energiewenderechner.de - reale oder fiktive Zahlen?

  • Ich habe grade mal dieses Tool zur "Energiewendesimulation" ausprobiert, keine Ahnung ob es hier im Forum schon verlinkt wurde:


    http://www.energiewenderechner…e_energiewenderechner.php


    Dabei hab ich spaßeshalber mal alle Regler außer Solarthermie und Biomasse ganz nach oben geschoben und war erstaunt über die hohen Werte die man einstellen kann...


    [Blockierte Grafik: http://abload.de/img/neuebitmapypusq.png]


    ...warum kann man das System z.B. auf über 500% unseres aktuellen Energieverbrauchs stellen? Und ist sowas noch zu realisieren (btw, die Akzeptanz der Bevölkerung berücksichtige ich dabei noch nichtmal! :twisted: ) ? Über 2000 Gigawatt PV und über 5000 Gigawatt Wind stell ich mir irgendwie etwas krass vor, wenn ich bedenke das wir in Deutschland auf Dachflächen etwa 160-170 Gigawatt unterbringen können und mit etwas über 600 Gigawatt PV (+Speicher) können wir die Energiemenge für ein ganzes Jahr erzeugen...und dann 7000 Gigawatt Generatorleistung von PV+Wind? :mrgreen:


    Was meint ihr zu solchen Zahlen?

    Zitat von John Perry Barlow

    I'm a free-marketeer. I believe in free markets, but... sometimes you have things that look like free markets but aren't because of artificial reasons. I'm not very happy with the current state of what calls itself free market economy in the world because you've got all these grotesque monopolies that are able to game the system in a way that's to their advantage by virtue of their power, and that's not a free market.

  • ich kenne den Rechner ;) ..
    aber .. Vorsicht ..
    (Letzte Aktualisierung: 12.11.2010 19:48:36) <--- von der HP


    auch das EEG usw werden von 2009 Zitiert

    MfG Heiko

    seit 27.06.19 noch mal 29,76kWp

    seit 11.1.19 nen Hyundai Kona Elektro, als Speicher :D

    seit 15.9.09 - 15,17kWp am laufen :)
    Meine Anlage

  • Stimmt, die Zahlen sind etwas veraltet, was aber auch positiv sein kann wie ich grad festgestellt habe.


    Bei Geothermie z.B., mir war es vorher garnicht bekannt aber der Bundesverband für Geothermie schreibt wir haben in Deutschland Potenzial für über 30 Gigawatt grundlastfähige Geothermie, insofern sieht man auch sofort das die Zahlen beim Energiewenderechner alt sind, da fehlen 7 Gigawatt.


    http://www.geothermie.de/wisse…oekonomische-aspekte.html


    Hat einer einen Plan wie das kostentechnisch aussieht in der Geothermie Branche, was zahlt man da so pro Kilowatt/Megawatt Generatorleistung?

    Zitat von John Perry Barlow

    I'm a free-marketeer. I believe in free markets, but... sometimes you have things that look like free markets but aren't because of artificial reasons. I'm not very happy with the current state of what calls itself free market economy in the world because you've got all these grotesque monopolies that are able to game the system in a way that's to their advantage by virtue of their power, and that's not a free market.

  • Die bekommen nach EEG grob das doppelte als PV für den Strom, sogar mehr als die imo am höchsten vergütete Biomasse, nämlich Gülle. Denke das sagt schon viel über die Gestehungskosten, weil selbst da der Zubau mager ist.
    Ohne Wärmenutzung rechnet sich so ein Projekt wohl nie und da geht es schnell um einige 10MW thermisch, die man auch erst mal in der Nähe unterbringen muß. Für die meisten Gewerbe/Industriekunden ist das Temperaturniveau schon wieder zu niedrig und einige 1000 EFH wollen erst mal erschlossen werden.
    Durch die Wärmenutzung ist es aber auch schwierig einen Herstellungspreis für den Strom zu nennen. Stadtwerke mit Fernwärme aus KWK (insbesondere nicht EE) haben ja auch Probleme mit den niedrigen Strompreisen, da zahlt die Zeche halt der Wärmekunde.


    Die Seite ist an sich schon interessant, hoffentlich wollten die Macher nicht sagen, daß man Deutschland quasi zupflastern müßte um 100% EE zu erreichen.

  • Interessant an der Seite ist halt auch das es nicht nur um den Stromsektor geht sondern Primärenergie.


