EEG Umlage bei verkauf an dritte und Eigennutzung

  • Hallo,


    ich habe eine frage bezüglich der Berechnung der EEG Umlage.
    Folgendes Beispiel:


    EFH mit Einliegerwohnung.


    Der Besitzer wohnt im EG und nutzt einen teil seiner 2016 geplanten PV Anlage selbst.
    Im OG wohnt ein Mieter der über einen Zwischenzähler ebenfalls PV Strom nutzt.


    Der Besitzer muss weil die Anlage kleiner 10 kWp ist und auch sicherlich nie mehr als 10.000 kWh selbst verbrauchen wird
    keine EEG Umlage zahlen. einen teil des Stroms wird an den Mieter verkauft, doch wie viel Solarstrom da wirklich bei ist, ist ja so einfach nicht festzustellen. Wisst Ihr wie das gehandhabt wird?

  • Hallo Pvmaxe,
    Ich sehe zwei Möglichkeiten:


    1. einfach proportional den EV Anteil umlegen


    2. Der Mieter bekommt doch bestimmt nur Bezugsstrom geliefert... .


    Gruß Jochen

    14,8 kWp Solar Fabrik / Fronius
    23 kWp Bosch / Danfoss
    55 kWp Frankfurt Solar / Danfoss
    30 kWp Yingli / SolarEdge
    15,8 kWp Bosch / SMA
    Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der Helianthus Solar GmbH

  • Hallo JayM,


    danke für deine Antwort.


    1. habe ich mir auch schon gedacht jedoch Zweifel ich ob das den Netzbetreibern reicht bzw. könnte es ein Schlechterstellung
    sein.


    2. Theoretisch hast du recht aber wenn irgendwann der Netzbetreiber darauf aufmerksam wird kann das eventuell böse
    Konsequenzen für den Betreiber haben. In dem konkreten fall wurde der vorige Zähler des Mieter abgemeldet und für die Pv Anlage ein Zweirichtungszähler bestellt, somit kann der Netzbetreiber 1 + 1 zusammenzählen

  • Zitat von JayM

    1. einfach proportional den EV Anteil umlegen


    Das würde ich nicht so sehen.
    M.W. ist der gelieferte Strom über einen geeichten Zähler zu messen und muss über eine entsprechende Zähleranordnung zweifelsfrei bestimmbar sein.

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Wie kann ich denn Messen wie viel seines Strombezugs des Mieters Solarstrom ist?
    Das wäre auf jeden fall recht umständlich und so wie ich das verstehe nur über eine
    Software möglich die dementsprechend mit Zählerdaten gefüttert werden muss.

  • Das EEG schreibt ohne jeden Zweifel vor, daß die Strommengen für die EEG-Umlage fällig wird geeicht zu messen sind. Das Stichwort heißt Zählerkaskade und zum Ausrechnen genügt dann ein Blatt Papier, ist nur Addition und Subtraktion.


    In der Regel ist es leider die wirtschaftlichste Lösung, es einfach bleiben zu lassen und den Mieter einfach weiter vom Versorger seiner Wahl beliefern zu lassen.

  • die PV Anlage muß vertraglich zur Mietsache gehören. Nur dann wird der Mieter Mitbetreiber der Anlage und könnte von der EEG Umlage befreit sein.

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • Zitat von machtnix

    die PV Anlage muß vertraglich zur Mietsache gehören. Nur dann wird der Mieter Mitbetreiber der Anlage und könnte von der EEG Umlage befreit sein.


    Ich würde sie nicht zusammen mit der Wohnung vermieten. Nachher macht der Mieter noch Mietminderung geltend, wenn die Anlage mal ausfallen sollte. :wink:


    Wenn überhaupt, dann ginge das nur über einen separaten Mietvertrag bzgl. der PV-Anlage.
    Aber will man sich das heutzutage wirklich antun?


    Nachfolgend mal die diversen Modelle, wenn der Vermieter nicht im Haus wohnt bzw. selbst keine Eigenversorgung machen möchte:



    Und jetzt stellen wir uns vor, der Vermieter wohnt auch im Haus (wie im vorliegenden Fall) und möchte ebenfalls Eigenverbrauch nutzen und die Anlage hätte 10 kWp. Unterstellen wir weiterhin, dass der Mieter einen Jahresverbrauch von 5.000 kWh hat und 30% davon durch PV-Strom ersetzen kann, also 1.500 kWh.
    Der Vermieter kassiert also die EEG-Umlage für den eingespeisten Strom, hat selbst Eigenverbrauch und bekommt vom Mieter eine PV-Teilmiete, die auf jeden Fall geringer sein muss, als dessen vermiedene Stromkosten und höher sein muss als seine eigene Brutto-EEG-Umlage. Die PV-Teilmiete muss also irgendwo zwischen 14,65 und 20,5 Cent/kWh liegen. Nehmen wir mal das Mittel, dann läge sie bei 1.500 kWh x 0,176€/kWh = 264 €/a.


    Davon darf der Vermieter dann schon mal die Errichtung der Zählerkaskade bezahlen und deren eventuelle laufende Kosten. Für die Erstellung des Teilmietvertrages sollte er sich besser eines Antwalts bedienen und ob die steuerlichen Aspekte dieses Modells ohne Steuerberater händelbar sind.......da wäre ich mir nicht so sicher.
    Vielleicht sollte er auch noch eine kleine Reserve für einen eventuellen späteren Rechtsbeistand zurücklegen, da einige VNBs der Meinung sind, dass die Mietmodelle als Lieferung an Dritte gelten (weil der Mieter nicht das wirtschaftliche Risiko der PV-Anlage trägt) und damit der vollen EEG-Umlage unterliegen.
    Ach ja......wenn das Verhältnis zum Mieter irgendwann mal getrübt sein sollte, wird er bestimmt dankend auf eine Belieferung mit PV-Strom verzichten, was einen Umbau der Zählerkaskade zur Folge hat und die Einnahmen reduziert. Von säumigen Mietern möchte ich jetzt garnicht sprechen.


    Wirtschaftlich sehe ich da kein Licht am Horizont, aber für Überzeugungstäter ist da vielleicht noch Raum.