Neue PV Anlage - KUR / Ekst / Speicher

  • Hallo zusammen,


    Ich bin Neuling im Bereich PV und der Welt der Steuern :)
    Wir haben im Herbst eine PV Anlage gekauft mit 5,13 kwp für ca. 7500 EUR netto.
    Ziel ist ein möglichst hoher Eigenverbrauch durch Wärmepumpe und intelligente Heizungssteuerung.


    Inbetriebnahme war erst im Januar und durch viele Zufälle wurde dem Finanzamt noch nichts gemeldet, auch gibts noch keinen Vertrag mit dem Netzanbieter.


    Ich habe schon mit dem Finanzamt telefoniert und es ist soweit ok, die Meldungen nun nachzuholen.


    Eigentlich war für mich klar, regelbesteuerung zu wählen doch nun komme ich ins Straucheln.


    Folgende Fragen habe ich
    Ich kann nach 5 Jahren zur KÜR zurückkehren, und muss die Steuer der Anschaffung nicht zurückzahlen, richtig?
    Klappt das oder gibts hier öfter mal Probleme?


    Wir haben auch Erträge aus Vermietung und Verpachtung. Hätte die Regelbesteuerung der PV Anlagen Einküfte Auswirkungen darauf, also müssten wir hier auch Umsatzsteuer abführen?!


    Was ist zu beachten, wenn wir dem Mieter Strom verkaufen möchten? Mit Steuer ohne Steuer?


    Einkommensteuer


    Am liebsten würden wir die Anlage als Liebhaberei einstufen lassen.
    Das ist trotz Regelbesteuerung UST möglich, oder?
    Kann man hier bestimmte Pauschalbeträge ansetzen (Wartung, Reinigung Steuerberater der dann nötig wäre)?
    Hier ist auch der Eigenverbrauch anzusetzen als Entnahme, richtig? Wie ist die Bemessungsgrundlage - der Bezugspreis ist es ja hier nicht.
    Gibt's hier Erfahrungswerte?
    Gibt's irgendwo Rechentools dazu, die vom Finanzamt anerkannt werden?
    Der verkaufte Strom an den Mieter wäre ganz normal eine Betriebseinnahme?


    Würdet Ihr anders vorgehen?


    Was würde sich ändern, wenn er ein speichersystem dazunehmen um den Eigenverbrauch zu erhöhen?


    Danke für die Unterstützung!


    Gruß
    Mira

  • Hi,
    und herzlich Willkommen hier im Forum.

    Zitat von Pv Neu Mira

    Folgende Fragen habe ich
    Ich kann nach 5 Jahren zur KÜR zurückkehren, und muss die Steuer der Anschaffung nicht zurückzahlen, richtig?
    Klappt das oder gibts hier öfter mal Probleme?


    Du kannst nach 60 Monaten zur KUR wechseln ohne das du die Umsatzsteuer zuückzahlen musst. Solltest Du vor den 60 Monaten wechseln müsstest du 1/60 zurückzahlen...also je nach dem wie viele Monate zu früh...



    Zitat von Pv Neu Mira


    Wir haben auch Erträge aus Vermietung und Verpachtung. Hätte die Regelbesteuerung der PV Anlagen Einküfte Auswirkungen darauf, also müssten wir hier auch Umsatzsteuer abführen?!


    Das weiß ich leider nicht.


    Zitat von Pv Neu Mira


    Was ist zu beachten, wenn wir dem Mieter Strom verkaufen möchten? Mit Steuer ohne Steuer?


    ACHTUNG: Hier wird dann wohl volle EEG-Umlage fällig.....Das ist Verkauf an Dritte und du bist somit Stromversorger....
    Must Du Dir selber überlegen, ob sich das lohnt & rechnet....


    Zitat von Pv Neu Mira


    Einkommensteuer
    Am liebsten würden wir die Anlage als Liebhaberei einstufen lassen.
    Das ist trotz Regelbesteuerung UST möglich, oder?
    Kann man hier bestimmte Pauschalbeträge ansetzen (Wartung, Reinigung Steuerberater der dann nötig wäre)?


    Wartung, Reinigung habe ich noch nix gebraucht in 3 Jahren....hoffe das bleibt auch so....
    Steuerberater lohnt sich für die kleine Anlage mMn nicht. Vielleicht hast du ja schon einen wg. Vermietung pp
    Ansonsten schau mal auf der Seite http://www.pv-steuer.de
    Da kannst du ein nützliches Excel Tool erwerben, welches ich dir sehr empfehlen kann.


