Einspeisung mit gebrauchten Modulen?

  • Mahlzeit,


    ich habe eine Grundsatzfrage die ich auch mit Google nicht recht beantworten konnte.


    Kann/darf ich Strom aus einer "gebraucht-zusammengestückelten" PV-Anlage einspeisen mit entsprechendem einspeisevertrag? Ich habe vermutlich bald SEHR viel platz (Wiese) der auch genutzt werden will. Es geht hier nicht um die wirtschaftlichkeit, Strom besser selber verbrauchen bei den mickrigen Vergütungen ist klar. Es geht mir hier rein um die rechtliche Situation ob ich mit einer selbst zusammengestellten Anlage aus gebrauchten Teilen einspeisen kann/darf und dafür die entsprechende Vergütung bekomme.


    Schonmal danke für die infos
    Alex

  • Kommt darauf an:
    Die Vergütung hängt grundsätzlich an dem Modulen, nicht am Ausstellungsort. Wenn du also Module von 2007 bekommst, erhältst du 49,7 Cent für die Kilowattstunde.
    Handelt es sich aber um ausgetauschte Module, kannst du die nur ohne EEG nützen. Ob da eine Einspeiseanlage in dieser Größe möglich ist, weiß ich nicht.


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  • Bekommt man die EEG auch für Module aus alten Großanlagen? - Wie auch immer, es geht mir eher darum den überschüssigen, sprich nicht selbst nutzbaren Strom, nicht verheizen zu müssen oder ähnliches. Wenn es 10 Cent gibt ist das ja immernoch besser als gar nichts. Aber wie gesagt, ich wollte das hier nicht wirtschaftlich (dazu noch viel zu unausgereift) sondern rein rechtlich betrachten. Also: Ich kaufe Module bei ebay (o.ä.), setze die auf meine Wiese und kann den überschüssigen Strom zu aktuellen Konditionen (12cent?) einspeisen? Der Gedanke war einfach: Darf ich immer einspeisen, egal wo die Module herkommen und wie alt sie sind? Ich werfe einfach mal 5kWp in den Raum. Und gibt es Einschränkungen WO die Module sind? Sprich Aufdach oder im "Garten" auf dem Boden?

  • Einspeisen wirst Du nach Rücksprache mit dem Energieversorger immer dürfen. Die Frage ist, was Du dafür bekommst.
    Hängt an den alten Modulen noch die Einspeisevergütung dran (was ich allerdings sehr stark bezweifeln würde, vor allem wird es auch sehr schwierig zum Nachweisen sein), dann bekommst Du den Satz von damals. Dabei muss man auch nochmals schauen, das es unterschiede zwischen Aufdach und Freifläche gibt...
    Aktuell ist es alles andere als einfach eine Freiflächenanlage zu bauen....
    Sofern die EEG-Vergütung nicht mehr an den Modulen hängt, müßtest Du mit dem Netzbetreiber in Deiner Region klären, was er denn für den Strom zahlen würde, wenn Du einspeisen würdest... Das wird bestimmt ne nette Diskussion....


    Kurz gesagt, Du wirst sicher mehr Aufwand als Nutzen mit sowas einhandeln....


    Stefan

  • wenn die Anlage ordentlich angemeldet wurde, dürfte nix dagensprechen, die aktuelle Einspeisevergütung zu erhalten.

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • Ich gehe jetzt mal im weiteren davon aus, daß es eher um 100+kWp geht und nicht nur "ein paar Module" und die Module nicht mehr vergütungsfähig sind.


    Das fällt erst mal genauso unters EEG wie eien Anlage mit neuen Modulen, du hast also erst mal Einspeisevorrang, da EE. Der Teufel steckt aber im Detail, inzwischen mußt du dafür auch alle technischen Anforderungen des EEG erfüllen, sonst verlierst du den Vorrang und dann sehe ich nur wenig Chancen, daß du überhaupt ans Netz darfst.
    Vergütung steht auch im EEG, nämlich 0 (in Worten "Null"), mehr wird dir der VNB nicht zahlen. Soweit so schlecht, aber dur darfst den Strom direkt vermarkten, das machen Direktvermarkter für dich. Wundere dich aber nicht, wenn das mal eben 10k€ für die Hardware kostet (da ist aber einiges dabei, das du fürs EEG sowieso brauchst, aber möglicherweise ist das nicht kompatibel, genaueres sagt dir der Direktvermarkter), die du dazu benötigst und auch die laufenden Kosten sollte man im Auge behalten.
    Zu guter letzt, darfst du für den selbst genutzten Strom dann auch noch EEG-Umlage (voll oder reduziert, wäre noch zu diskutieren) zahlen. Spätestens an dem Punkt wirst du überlegen, ob du mit den Modulen nicht doch was anderes machst oder mutig bist und vor Gericht klären läßt, ob das in dem Fall wirklich mit der Verfassung vereinbar ist.

  • Zitat von machtnix

    wenn die Anlage ordentlich angemeldet wurde, dürfte nix dagensprechen, die aktuelle Einspeisevergütung zu erhalten.


    auch hier ist der Hinweis angebracht: machs einfach wie der Pinguin.


