Umlagepflicht bei Pauschalvermietung - PV auf Wohnheim

  • Hallo,


    wir bauen momentan ein Wohnheim mit 1-Zimmer Apartments. Diese sollen an Einzelpersonen komplett warm zu einem all-in-Preis vermietet werden, welcher auch die Stromkosten beinhaltet.
    Auf das Gebäude kommt eine PV-Anlage (< 10 kWp), die vom Vermieter betrieben wird. Der Vermieter kauft auch den Strom für das gesamte Objekt ein - ist in dem Fall Letztverbraucher, wobei natürlich nicht unterschieden werden kann, ob die kWh für die Beleuchtung im Flur drauf ging oder den Toaster in Wohnung X.


    Nach meiner Auffassung ist die Anlage als Kleinanlage von der EEG-Umlage befreit. Der Vermieter tritt hier nicht als Stromlieferant auf, sondern vermietet ein Komplettpaket.


    Liege ich hier falsch, sind jemand ähnliche Fälle bekannt?


    Grüße,
    Tobi

  • Vermietet den der Vermieter anteilig die Module mit ? ....


    Sonst volle Umlagepflicht. Auch bei Teilmiete gabs erst eine Entscheidung... hab ich aber grad nicht da.


    Ich kann mir nur vorstellen, dass man entsprechend kleine Anlagen zu jedem Appartment macht und die Kleinanlagen dann voll in die Miete aufnimmt. Damit dürfte man aus der Umlagepflicht rauskommen können.

    Zu wissen, was man weiß, und zu wissen, was man tut, das ist Wissen.
    Wer mehr zum DC Speicher wissen will erreicht mich per PN !

  • Das heißt jeder Mieter im Apartment mietet ein Modul mit?
    Und wie trenne ich überhaupt zwischen Apartment und Eigenverbrauch für das Haus, das ja dem Vermieter gehört?
    Wie wäre das im Hotel? Da braucht der Hotelgast ja auch Strom, der nicht extra erfasst wird?!? Besteht hier Umlagepflicht?

  • Zitat von letsdoit

    Ich kann mir nur vorstellen, dass man entsprechend kleine Anlagen zu jedem Appartment macht und die Kleinanlagen dann voll in die Miete aufnimmt. Damit dürfte man aus der Umlagepflicht rauskommen können.


    Selbst das ist bei Warmmiete problematisch, schließlich trägt der Vermieter das volle Risiko sowohl bei Defekt als auch bei Minderertrag.

  • Aus den zwei folgenden Gründen sehe ich die EEG Umlagenpflicht als gegeben an:


    1. Der Vermieter nutzt nicht den PV-Strom selbst
    2. Auch indirekt tritt er hier als Wiederverkäufer (inkludiert in der Miete) des PV-Stromes auf.

    WSW Dach 70°: Gauben 20x HIT-N240SE10 DN 25°, String auf A1+A2 STP8000TL-10; First 10x HIT-N240SE10 DN 45° auf SB3000TL-21
    ONO Dach -110°: First 10 x HIT-N240SE10 DN 45° teilverschattete Strings auf B STP8000TL-10
    Solar-Log 300, 70% Begrenzung fest

  • Zitat von qualiman

    Aus den zwei folgenden Gründen sehe ich die EEG Umlagenpflicht als gegeben an:


    1. Der Vermieter nutzt nicht den PV-Strom selbst
    2. Auch indirekt tritt er hier als Wiederverkäufer (inkludiert in der Miete) des PV-Stromes auf.


    Der Strom wird auch selbst genutzt. Wie sieht es mit dem Allgemeinstrom aus?
    Im Gesetz ist die Rede vom Eigenversorger. Es gibt einen Stromvertrag für das komplette Haus, also nur einer der versorgt wird.


    Also so langsam verstehe ich das nicht mehr. Wann ist man dann ein Wiederverkäufer? Sind die Eltern auch Wiederverkäufer, wenn der Sohn/Tochter in der Einliegerwohnung wohnt? Das heißt, in dem Fall für den komplett erzeugten und EV-Strom ist Umlage fällig?
    Oder der Mann ist Anlagenbetreiber, die Frau, die mit im Haus wohnt, nicht. Sie wohnt im Haus, er schenkt ihr Strom, also muss er für den vollen EV Umlage bezahlen? Sind beide verheiratet, ist wiederum keine Umlage fällig?

  • Zitat von Tobi


    wir bauen momentan ein Wohnheim mit 1-Zimmer Apartments. Diese sollen an Einzelpersonen komplett warm zu einem all-in-Preis vermietet werden, welcher auch die Stromkosten beinhaltet.
    Auf das Gebäude kommt eine PV-Anlage (< 10 kWp), die vom Vermieter betrieben wird. Der Vermieter kauft auch den Strom für das gesamte Objekt ein - ist in dem Fall Letztverbraucher, wobei natürlich nicht unterschieden werden kann, ob die kWh für die Beleuchtung im Flur drauf ging oder den Toaster in Wohnung X.


    Wie wird das Gebäude denn beheizt bzw. wie wird Warmwasser bereitgestellt. Falls hier eine Wärmepumpe zum Einsatz kommt, könnte man den Strom da verbraten. Das wäre in jedem Fall unschädlich, oder? Und würde bei hinreichender Größe des Wohnheims auch eine sinnvolle Nutzung darstellen. Hilft unter Umständen auch bei der Einhaltung der EnEV.
    Mittags werden jedenfalls nicht sonderlich viele Bewohner anwesend sein (falls es sich um Berufstätige/Auszubildende bzw. Studierende handelt), um den PV-Strom direkt zu verbrauchen.

  • Zitat von GWeberJ

    Wie wird das Gebäude denn beheizt bzw. wie wird Warmwasser bereitgestellt. Falls hier eine Wärmepumpe zum Einsatz kommt, könnte man den Strom da verbraten. Das wäre in jedem Fall unschädlich, oder? Und würde bei hinreichender Größe des Wohnheims auch eine sinnvolle Nutzung darstellen. Hilft unter Umständen auch bei der Einhaltung der EnEV.
    Mittags werden jedenfalls nicht sonderlich viele Bewohner anwesend sein (falls es sich um Berufstätige/Auszubildende bzw. Studierende handelt), um den PV-Strom direkt zu verbrauchen.


    Ja, es wäre eine Möglichkeit und das ist ja das Paradoxe an der Sache. Stecke ich einen Heizstab in den Puffer, gilt das als Eigenverbrauch. Steckt ein Bewohner den Toaster an, dann ist für den PV-Strom Umlage fällig.


    Das Gesetz fordert Personenidentität. Wie sieht es beim Mann-Frau-Beispiel aus?

  • Zitat von letsdoit


    Ich kann mir nur vorstellen, dass man entsprechend kleine Anlagen zu jedem Appartment macht und die Kleinanlagen dann voll in die Miete aufnimmt. Damit dürfte man aus der Umlagepflicht rauskommen können.


    Dann müsste aber auch die Zeitgleichheit sichergestellt werden: man müsste nachweisen, dass der vom Mieter verbrauchte Strom zeitgleich in dem diesem Mieter zugeordneten Modul erzeugt wurde.


    Und man müsste (zB durch die 12-Monats-Regel) dafür sorgen, dass es tatsächlich getrennte Anlagen sind.


    Hirntot, das!