Anfängerfrage Unterdimensionierung Wechselrichter

  • Hallo PVler,


    ich benötige Hilfe bei der Auslegung einer PV-Anlage. Ich habe mir ein paar Angebote machen lassen, aber ich bin nicht mehr überzeugt, ob diese sinnvoll sind. Die Wechselrichter werden durchgehend nicht unterdimensioniert, obwohl eine Ost/Westanlage geplant ist.


    Ich habe mir deshalb die Informationen mal zusammengeholt und wollte wissen, ob das so stimmt.


    1. Die Max. Eingangsspannung muss größer sein als die (Leerlaufspannung (U0) der Module + einen Temperatur Ausgleich) * Anzahl Module.
    2. Wenn die Leerlaufspannung größer ist, kann man 2 Stränge machen und diese parallel anklemmen.
    3. Am Besten man hat dann einen Wechselrichter mit 2 MPP-Trackern, aber es geht mit Verlusten auch an einem.
    4. Man sollte möglichst viele Module in Reihe schalten, damit der Wechselrichter einen hohen Wirkungsgrad hat. (Sofern 1. erfüllt bleibt)
    5. Man kann einen Wechselrichter beliebig unterdimensionieren, muss aber mit Verlusten rechnen.



    Vielen Dank
    wdsl

  • wdsl,


    alles halbrichtig oder halbfalsch was du schreibst.
    Zunächst mal solltest du deinen Solargenerator berechnen.
    Welche Module, max Wp Anzahl, Standort, Anstellwinkel, Ausrichtung, gleiche Anzahl O/W?
    1. Die max Leerlaufspannung der in Reihe geschalteten Module darf selbst bei niedrigen Temperaturen (zB -10C) die max Eingangsspannung des Inverters nicht überschreiten.
    2. Ja, möglich, meist haben die Inverter mehrere Eingänge auf MPPT A und B - im Datenblatt nachschauen.
    3. Wenn du die Module an einen MPP anschließt, könnte die max Leerlaufspannung überschritten werden.
    Die Modul MPP Spannung sollte in dem vom WR Hersteller empfohlenen Bereich liegen (MPP), der liegt meist weit unterhalb der max Leerlaufspannung.
    Bei O/W ist ein WR mit 2 MPP Eingängen die richtige Wahl.
    4. Siehe WG Kurven der WR, irgendwo hat jede Type ihr max.
    5. Nein, dann kannst du gleich einen kleineren WR nehmen, sonst wirfst du doch nur Geld weg. Oder willst du später die Anlage erweitern?

  • Zitat von kalle bond


    5. Nein, dann kannst du gleich einen kleineren WR nehmen, sonst wirfst du doch nur Geld weg. Oder willst du später die Anlage erweitern?


    Ich denke das meint er mit unterdimensionieren, hier wird eher von überbelegen gesprochen.


    Nach einem andern Beitrag des TS geht es um Bayern und um das 10000-Häuser-Programm, also 50%/30% weich 15° Ost/West und 5kWp. Bei so einem flachen Dach ist nicht mehr viel mit überbelegen, das haben die Anbieter imo schon richtig gemacht. 5kW ist auch eine typische Größe für WR, die nächstkleineren wären vermutlich zu klein und so viel machen bei der Größe ein paar 100W auch nicht aus.

  • Hallo Kalle,


    danke für die schnelle Antwort. Ich würde Fronius Solar Energy Package mit Fronius Symo Hybrid 5.0-3-S und ca. 10KWp installieren lassen wollen.
    Das ganze auf einer Ost Westanlage (10°-15°) auf Flachdach.


    Wenn ich das mit "BenQ Solar Green Triplex PM060P00 255 Watt" Zellen mache benötige:


    10/0,255 = 39.21 d.h ich kann 39 Module verbauen, um unter der 10 KWp Grenze zu bleiben.
    Da wir Ost/West habe wäre es sinnvoller 38 Module zu verwenden. D.h. 38*0,255 => 9,69KWp Anlage
    Der Wechselrichter kann 5KW einspeisen und gleichzeitig 3KW in den Speicher schieben. Bei idealen Bedingungen könnten 1,69 KW verloren gehen.
    Da aber Ost/West Ausrichtung und ziemlich Flach wird man nie mehr als 85% erreichen (Wenn ich das richtig mit PVGIS berechnet habe) bzw. 9,69+0.85=8,24KW


    Die Nullspannung wäre dann 38*(37.6+(37.6*0.003*40))=1600V
    => 2 Strings a 800V
    Der Fronius WR hat 2 MPP wobei einer für die Batterie zuständig ist.
    Der WR geht bis 1000V.
    MPP würde auch passen "MPP-Spannungsbereich (Umpp min – Umpp max) 320 - 800 V"


    Jetzt bleibt für mich die Frage geht wirklich nur Strom verloren oder schaded das dem System.


    Wenn ich
    http://www.photovoltaikforum.c…elche-ertrags-t79306.html
    lese geht nicht so viel verloren. Der Wechselrichter macht denke 20% des Gesammtinvests aus, da kann ich auch 50% abschneiden und komme auf das gleiche Ergebnis.


    Oder habe ich als Anfänger irgend einen Denkfehler?


