EFH Planung - Heizungsfrage

  • Hallo zusammen,
    mein Name ist Max (wer häts gedacht) und ich plane dieses Jahr ein EFH im schönen Unterfranken zu erbauen.


    Noch bin ich auf der Suche nach DEM Heizsystem, was es wohl nicht gibt. Kompromisse sind denke ich immer einzugehen.


    Eine Spinnerei, warum ich auch bei euch gelandet bin sieht wie folgt aus:


    kurz Eckdaten zum Haus:
    Flachdach, Grundfläche ca. 270qm, außer einem Kamin keine Verschattung
    2-4 Personen, je nach Einliegerwohnung
    wahrscheinlich mit Bus-System
    Heizlast gerechnet ca. 8kW mit -12ºC


    Heizung:
    Photovoltaik in passender Größe + Speicher
    Elektrische Fußbodenheizung
    WW über Wärmepumpe
    Holzofen, den ich aber nicht mit einrechnen möchte


    Meine Vorteile, die ich mir einrede
    - Durch die gesparte WP für die Heizung ist die PV Anlage zum Großteil bezahlt
    - Die gesamte Wasserperipherie der Heizung entfällt
    - Den Speicher kann ich im Sommer nutzen, um meinen sonstigen Stromverbrauch selbst zu decken,
    im Winter soll dieser primär die Heizung versorgen
    - Bei mittelfristiger PV Nachrüstung, um die Heizungs WP zu unterstützen, sehe ich dann eine Art "Doppelinvestition"


    Meine Frage ist es ob das System funktionieren kann oder ich auf dem Holzweg bin?
    Über Optimierungen variablen Neigungen Sommer/Winter hab ich auch schon philosophiert...
    Überschuss im Sommer kann eingespeist werden, das ist aber kein Hauptziel.
    Im Gegensatz zu WW Solar muss ich aber z.b. nicht Nachspeisen oder WW "verblödeln"

  • Hallo DirtyMax,
    das wird nix.
    In den 3 Wintermonaten wo Du 75% Deiner Jahresheizleistung benötigst liefert die PV keine 10% der Jahreserzeugung.

    Grüße
    Didi


    2015: 1052 kWh/kWp; 2016: 1036 kWh/kWp; 2017: 1102 kWh/kWp; 2018: 1162 kWh/kWp; 2019: 1137 kWh/kWp; 2020: 1106 kWh/kWp

    "Handle so, wie du auch von anderen behandelt werden willst" (frei nach Kant)

    Steuern und Finanzamt (Dank an pflanze :))

  • Lass den Speicher eher mal weg und bau mit dem gesparten Geld ein Passivhaus, das bringt mehr!

    Orange Solar GmbH - die hier wiedergegeben Aussagen sind eine persönliche Meinung.


    elektrisch Mobil - TESLA Model S85 2013 bis 2017, seit Juni 2017 MX100D. - Tesla Roadster 2.5 seit Juni 2011 - BMW i3 seit Dezember 2013 - Renault ZOE seit September 2014

  • Zitat von didimausi

    Hallo DirtyMax,
    das wird nix.
    In den 3 Wintermonaten wo Du 75% Deiner Jahresheizleistung benötigst liefert die PV keine 10% der Jahreserzeugung.


    Genau, daher ist es wichtig den Verlust in dieser Zeit zu begrenzen..Hier eine Einschätzung von mir


    http://www.pv-magazine.de/nach…izen--aber-wie_100022285/

    Orange Solar GmbH - die hier wiedergegeben Aussagen sind eine persönliche Meinung.


    elektrisch Mobil - TESLA Model S85 2013 bis 2017, seit Juni 2017 MX100D. - Tesla Roadster 2.5 seit Juni 2011 - BMW i3 seit Dezember 2013 - Renault ZOE seit September 2014

  • Zitat von didimausi

    Hallo DirtyMax,
    das wird nix.
    In den 3 Wintermonaten wo Du 75% Deiner Jahresheizleistung benötigst liefert die PV keine 10% der Jahreserzeugung.


    Danke schonmal für die Antworten.


    Dass ich im Winter primär Heizung benötige und am wenigsten PV nutzen kann ist mir leider bewusst.
    Doch denke ich man muss das System übers Jahr betrachten.
    Wie viel fehlt mir tatsächlich um über den Winter zu kommen?


    Nehmen wir an ich muss drei Monate für 100€ (Achtung, fiktive Zahlen) "teuer" zuheizen,
    spar aber im Sommer durch den Speicher 3 Monate lang je 130€ Brauchstrom, stehe ich im +
    Den Vorteil im Sommer hätte ich ja mit z.b. der normalen WP (dann vorerst ohne PV) nicht, und müsste hier meinen
    Brauchstrom übers ganze Jahr voll zahlen.


    Ich kann mich hier täuschen, mit den typischen Googleergebnissen komm ich auf keine klaren Aussagen.
    Kann hier jemand Fakten liefern?


    Zusätzlich erhöhen Systeme wie Econamic Grid von Senec den Wirkungsgrad, auch wenn ich hiermit nicht fest rechnen kann

  • Heizen muss man eben im Winter und nicht im Sommer. Sobald die Sonne scheint reduziert sich die Heizlast drastisch.


    Es ist immer besser das Geld in eine bessere Dämmung zu investieren und nicht in teure Technik!

