Weiterkauf an Mieter - mal anders

  • Hallo zusammen,


    ich plane im Rahmen des KfW40-Plus-Programms eine PV-Anlage (samt Speicher) zu installieren. Die Förderbedingungen schließen eine EEG-Förderung aus. Praktisch scheint damit die entgeltliche Abgabe von Überschußstrom an den VNB bzw. irgendein EVU ausgeschlossen. Freiwillig - also außerhalb des Förderregimes des EEGs - kauft mir ja kein Unternehmer das bisserl Strom ab.
    Um dennoch für die Anlage die Umsatzsteuerrückerstattung zu erhalten, benötige ich aber eine Einnahmeperspektive. Nun habe ich mir überlegt, einen Teil des Stroms (mindestens 10% Nicht-Eigenverbrauch der Erzeugung ist notwendig für die Rückerstattung, richtig?) an die im Haus befindliche Einliegerwohnung zu verkaufen. Technisch wird das wohl irgendwie hinhauen (Aufspeisung aus dem Netz der Hauptwohnung auf das Netz der ELW - am einfachsten natürlich, wenn die ELW gar kein eigenes Netz darstellt).


    Nun die spannende Frage:
    Was würdet ihr dann für den Eigenverbrauch in der Hauptwohnung als Privatentnahme ansetzen? Naiverweise könnte man erstmal den mit der Mietwohnung vereinbarten Vergütungssatz heranziehen. Aber - im Gegensatz zum Verkauf an den VNB gemäß EEG - ist diese ja nicht immer zur Abnahme des Stroms bereit. Also wären wir eher wieder beim Beispiel des Bäckers, der eines der Brötchen aus der Auslage selbst verspeist, ohne ganz genau zu wissen, dass er es hätte verkaufen können (und zu welchem Preis).


    Was meint ihr dazu? (Hoffentlich habe ich das Anliegen verständlich rübergebracht.)

  • Letzendlich bist du Stromlieferant an deinen Mieter mit allen Rechten und Pflichten. Wenn in der Einliegerwohnung ein Familienangehöriger wohnt, ist das Risiko meiner Meinung nach recht gering, ansonsten kann es wohl kompliziert werden.
    Wie in meinem Fall ist dann aber wohl auch hier EEG Umlage fällig.
    Du musst halt dann Zähler setzen und deinem Mieter verklickern, dass er den Stromliefervertrag von dir mit dem von dir definierten Strompreis zu unterschreiben hat. Wenn du Pech hast und er nur nachts Strom verbraucht zahlst du drauf ;)

  • Das ist missverständlich formuliert. Auch bei KfW40 Plus kann man die EEG Vergütung in Anspruch nehmen. Die PV Anlage wird angerechnet, darf nur nicht aus dem KfW40 Plus Kredit finanziert werden. Am besten nochmal mit KfW klären.


    Gruß Jochen

    14,8 kWp Solar Fabrik / Fronius
    23 kWp Bosch / Danfoss
    55 kWp Frankfurt Solar / Danfoss
    30 kWp Yingli / SolarEdge
    15,8 kWp Bosch / SMA
    Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der Helianthus Solar GmbH

  • Zitat von JayM

    Das ist missverständlich formuliert. Auch bei KfW40 Plus kann man die EEG Vergütung in Anspruch nehmen. Die PV Anlage wird angerechnet, darf nur nicht aus dem KfW40 Plus Kredit finanziert werden.


    Das ist eine für mich neue Information. Käme mir reichlich sinnfrei vor, wäre aber natürlich höchst vorteilhaft.
    Weisst du wirklich, dass dem so ist, wie du schreibst?

  • Steht doch im Merkblatt unter Kombinationen mit anderen Förderprogrammen https://www.kfw.de/PDF/Downloa…/6000003464_M_153_EEB.pdf

    Zitat


    Nicht aus Mitteln dieses Programms (teil)finanziert werden Anlagen zur Stromerzeugung (z. B.
    Photovoltaik, Windkraftanlagen, Biomasse-KWK-Anlagen), die nach dem Erneuerbare-Energien- oder
    dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (Einspeisevergütung) sowie in den KfW-Programmen
    "Erneuerbare Energien - Premium (271)" gefördert werden. Diese Anlagen sind separat von der
    Förderung eines Vorhabens zum KfW-Effizienzhaus zu finanzieren


    Also entweder finanzierst du aus KfW153 und kannst dann keine Förderung nach EEG in Anspruch nehmen oder du finanzerist anders, dann gibt es auch EEG. Da du aus 153 sowieso keine 100% finanziert bekommst, wärst du schön blöd gerade die PV damit zu finanzieren 8) Außerdem sind das Betriebsausgaben, da nimmt man nicht den günstigsten Kredit, wenn man den auch im Privatbereich nutzen kann.

  • Zitat von alterego


    Also entweder finanzierst du aus KfW153 und kannst dann keine Förderung nach EEG in Anspruch nehmen oder du finanzerist anders, dann gibt es auch EEG. Da du aus 153 sowieso keine 100% finanziert bekommst, wärst du schön blöd gerade die PV damit zu finanzieren 8)


    Im technischen Merkblatt steht aber auch, dass die Stromerzeugungsanlage, die das Effizienzhaus 40 zum Effizienzhaus 40 Plus aufwertet, (unter anderem) das Merkmal aufweisen muss, dass sie nicht über das EEG gefördert wird.