Politik zeigt Solarbranche die kalte Schulter

  • Wie in jedem Jahr wurde das Symposium für Photovoltaische Solarenergie in Bad Staffelstein mit Vorträgen rund um die Politik eröffnet. Es wurde einmal mehr deutlich, dass die Bundesregierung nichts plant, um den Ausbau der Photovoltaik wirklich zu unterstützen. Wenn die nächste Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes keine Verbesserungen bringe, seien die Verluste für Deutschland und die Solarbranche irreversibel, erklärte der Bundesverband Solarwirtschaft.


    er Tagungsleiter des diesjährigen Symposiums für Photovoltaische Solarenergie leitete die dreitägige Konferenz mit Optimismus ein. Die Solarbranche stabilisiere sich wieder, sagte Philipp Strauß vom Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES). Aber, fügte er hinzu, „wir müssen wieder mehr Gas geben.“ Bis 2050 sollten 200 Gigawatt Solarstromleistung in Deutschland installiert sein, wenn die Klimaschutzziele erreicht werden sollen.


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  • Nach 7 fetten kommen 7 magere Jahre. So ist das leider im Geschäft. Ich denke das Misstrauen ist einfach noch zu groß! Wir sollten nun hoffen dass die Grenze bei 1MWp bleibt damit der Ausbau doch noch etwas vorankommt.

    Orange Solar GmbH - die hier wiedergegeben Aussagen sind eine persönliche Meinung.


    elektrisch Mobil - TESLA Model S85 2013 bis 2017, seit Juni 2017 MX100D. - Tesla Roadster 2.5 seit Juni 2011 - BMW i3 seit Dezember 2013 - Renault ZOE seit September 2014

  • Wusste gar nicht, dass die auf Teufel komm raus bestandesschützenden Stromkonzerne - welche die Energiepolitik zweifelsohne wesentlich beeinflussen - gegenüber der Solarenergie jemals Zutrauen gezeigt haben.


    Die haben die nervige Solarenergie (der langhaarigen Birkenstockveganer) einfach grad solange toleriert, solange sie überzeugt waren, dass damit höchstens Ipads geladen werden können oder habe ich da etwas verpasst?

  • Na ja, wenn jemand meint, dass man bis 2050 200 GW Solarstromleistung braucht, um die Klimaschutzziele zu erreichen, dann wundert es eigentlich nur, dass hier nur geschwiegen wird und sich kein Protest erhebt.


    Was soll denn dann im Sommer mit den überflüssigen 120-140 GW Leistung geschehen, mal abgesehen, dass dann auch die Windenergie abgeregelt sein muss.


    Eine solche Branche braucht sich nicht zu wundern, dass ihnen von der Politik die kalte Schulter gezeigt wird.

  • Wenn man auch nur annähernd 100% Erneuerbare will, wird man sich an den Gedanken von Überschüssen gewöhnen müssen.


    Was macht man damit? Erstmal in den Wärmesektor, da wird aus "zeitgleich" schonmal "zeitnah", weil man mit Pufferspeichern die Tagesläufe ausgleichen kann. Bis der Wärmemarkt voll ist, gibt es genug EMobile, die ebenfalls "netzdienlich" geladen werden können. Dann wird irgendwann noch P2X ins Spiel kommen.


    Sehr grob skizziert, aber in die Richtung wird es gehen.


    Gruß Jochen

    14,8 kWp Solar Fabrik / Fronius
    23 kWp Bosch / Danfoss
    55 kWp Frankfurt Solar / Danfoss
    30 kWp Yingli / SolarEdge
    15,8 kWp Bosch / SMA
    Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der Helianthus Solar GmbH

  • Zitat von open source energy

    Nach 7 fetten kommen 7 magere Jahre. So ist das leider im Geschäft. Ich denke das Misstrauen ist einfach noch zu groß! Wir sollten nun hoffen dass die Grenze bei 1MWp bleibt damit der Ausbau doch noch etwas vorankommt.


    Bei mir ist es genau umgekehrt, mit dem Aus der EE in D. kommen nach 20 Jahren purer Enthaltsamkeit, nun viele Jahre, in denen wir sinnloses Geld zeigen müssen (Bilanz nach Handelsrecht) und die Banken in die Verzweiflung treiben. Und das zu einem Zeitpunkt, wo man gar kein EEG mehr bräuchte (Erhöhnte Vergütung) wenn man nur Diskriminierungsfrei z.B. Netze nutzen könnte.


