PV Strom weitergeben?

  • Hallo an alle,
    Ich trage mich mit dem Gedanken eine PV Anlage anzuschaffen, und würde zur Verbrauchsoptimierung gerne den überschüssigen Strom dem Nachbarn weitergeben. Über ein separat zu legendes Kabel, wahrscheinlich unentgeltlich.
    Ist das in Österreich überhaupt erlaubt, hat das schon einmal jemand gemacht?
    Vielen Dank

  • Hallo, willkommen im Forum!


    Wäre schön wenn das so einfach gehen würde.
    Wenn du deinen Strom beim Nachbarn einspeist fallen sofort Eure FI-Schalter.


    Du kannst jedoch ein Verlängerungskabel zu deinem Nachbarn legen und einen billigen Stromzähler anstecken. Am anderen Ende kann der Nachbar einen Verbraucher anstecken, der im Sommer um die Mittagszeit viel Strom verbrauchen sollte.

  • Zitat von Drdoomguard

    Hallo an alle,
    Ich trage mich mit dem Gedanken eine PV Anlage anzuschaffen, und würde zur Verbrauchsoptimierung gerne den überschüssigen Strom dem Nachbarn weitergeben. Über ein separat zu legendes Kabel, wahrscheinlich unentgeltlich.
    Ist das in Österreich überhaupt erlaubt, hat das schon einmal jemand gemacht?


    Was für eine Anlage planst du überhaupt?

  • Naja, so konkret ist das ganze noch nicht. Der Grundgedanke ist der dass der sehr hohe Gesamtverbrauch der beiden Haushalte einen hohen Eigenverbrauchsanteil wohl möglich machen würde.
    4000 kwh pro Haushalt, plus Wärmepumpe beim Nachbarn plus Elektroauto bei mir, jeweils nocheinmal 4000.
    Der Idealfall wäre eine gemeinsame Errichtung plus gemeinsamer Betrieb.
    Die Anlage wäre dann eben so groß wie noch sinnvoll. Ca 80m² Flachdach in sehr sonniger Lage wären zur Verfügung.

  • Hallo,


    wie bereits gesagt halte ich eine Einspeisung einer PV-Anlage in zwei Hausanschlüsse für technisch nur schwer umsetzbar, und es ist sicherlich auch verboten. (z.B. Würde dann der Überstrom von deiner PV auch teilweise über den Hausanschluss des Nachbarn ins Netz eingespeist. Fällt das Netz nur eines Hausanschlusses aus, so würde sich der Wechselrichter nicht wie vorgeschrieben ausschalten, ... )


    Würde vorschlagen auf dem Flachdach zwei getrennte PV-Anlagen zu errichten. Eine für dich und eine für deinen Nachbarn.


    P.S.
    Eigenverbrauchsanteil eines Elektroautos und einer Heizungswärmepumpe ist normalerweise nur gering. Denn Elektroauto steht Werktags normalerweise nicht zu Hause. Heizungswärmepumpe braucht Strom im Winter und nicht im Sommer.
    P.P.S.
    Tipps zur Eigenverbrauchsoptimierung findest du im Link in meiner Signatur (6. Kapitel, Seite 10-13)

  • Technisch ist das natürlich recht einfach möglich. Grob umrissen: Prüfen ob die Anschlussleitung für beide Immobilien ausreicht, anderen Anschluss abmelden/auflösen, nach allen Regeln der Kunst Leitung Graben/Verlegen, eigenen Zähler setzen, fertig.


    Rechtlich gesehen steigst du damit in den Rang eines Elektrizitätsversorgungsunternehmens nach dem Elektrizitätswirtschafts- und Organisationsgesetz und dem jeweiligen Landesgesetz (hier z.b. für das Land Salzburg) auf. Für dein Vorhaben solltest du natürlich noch vorab die Bedingungen der Energie-Control Austria für die Regulierung der Elektrizitäts- und Erdgaswirtschaft (E-Control) erfüllen.


    Wenn du dann mit deinem Nachbarn über den rechtlichen Bestimmungen brütest werdet ihr vermutlich feststellen, dass es einfacher ist, wenn jeder von euch eine eigene PV-Anlage installiert.


    Synergien könnt ihr dadurch erzielen, dass ihr gemeinsam Angebote einholt und bei Beauftragung an ein einzelnes Unternehmen einen etwas besseren Preis erzielen könnt als wenn jeder eigene Firmen beauftragt.

    #1: Huawei SUN2000-33KTL-A mit 81x Q.PEAK L-G4.5 365 Ost/West + 20x Yingli YL250P-29b Süd

    #2: Solaredge SE3500H mit 5x Q.PEAK L-G4.5 365 Süd, 2x Trina 275 Süd, 1x LG 350 NeoN Süd, 2x Kioto 220 Nord


    1. Famoser Großkaiserlicher JK: 1er: 171 2er: 44, 3er: 24, 4er: 8, 5er: 7, 6er: 4, 7er-14er: 1

  • Hi!


    Situation in Österreich würde mich diesbezüglich auch sehr interssieren! Meinem Rechtsverständnis nach müßte man aber nur auf die Vorschriften diverser Energieversorger achten, und es wäre vermutlich sehr aufwendig/problematisch zwei Hausnetze zu verbinden. Was aber nicht zum tragen kommt wenn du eine eigene Leitung zum Nachbarn legst die dort an ein Endgerät geht, was ansonsten nicht mit dem Netz des Nachbarn verbunden ist.
    Die Geschichte mit Steuer und Abgabenhinterziehung kann ich mir nicht vorstellen, wenn du Strom in Kleinstmengen verschenkst betreibst du ja kein Unternehmen, du hast ja keinerlei Gewinnabsicht, kann mir daher nicht vorstellen, dass du damit irgendwelche Gesetze verletzt. Was anderes wäre wenn du Geld dafür verlangst und Gewinnabsicht hast, dann bist du ein Unternehmer, benötigst eine Gewerbeberechtigung und mußt Steuer zahlen.... wenn du aber aus einer selbst finanzierten PV Anlage Strom verschenkst mußt du meiner Meinung nach absolut gar nichts tun und verletzt auch keine Vorschriften.... soweit meine Meinung, wäre aber interessant wenn jemand mit juristischem Hintergrund das genau sagen könnte.


    Klaus

  • Hallo Klaus!
    Bei Lieferung an den Nachbarn wird zum Beispiel die Elektrizitätsabgabe fällig, weil Eigenverbrauch ist das ja nicht mehr.


    Ob das unentgeltlich läuft? Erkläre das mal dem Finanzamt oder deiner Frau: "ich verschenke meinen Strom an den Nachbarn, bevor ich ihn um 6 ct verkaufe."


    LG Vollmilch