Schaden durch Ziegelbruch

  • Nur mal eine Frage: ein Bekannter hat momentan den Bruch von wenigen Dachziegeln verteilt unter seinen ca. 100 Quadratmetern Modulfläche gehabt, wobei Wasser in 2 darunterliegende Wohneinheiten eingedrungen ist. Offensichtlich war auch die Unterspannbahn (die nichts mit Photovoltaik-Anlage zu tun hat) undicht, sonst hätte der Ziegelbruch nicht


    Die Untersuchung verursachte erhebliche Gerüst-, Überprüfungs- und Folgekosten wie z.B. auch Malerarbeiten. Die eigentliche Material-Reparatur (Ersatzziegel) war wohl relativ günstig.


    Welche der Schadenbereich inklusivie Folgeschäden deckt üblicherweise ein PV-Allgefahrenversicherung ab oder ist das total verschieden zwischen den Anbietern? Gibt es ein "Allround-Versicherung", die empfohlen werden kann?

  • Hallo waso,


    eine Allgefahrendeckung deckt, wie der Name besagt, alle Gefahren ab, die nicht ausdrücklich in den Bedingungen ausgeschlossen werden. Allerdings deckt die PV-Versicherung die PV-Anlage ab und nicht das Gebäude. Das Gebäude ist nur versichert, wenn es auf Grund eines Schadens an der PV-Anlage einen daraus resultierenden Schaden (Folgeschaden) erlitten hat.


    Für mich stellt sich jedoch die Frage: Welcher Schaden ist auf die PV-Anlage eingewirkt, um die Ziegel unter der Anlage zum Bersten zu bringen. Hattet Ihr Sturm oder andere Kräfte die auf die Anlage wirkten? Wo liegt die Ursache. Mit Sicherheit sind Verschleiß und Alterungsschäden ausgeschlossen.


    Wie alt ist denn die PV-Anlage? Wenn sie recht neu ist, wäre es sehr naheliegende, dass die Ziegel bereits bei der Monatge zerstört wurden. Das wäre ein Gewährleistungsschaden der Monteure, allerdings schwer nachweisbar..


    Für Euch wäre es das Schwierigsten die Ursahe (die eingetretenen Gefahr) für den Schaden zu ergründen.


    Gruß Assel+

  • Die PV-Anlage ist nach meiner Kenntnis 2010 errichtet, Gewährleistung also bereits abgelaufen.


    Der Schaden (Feuchteeintritt in das Haus) ist nach der aktuellen Winterphase (die auch tlw. mit Stürmen kombiniert war) zutage getreten. Ob Temperatureinflüsse, Materialermüdung, Schneelast (über das Gestell auf das Dach weitergeleitet) oder einer der Stürme die ca. 20-25 Jahre alten Dachziegel losgerüttelt/beansprucht hat, ist nicht klar. Der neutrale Dachdecker konnte auch hier keine Ursache ausmachen.


    Da die Anlage auf einem angemieteten fremden Dach montiert ist, exisitiert auch die Haftpflichtversicherung des PV-Betreibers und die Gebäudeversicherung des Hauseigentümers.

  • Hallo waso,


    wenn sich die gerissenen Ziegel unterhalb der Dachhaken befinden, kann wohl mit hoher Sicherheit davon ausgegangen werden, dass die PV-Anlage Ursache für den Schaden ist. Sollte es sich um ein fremdes Dach bzw. fremde Wohnungen handeln, würde ich hier einen Haftpflichtfall sehen, der eigentlich über die Betreiberhaftpflichtversicherung reguliert werden müsste. Dazu muss man natürlich eine entsprechende Versicherung haben.
    Sollte es das Gebäude und die Wohnungen deines Freundes sein, dann schaut er in die Röhre.


    Ich habe einen derartigen Fall, allerdings nur mit beschädigtem Ziegel und ohne weitere Folgeschäden darunter, auch schon über meine PV-Versicherung laufen lassen. Und trotz meines Hinweises, dass sich der Solarteur noch in der Gewährleistung befindet, hatte die Versicherung den Schaden anstandslos beglichen. Die Summe war noch dreistellig und da hatte man bei der Versicherung offenbar kein Interesse, ein Fass aufzumachen.
    Die Schadenshöhe bei deinem Freund wird wohl höher liegen und da kann ich mir schon vorstellen, dass die PV-Versicherung danach fragt, welche unvorhersehbare Beschädigung denn an seiner PV-Anlage aufgetreten ist, die zu einem Folgeschaden am Gebäude führte. Wenn z.B. einige Dachhaken gebrochen wären (was ich mir aber nicht vorstellen kann), dann wäre alles palletti. Ansonsten würde ich da Probleme sehen, wenn sich die Versicherung sperrt.

