Grundlegende Fragen zur Angebotsanfrage

  • Hi zusammen,


    ich will mir eine PV Anlage auf mein Dach schrauben lassen - bin aber noch sehr am Anfang was meine Kenntnisse dazu angehen. Um sinnvolle Angebote zu bekommen will ich natürlich die richtigen Fragen stellen. Außerdem bin ich auf der Suche nach Empfehlungen für vernünftige Module.


    1. Rahmeninfos
    PLZ: 687**
    Dachausrichtung: ca. 60° (das heisst der Dachfirst meines Satteldaches zeigt auf 10-11Uhr, richtig?)
    Dachneigung: 38°, die SW Seite ist von einer Gaube unterbrochen
    belegbare Dachfläche: ca. 46m² (einmal 3m x 5,5m, einmal 5,5mx5,5m) (die Gaube ist da nicht mit drin - die hat weitere 3m x 4,5m)
    Budget: 9-10k€
    Verschattung: von der Gaube mal abgesehen keine weitere


    2. Meine Fragen
    a. ich habe eine Klimaanlage verbaut (max. 6,5KW Kühlleistung, max. 7,2 KW Heizleistung) - lohnt sich aus diesem Grund eine 70% Soft Regelung oder soll ich aufgrund der Dachausrichtung bei 70% Hart machen?
    b. würdet ihr empfehlen die Gaube auch zu belegen. Dachneigung an der Gaube ist fast nicht existent (geschätzte 15°)
    c. ich bin Daten-Nerd. Gibt es WR die man per Netzwerk auslesen kann (ohne die Daten ins Internet zu stellen)?
    d. So wie ich das verstanden habe lohnen sich Speicher aktuell noch nicht. Kann/Soll ich dennoch schon Vorbereitungen treffen für einen späteren Einbau - und wenn ja wie würden die Vorbereitungen aussehen?
    e. Die Förderungen seitens des Staats gibt es nur in Kombination mit einem KfW-Kredit, korrekt? Die Förderung wird meiner Rechnung nach komplett vom Zins gefressen oder sehe ich da was falsch? Was würdet Ihr raten: finanzieren oder bar bezahlen?
    f. mit welchen Nebenkosten muss man rechnen (pi x daumen) - sprich was seht nicht auf der Rechnung des Solarteurs?


    vielen Dank schonmal für eure Antworten!


    GWF

  • Zu a) Läuft die Anlage überden normalen Haushaltsstrom, oder ein extra Kreislauf/Tarif? Wenn es der normale HH-Strom ist, würde ich eher auf ide 70% weich gehen.
    zu b) Könnte schwierig werden, da Du dann vermutlich entweder einen zweiten WR benötigst, oder einen mit 3 MpP-Tracker (Auswahl sehr eingeschränkt)
    zu c) Gibt entweder WR die direkt abgefragt werden können, oder ansonsten auch Datenlogger die das erfüllen können
    zu d) Bzgl. Speicher würde ich aktuell nichts planen
    zu e) Förderung vom Staat gibt es neben dem KfW-Kredit doch durch das EEG, wo Dir pro eingespeister kWh ein Betrag garantiert wird...Wenn Du finanzierst sind die Zinsen als Betriebsausgaben zu sehen und auch wieder absetzbar. Bei den günstigen Zinsen würde ich wohl zum finanzieren endieren. Ob jetzt kFW oder was anderes hängt von den Konditionen ab
    zu f) Kommt auf die Rechnung drauf an.Unter Umständen ist die Rechnung auch komplett....


    Stefan

  • kannst du die Klimaanlage eigentlich steuern ?


    Die Abregelung bei 70% umfasst etwa 2-3% .. kann man simulieren wie auch die Erträge bei der Dachausrichtung und Neigung.
    Beispiel: 3%, 7 KWp, ca 900 kWh/a, 20a = 3780 KWh bei 24 ct/KWh ----900 Euro-in 20 Jahren (setzt voraus das du sämtliche potentielle Abregelung auch in der Klimaanlage nutzen kannst)


    -- deine Werte einsetzen --

  • Zitat

    Zu a) Läuft die Anlage überden normalen Haushaltsstrom, oder ein extra Kreislauf/Tarif? Wenn es der normale HH-Strom ist, würde ich eher auf ide 70% weich gehen.