    Zitat von Pv Neu Mira


    Hier ist auch der Eigenverbrauch anzusetzen als Entnahme, richtig? Wie ist die Bemessungsgrundlage - der Bezugspreis ist es ja hier nicht.
    Gibt's hier Erfahrungswerte?
    Gibt's irgendwo Rechentools dazu, die vom Finanzamt anerkannt werden?


    Den Eigenverbrauch must du 2fach ansetzen......einmal als Sachentnahme dazu ist die Grundlage die Einspeisevergütung (evtl. gehen auch die Herstellungskosten, musst du probieren) und als unentgeltliche Wertentnahme....
    dafür ist die Grundlage dein zuzahlender Bezugsstrompreis sowie die Grundgebühr in Abhängigkeit deines Gesamtverbrauches und Eigenverbrauch.
    https://www.pv-steuer.com/modu…php?file=14&id=1454444081


    Zitat von Pv Neu Mira


    Der verkaufte Strom an den Mieter wäre ganz normal eine Betriebseinnahme?


    Ich denke ja, aber da habe ich keine Erfahrung mit.....Hinweis auf EEG-Umlage hast du ja bekommen...


    Zitat von Pv Neu Mira


    Würdet Ihr anders vorgehen?


    Regelbesteuerung würde ich immer wieder wählen
    Einspeisevertrag mit deinem VNB benötigst du nicht.....die Grundlage für 20 Jahre ist das EEG in seiner gültigen Fassung
    Ich würde bei der kleinen Anlage keinen Strom an den Mieter verkaufen...wäre mir zuviel Aufwand und unnötige Kosten
    -> Stichwort EEG Umlage


    Zitat von Pv Neu Mira


    Was würde sich ändern, wenn er ein speichersystem dazunehmen um den Eigenverbrauch zu erhöhen?


    Ganz ehrlich?
    Lass den Speicher weg....Wenn du den unbedingt haben möchtest, dann hast du meinen Segen.
    Sofern Du es sachlich und wirtschaftlich betrachten willst....dann bekommst du die Kosten z.Zt. weniger gut wieder rein.
    Ich hätte auch gerne einen, aber bei mir würde der Speicher wahrscheinlich im Jahr 120€ an Vorteil erwirtschaften bei Kosten zu rund 7000€.....
    Dazu musst du einfach mal die Suchfunktion nutzen. Du wirst ne Menge dazu finden....
    z.B.
    http://www.photovoltaikforum.c…ilitaet-akku-t109556.html


    Gruß Red5FS

    Gruß Red5FS
    ---
    37 Hanwha Q-Cells G2 265W & SMA STP 8000TL-20 & SHM (30.09.13)
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    Do it or don`t do it!There is no try!
    The Force is with you!
    GroßMeisterLusche L:82 D:5 T:3
    Meine Anlage
    SV@fb

  • Hallo,


    Besten Dank für die schnelle Antwort!
    Na dann ist die Idee den Strom an den Mieter zu verkaufen wohl nicht unbedingt gut.


    Wegen den Ausgaben der PV Anlage (Wartung, Reinigung, Steuerberater) frage ich weil ich gerne darstellen würde dass es Liebhaberei ist und kein Gewinn erzielt wird. Steuerberater wäre also zum Beispiel Aufwand den ich hätte und so reinreichten würde, wenn ich eine EÜR machen müsste. Daher die Frage nach Pauschbeträgen. Die Rechnung will ich ja nun plausibel machen obwoh.l die Kosten im Zweifel noch nicht angefallen sind.


    Das mit Eigenverbrauch und Einkommensteuer ist mir noch nicht klar. Ich habe durch den Eigenverbrauch einen Vorteil, den ich besteuern muss. Der Wert ist Eigenverbrauch mal Preis und der Preis ist die Differenz aus gelieferten und eingespeistem Betrag, oder?


    Was ist übrigens mit dem Bezugspreis für Strom. Wir haben einen günstigen Anbieter gewählt, der auf Grund der Neukundenboni auf einen tollen Preis pro kWh. Kann ich das entsprechend darlegen? Wir würden jährlich wechseln und hätten das Problem daher immer wieder. Betrachtet man nur den Preis pro kWh lägen wir deutlich höher, was ich nicht als richtig empfinde.


