Schaltung für Eigenentnahme

  • Hallo,
    ich bin neu in diesem Forum und möchte mich kurz vorstellen. Wir sind ein in Portugal ansässiges Unternehmen und planen eine low-budged Photovoltaik Anlage mit Netzeinspeisung. Die Anlage wird maximal 12kWp produzieren. Da der Einspeisetarif in Portugal erbärmlich gering ist, müssen wir den Anteil des Eigenverbrauchs maximieren. Mir schwebt eine Schaltung vor, die den Gebrauch gewisser Verbraucher nur dann erlaubt, wenn wir Überschuss produzieren (z.B. Wasserpumpe, Waschmaschine, Spülmaschine, elektrischer Wasserheizer) andere Verbraucher aber permanent angeschaltet bleiben (Licht, Internet Router, Fernseher). Wie ist so etwas technisch zu bewerkstelligen? Vielen Dank vorab!

  • Hallo deadcod,


    ich habe mir mit dem RasPi so etwas selber zusammengestellt.
    Mein RasPi liest die Zähler (PV-Erzeugnis, Bezug und Einspeisung) über LAN alle 15 sec. aus, wertet die Daten aus und schaltet je nach Verbraucher drei Funksteckdosen (433MHz). Sobald keine Einspeisung mehr vorhanden ist, werden die Geräte sofort ausgeschaltet. (bisher nur Test, man kann natürlich auch Nachzeitlaufen programmieren.)
    Vorraussetzung ist, dass Du / Ihr die Zähler auslesen könnt, damit man nicht nur die Leistung den WR misst, sondern auch den momentanen Verbrauch bzw. Bezug. Ferner müssen sich die Verbraucher mit den Steckdosen ein-/ausschalten lassen. (moderne haben diesbezüglich Probleme!). Geschrieben habe ich mit das Scipt unter Python.


    Vielleicht hilft es weiter.
    Grüße Lutz

    9,5 kWP / 52x Conergy MC190 / SunnyTripower 10000TL / 30° Südabweichung / 45° Dachneigung

  • Moin HeiLuRa und willkommen im Forum.


    Ich vermute ganz einfach mal, dass es um Kostenoptimierung geht. Dein erster Anlaufpunkt sollte http://re.jrc.ec.europa.eu/pvgis/apps4/pvest.php sein. Das ist der EU-Solarrechner. Da kannst du schon mal ausprobieren, was machbar sein sollte. Ich habe dich einfach mal in Porto verortet und PVGIS sagt, dass man dort im Sommer mit 5 kWh pro kWp und Tag rechnen kann und im Winter mit rund 2,5 kWh pro kWp und Tag.


    Eigentlich stehen drei Hauptoptionen offen:
    1. Die Einspeisevergütung ist sehr gut, dann macht man das Dach voll (natürlich erst nach Absprache mit dem EVU) und verbraucht selber davon so viel wie man benötigt (hängt stark von den gesetzlichen Regelungen ab, ob das lohnt).
    2. Man optimiert auf Winterverbrauch und hat dementsprechend hohe Überschüsse im Sommer (ob man die besser verwirft oder einspeist hängt von den Rahmenbedingungen ab)
    3. Man optimiert auf Sommerverbrauch und kauft in der restlichen Zeit vom EVU dazu. Durch leichte Überdimensionierung erzeugt man einen geringen nicht verwertbaren Überschuss im Sommer, deckt jedoch zusätzlich die Übergangszeiten mit ab (das dürfte kostenoptimal sein).


    Bei einem Strompreis von 20,8 Cent pro kWh (privater Verbrauch, nicht Industriestrom; ich weiß ja nicht, wie groß euer Laden ist) würde man mit Option drei wahrscheinlich sehr gut liegen. Was man dann realisiert nennt sich "nicht einspeisende netzparallele Halbinsel". Es gibt entsprechende Wechselrichter dafür (an einige kann man auch noch eine Batterie anschließen und hat somit eine Notstromversorgung, die fast nichts zusätzlich gekostet hat).


