Lastmanagement eines ganzen Bauernbetriebes

  • In diesem Thread möchte ich meine Vision vorstellen, um die Stromflüsse zu visualisieren.
    Im Vorprojekt habe ich die Geschichte seines Strombezuges evaluiert (Chart).
    Nun soll eine 30 kW PV-Anlage mit Eigenverbrauch und Überschusseinspeisung dazu kommen, welche die Stromflüsse massgeblich verändern wird.
    Um dabei auch manuell eingreifen zu können möchte ich die elektrischen Grössen am HAK detektieren und in einem ersten Schritt sichtbar machen. Dazu noch ein paar Eckdaten:
    Der Versorger stellt einen Lastgangzähler mit Messregistern für Arbeit Doppeltarif, sowie Blindenergie.
    Der kostspieligste Wert ist jedoch die monatliche Maximumleistung, welche ggw. zu ug. € 4.27/kW fakturiert wird.
    Neben dem eigentlichen Verbrauch, welcher voraussichtlich nur marginal in die Solarstrom-Echtzeit umgelegt werden kann,
    soll vor allem dieser Maximumwert gesenkt werden.
    Dazu plane ich den Einbau von drei 100 A Stromwandlern, welche die Richtung und Stromwerte erfassen und an eine SPS übergeben, wo sie saldiert, angezeigt und in weiteren Funktionen weiterverarbeitet werden können.
    Dieses Lastmanagement soll unabhängig vom Wechselrichter funktionieren und bei Bedarf protokolliert werden.
    Optisch stelle ich mir an verschiedenen Orten des Betriebes die Installation von RGB-LED-Leuchten in Ampelform vor.
    Weitere Ideen sind höchst willkommen. :idea:
    einstein0

    Bilder

    33 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    2 kW- Hybrid-Insel im Camper, BEV: Hyundai Kona. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung 10 kWh im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 10 kWh Li-Testspeicher.

  • Nur mal so als Randbemerkung:
    Deine angehängte Grafik ist ziemlich schwer zu verstehen, bzw. zu interpretieren. Zuerst habe ich mir ja überlegt, was ist Ende 2012 passiert, dass diese Schwankungen nicht mehr so groß sind. Bis ich dann bemerkt habe, dass dort das Intervall geändert wurde.
    Wenn ich es richtig interpretiere, würde eine PV für den Eigenbedarf gut geeignet sein, da der Hauptstrom in der "PV-guten" Zeit erzeugt wird. In den Wintermonaten geht der Bedarf eher zurück. Das könnte bestimmt auch dazu helfen die Spitzen zu mildern...
    Wie wird die Maximalleistung ermittelt? Ist es so wie ich das interpretiere einfach der Tagesbedarf, oder werden da Momentanspitzen auch berücksichtigt?


    Stefan

  • ich nehme mal an, die Grafik beruht lediglich auf den (Jahres-?) Abrechnungen des Stromlieferanten, und nicht auf Messungen

  • Moin moin aus Kiel,


    hätte hier eine Janitza UMG604, die gibt dir alle Werte die du brauchst und noch mehr. Inkl. Webserver, Emailing, Digitale Ausgänge, SO etc etc. Modbus RTU fähig ist sie auch, sozusagen universalkommunikativ und für ca. 1.000€ fix und fertig beschafft und eingebaut. Alternativ kannst du auch ein PQube Messsystem benutzen, inhaltlich vom Funktionsumfang her sehr ähnlich.


    Gruß, Andreas

    Andreas Witt
    Industrieservice und Montage
    Am Dorfplatz 7, 24214 Neudorf
    Tel.: +49 151 44 555 285
    a.witt@pvservice.net
    USt-ID: DE 292086601, Handwerkskammer zu Flensburg


    Wette: Zubau 2021


    Dienstleistungen rund um Photovoltaik: Wartung, Repowering, Datenlogging, Direktvermarktung, Anlagenplanung und -Neubau

  • Hallo einstein0,


    ich nehme mal an du sprichst von einer 1/4h Messung.
    Bei uns ist es so das ein Impulsübergaberelais vom EVU die Impulse zum Lastwächter weitergibt.
    Im Anschluss entscheidet der Lastwächter nach Priorität was er wegschaltet.
    Bezweifle ob deine Messung dann mit der vom EVU synchron ist.


    Eignen würden sich aus meiner Sicht:
    Warmwasserbereitung, Wasserpumpen, Reinigung der Melkanlage, Kompressor für Luft oder Kältemaschinen, Lüfter im Allgemeinem, Getreidemühle, Ferkelheizungen, und eben alles was ich zeitlich verschieben kann wie z.B. Futterbereitung
    Batteriespeicher könnte ich mir auch vorstellen das der aktiv dagegen arbeitet.
    Es geht ja nicht darum das man um Stunden verschiebt sondern manchmal reichen da ein paar Minuten.