    Hat hier jemand vielleicht Erfahrung mit der Vermietungs Geschichte? Werden diese Einküfte dann auch Umsatzsteuerpflichtig?


    Gruß
    Mira

  • Hi,


    schau mal hier
    http://www.photovoltaikforum.c…sinnvoll-t111549-s20.html
    Ca.Mitte der Seite ist ne "Muster-EÜR" abgebildet.
    Vielleicht wird das ein oder andere damit deutlicher.


    Zum Thema Eigenverbrauch mit Bsp. 1000kWh Eigenverbrauch (EV) und 2000kWh Bezugsstrom
    Einspeisevergütung 12,31ct/kWh


    1. Sachentnahme Direktverbrauch....1000*0,1231€/kWh = 123,10€
    2. Berechnung der unentgeltlichen Wertentnahme (Umsatzsteuer für den Eigenverbrauch)


    Dazu auch der obige Downloadlink....
    Also 46,68€ zu zahlende Umsatzsteuer auf den Eigenverbrauch....
    Hast du einen günstigen Stromanbieter ist in dem Jahr die zu zahlende Umsatzsteuer auf den EV auch niedriger. Ist dein Strompreis höher wird auch die Umsatzsteuer höher.
    Eigentlich ganz einfach....wie gesagt lade Dir das Exceltool und probiere es aus.


    Gruß Red5FS

  • Hallo Mira,
    bei vielen Fragen, die o. bereits beantwortet wurden, bleibt noch einiges offen.
    Zunächst, die Installation wurde von Deinem Solarteuer beim VNB gemeldet?
    Die erste Reaktion wäre hier eine Abschlagszahlung oder Rechnungsschreibung zu vereinbaren.
    Ein Einspeisungsvertrag ist nicht erforderlich, bei 5,13 KWp auch kaum ein Gedanke zur Rechnungsschreibung wert.
    Die Anmeldung bei der Bundesnetzagentur ist erfolgt ? Die muss von Dir erfolgen und liegt nicht in der Kompetenz des Solarteuers.
    Der Jahreswechsel zwischen Installation, bzw. Zahlung und Meldung beim FA und der fälligen UST-Voranmeldung
    ist der nächste Punkt.
    Die Vorsteuer, die in 2015 gezahlt wurde ist eine Betriebsausgabe in 2015, wird aber Betriebseinnahme in 2016, soweit auf die KUR verzichtet wurde. Über eine Sonder AFA zumindest teilweise zu kompensieren.
    Eine Vermietung, Anlage V zur EST, hat hiermit absolut nichts zu tun.
    Sonnige Grüße und viel Erfolg beim Steuerdschungel.

    28 EGING 190W, WR SMA 5000TL20
    Ausrichtung -36°, DN 42°
    I.B.N. 6/2011

  • Bei der Pauschalaussage "Vermietung lt, Anlage V hat hiermit nichts zu tun" wäre ich vorsichtig. Zuerst ist wichtig: Wer betreibt die Solaranlage? Wer ist Vermieter und wovon? Sind Garage/Stellplatz/Werbetafel etc. vermietet?


    Verkauf des Stroms an Mieter ist umsatzsteuerpflichtig, wenn die Regelbesteuerung gewählt wird.

    55x Heckert Solar NeMo 60P 260 Wp mit 1 SMA Tripower6000 TL und 1 SMA Tripower7000 TL

  • Danke für eure Antworten.
    Betriebsausgabe 2015 und Einnahme 2016 der Steuer - hier geht es dann nur um die EÜR? Falls es möglich ist würde ich gerne darlegen dass es sich um Liebhaberei handelt, wenn das gelingt sollte es keine Auswirkung haben, oder?
    Falls doch wäre meine ekst in 2015 um den Betrag gemindert, in 2016 erhöht, oder? Gleicht sich ja in Summe wieder aus, anders scheint es ja auch nicht zu gehen? Aber umsatzsteuerlich gibt es keine Änderungen?


    Vermietet wird eine Einliegerwohnung, bei der auch ein Stellplatz dabei sein wird. Daher sollte hier die Umsatzsteuer keine Rolle spielen, oder?


    Stromverkauf an Mieter scheint ja nun nicht besonders lukrativ zu sein, daher ist es wohl besser, darauf zu verzichten.