    In Deutschland rechnet man, je nach Anlagengröße, mit einem Invest von 1.100 bis 1.300 Euro pro kWp; Anlage komplett und ohne Batterien. Die Preise in Portugal sind mir nicht bekannt.

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Zitat von deadcod

    Hallo,
    ich bin neu in diesem Forum und möchte mich kurz vorstellen. Wir sind ein in Portugal ansässiges Unternehmen und planen eine low-budged Photovoltaik Anlage mit Netzeinspeisung. Die Anlage wird maximal 12kWp produzieren. Da der Einspeisetarif in Portugal erbärmlich gering ist, müssen wir den Anteil des Eigenverbrauchs maximieren. Mir schwebt eine Schaltung vor, die den Gebrauch gewisser Verbraucher nur dann erlaubt, wenn wir Überschuss produzieren (z.B. Wasserpumpe, Waschmaschine, Spülmaschine, elektrischer Wasserheizer) andere Verbraucher aber permanent angeschaltet bleiben (Licht, Internet Router, Fernseher). Wie ist so etwas technisch zu bewerkstelligen? Vielen Dank vorab!


    Ein Waschmaschine oder die Spülmaschine solltest du nicht unbedingt abschalten wenn eine Wolke vor die Sonne tritt. Bei einem *Wasserheizer* (was auch immer das jetzt genau ist) geht es möglicherweise. Was macht den die Wasserpumpe?


    Vielleicht reicht schon einfach eine Anzeige der Momentanleistung der PV um den Verbrauch von Hand zusteuern.

  • Zitat

    Mir schwebt eine Schaltung vor, die den Gebrauch gewisser Verbraucher nur dann erlaubt, wenn wir Überschuss produzieren (z.B. Wasserpumpe, Waschmaschine, Spülmaschine, elektrischer Wasserheizer)


    Ja Ja
    und wen du die Waschmaschine anschaltest ist der verbrauch wieder 1W im "Minus" und die Waschmaschine wird automatisch abgeschaltet.
    Im nächsten Moment ist bei PV wieder ein Überschuss und die Waschmaschine wird wieder freigeschaltet (eingeschaltet) usw…………


    Irgendwie ist dein Vorhaben zum scheitern verurteilt, da musst du andere Überlegungen anstellen. :mrgreen:


    Gruß

  • werner8
    Zum Scheitern nicht umgedingt.
    Um Waschmaschinen o.ä. einschalten zu lassen sollte, man schon entsprechende Programmiertechniken einfließen lassen. z.B. den Durchschnitt der letzten X Minuten, dann nach einer entsprechenden Zeit wieder abschalten (auch wenn man ins "Minus" geht!) Das eigentliche Problem ist, die heutigen Großgeräte (Wasch- bzw. Spülmaschine) reagieren nur auf (elektronischen) Kopfdruck wg. Timer, nicht mehr auf einen mechanischen Ein/Ausschalter!


    Gruß Lutz

    9,5 kWP / 52x Conergy MC190 / SunnyTripower 10000TL / 30° Südabweichung / 45° Dachneigung

  • Die modernen Haushaltgeräte reagieren auf Spannungsunterbrechung meist recht stur.
    Meine Wama ist 20 Jahre alt, die macht einfach weiter. Der Trockner nicht, zwar auch alt aber der will seinen Startknopf gedrückt haben. Könnte ich zwar ändern, aber was soll`s.
    Bei er Wama geht es um 1,5 kWh für einmal 40 Grad.


    Ich weiß nicht ob es in Portugal Wolken gibt, aber der einzige, der dauerndes ein und ausschalten klaglos übersteht ist nunmal ein Heizstab in einem Speicher.


    Ob man damit seine Stromkosten signifikant senken kann, hängt vom Verbrauch ab.


    Ich mache mit Strom Warmwasser damit im Sommer der Öler aus bleiben kann.
    Dafür brauche knapp 4 kWh täglich ( ca. 60 Cent Einspeisevergütung).


    Schaltung ist Eigenbau, aber nicht billig ( 2. Zähler ).

    Ich grüße alle die mich kennen und die anderen auch!