    Allerdings bin ich mir immer noch nicht so sicher wo die ihre Zahlen herhaben, man kann da bei PV Dachfläche den Regler bis auf 240GW schieben, allerdings ist mir bisher eine deutlich kleinere Zahl bekannt:


    Zitat von wikipedia.de

    Die Unternehmensberatung Roland Berger und die Prognos AG halten bis 2020 eine Solarstromleistung von bis zu 70 GWp für realistisch. Damit könnte die Photovoltaik theoretisch zehn Prozent des deutschen Strombedarfs liefern. Allein auf Dachflächen gibt es ein Potenzial für 161 GWp Solarstrom, wie die TU München und Siemens kürzlich ausgerechnet haben.


    Mal nur mit Wind und Sonne...folgendes:


    170 Gigawatt Dachfläche sind laut dem Rechner ziemlich genau grad mal 5% Primärenergie...1000 Gigawatt bzw 1 Terawatt PV Generator wären 30% Primärenergie. Wenn man da dann noch etwa 750GW Wind beipackt wäre man bei 100% Primärenergie. Allerdings finde ich dieses PV lastige Szenario weniger gut weil da ~600GW Freifläche drinstecken.


    Wenn man bei PV nur die Regler bei "toten Flächen" (Dach, Fassade, Lärmschutz, Verkehrsfl.) hochschiebt kommt man auf ~ 550GW PV. Ich denke auf toten Flächen findet PV mehr Akzeptanz in dieser Größenordnung! Da bräuchte man dann nochmal nicht ganz 1000GW Wind Generatorleistung.


    Man bräuchte also so oder so je nachdem ob das System mehr sonnen oder windlastig ausgelegt wird etwa 1,5-1,75 Terawatt Generatorleistung um die Primärenergie in Deutschland abzudecken. Da kann man jetzt noch ein bischen abziehen wenn man Wasser, Biomasse, Geothermie aktiviert, aber trotzdem bleiben die Werte des Generators im Terawattbereich.


    Mir war das bisher garnicht so richtig klar muss ich ganz ehrlich zugeben, ist "etwas" mehr als ich erwartet hätte...


    Und uns geht noch in diesem Jahrhundert das Öl aus und muss irgendwie ersetzt werden, na das kann ja lustig werden, da wird der Klimawandel zum Randproblem würde ich mal behaupten...

    Zitat von John Perry Barlow

    I'm a free-marketeer. I believe in free markets, but... sometimes you have things that look like free markets but aren't because of artificial reasons. I'm not very happy with the current state of what calls itself free market economy in the world because you've got all these grotesque monopolies that are able to game the system in a way that's to their advantage by virtue of their power, and that's not a free market.

  • Keine Sorge baerni, dieser Thread hier ist rein hypothetisch, mir sind die Gefahren von geothermischen Kraftwerken bekannt.


    Es geht mir mehr darum die theoretisch technologisch maximal möglichen Szenarios je Erzeugungsart bzw. auch deren Kombination durchzuspielen...

    Zitat von John Perry Barlow

    I'm a free-marketeer. I believe in free markets, but... sometimes you have things that look like free markets but aren't because of artificial reasons. I'm not very happy with the current state of what calls itself free market economy in the world because you've got all these grotesque monopolies that are able to game the system in a way that's to their advantage by virtue of their power, and that's not a free market.

  • Die Werte für das Leistungsverhältnis PV/WKA dürften relativ festliegen. 1:1,2 bis 1:1,5. Das kommt defakto aus dem Winter/Sommerbedarf bzw. der Erzeugung von PV/WKA. Es berücksichtig das man die Wärmeerzeugung elektrifiziert und auch den Verkehr. Damit minimiert man den Bedarf an Langzeitspeichern und deckt trotzdem den höheren Bedarf im Winter..


    Warum man als Bezug den aktuellen Primärenergieverbrauch heranzieht ist schleierhaft. 2011 kam man auf 13,5 PW Primärenergie und 8,7 PW Endenergieverbrauch. Also 65%. (ca 28.000 KWh pro Kopf)


    Die Elektrifizierung des Verkehrssektor und der Wärmeerzeugung mittels WP sollte den Endenergiebedarf (oder halt den Primärenergiebedarf EE) signifikant absenken, während ein Speicherverlustbedarf ihn wieder erhöht. Vermutlich wird Biomasse, Wasser und Geothermie nie über den benötigten *Speicherverlust* liegen, so das man für eine Abschätzung sich auf PV/WKA beschränken kann.


    Sofern es gelingt den Endenergiebedarf zu halbieren ( WP und Elektroantrieben, statt Verbrenner) liegt man bei ca 1.200 TWh.
    was in etwa 300 GW PV und 400 GW WKA entspricht.