    Zum Hintergrund. Wir haben die Anlage der Bundesnetzagentur gemeldet und sind davon ausgegangen dass wir im nächsten Schritt einen Vertrag erhalten. Der Brief der von der Agentur kam. Der die Nummer ernthält die wir dem Solateur hätten geben müssen kam auch aber das hatten wir nicht verstanden, der Schritt hat gefehlt. Daher wurde dies erst vor kurzem nachgeholt...


    Das Schreiben ans Finanzamt will ich heute noch machen.


    Ihr seht es also auch am besten an, die Regelbesteuerung zu wählen und nach 5 Jahren zu wechseln? Sofern eben die Vermietung da nicht reinspielt.
    Sind bei uns dann Bindungsfrist und Rückrechnungsfrist identisch oder hat die zu späte Meldung oder der frühere Kauf darauf Auswirkungen?


    Gruß
    Mira

  • Noch was: dass wir Regelbesteuerung wählen hat keine Einfluss auf die Sache, dass wir Liebhaberei anzeigen wollen - wenn darstellbar?


    Klar ist, dass natürlich die Ausgaben geringer sind wie bei Kur, da netto und nicht brutto und damit das Ergebnis höher sein wird. Aber ich denke es wird sich dennoch nicht lohnen die Regelbesteuerug nicht zu wählen, oder habt ihr andere Erfahrungswerte?


    Wie sind die Ausgaben denn in diesem Fall zu sehen, bei Zinsen und Co wird ja beine Steuer ausgewiesen. Ist hier dann auch netto gleich brutto?


    Und noch etwas in Sachen Einkommensteuer. Finanzierungszinsen sind ja nun Aufwand und mindern den Gewinn. Wir haben allerdings keinen separaten Kredit für die PV Anlage gewählt, da Betrag sehr klein war, sondern über unseren Baufinanzierungskredit gezahlt. Kann ich das so darstellen oder wird das nicht funktionieren?


    Gruß und Dank
    Mira

  • Hi,


    ich würde immer wieder die Regelbesteuerung wählen....das ganze dauert keine 10min im Monat und warum sollte ich dem "Staat" die Mehrwertsteuer der Anlage schenken?? Nur damit ich auf das bisschen EV keine UST zahlen soll?


    Mal als kleines Beispiel
    Anlagenkosten 6000€ netto + 19% = 7140€ somit 1140€ Umsatzsteuer.
    Das Berechnungsbeispiel von oben (unentgeltliche Wertabgabe) für 1000kWh EV waren 46,68€ im Jahr.


    5x 46,68€ = 233,40€ Umsatzsteuerkosten für den EV in 5 Jahren.....1140€-233,40€ = 906,60€ in der Tasche.


    Summe X€ Einspeisevergütung wird dir vom VNB mit Umsatzsteuer auf das Konto gezahlt. Die Umsatzsteuer der Einspeisevergütung leitest nur weiter...Kosten dafür somit 0€....


    Falls du eine gesonderte PV-Versicherung haben solltest geht die in voller Höhe in die EÜR, weil keine Umsatzsteuer sondern Versicherungssteuer. Solltest du ein separates Konto mit Kontoführungsgebühren für die PV gemacht haben, gehen diese Kosten auch voll in die EÜR.
    Bei den Zinsen wird es wohl schwierig werden, da hier nicht zwischen privat und betrieblich getrennt wurde....da mag funktionieren, ich weiß es nicht genau...denke aber eher nein.


    Solltest Du innerhalb der ersten 5 Jahre die ein oder andere Anschaffung für die PV tätigen (z.B. das PV-Steuer-Exceltool) wird diese Ausgabe netto deine Einnahmen mindern und zusätzlich deine zu zahlende Umsatzsteuerlast um den Betrag X reduzieren.


    Ich bin mir weniger sicher, habe aber mal von einem Freibetrag/ Grenze gelesen bzw. gehört....dazu ggf. auch einen Link
    https://www.smartsteuer.de/por…gleich.html#D063044600009
    Ich weiß nicht, ob das hier zutrifft oder Dir weiter hilft.


    Gruß Red5FS

    Gruß Red5FS
    ---
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    17 Trina TSM DC80.08 215W & SMA SB 3600TL-21 (03.06.14)
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    GroßMeisterLusche L:82 D:5 T:3
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