    Orange Solar GmbH - die hier wiedergegeben Aussagen sind eine persönliche Meinung.


    elektrisch Mobil - TESLA Model S85 2013 bis 2017, seit Juni 2017 MX100D. - Tesla Roadster 2.5 seit Juni 2011 - BMW i3 seit Dezember 2013 - Renault ZOE seit September 2014

  • Wenn du die Heizlast kennst, kannst du auch den monatlichen Heizenergiebedarf abschätzen (lassen). Den monatlichen Ertrag deiner PV kannst du mit pvgis recht gut abschätzen.
    Wie die anderen bin ich der Meinung, da brauchst du in D gar nicht anfangen mit rechnen, das geht nicht auf. Sonst wären ja alle blöd, die trotz bester Isolierung und Planung (passive Gewinne) zig m² ST und einen 10+m³ Pufferspeicher ins Haus bauen, was garantiert nicht billig ist.
    Wenn das Geld knapp ist, laß besser den Stromspeicher weg (bzw. mach den nur so groß, wie ihn dir das 10000-Häuser-Programm finanziert, falls du darauf raus willst), davon solltest du die WP bezahlen können.
    Für D noch gewöhnungsbedürftig wäre statt konventioneller Heizung eine Klimaanlage, die sollte bei ordentlicher Planung auch im Winter besser als eine Direktheizung sein. Da kenne ich mich aber nicht weiter aus und von der Wartung wird die auch nicht groß anders als eine WP sein.

  • Je größer das Haus wird, umso genauer mußt Du Dir das anschauen.
    Ich mach es so, allerdings wird mein Haus gerade mal 120m2 groß.
    Entgegen aller Meinungen denke ich, dass es bei meiner Größe schon ganz ganz knapp an WP Heizungen rankommt, da wesentlich geringer Invest und Reinvest, wenn Du das über zB 40Jahre anschaust. Stromkosten Entwicklung fraglich?
    Der Akku ist vermutlich nicht renatbel, wenn mir das Geld nicht vorher ausgeht, mach ich trotzdem einen.
    Jahresverbrauch geschätzt 12000kWh, Ertrag durch die PV auch ca. 12000kWh, aber leider halt mit gegenläufigen Kurven.


    Da die Sommer immer heißer werden, kommt bei mir auch eine Klima rein, die alternativ als Heizung genutzt werden kann.
    Vorerst nur ein Deckengerät im VZ, das aber da Zentral, überall reinblasen kann. Erweiterung möglich, aber unwahrscheinlich.


    Hab noch ein paar Gründe dafür, zb da wir nicht überall FBHZ möchten und dort niedertemp. Elo Heizkörper kommen.


    Zusätzlich kommt eine SPS, die einen Ecobetrieb nach Photovoltaik Ertrag ermöglichen soll. Simulations SW hab ich schon gemacht.
    Ich rechne mit Gesamtstromkosten von unter 100€ Monatlich im Schnitt, für alles drumm und dran. Wenn es so ist, dann bin ich zufrieden. Ich hoffe im Oktober in Betrieb gehen zu können.

  • Zitat von DirtyMax


    Meine Frage ist es ob das System funktionieren kann oder ich auf dem Holzweg bin?


    Du bist ganz klar auf dem Holzweg. Schau mal hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Gradtagzahl#Anwendung
    Diese Zahlen geben grob Auskunft über die monatliche Verteilung des Heizwärmebedarfs in einem typischen Wohngebäude. Den Winterpeak des Heizbedarfs kannst du mit optimaler Dämmung und Nutzung solarer Gewinne sicherlich etwas reduzieren, aber nicht signifikant. Mit PV läuft in der Zeit so gut wie gar nix. Es sei denn, du baust eine Großanlage (für EFH-Verhältnisse). An den kältesten Tagen braucht ja allein deine Stromheizung dauerhaft 8 kW. Dann willst du auch noch den Speicher für die Nacht vollmachen. Also nochmal 8 kW. Das wäre eine "Winter-Peakleistung" von mehr als 15 kWp. Und um dann auch mal wenigstens 5 Stunden mit maximaler Last aus dem Speicher heizen zu können, braucht dieser 40 kWh nutzbare Kapazität. Have fun!


    Grundsätzlich: Da du nun kurz davor stehst, irgendwas zwischen 500.000 und 700.000 Euro in ein Gebäude zuinvestieren, sollten die 1000 bis 2000 Euro, die ein Energieberater (nimm möglichst einen Physiker, keinen Schornsteinfeger) kostet, wohl noch drin sein. Der treibt dir solche Flusen aus dem Kopf.
    Vielleicht wird er dich auch darauf hinweisen, dass du für ein KfW40-Plus-Haus mit zwei Wohneinheiten satte 30.000 Euro Tilgungszuschuss abgreifen kannst (plus. 2 x 100.000 Euro vergünstigten Kredit). Damit hast du die FBH plus günstige Wärmepumpe schon wieder drin.

  • Deine Idee mag verlockend klingen. Kann mir aber nicht vorstellen, dass es sich mit Direktheizung ausgeht. Lieber einmal investieren und dann ruhig schlafen. Wir haben 2008 gebaut mit WP (Flächenkollektor) für Heizung und WW und ich würde das jederzeit wieder so machen. Ich habe auf meiner Homepage die echten Verbrauchswerte (leider nicht die ganz aktuellen, aber da hat sich nicht viel geändert) mal dargestellt. Unsere 9 kW/p Dachanlage von 2009 ist und bleibt Volleinspeisung, aber wir haben 2014 noch eine 3 kW/p Garagenanlage dazugebaut, die Eigenverbrauch unterstützt. Die WW-Erzeugung habe ich ganz primitiv mit der WP auf Mittag eingestellt, das reduziert den Bezug schon deutlich. Im Winter kommt aber wirklich (leider) nicht besonders viel. Wenn es Dich interessiert, schau Dir mal unsere Homepage an: http://oismithirn.jimdo.com/haus/
    Viele Grüße ins "andere Bayern",
    Didilight

    9,24 kw/p Kyocera - SMA (2009)
    3,00 kw/p Kyocera - SMA (2014)