ich einplanen ... das ist auch ein großer Komfortgewinn weil man gerade diese Räume sonst ständig lüften muss!!!


    Grundsätzlich sollte man wissen, dass man mit PV nur wenig bis gar nicht heizen kann.
    Die Sonne liefert ihre besten Erträge von April bis Oktober ... die Heizung hat den höchsten Verbrauch von November bis Februar. Die PV kann da bestenfalls in geringem Umfang unterstützen.
    PVGis liefert Dir da einen guten Einblick.
    Der Standard Wert wird hier mit PVGis Classic und 10% Verlust ermittelt.


    Was kostet der Kaminzug?


    zu1)
    Auf die Dachfläche sollten 36 Module passen. Plane das Dach 12,2m breit ... Dachlänge sollte bei 11m Haustiefe >6m liegen.
    Wichtiger als die DN ist, dass das Süddach keine unnötigen Aufbauten wie SAT Schüssel, Entlüfter, Kamin und auch möglichst keine Dachfenster hat. Dachfenster auf Nord setzen.
    Wenn das DG mal ausgebaut werden soll, hat DN36 schon Vorteile ... sollte ein DG Ausbau jemals anstehen, würde ich bereits beim Neubau eine breite Dachgaube auf Nord setzen. Später kann das mit den Ämtern ein Himmelfahrtskommando werden ... ich habe diese Erfahrung gerade gemacht.
    Ich würde Standard 0815 Braas Doppel S in rau, unlackiert und anthrazit nehmen. Das ist ein Dach und kein Showroom.


    7 oder 10KWp ... bei WP im Haus würde ich 10KWp bauen ... drüber ist EEG Umlage auf den EV fällig.
    70-weich mit WP macht Sinn ... im Sommer dann WW über Mittag machen ... RSE ist teuer und die Zukunft davon ungewiss mit SmartMetering.
    Entscheidend dürfte sein, dass der Heizungsplaner die WP richtig dimensioniert ... bei 200m² und zumindest passabler Dämmung sollte ein 5KW Gerät reichen ... mit teureren, überdimensionierten und stark taktenden WPs tut man sich und der WP keinen Gefallen.
    Weißt Du schon welches Gerät es werden soll? Lies dir mal den Panasonic Aquarea Monoblock Thread dazu durch!


    zu 3)
    siehe oben ... KfW55 sollte euer Mindestziel sein


    zu 4)
    Der SMA SunnyHomeManager kann mit WPs "reden" ... es gibt aber auch andere Lösungen über schaltbare Ausgänge oder ganz simpel ... über eine Zeitschaltuhr oder progammierbare Zeiten an der WP selbst. Ich würde nicht zu viel Geld in Steuerung und Kommunikation versenken ... das sieht man i.d.R. nie wieder.


    zu 5.)
    Eher nicht ... 1cm mehr Estrich ist ein besserer Speicher ... die Frischwasserstation wurde schon angesprochen und ansonsten sollten 200-300l WW Speicher für 4 Personen ausreichend sein.



    zu 6.)
    Ein Durchlauferhitzer ist eine Kriegserklärung für die PV ... das passt einfach nicht zusammen. Mit WP im haus sollte die WP auch das WW machen. Es gibt Legionellenprogramme; 1 Mal die Woche reicht völlig.


    zu 7.)
    Ob Poly oder Mono ist Geschmackssache wie bei der Autofarbe.
    Bei 36 Modulen auf dem Dach würde man 18/18 verstringen und hätte gute Stringlängen.


    zu 8.)
    Auf jeden Fall ... die Wohngebäudeversicherung ist i.d.R. nicht ausreichend, da sie viele Ausschlüsse hat.
    Vandalismus, Schneedruck, Sturmschäden unter Windstärke 8 usw. ist meist nicht versichert ... das sind aber die typischen Risiken.
    Es sollte eine Allgefahrenversicherung für rund 50,- pro Jahr abgeschlossen werden.


    zu 9.)
    Kann man so machen.
    Bei WR Defekt wird man halt wieder Unternehmer und wechselt zur Regelversteuerung.


    zu 10.)
    PV macht definitiv mit und ohne WP Sinn.
    Welches Invest bezahlt sich sonst selbst und wirft halbwegs gut geplant nebenbei noch eine kleine Rendite ab.

