PV- Anlage an Tochter verpachten?

  • Ich hab da mal eine Frage:
    Ich habe eine PV- Anlage, mit z.B. 20000,- Gewinn im Jahr.
    Wie wäre es, wenn ich sie für 10000,- meiner Tochter verpachten würde?
    Hätte ich dann 10000,- abzüglich AFA Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung ?
    Meine Tochter müsste 20000 minus 10000,- Pacht versteuern.


    Meine Frau hat bereits eine Anlage und käme mit den Einkünften in die Krankenversicherungspflicht. Darum würde ich das gerne so machen.

    Mit freundlichen Grüßen

  • Ich bin nun am überlegen, die Anlage nicht meiner Tochter, sondern einem Bekannten zu verpachten.


    Ich denke mir, ich verlange 1000,- weniger Pacht als die Nettoeinnahmen und das 6 Jahre, bis ich Rentner bin.
    Ich habe das Handycap, daß ich Frührentner bin und mir die Rente bei zu hohen gewerblichen Einkünften beschnitten würde.


    Durch die Verpachterei hätte ich ja Pachteinnahmen. Die tangieren die Frührente nicht.


    Für Pachteinnahmen fällt keine Umsatzsteuer an, denke ich.

    Mit freundlichen Grüßen

  • Ich bin jetzt kein Steuerberater, aber wenn deine Zahlengrößenordnung halbwegs zutrifft, dann würde ich dir den Gang zu einem empfehlen.


    Ansonsten kennt sich Kollektor da ganz gut aus. Ich glaube, er hatte phasenweise das gleiche "Problem".

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Ja, Bento, das muß ich machen.
    Aber allgemein kann man ja einen Pachtvertrag ausgestalten wie man will und wie es am zweckmäßigsten ist.
    Es werden ja auch PV- Anlagen von fremden Investoren gebaut und dann an die Hauseigentümer verpachtet.


    Hier ist es halt umgekehrt.


    Das Finanzamt hat mir in einem anderen Fall mal geschrieben, es müsse einem Fremdvergleich standhalten.
    Dies ist im 2. Fall ja grundprinzipiell der Fall. Bei meiner Tochter müssten wir das über Ihr Konto machen und uns wie fremd verhalten, dann ginge das auch, denke ich.


    Mich würden Erfahrungen interessieren von Usern, die so etwas ähnliches gemacht haben.

    Mit freundlichen Grüßen

  • Die "Lehre vom Fremdvergleich" ist in der Form überholt.
    Formalia sind glücklicherweise in den Hintergrund getreten - aber natürlich schadet es nicht, ein Geschäft "sauber" aufzuziehen. Das mindert die Angriffsfläche (und das ist IMMER eine gute Taktik.)


    Wichtiger ist, dass nicht nur auf den ersten Blick kein Missbrauch von Gestaltungen vorliegt (das ist noch recht easy zu steuern);
    sondern auch nicht auf den zweiten Blick. Da wirds meist enger.
    Soll. die Kohle wirklich zur Tochter? Unwiderruflich? Unwiderbringlich? Nun ja.... alles gut.
    Oder soll die Kohle am Ende dann doch wieder zum Papa zurück?
    Dann wirds schwieriger. Dann muss das Vorliegen eines erkennbaren "Gesamtplans" verhindert werden.
    Eine ungleich schwierigere Aufgabe - bei "typischen" Verhältnissen.


    "Typisch" scheint bei Dir aber nichts zu sein. Und deswegen:
    Hier besteht wirklich Beratungsbedarf durch einen Berufsträger. Hier geht es mal um strategische Steuerplanung.
    Das ist die eigentliche Aufgabe des Beraters; nicht Käsekästchen ankreuzen.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • ich bevorzuge jetzt die Lösung mit einem Bekannten:
    Wenn er denn dann 20000,- Nettoeinnahmen hat und mir 19000,- an Pacht zahlt, ist die Kleinunternehmerregelung nicht mehr möglich, da der Umsatz ja über 17500,- liegt.
    Ich hatte gerade mit der umsatzsteuerlosen Möglichkeit geliebäugelt, aber das geht dann nicht.

    Mit freundlichen Grüßen

  • Zitat von Elfibub

    Wenn er denn dann 20000,- Nettoeinnahmen hat und mir 19000,- an Pacht zahlt, ist die Kleinunternehmerregelung nicht mehr möglich, da der Umsatz ja über 17500,- liegt.


    Wen meinst du mit KUR? Deinen Bekannten oder dich?


    Zitat von Wikipedia

    Die Umsatzsteuer wird von Unternehmern nicht erhoben, wenn der maßgebende Umsatz zuzüglich der darauf entfallenden Steuer im vorangegangenen Kalenderjahr 17.500 Euro nicht überstiegen hat und im laufenden Kalenderjahr 50.000 Euro voraussichtlich nicht übersteigen wird. Vorsteuerabzug ausschließende, steuerfreie Umsätze und Umsätze von Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens sind nicht in den maßgebenden Umsatz einzubeziehen.

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Ich hätte ja Pachteinnahmen. Da fällt doch keine Umsatzsteuer an.


    Mein Bekannter müßte mMn wegen den 20000,- Einnahmen halt vom Energieversorger brutto kassieren und die Umsatzsteuer weitergeben ans FA.


    Ist eigentlich ganz easy. Oder täusche ich mich da?

    Mit freundlichen Grüßen

  • Ich hab mal nach Gestaltungsmißbrauch gegoogelt:
    Das betrifft wohl meist innerfamiliäre Verträge. Es wird geschaut, ob das Dritte auch so machen würden.
    Wenn ich dann das mit einem "Fremden" mache, ist das unkritischer.


    Da es ja um ein paar Euros geht, ist ein Steuerberater unabdingbar.


    Bei Beträgen, bei denen Gewerbesteuer fällig ist, würde man sich bei Verpachtung mMn die Gewerbesteuer sparen.

    Mit freundlichen Grüßen

  • Zitat von Bento


    Ansonsten kennt sich Kollektor da ganz gut aus. Ich glaube, er hatte phasenweise das gleiche "Problem".


    So innovativ wie Elfibub war ich nicht. Er möchte rentenschädliches Arbeitseinkommen in rentenunschädliches Kapitaleinkommen transferieren. Mir ist sogar ein Fall bekannt, wo "unter Bekannten" für einen Nebenjob statt Arbeitslohn durch ein spezielles Konstrukt Zinsen bezahlt wurden. War durch die Abgeltungssteuer zusätzlich interessant.


    Ob das mit dem Vermieten einer Prüfung standhält, kann ich als Laie nicht sagen. Interessiert mich als neuer Ansatz aber selbst. Steuerberater kennen Möglichkeiten des Gewinntransfers mit Hilfe einer Kapitalgesellschaft, z.B. einer GmbH. Mir war das alles zu aufwändig, ich habe das Problem für mich mit einer weiteren PV-Anlage gelöst die neue Kosten und Abschreibungen ermöglicht hat mit denen ich mich in Summe unter die rentenunschädliche Hinzuverdienstgrenze navigieren konnte. Im letzten Jahr dann eine Sonderlösung, indem ich auf Abschläge des VNB verzichtete und die Auszahlung nach Erreichen der Regelaltersgrenze verschoben hatte.

    Sonnige Grüße
    Kollektor