    Meine Fraktion ist in der Signatur ersichtlich (Loxone) wird aber auch mit einer Logo oder Wago möglich sein.
    Würde das ganze eher mit günstigen Tablets machen um eine Blockierung nach Notwendigkeit zu umgehen.

    MS, 5 Smart Socket´s Air, Airbase, Modbusext.,2*Eastron Sdm630 Modbus, Zählerinterface,3 S0 Zähler, Wetterstation Elsner P03 Modbus, Fronius Symo 10 - Überschuss, WP Waterkotte DS5017.3, WW WP M-Tec WPE2000 + WW Speicher Stiebel Eltron 400 + 6kW E-Patrone

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  • :danke: Nunja, natürlich werden die Abrechnungen aufgrund der Messungen erstellt und halbjährlich fakturiert.
    Doch aus Datenschutzgründen war es für mich als Drittperson nicht ganz einfach an die Daten zu gelangen.
    M.W. basieren die Maximalleistungen auf viertelstündigen Messungen, so dass genügend Zeit bleibt, gewisse Verbraucher zeitlich zu verschieben. Aufgrund der Blindenergieanteile sind auch einige grosse Motoren dabei, wie z.B. die Heubelüftung.
    Als Projektleiter der PV-Anlage werde ich im Namen des Kunden genauere Lastprofile anfordern.
    Danach können wir jeweils gemeinsam am Lastmanagement etwas "schrauben." :idea:
    Grundsätzlich ist es schon so, dass sich der Versorger die zur Verfügung gestellte Infrastruktur zur dauernden Vorhaltung
    der Leistung bezahlen lässt. :wink:
    einstein0

    33 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    2 kW- Hybrid-Insel im Camper, BEV: Hyundai Kona. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung 10 kWh im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 10 kWh Li-Testspeicher.

  • Hab auf der Energiesparmesse in Wels ein Unternehmen gesehen die eine Wagomessung genau für diesem Zweck in ein mobiles Gerät gebastelt haben. (Strom,Temp,Druck usw)
    http://protronic.at

    MS, 5 Smart Socket´s Air, Airbase, Modbusext.,2*Eastron Sdm630 Modbus, Zählerinterface,3 S0 Zähler, Wetterstation Elsner P03 Modbus, Fronius Symo 10 - Überschuss, WP Waterkotte DS5017.3, WW WP M-Tec WPE2000 + WW Speicher Stiebel Eltron 400 + 6kW E-Patrone

  • Testaufbau der Wandlermessung und Weiterverarbeitung der Daten zum Eigenverbrauch.
    Da die Richtungsdetektion und Saldierung erst in der SPS geschieht, kann die Pegelmessung der drei um je 120° verschobenen Phasenströme in der einfachen Stromversorgung über eine Spannungs-Halbwelle von L1 erfolgen.
    SPS-Programmbeschrieb:
    Links oben kommen die Analogsignale L1 bis L3 von den Stromwandlern. L3 wird mit der neg. Halbwelle eingelesen.
    Gefolgt von den Funktionsblöcken für die Import / Export-Detektion.
    Flicker B11 überschreibt jede Sek. den Summierer für die Saldierung der drei Phasenströme.
    Am Ausgang von B3 liegt die Momentanleistung an, welche im Display B12 angezeigt, und weiterverarbeitet werden kann.
    Ein neg. Vorzeichen bedeutet Export.


    Zu Testzwecken werden Vergleicher oder Zonenbausteine eingesetzt und mit digitalen FB’s ergänzt. Die Ausgabe erfolgt
    über die Transistorausgänge E1 – 4 der Erweiterungskarte. Die Nettoleistung wird an RGB-LED-Ampeln angezeigt.
    einstein0

  • Ein Schminkdöschen von Estee habe ich kurzerhand mit einem Stück RGB-LED-Streifen aufgefüllt,
    zu Demozwecken auf eine Abzweigdose geschraubt und vierdrähtig verkabelt.
    Was an alten Stallampen mit Staubschutzgläsern gut und teuer war, ist für die moderne Kommunikation billig... :idea::idea::idea:
    Man braucht also nicht hunderte von € auszugeben, wenn ein leeres Konfitüreglas mit einem halben Meter LED-Streifen
    aus dem Baumarkt den Zweck auch erfüllt. Das Ei des Kolumbus, oder; Frohe Ostern! :wink:
    Das SPS-Programm habe ich für die optische Anzeige entsprechend erweitert:
    Blau < 10 kW Q1
    Violet 10 – 20 kW Q1 & Q2
    Rot > 20 kW Q2
    Gelb ~ 0 Q2 & Q3
    Grün export Q3
    Um die Ampeln in der Nacht dunkel zu steuern habe ich auch noch eine "Schaltuhr" integriert (Bildmitte).
    Dann kam mir die Idee, dass die Ampel auch noch mit einem Buzzer ergänzt werden könnte (Ausgang E4)...
    einstein0