    Vielen Dank
    wdsl

  • Hallo alterego,


    genau habe 30% weich. Habe vor die Spitzen durch eine Deckenkühlung und Warmwasserbereitung abzufangen.


    Viele Grüße
    wdsl

  • Zitat von wdsl


    Oder habe ich als Anfänger irgend einen Denkfehler?


    Ja, so wie ich das sehe gleich mehrere:

    Zitat von wdsl

    Ich würde Fronius Solar Energy Package mit Fronius Symo Hybrid 5.0-3-S und ca. 10KWp installieren lassen wollen.


    Kann man machen...... nur solltest du dir darüber klarwerden ob deine Anlage sich finanziell rechnen soll oder ob du den Speicher aus anderen Gründen (Das grüne Gewissen :?: ) haben möchtest.
    Aus finanzieller Sicht lohnt sich ein Speicher leider noch nicht, von daher würde ich den erstmal weglassen und ggf. später nachrüsten wenn sich die Preise dafür "nach unten" bewegt haben oder/und die Preise für Bezugsstrom erheblich gestiegen sind.


    Zitat von wdsl

    Habe vor die Spitzen durch eine Deckenkühlung und Warmwasserbereitung abzufangen


    Wenn du das mit einer Wärmepumpe umsetzen willst kann sich das lohnen, eine Direktheizung/ Warmwasserbereitung mit PV-Strom zu füttern wäre eher "Perlen vor die Säue werfen".


    Zitat von wdsl

    BenQ Solar Green Triplex PM060P00 255 Watt


    Wieso genau diese Module :?:
    Die sind nicht schlecht aber auch andere Väter haben schöne Töchter :wink:
    Du solltest dich nicht unbedingt auf ein ganz bestimmtes Modul festlegen, es gibt inzwischen viele gute Module am Markt und nicht jeder Solateur hat nunmal genau "dein Wunschmodul" im Portfolio. Es könnte sich also also bei der Suche nach dem geeigneten Solateur als hinderlich herausstellen wenn du dich von vornherein auf ein bestimmtes Modul festlegst.


    Zitat von alterego

    Nach einem andern Beitrag des TS geht es um Bayern und um das 10000-Häuser-Programm, also 50%/30% weich 15° Ost/West und 5kWp. Bei so einem flachen Dach ist nicht mehr viel mit überbelegen, das haben die Anbieter imo schon richtig gemacht.


    Das stimmt!
    Normalerweise wird der WR unterdimensioniert weil bei einem steileren Ost/West Dach sowieso nicht oder nur sehr selten mehr als 70% vom Dach kommt und man muss ja eh nach EEG die Einspeisung auf 70% begrenzen (oder einen RSE setzen aber das schließe ich erstmal aus).
    Bei einem relativ flachen Dach sieht das etwas anders aus, da kommt dann gelegentlich auch mehr als 70% runter und wenn man den zeitgleichen Verbrauch sicherstellen kann lohnt sich 70% weich wofür der Wechselrichter dann aber wieder etwas größer dimensioniert sein muss damit er die Leistung vom Dach auch wirklich für den zeitgleichen Eigenverbrauch zur Verfügung stellen kann.

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Da aber Ost/West Ausrichtung und ziemlich Flach wird man nie mehr als 85% erreichen (Wenn ich das richtig mit PVGIS berechnet habe) bzw. 9,69+0.85=8,24KW


    Solltest du noch mal prüfen :)

  • Zitat von kalle bond

    bzw. 9,69*0.85=8,24KW


    -> Wirkleistung :!: bei einer normalen netzparallelen Anlage kommen da noch 5 % Blindleistung drauf, also rund 8,7 kVA benötigte Wechselrichterleistung....


    Das + hab ich mal korrigiert und ein * draus gemacht (da hat wohl die shift-Taste geklemmt) :wink:

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Er meint "*" statt "+", denke das war ein Tippfehler und dneke, den sieht man auf Anhieb ;)
    Kalle: das 10000-Häuser programm bezhalt ihm den Speicher wahrscheinlich fast komplett ;)
    Auf die 30% würde ich aber nicht gehen, soviel WW und Kühlung braucht in einem Neubau kein Mensch ;) Wenn man da eine kleine Serverfarm oder was auch immer betreibt, ist das natürlich was anderes.

  • Leider lässt Du Dich über die wichtigen Details nicht wirklich aus. Daher hier mal nur ein kleines Beispiel: Unter quasi optimalen Bedingungen (oft STC genannt) kämen an einem optimal ausgerichteten Süd-Dach die Modulnennleistung am WR an. Bei einem O-W-Dach mit 50%:50% Leistungsaufteilung und 15° Dachneigung kommen maximal 83,7% am WR an, bei 10° wären es 85,3%.
    Parallelschaltungen von Strings sind nur möglich, wenn in jedem String die Spannungen gleich groß sind (was üblicherweise einer gleichen Modulanzahl entspricht).
    Die optimale Stringlänge ist abhängig von der Wechselrichter-Topologie, bei einphasigen Geräten meist um 350 V (MPP-Spannung "bei Temperatur"), bei dreiphasigen oft 680 V (manchmal nur 580 V).


    Ciao


    Retrerni