    Die läuft über den normalen HH Strom.


    Zitat

    zu b) Könnte schwierig werden, da Du dann vermutlich entweder einen zweiten WR benötigst, oder einen mit 3 MpP-Tracker (Auswahl sehr eingeschränkt)


    dann lass ich das wohl besser.


    Zitat

    zu f) Kommt auf die Rechnung drauf an.Unter Umständen ist die Rechnung auch komplett....


    ich meinte damit sowas wie Versicherung, Netzkopplung, Zähler etc?


    Zitat

    kannst du die Klimaanlage eigentlich steuern ?


    nicht "von außen". Nur per Fernbedienung in den einzelnen Räumen.


    Zitat

    Die Abregelung bei 70% umfasst etwa 2-3% .. kann man simulieren wie auch die Erträge bei der Dachausrichtung und Neigung.


    Den Satz verstehe ich nicht so ganz - was meinst du mit den 2-3%? Kannst du mir das nochmal etwas genauer erläutern?



    Und zu guter letzt: Welche Panels sollte ich nehmen (Poly/Mono/Hersteller) - was ist da aktuell empfehlenswert?

  • Wenn auf das Hausdach 23 Module oder weniger passen, würde ich auch die Gaube belegen.
    Welches Maß hat das Dach der Gaube?
    Eine Skizze zum Dach wäre gut.


    Gesendet mit Tapatalk

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Zitat von gigawattjunkie


    Den Satz verstehe ich nicht so ganz - was meinst du mit den 2-3%? Kannst du mir das nochmal etwas genauer erläutern?


    Damit ist gemeint, daß eine Anlage mit harter 70% Regelung im Vergleich zu einer nicht abgeregelten Anlage nur sehr wenig Ertragsverlust hat. Bei einer optimal nach Süden ausgerichteten Anlage sind das bis zu 5 % des Jahresertrages was die auf 70% hart abgeregelte Anlage im Vergleich gegenüber der nichtabgeregelten Anlage verliert, je schlechter die Ausrichtung der beiden Vergeichsanlagen wird desto geringer wird der Verlust.


    Du hast keine optimale Südausrichtung und bei dir dürften sich die Verluste daher in dem o.a. Bereich von 2 - 3 % bewegen.
    Die Prozentwerte sind dabei nicht "aus der Luft gegriffen" sondern sie wurden in Versuchen namhafter PV-Firmen ermittelt und von genauso namhaften unabhängigen PV-Experten auch rechnerisch nachvollzogen.


    Damit kann man die Verluste dann ausrechnen denn Standort, Dachneigung und Ausrichtung sind ja bei dir bekannt.
    Man braucht nur mit pvgis den zu erwartenden Ertrag einer unbegrenzte Anlage ausrechnen und dann einfach die 2 - 3 % Verlust ausrechnen.

    Zitat von RolandD

    Beispiel: 3%, 7 KWp, ca 900 kWh/a, 20a = 3780 KWh bei 24 ct/KWh ----900 Euro-in 20 Jahren


    ich setze jetzt mal die von dir angegebenen Werte ein:
    Standort: PLZ 687**, also irgendwo "am Ring" :wink:
    Neigung: 38°
    Dachausrichtung: ca. 60°