    Mono...:
    grundsätzlich eher eine schlechte Idee.
    weder für die "gebrauchten" Ebay Module noch für auf einer Wiese aufgestellte Module wirst du Einspeisevergütung nach dem EEG bekommen.
    gebraucht bedeutet ja, daß sie schon einmal in Betrieb waren.
    Die EEG Vergütung richtet sich nach Höhe und Laufzeit nach der erstmaligen Inbetriebnahme.
    Wenn du Module aus 2004 kaufen kannst, die nicht ersetzt wurden, dann kriegst du 57 cent pro kWh
    Nur werden die bestimmt nicht bei ebay vertickt.
    Das Zeug das es dort gibt, sind Module die sachmangelbedingt ausgetauscht wurden. Und für die gibt es dann weder die alte, noch die jetztige VErgütung, sondern garnichts. Da kannst du maximal deinen Tauchsieder damit betreiben.

  • Naja
    mit etwas wenig, sehr wenig Mühe, findet doch Google alles :wink:
    Allerdings setzt das auch voraus, dass man das gelesene auch versteht und das ist als Laie gar nicht so einfach.


    Egal, du hast Fragen und hier schon einige Antworten bekommen.


    1. Bevor du Einspeisen kannst muss die Anlage erstmal auf dem aktuellen Stand der Technik sein. Weniger die Module als viel mehr der/die Wechselrichter. Die müssen die aktuelle Norm erfüllen. Sonst wird das eh nichts mit ans Netz anschließen.


    2. Ob du eine EEG-Vergütung bekommst hängt von dem "Status" der Module ab. Sind diese aufgrund technischer Natur "nur" ausgetauscht worden, also 1 zu 1, und durch neue ersetzt und somit jetzt übrig, bekommst du nichts, weil die neuen Module jetzt die "Arbeit" nebst Vergütungsanspruch der alten Verrichten.


    3. Sind die Module/Anlage, warum auch immer, nicht mehr von Nöten, hängt da die Vergütung mit dran -in Höhe der damaligen Einspeisevergütung- und du kannst sie wieder mit der alten Vergütung und Restlaufzeit unter Berücksichtigung Punkt 1 in Betrieb nehmen.


    4. Auch wenn du sagst, lieber verschenke ich den Überschüssigen Strom an XY, weil sie nicht mehr EEG-Vergütung haben, solltest du wissen, dass man u.U. Schaden am Netz verursachen kann. D.h. du benötigst eine Versicherung und die kostet Geld. Auch die Netzdurchleitung ist auch nicht umsonst und EEG wird glaube ich auch fällig. Also für "Minus" Einspeisen? Wer macht den sowas :mrgreen:


    5. Für Bastel- und Inselanlagen nebst Speicher macht sowas/kann sowas Sinn machen. Falls Module keinen Anspruch haben. Sonst verdient nur der Verkäufer, egal wie günstig sie sind


    usw.


    Grüße

    Gruß PV-Express


    46 x Sunowe 195Wp Mono, SMA STP8000TL10, Ausrichtung - 40°Az, Dachneigung 35°, IBN 5/2012

  • Vielen dank für die antworten! Natürlich habe ich Google schon etwas gequält, aber wie ihr schon richtig sagt, für den laien sehr undurchsichtig am Anfang.


    Aktuell habe ich einige Dünnschichtmodule auf dem Garagendach ich der Häuserschlucht als Inselanlage, 500Wp - Die waren so günstig dass sie sich auch an diesem miesesten aller Standorte nach ein paar Jahren schon amortisiert haben. So ähnlich, nur etwas größer hatte ich mir das vorgestellt.


    Es soll definitiv nicht um eine 100kWp Anlage gehen sondern eher um 5kWp o.ä, Größenordnungen in denen man den Strom noch selbst verwerten kann. Den daraus überschüssigen Strom, sei es auch zu miesen Konditionen, zu verkaufen ist halt besser als damit den Gartenteich zu heizen..


    Bei der Komplexität des ganzen, vor allem im rechtlichen bereich, läuft es wohl auf eine Inselanlage mit Speicher hinaus. Ein Elektroauto müsste man haben, da wäre der Strom sehr gut aufgehoben..


    Ich danke euch allen für die Infos!

  • Zitat von Monosodiumgiftonat

    SEHR viel platz (Wiese)


    Zitat

    um 5kWp


    Wie war das mit dem Witz gleich? "So eine kleine Wiese hatte ich auch mal" :lol:
    Wie klein ist denn das Dach, daß du das dort nicht unterbringst? Und wenn schon Dach, dann kannst auch gleich EEG machen, halt mit neuen Modulen, weil die Module sind vom Preis heutzutage in der Größenordnung vielleicht die Hälfte.
    Wirklich billig (nicht günstig) gibt es gebraucht nur den Dünnschicht-Sondermüll, den du schon hast. Die passen in den meisten Fällen nicht mehr zu den modernen trafolosen Wechselrichtern und die alten WR darfst du bei eienr Neuanlage meist nicht mehr verwenden. Ausnahmen bestätigen die Regel, aber da solltest du dih vorher sehr genau informieren - hat jedenfalls seinen grund, wenn selbst extrem billige Module nicht weggehen.