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

    2 Mal editiert, zuletzt von seppelpeter ()

  • Hallo,


    ganz vorweg: Wenn Du eine für Dein Haus optimierte Lösung zur Kombi WP+PV haben willst, wirst Du nicht umhin kommen, dich selber intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen. Das hat mehrere Gründe, v.a.
    - Die Ansichten hier im Forum sind verschieden
    - die Kombi WP+PV funktioniert um so besser, je weniger Heizenergiebedarf Du hast
    - Du mußt bereit sein, Dich von einigen Deiner bisherigen Vorstellungen zu verabschieden. Z.B. schadet es definitv nicht, etwas mehr Geld in die Qualität der Gebäudehülle zu stecken.


    Lektüre gibt es hier im Forum genug. Ich möchte deshalb nicht alles hier schön zusammenfassen, sondern nur Stichworte zur weiteren Suche liefern.



    Zitat von sonnenhoch

    Gebäude nach aktuellem Mindest-Standard EnEV 2016, aber nicht 55 oder 40 oder 40 Plus
    Unteres Geschoss zur Hälfte in der Erde wegen Hanglage
    2 Geschosse mit je 100 m², also ca. 200 m² Gesamtfläche mit Hauswirtschaftsräumen und Fluren, …
    Dauerhaft beheizt werden müssten: Kinderzimmer, Arbeitszimmer, Wohnzimmer, Küche, Bäder = 133 m² // Die Schlafzimmer, Flure, Abstell- und Hauswirtschaftszimmer haben wir in der bisherigen Wohnung nie geheizt.


    Ich würde dringend raten, noch besser zu dämmen.
    Die "nicht geheizten" Räume mußt Du trotzdem mit einrechnen, denn sie werden passiv über die anderen Räume mitgeheizt.
    -> Heizlastberechung
    Achte insbesondere darauf, dass der Berecih des unteren Geschosses, der mit "Luft" in Kontakt ist, ausreichend gut gedämmt ist (im Idealfall besser als der Bereich mit Erdkontakt).



    Zitat


    [Fragen zur Auslegung der PV Anlage]


    Hierzu äußern sich hoffentlich die Experten hier.



    Zitat


    3.)
    Angenommen wir bräuchten 2000 kWh für den Basisstrom + 3000 kWh für die WP und wir würden eine 6 kWp Anlage aufbauen. Hätten wir dann ein Plus-Energie-Haus und könnten die KFW-Förderung 40Plus erhalten?


    Ich kennen die aktuelle EnEV nicht, aber ich gehe davon aus, dass die Qualität deiner Gebaudehülle nicht KfW40plus entspricht.



    Zitat


    5.)
    Sollte man sich überhaupt einen Riesen-Wasserpufferspeicher ins Untergeschoss stellen, damit die Luft-Wärmepumpe an Sonnentagen mit dem Strom der PV-Anlage das Wasser erhitzen kann, damit das an kalten, Nicht-Sonnentagen noch warm ist???
    Oder besser einfach das ganze Fußboden-Heizungsrohrsystem mit Fußböden als Speicher nutzen?


    unbedingt nur den Estrich als Speicher nutzen.
    Evtl. über Bauteilaktivierung nachdenken (Nutzung z.B. der ganzen Betondecke als Puffer)



    allein dazu könnte man Seiten schreiben.
    -> Selber nachlesen und sich eine Meinung bilden.
    Das "sauberste" wäre ein el. Durchlauferhitzer. Kann sich bei geringem WW-Verbrauch durchaus rechnen, weil sämtliche Speicherverluste wegfallen. Passt aber GAR nicht mit PV zusammen..
    Dann gibts Frischwasserstationen.
    Man kann aber auch durch vernünftige Leitungslegung mit ganz herkömmlichem Speicher die Legionellengefahr minimieren.


    Meine persönliche Meinung dazu (im EFH!!!, in MFH gelten ganz andere Regeln)
    - Pufferspeicher von Zeit zu Zeit thermisch desinfizieren.
    - kurzes Leitungssystem mit geringem Volumen
    - Verzicht auf Zirkulation
    Grund:
    - Den Speicher kann man recht gut therm. desinfizieren. Bleibt nur das Kalkproblem.
    - zu den Leitungen gilt: im EFH werden diese nur wenige Male am Tag genutzt und somit erwärmt und kühlen dann ohne Zirkulation rel. schnell wieder aus. Damit ist die Legionellengefahr rel. gering. Man darf nicht vergessen, dass, wenn man das Leitungsnetz separat betrachtet, die Situation bei einer Frischwasserstation oder bei einem Durchlauferhitzer im Leitungsnetz genau die gleiche ist wie mit Speicher!