    Damit füttere ich dann PVGIS: http://re.jrc.ec.europa.eu/pvg…st.php?lang=de&map=europe
    und heraus kommt ein Wert von 863 kWh/kWp. (in RolandD`s Beispiel waren es 900 kWh)
    Wenn du jetzt also 7 kWp baust dann kannst du Erträge erwarten die etwa bei 7 x 863 kWh liegen, bei dir also 6041 kWh pro Jahr. Davon 3 % sind etwa 181 kWh, die du durch 70% hart verlieren würdest und genau das ist auch der maiximale Ertrag den du bei 70% weich zusätzlich hätttest wenn du die Leistung auch tatsächlich dann durch hohen Verbrauch nutzen könntest wenn sie entsteht.
    Um nun auszurechnen ob sich 70% auch monetär lohnt braucht man nur den Wert des über den Vergütungszeitraum zusätzlich gewinnbaren Stroms auszurechnen und RolandD hat dafür 24 ct Bezugsstromkosten angenommen, da musst du nun einsetzen was du tatsächlich zahlst.
    Bei 24 ct wären das 181 kWh x 0,24 = 43,44 € pro Jahr -> das auf 20 Jahre gerechnet ergibt 868,80 € die dir die weiche 70% Regelung zusätzlich theoretisch bringen könnte wenn du davon ausgehst, daß du wirklich alles nutzt was sonst abgeregelt werden würde.
    Immer alles nutzen wenn`s möglich wäre das schafft keiner und es ist ja nicht so, daß dir nur die Differenz zwischen Bezugspreis und Einspeisevergütung flöten geht, sondern da geht`s ja entweder um Bezugsstromeinsparung oder Abregelung.
    Ich wäre daher sehr vorsichtig und würde eher von der Hälfte ausgehen, diesen Betrag darf 70% weich also mehr kosten damit es sich auch rentiert.

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Zitat von seppelpeter

    Wenn auf das Hausdach 23 Module oder weniger passen, würde ich auch die Gaube belegen.
    Welches Maß hat das Dach der Gaube?
    Eine Skizze zum Dach wäre gut.


    Gesendet mit Tapatalk


    So, bin heute aufs dach geklettert und hab mal nachgemessen, weil meine Maße die ich aus den Plänen gelesen habe nicht wirklich Sinn ergaben wenn ich mir das Dach auf Google Maps angeschaut habe.


    [Blockierte Grafik: http://i.imgur.com/cFRAint.jpg]
    [Blockierte Grafik: http://i.imgur.com/riZFiIt.jpg]
    [Blockierte Grafik: http://i.imgur.com/NYj5alN.jpg]

  • Zitat von smoker59


    Damit ist gemeint, daß eine Anlage mit harter 70% Regelung im Vergleich zu einer nicht abgeregelten Anlage nur sehr wenig Ertragsverlust hat. Bei einer optimal nach Süden ausgerichteten Anlage sind das bis zu 5 % des Jahresertrages was die auf 70% hart abgeregelte Anlage im Vergleich gegenüber der nichtabgeregelten Anlage verliert, je schlechter die Ausrichtung der beiden Vergeichsanlagen wird desto geringer wird der Verlust.


    Danke für die ausführliche Erläuterung.


    Zitat


    Immer alles nutzen wenn`s möglich wäre das schafft keiner und es ist ja nicht so, daß dir nur die Differenz zwischen Bezugspreis und Einspeisevergütung flöten geht, sondern da geht`s ja entweder um Bezugsstromeinsparung oder Abregelung.
    Ich wäre daher sehr vorsichtig und würde eher von der Hälfte ausgehen, diesen Betrag darf 70% weich also mehr kosten damit es sich auch rentiert.


    Wenn ich in die Zukunft blicke und in 10 Jahren Batterien in den Keller stelle, spricht das doch eher für die weiche Regelung, denn dann lass ich den Saft ja in den Speicher laufen. Und ich bräuchte dann keinen neuen WR kaufen um die "Überproduktion" abzufangen. Oder übersehe ich da was?

  • Ich würde die flache Gaube auf jeden Fall mit belegen.
    Die liefert einiges früher als das Hauptdach. Dort würden 2*6 in hochkant gut passen.


    Dann könnte man unten noch 4*3 legen und oben mit Abstand zur Gaube 11 dazu für 12/23. Damit wären dann 10KWp zu erreichen.


    Bei Ziel unter 7KWp würde ich das nördliche Dach leer lassen und 2*12*260Wp am SMA SB5000TL-21 legen.


    Gesendet mit Tapatalk

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5