Speicher und EEG

  • Hallo allerseits,


    Drüben wird intensiv darüber nachgedacht, das System von letsdoit so weit zu dehnen, dass IMHO die Gefahr besteht, EEG-pflichtig zu werden. Da werden Speicher mit 20kWh und mehr diskutiert...


    Durch die verschärfte Meldepflicht und die Gefahr, die Umlage nachzahlen zu müssen, halte ich das für ein sehr heisses Eisen.


    In diesem Zusammenhang halte ich es für wichtig sich darüber klar zu werden, ab wann man umlagepflichtig wird.


    Bei den Modulen ist es relativ klar geregelt: <10kWp UND Eigenverbrauch UND Eigenverbrauch<10kWh/a bedeutet umlagefrei. Hat man Fläche für mehr, kann man jährlich in 10kWp-Schritten hinzubauen ohne die Befreiung zu gefährden.


    Beim Speicher scheint es hingegen keine soo klare Regelung zu geben. Auf den ersten Blick sehe ich folgende Hürden:


    • Die Grenze ist als Leistung (10kW) und nicht als Kapazität (xx kWh) angegeben. Solch eine Angabe ist für einen Speicher ja vollkommen unsinnig. Die Frage hier ist: wie kann man (juristisch stichhaltig) ausgehend von 10kW eine Zahl xx kWh ermitteln? Könnte man hier argumentieren, dass eine Entladung mit mehr als xC den Akku schädigt und auch die entnehmbare Energiemenge sinkt? Ich denke, man könnte sich da auf Hersteller-Angaben berufen.
    • Der Begriff der "Anlage": Angenommen, wir finden einen Weg diese 10kW in xx kWh umzurechnen. Dann wäre die Frage interessant, unter welchen Bedingungen ein Zubau als eigenständige Anlage zählen könnte. Hier dürfte die Jahresfrist wohl unstrittig sein. Aber dürfte man die Speicher auch parallelschalten? Oder dürfte die Zusammenschaltung erst NACH den Wechselrichtern erfolgen um zu verhindern, dass aus xx + xx eine Anlage mit 2*xx (und damit umlagepflichtig) wird?
  • Warum willst du da was umrechnen?
    Wenn da kW steht sind es kW - also letztendlich ist der Wechselrichter entscheident und nur im ganz geringen Maße die Akkugröße.
    Und mit 10 kW sollte man einen normalen Haushalt bedienen können

  • Zitat von Murray

    Warum willst du da was umrechnen?


    Weil ich wissen will, wann ich auf der sicheren Seite bin um nicht umlagepflichtig zu werden.

    Zitat

    Wenn da kW steht sind es kW


    Was ist denn die "Leistung" eines Akku? Wer kann hier eine sinnvolle Definition angeben?


    Zitat

    - also letztendlich ist der Wechselrichter entscheident und nur im ganz geringen Maße die Akkugröße.


    Laut Clearingstelle kommt es auf den Wechselrichter gerade nicht an (siehe unten).


    Laut EEG ist der "Generator" ausschlaggebend. Bei den Modulen gilt ja auch "kWp". Und es interessiert niemanden, wenn Du nur einen Bruchteil davon erzeugen kannst weil zB Dein WR unterdimensioniert ist oder Du eine schlechte Dach-Situation hast.


    Wobei ich hier durchaus Diskussionsbedarf sehe. Seltsamerweise ist sich die gesamte Branche einig, dass sich der Begriff "installierte Leistung" auf die kWp der Module, ungeachtet der Dach-Situation bezieht. Wenn ich mir RN 40 auf Seite 18 so anschaue:

    Zitat


    Die „installierte Leistung“ ist in § 5 Nr. 22 EEG 2014 definiert als „die elektrische Wirkleistung, die die Anlage bei bestimmungsgemäßem Betrieb ohne zeitliche Einschränkungen unbeschadet kurzfristiger geringfügiger Abweichungen technisch erbringen kann“.


    Wer zum Henker ist denn auf die Idee gekommen, dass hier die Dach-Situation nicht zu berücksichtigen ist?


    Weiter heisst es in RN 41:

    Zitat


    Auf die Wirkleistung des Wechselrichters (AC-Leistung) kommt es nicht an. Insbesondere lässt sich aus dem Begriff der „Inbetriebnahme“ gemäß § 5 Nr. 21 EEG 2014 nicht ableiten, dass der Wechselrichter bei PV-Installationen nunmehr zur „Anlage“ i. S. d. § 5 Nr. 1 EEG 2014 zählen soll – wonach dementsprechend nicht mehr das einzelne Modul, sondern ggf. die Summe aller an einen Wechselrichter angeschlossenen Module die „Anlage“ darstellte – und sich damit auch die in § 5 Nr. 22 EEG 2014 definierte „installierte Leistung“ nicht mehr auf die Wirkleistung in Gleichspannung beziehen soll. [ ... ] Die Clearingstelle EEG hält vor diesem Hintergrund daran fest, dass die „installierte Leistung“ im Sinne des EEG nicht die Wechselrichterleistung, sondern die Nennwirkleistung der Module in Gleichspannung ist.


    Zitat

    Und mit 10 kW sollte man einen normalen Haushalt bedienen können


    Wie gesagt: wenn man von Speicher redet, ist die Leistung kein brauchbarer Begriff. Man kann aus einem Speicher mit 1kWh sicherlich 10 kW und auch deutlich mehr ziehen. Dass der das nicht lange mitmacht steht auf einem anderen Blatt. Somit wäre man mit solch einem Speicher auch nicht von der Umlage befreit. Es sollte doch möglich sein, ein sinnvolleres Kriterium zu finden, mit dem man auf der sicheren Seite wäre?