    Zitat


    10.)
    Ganz unvoreingenommen: Macht PV überhaupt Sinn finanziell zusammen mit einer WP? Oder sollen wir die PV ganz streichen? Spass machen würde mir die technisch auf jeden Fall und wenn ich sehe, wie hier im Forum viele nach mehr Effizienz und guten Werten jagen. Da wäre ich gerne dabei.


    Die finanzielle Seite müsste man im Einzelfall durchrechnen. Fakt ist: je besser die Gebäudehülle, desto höher ist der PV-Anteil des Verbrauchten Stroms. Wichtig ist eine Eigenverbrauchsoptimierte Steuerung. In einem typischen KfW40-Haus mit ca. 10 kWp PV kannst Du aufs Jahr gemittelt 30% Eigendeckung erreichen, 40% könnten bei Optimierungen je nach Umgebungsbedingungen möglich sein. Einstiegslektüre: http://www.photovoltaikforum.c…mpenverbrauc-t109759.html


    In Kombination mit einer LW-WP solltest Du insbesondere beachten:
    - es macht doppelt Sinn, Wärme am Tag in den Estrich zu pumpen: 1. PV, 2. ist Tags die Luft wärmer und damit der COP höher
    - in dem Zusammenhang ist es aber essenziell, dass Du die Wärme überhaupt in den Estrich bringst. Eine Einzelraumregelung macht da üblicherweise einen Strich durch die Rechnung. Ich selbst löse das Problem genz einfach so, indem ich die ERR am Nachmittag "deaktivere", so dass alle Heizkreise offen sind. Die WP läuft dadurch quasi automatisch an und (bei tieferen Temperaturen) mehrere Stunden durch. Leider gibt es aber solche Steuerung meines Wissens nicht zu kaufen.
    - wenn ich ein solches Heizsystem in meinem eigenen Neubau jetzt realisieren müsste, würde ich definitiv Bauteilaktivierung machen. -> optimale Speicherung bei niedrigsten Vorlauftemperaturen, gepaart mit geringen Mehrkosten bei der Erstellung.


    Patrick

    Einmal editiert, zuletzt von patba ()

  • Zitat von sonnenhoch


    Gebäude nach aktuellem Mindest-Standard EnEV 2016, aber nicht 55 oder 40 oder 40 Plus
    Unteres Geschoss zur Hälfte in der Erde wegen Hanglage.


    Habt ihr euch das gut überlegt mit dem Verzicht auf die KfW-Förderung? Wenn euere Außenwände zu einem merklichen Anteil an Erde angrenzen, bekommt ihr dort einen guten Dämmwert sozusagen geschenkt. Also keine Zusatzkosten.


    Ohne KWL werdet ihr in einem dichten Neubau auch wenig Freude haben. Es sei denn, ihr lasst auch im Winter die Fenster gekippt. Ansonsten riecht es in den Schlafräumen nach ein paar Stunden wie im Tigerkäfig. Ist nicht schön UND nicht gesund (auf Dauer).


    Seit die KfW-Förderung verdoppelt wurde (seit 1. 4.), müssen schon sehr spezielle Bedingungen vorliegen, dass sich die Inanspruchnahme nicht rentiert.

  • Vielen vielen Dank für eure wertvollen Tipps und Anregungen.
    Das hat mir auch jetzt schon sehr geholfen und einige Schubladen im Kopf aufgestoßen.


    alterego: Die Dachfläche geht nach Südost. (Senkrechte auf die Dachfläche eigentlich = Dachflächennormale)
    @ Seppelpeter: Kamin brauchen wir ja nicht mit der WP.


    Ich sehe schon, ich werde noch viel mehr in die Details gehen müssen:


    Bauteilaktivierung, Frischwasserstation, ... dezentrale Lüftung mit WRG ohne Riesen Rohrsystem wäre überlegenswert, aber wir wollten stattdessen Rotkalkputz verwenden.