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • genau betrachtet, ist der Schaden nicht durch die PV entstanden, und auch nicht durch den gebrochenen Dachziegel.
    Die Dachziegel sind nie 100 prozentig wasserdicht, deswegen gibt es darunter noch eine Lage die eindringendes Wasser schadlos ableitet, z. B. eine Unterspannbahn oder Dachschalung mit Dachbahn.
    Erst durch das Fehlen oder Versagen dieser Bauteile wurde aus dem ansonsten unbedenklichen Wassereintritt ein Schaden

  • ..,wieso ist ein Ziegel nicht wasserdicht,……….jetzt bekomme ich angst,……..!!!!!!!!! :shock:


    mfg

  • Zitat von modila

    ..,wieso ist ein Ziegel nicht wasserdicht,……….jetzt bekomme ich angst,……..!!!!!!!!! :shock:


    mfg


    warum, warum - warum ist die Banane krumm :?:
    das ist halt so, im Übrigen gehts nicht um "einen" Ziegel sondern um "die Dachziegel"

  • Zitat von jodl

    genau betrachtet, ist der Schaden nicht durch die PV entstanden, und auch nicht durch den gebrochenen Dachziegel.
    Die Dachziegel sind nie 100 prozentig wasserdicht, deswegen gibt es darunter noch eine Lage die eindringendes Wasser schadlos ableitet, z. B. eine Unterspannbahn oder Dachschalung mit Dachbahn.
    Erst durch das Fehlen oder Versagen dieser Bauteile wurde aus dem ansonsten unbedenklichen Wassereintritt ein Schaden


    Neumodischer Kram! Alte Dächer hatten unter den Ziegen nichts, waren aber von der Unterseite her vermörtelt. Da drang auch kein Schlagregen oder Flugschnee nach innen.
    [Blockierte Grafik: http://www.pictokon.net/bilder/08-bilder/dach-sanierung-05-die-dachsanierung-wird-hoechste-zeit-ziegel-verrutschen.jpg]

  • Hallo zusammen,


    Ihr solltet Euch mal die Versicherungsbedingungen genauer durchlesen. Dann seid Ihr etwas schlauer! Eine Meinung, die aus Sicht der Logik und der Gerechtigkeit resultiert, ist weit weg von Versicherungsverträgen und Gesetzen.


    Ja bento,
    warum soll das Dach eines Freund / Bekannten von einer Versicherungsleistung ausgeschlossen sein. Haftpflichtversicherungen schließen lediglich Familien- oder Firmenangehörige bei Leistungen aus. Oder ist Freund bei Dir gleichzusetzen mit Lebenspartner?


    Die Anlage selbst muss auch keinen Schaden erlitten haben. Die Module können gerne den Sturm überstanden haben. Dennoch könnte die Punktlast auf die Dachhaken den Schaden verursacht haben.


    Eine Haftpflichtversicherung zahlt immer nur bei schuldhaftem Schaden oder Betriebsrisiken. Welche Schuld hat der PV-Besitzer, dass die Ziegel darunter zu alt und brüchig geworden sind? Hier muss ein klarer Grund her. Ein Sturm in den Wintermonaten wäre da schon sinnvoll, wenn er nachweisbar wird.


    Alterungsschäden sind eindeutig in den VS-Bedingungen als Schaden ausgeschlossen. Wenn es anders wäre müsste der PV-Betreiber irgendwann mal die Dacheindeckung erneuern, nur weil die Ziegel darunter mal zu alt geworden sind.


    Natürlich liegt es im Ermessen jeder Versicherung, wie viel Aufwand zur Schadensabwehr betrieben wird. Ein Recht auf Abwehr beinhaltet nicht gleichzeitig die Pflicht! Dennoch würde ich bei einem Schaden die Meldung immer wasserdicht formulieren, damit gar keine Abwehr erst betrieben werden kann!


    Ich bin ja kein Dachdecker. Die Unterspannbahn muss jedoch nicht wasserdicht sein. Sie soll in erster Linie unter die Ziegel gewehten Schnee vor dem Eindringen ins Dach verhindern.


    Ja Energiesparer,
    so ein Dach würde ich niemals bei einem Schaden bei einer Versicherung anbieten. Seit mehr als 25 Jahren werden Ziegel nicht mehr vermörtelt. Dafür gibt es die Unterspannbahn! Der Holzwurm springt mich fast schon durch den Bildschirm an. Wenn hier noch eine PV-Anlage installiert gewesen wäre, so grenzt dies schon an grober Fahrlässigkeit! Morsch ist da schon sehr vorsichtig ausgedrückt!


    Ganz einfache Vorgehensweise!
    Ein Schadensereignis suchen, siehe ein Sturm. Daraus resultieren die Ziegelbrüche und später aus Unkenntnis der Wassereinbruch und die Durchfeuchtung des Daches. Dagegen hätte der Versicherer schwer Argumente, könnte dem Dacheigentümer vielleicht noch einen Eigenanteil wegen Alterung anrechnen. Damit wäre das Thema durch.


    Ich würde den Schaden an beide PV-Versicherer melden und diese parallele Meldung auch bei Beiden benennen. Sollen sich die Versicherer darum streiten, ob es ein Betriebsschaden ist und daher über die Haftpflicht oder ob es ein Sachschaden ist und über die Allgefahrendeckung zu begleichen ist. Sinnvoll wäre es, wenn der Versicherer bei beiden Verträgen auch der gleiche ist.


    Gruß Assel+

  • du willst nicht allen Ernstes diese Schaluppe aus Kaisers Zeiten mit einem nach heutigen Maßstäben fachgerechten Dach vergleichen?