    Mit den Rechten die z.B. VW und RWE und andere genießen (Mietkraftwerke, PSW, Eigenstromverbrauch) könnte man Heute schon bei PV und onshore auf erhöhte Vergütung über das EEG verzichten. Da würde unsere Armut ins Absurde gesteigert werden und jede Menge Leute in Lohn und Brot stehen und Banken echtes Geschäft mit werthaltige Aktiva in die Bücher bekommen.


    Ob RWE & Co. überhaupt in der Lage sein werden, mit ihrer geringen Finanzkraft und der unterirdischen Bonität, selbst auf einem leergeräumten Acker was zu reißen, wage ich zu bezweifeln.


    Aber solche Betrachtungen übersteigen das geistige Vermögen unseres Lehrers um Lichtjahre.

  • Zitat von JayM

    Wenn man auch nur annähernd 100% Erneuerbare will, wird man sich an den Gedanken von Überschüssen gewöhnen müssen.


    Was macht man damit? Erstmal in den Wärmesektor, da wird aus "zeitgleich" schonmal "zeitnah", weil man mit Pufferspeichern die Tagesläufe ausgleichen kann. Bis der Wärmemarkt voll ist, gibt es genug EMobile, die ebenfalls "netzdienlich" geladen werden können. Dann wird irgendwann noch P2X ins Spiel kommen.


    Benzinenergie ist wesentlich teurer als Solarenergie und trotzdem wird sie seit Jahrzehnten im Sekundentakt verbremst.


    Apropos: Verbrauchen Solaranlagen beim runterregeln auch Bremsbeläge und erzeugen Feinstaub?
    Wer weiss hier mehr?


  • Das ist richtig, dieser Eingriff ist aber durch die Lobby nicht über Nacht zu machen. So ein Systemwechsel dauert einfach. Ist doch wie mit der Steuer, dort wollte man auch einen Bierdeckel machen und was ist daraus geworden? Noch mehr Verwaltung!


    Ich bin mir im Übrigen nicht sicher, ob das mit den Mietmodellen so einfach gehen wird OHNE Vergütung, denn dann stehen die Banken gleich wieder auf dem Parkett und wollen Sicherheiten. Die Vergütung ist als Rückfallebene auf jeden Fall hilfreich. Man schafft damit auch Zugang für Menschen die NICHT nur in ganz großen Dimensionen denken, das sollte man nicht vergessen!

    Orange Solar GmbH - die hier wiedergegeben Aussagen sind eine persönliche Meinung.


    elektrisch Mobil - TESLA Model S85 2013 bis 2017, seit Juni 2017 MX100D. - Tesla Roadster 2.5 seit Juni 2011 - BMW i3 seit Dezember 2013 - Renault ZOE seit September 2014

  • Zitat von open source energy

    Man schafft damit auch Zugang für Menschen die NICHT nur in ganz großen Dimensionen denken, das sollte man nicht vergessen!


    Genau das soll doch verhindert werden. Der Anfang ist mit der Nullzinspolitik gemacht.


    OT
    Warum hört man den Finanzminister nicht jammern, daß er keine Zinsabschlagsteuer mehr bekommt?


    Da ist der Aufwand inzwischen höher als die Einnahmen.
    Aber es muss auf Teufel komm raus durchgezogen werden.


    Neulich habe ich einen Bankauszug gesehen da waren 1.8.. € Dividende von denen musste 1 Cent Kirchensteuer und ein paar Cent Zinsabschlagsteuer oder wie das gerade heist gezahlt werden. Da sind die ganzen Buchungskosten um ein vielfaches höher.


    Django

  • Zitat von django65

    Da sind die ganzen Buchungskosten um ein vielfaches höher.

    Psst die sind nur für Leute wie Du und mich höher ... eine Buchung verursacht Transaktionskosten (Grenzkosten) im Bereich von 0,001...Cent mit Einbeziehung der EH-DA-Kosten (Vollkosten) 0,1 Cent.
    Gruß Matthias

    Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt.
    5 kWp Solarworld / SMA