    Bessere Dämmsysteme (Momentan nur einschalig Ytong-Steine), doch vllt. KFW55 erreichen?
    Unser Hausanbieter sagte: Mehr als der aktuelle KFW2016 Standard (früher war das KFW 70 ungefähr) bringt im Verhältnis zum Geld-Aufwand nix mehr. Daher haben wir das dann so gelassen.
    Sein Argument: Gute Porenbetonsteine bringen den Heizenergiebedarf schon weit herunter. Jeder cm weitere Dämmung bringt im Verhältnis dazu dann nur noch eine sehr begrenzte Reduktion des Bedarfs.


    Werde jetzt nochmal einige Zeit hier weiterlesen.


    Weitere gerne auch sehr subjektive Meinungen: Ich habe das so gemacht in meinem Haus, weil ... finde ich sehr hilfreich.


    Danke nochmal. :)


    sonnenhoch

  • Das sagt doch der Hausbauer nur weil er sich damit wohl noch nicht so sehr auseinander gesetzt hat. Passivhaus Mehraufwand finanziert sich selbst durch Einsparung der Heizung über 10 Jahre!

    Orange Solar GmbH - die hier wiedergegeben Aussagen sind eine persönliche Meinung.


    elektrisch Mobil - TESLA Model S85 2013 bis 2017, seit Juni 2017 MX100D. - Tesla Roadster 2.5 seit Juni 2011 - BMW i3 seit Dezember 2013 - Renault ZOE seit September 2014

  • Zitat von sonnenhoch


    Unser Hausanbieter sagte: Mehr als der aktuelle KFW2016 Standard (früher war das KFW 70 ungefähr) bringt im Verhältnis zum Geld-Aufwand nix mehr. Daher haben wir das dann so gelassen.
    Sein Argument: Gute Porenbetonsteine bringen den Heizenergiebedarf schon weit herunter. Jeder cm weitere Dämmung bringt im Verhältnis dazu dann nur noch eine sehr begrenzte Reduktion des Bedarfs.


    Diese Aussage ist beim Einsatz einer Wärmepumpe grober Unfug. Wobei das nicht verwunderlich ist, denn euer "Hausanbieter" will natürlich möglichst viel Geld mit möglichst geringem Aufwand verdienen. Also einfach Schema F durchziehen und fertig.


    Bezüglich Wärmepumpe: Im Gegensatz zu einer Verbrenner-Heizung reagiert eine Wärmepumpe sehr stark auf die Temperaturdifferenz zwischen der Quelle (bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe ist das die Außenluft) und der Zieltemperatur (das wäre im Falle der Heizung die sogenannte Vorlauftemperatur). Es gibt eine Daumenregel, nach der die Effizienz einer WP (wieviele Wärmeenergie produziert sie aus 1 kWh Strom) pro Grad zusätzlicher Temperaturdifferenz um 2,5% abnimmt.
    Wenn ihr also durch eine bessere Dämmung und einer ordentlichen Auslegung der Heizflächen (ich wette: hier will euer Anbieter auch nicht auf die besonderen Bedürfnisse der WP als Heizung eingehen - vielleicht kennt er sie ja nichtmal), die durchschnittlich notwendige Vorlauftemperatur nur um 2 Grad senken könnt, spart ihr schon 5% der Heizkosten. Dass ihr auch insgesamt weniger Heizenergie aufgrund der besseren Dämmung verbraucht, kommt dann nur als i-Tüpfelchen oben drauf.
    Fragt euren Anbieter mal, welchen Verlegeabstand er sich für die FBH-Rohre vorstellt, welche Vorlauftemperatur und ob es für jeden Raum eine eigene Heizlastberechnung gibt. Der wird kalkweiß anlaufen, vermute ich. Denn auf eine Optimierung/Ermittlung dieser Parameter habt ihr einen rechtlichen Anspruch (das entspricht schlicht den allgemein anerkannten Regeln der Technik), den aber vermutlich 95% der Häuslebauer mangels Kenntnis nicht einfordern.
    Das ist eine der Stellschrauben, wo solche Anbieter ihr Geld verdienen: Immer möglichst das gleiche Konzept verkaufen, nix individuell optimieren und dem gutgläubigen Vertragspartner immer schön sagen: "Machen Sie sich keine Gesanken, wir wissen schon, was wir tun."