    Hast Du schon einmal gehört, dass ein Autoverkäufer sagt: "Aus dem Tank kann der Motor 2 Liter pro Minute entnehmen". Das würde doch niemanden interessieren. Viel interessanter ist doch, wie viele Liter in den Tank hineinpassen... Dass die Leitung so dimensioniert sein muss, dass der Motor seinen Bedarf decken kann wird als selbstverständlich angesehen.

  • Zitat von svdtwe


    Laut Clearingstelle kommt es auf den Wechselrichter gerade nicht an (siehe unten)..


    Das ist der PV-Wechselrichter. Hat ja mit dem Speicher nix zu tun.
    Ich meine natürlich den Akku-Wechselrichter.


    Hintergrund sehe ich darin dass man nicht sinnlos Energie vernichtet weil man eh "zu viel" hat, z.B. durch direkte Warmwassererwärmung.
    Also die Speichergröße ist da uninteressant.


    Schau mal in die Datenblätter gängiger Speicher. Da ist die kW-Angabe sogar genannt.

  • Zitat von Murray


    Das ist der PV-Wechselrichter. Hat ja mit dem Speicher nix zu tun.


    Das ist schon klar...


    Zitat

    Ich meine natürlich den Akku-Wechselrichter.


    Auch das ist klar...


    Zitat

    Hintergrund sehe ich darin dass man nicht sinnlos Energie vernichtet weil man eh "zu viel" hat, z.B. durch direkte Warmwassererwärmung.


    Leider interessiert weder die Politiker noch die Juristen, was sinnvoll ist. Dementsprechend sinnbefreit werden auch die Rahmenbedingungen geschaffen.


    Nun sollte es doch das Ziel sein, sinnvolle Systeme zu bauen ohne diese sinnbefreiten Rahmenbedingungen zu verlassen.


    Zitat

    Schau mal in die Datenblätter gängiger Speicher. Da ist die kW-Angabe sogar genannt.


    Das sind dann aber Speichersysteme mit integriertem WR. Hier handelt es sich für einen Juristen um eine untrennbare Einheit. Für einen Juristen ist damit der Bär geschält.


    Hat man hingegen ein System mit separatem WR (wie zB das von letsdoit), dann sieht es anders aus. Ich kenne keinen Akku, der im Datenblatt eine Leistungsangabe hat. Es wird immer die Kapazität angegeben.

  • Zitat von svdtwe


    Hat man hingegen ein System mit separatem WR (wie zB das von letsdoit)....


    Ja dann zählt die Leistung des WR, habe ich doch schon geschrieben.
    Ist nix anderes wie bei einem fertigen system

  • Hi,


    die Frage ist eben, ob man die PV-Regelung


    Zitat


    <10kWp UND Eigenverbrauch UND Eigenverbrauch<10kWh/a bedeutet umlagefrei.


    überhaupt auf den Speicher anwenden kann. Selbst darüber scheinen sich die diversen Dokumente ja nicht einig zu sein.


    Die aktuellen Texte zum Speicher verwirren jedenfalls mehr als dass sie Klarheit schaffen. Ist ein Speicher nur dann relevant, wenn er AC in eine netzgekoppelte Installation einspeisen kann oder ist er das schon dadurch, dass er Solarstrom speichern kann?


    Die Gedanken kann man auch in die andere Richtung weitertreiben... muss Eigenverbrauch wirklich den AC-Weg nehmen, um EEG-pflichtig zu sein? Ich denke, es ist unbestritten, dass z.B. das Laden eines eBike-Akkus aus ein paar Modulen auf reinem DC-Weg und der anschliessende Verbrauch im eBike nicht unter EEG fallen (könnte ich ja auch einer Alm weit weg von jeder Stromleitung tun). Ebensowenig fällt es IMO unter EEG, wenn man ein paar Module an einen DC-Heizstab anschließt und damit das Wasser warm macht. Was wäre aber, wenn ich bei einer ganz normalen netzgeführten Anlage DC-seitig Energie entnehme und damit Wasser warm mache? Das wäre ja leicht getan... ein passender Reihenwiderstand in der Stringleitung täte das bereits. Dann bekommt der WR DC-seitig etwas weniger Leistung und das Wasser wird warm.


    Im Grund müsste sich jemand finden, der den Gesetzgeber endlich mal dazu bringt, das klar und eindeutig gesetzlich zu regeln, statt immer neue Dokumente mit immer anderen Rechtsauffassungen zu bringen.


    Immerhin scheint der Irrsinn, dass die EEG-Umlage beim Ein- UND Ausspeichern fällig wird, ja vom Tisch zu sein...


    Zitat


    wieviel Strom aus solarer Strahlung erzeugen denn eure Akkus ?


    Wenn man sie in die Sonne stellt, werden sie warm... keine Ahnung, was das für Auswirkungen auf den Ladezustand hat. Wenn sie dabei zu warm werden, könnte das böse enden.


    Viele Grüße,


    Jan

  • Zitat von Murray


    Ja dann zählt die Leistung des WR, habe ich doch schon geschrieben.


    Dass Du das geschrieben hast, habe ich durchaus mitgekriegt.


    Leider kann ich diese Interpretation aus dem Papier der Clearingsstelle nicht herauslesen. Wenn es in dem Papier der Clearingstelle um WR geht, dann immer in dem Zusammenhang, dass die Leistung des WR gerade nicht ausschlaggebend ist.


    Dummerweise interessiert die Bürokraten weder was Du, noch was ich geschrieben habe.