Trennung von Ost/West Strings bei Flachdachmontage

  • Der von RWE mit der Verlagerung meiner Anlage beauftragte Solateur hat Ende letzten Jahres die Anlage am neuen Standort als Ost-West Anlage mit 15° Neigung (Flachdach) errichtet. Vorher war das SW mit 45°. So weit so gut (oder schlecht, über die Ertragsdifferenzen streiten wir uns immer noch).


    Bei der Sichtprüfung nach dem Winter stelle ich fest, daß die 24 Module auf dem kürzesten Weg miteinander zu zwei Strings verbunden und an einem Kanal des SMA SB5000TL-20 angeschlossen sind (laut SMA Handbuch ist das zulässig und sinnvoll). Dabei scheint es aber KEINE Unterscheidung in Osten und Westen zu geben, d.h. sowohl Ost- als auch Westpaneele sind innerhalb eines Strings vertreten.


    Laut SMA Handbuch sollte man genau das aber vermeiden und nur gleiche Neigung, Richtung etc. in Reihe schließen.


    Welche Nachteile hat die ausgeführte Bauweise?


    Bei getrennter Ausführung in einen Ost- und einen Weststring müsste man bei der gewählten Unterkonstruktion (Hilti MSP-FR-EW) die Anschlußleitungen einzelner Module verlängern um auf die jeweils übernächste Reihe springen zu können. Wäre das nicht richtiger? Gibt es dafür fertige Verlängerungen oder muß man die selbst konfektionieren?


    Bitte um Kommentare, danke.

  • Was für ein WR ist das genau, das Typenschild mit Seriennummer müsste rechts am Gehäuse kleben.
    SMA SB5000TL-21, STP5000TL-20 ... oder was ganz anderes ... ein alter SB5000TL-20 kann es nach dem Umzug eigentlich nicht mehr sein, oder doch?!?


    24 Module Ost/West in einem String ist ungünstig.
    12/12 an einem 1000V WR wie dem SMA STP5000TL-20 wäre auch nicht viel besser; da gehört ein SB5000TL-21 hin :!:


    Das Mismatching aufgrund verschiedener Ausrichtungen führt jetzt zu geringen Ertragsverlusten.
    Auf der Habenseite steht eine bessere Spannungslage; was für Module sind das genau ... 24 Stück in einem String könnte auch zu viel sein. :juggle:


    PS.: Der SB5000TL-20 hätte als max. DC Spannung 550V; 24 Stück in einem String sind also mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu viel; wurden die 2 Strings evtl. parallel geschaltet? Wäre aber auch nicht der Weisheit letzter Schluss...

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Das ist tatsächlich ein "alter" SB5000TL-20. Wegen Bestandsschutz darf dieser weiter verwendet werden. Der SB hat zwei Eingangsbereiche mit eigenem MPP Tracker. An jeden dieser beiden Eingangsbereiche können zwei Strings angeschlossen werden (also insgesamt 4 Strings). Es werden derzeit zwei Strings mit jeweils 12 SW220 Modulen verwendet, die zusammen eine Leerlaufspannung von ca. 440 Volt haben, bei -10°C ca. 500 Volt. Der Eingang darf bis zu 550 Volt. Bisher (alte SW Anlage) waren die beiden Strings allerdings an je einem Tracker/Eingangsbereich angeschlossen, erst mit der Ost/West Anlage hat der Solateuer sie zusammen auf einen Tracker gelegt. In der Anleitung von SMA steht ausdrücklich drin, daß man bei gleicher Ausrichtung etc. alles auf einen Kanal legen sollte, weil damit der Ertrag am höchsten sei. Für diesen Solateur scheint ein Flachdach bzw. das Gestell flach wie eine Tischplatte zu sein :shock:


    Selbst bei einem Flachdach gibt es aber mit der 15° Aufständerung geringe Unterschiede zwischen Ost und Westeinstrahlung, die dann nicht mehr optimal ausgeregelt werden können.


    Vermutlich müsste man die Strings nicht nur sauber in Ost- und Weststrings trennen, sondern auch auf die beiden Tracker aufteilen?

  • Also hast Du aktuell 2*12 gemischte Strings mit Ost/West auf einem Mpp parallel hängen. :roll:


    Zitat von ThomasR

    Vermutlich müsste man die Strings nicht nur sauber in Ost- und Weststrings trennen, sondern auch auf die beiden Tracker aufteilen?


    Nicht nur vermutlich; das ist der einzig richtige Weg.
    Was ist das denn für ein Solarteur gewesen?

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Ein von RWE / Westnetz eigens beauftragter Solateuer 8)


    Wie verbindet man die Module am Besten, wenn man die Reihen überspringen muß? Ich kann derzeit nur schätzen, daß bei dieser Verkabelung zwischen den jeweils übernächsten Reihen ca. 50 cm Leitungslänge fehlen. So etwas muß doch hier im Forum schon einmal jemand gehabt haben? Die Hilti MSP-FR-EW ist ja nicht sooo selten.....

  • So, eine detaillierte Überprüfung beim heutigen schönen Wetter hat ergeben, daß die beiden Ausrichtungen doch sauber getrennt wurden. Dabei sind die fehlenden Leitungslängen mit ca. 1 Meter langen Stücken in 6mm² ausgeglichen worden. Also ist dieser Teil fachmännisch erstellt und alle Leitungen mit Kabelbindern "sturmfest" verlegt. Deshalb konnte man das von unten auch nicht richtig ausmachen.


    Warum aber die beiden Strings jetzt auf einem Eingang/MPP Tracker lagen? Keine Ahnung, denn eigentlich sind die Leitungen sogar entsprechend richtig beschriftet: Kanal A bzw. Kanal B. Das war recht einfach zu korrigieren....


    Für mich sind alle Antworten ausreichend, danke dafür!

  • Meine Ost-Module wurden als Teilstring mit den West-Modulen als Teilstring parallel geschaltet.
    Die einzelnen gleich ausgerichteten Modulreihen wurden entsprechend, also 1 + 3... bzw. 2 + 4... verkabelt
    Dabei sind die beiden Spannungen identisch, aber die Ströme sind je nach Einstrahlung unterschiedlich.
    Der Vorteil dabei ist, dass die Wechselrichter symmetrisch belastet werden.
    einstein0

    33 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    2 kW- Hybrid-Insel im Camper, BEV: Hyundai Kona. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung 10 kWh im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 10 kWh Li-Testspeicher.

  • Moin


    Übrigens, wenn eine Anlage umzieht muss der Wechselrichter die AR 4105 beherrschen, dass trifft natürlich nur dann zu wenn die neu errichtete Anlage sich auf einem anderen Grundstück befindet.

    Grüße von der Nordsee


    Olaf Harjes


    Harjes Elektrotechnik Am Hillernsen Hamm 39 26441 Jever FON 04461 3315